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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2019

Guter, wenn auch sehr überladener Abschluss

JACKABY - Der gnadenlose König
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Nachdem mir bereits die ersten drei Bände der „Jackaby“-Reihe von William Ritter sehr gefallen haben, war ich schon sehr gespannt auf den vierten und somit letzten Band „Der gnadenlose König“ und habe ...

Nachdem mir bereits die ersten drei Bände der „Jackaby“-Reihe von William Ritter sehr gefallen haben, war ich schon sehr gespannt auf den vierten und somit letzten Band „Der gnadenlose König“ und habe mir eine ähnlich spannende und humorvolle Geschichte erhofft. Leider muss ich jedoch sagen, dass mich der Abschluss der Reihe ein wenig enttäuscht zurückgelassen hat.

Da mir der Schreibstil bereits bei den Vorbänden sehr zugesagt hat und ich gar nicht mit so viel Humor gerechnet habe, bin ich froh, dass der Autor seinem Stil weiterhin treu geblieben ist und sich dazu seit seinem Debüt immer mehr steigert. Dazu liest sich die Geschichte sehr leicht und flott, sodass ich von Anfang an sofort in die Geschichte hineingefunden habe. Gleichzeitig sind die Schauplätze hervorragend gewählt und verbreiten eine düstere Atmosphäre und auch die Figuren wurden von William Ritter liebevoll ausgearbeitet und haben sich gut weiterentwickelt, sodass ich mich direkt wieder mit ihnen anfreunden konnte und den letzten Fall von Jackaby und Abigail gerne verfolgt habe.

Während Jackaby und Abigail in den ersten Bänden nicht immer eingespielt wirkten, sind sie mittlerweile ein eingespieltes Team und ich mochte die Chemie zwischen ihnen sehr. Obwohl Jackaby oftmals sehr skurril und stellenweise auch schroff wirkt, ist Abigail das Herz in dem Ermittler-Duo und lässt sich von Jackaby nicht alles gefallen, sodass man die beiden trotz ihrer Ecken und Kanten direkt ins Herz schließt und sie gerne auf ihren Ermittlungen begleitet.

In „Der gnadenlose König“ haben die Figuren wieder alle Hände voll zu tun, denn hierbei hat es William Ritter schon fast ein wenig übertrieben, denn dieses Mal möchte nicht nur der König seine Macht gnadenlos erweitern, sondern auch der Bürgermeister der Stadt New Fiddleham will seine Macht demonstrieren, indem er allen magischen Wesen den Krieg erklärt, da er von seiner Frau, die eine Nixe ist, betrogenn wurde. Die magischen Wesen, darunter viele Gestaltwandler, Gnome und Vampire, suchen bei Jackaby Schutz, was jedoch alle übrfordert und für noch mehr Chaos sorgt.

Dies ist auch gleichzeitig das Problem an "Der gnadenlose König", denn hier sind einfach zu viele Ideen geradezu abgearbeitet worden, sodass das Buch zu überfüllt wirkt. Hier wäre noch locker ein fünfter Band durchaus möglich gewesen, aber stattdessen findet hier geradezu eine Abarbeitung statt, was man besonders gegen Ende merkt, denn dieses kommt zu plötzlich und erscheint sehr hektisch, was sehr schade ist.

Das Cover ist für mich ein absoluter Hingucker, da es auf den ersten Blick doch recht unscheinbar wirkt, man danach jedoch immer mehr Details entdeckt, die perfekt zur Geschichte passen. Auch die Kurzbeschreibung hat mich direkt angesprochen, sodass ich die Fortsetzung unbedingt lesen wollte.

Kurz gesagt: „Der gnadenlose König" ist insgesamt ein netter, wenn auch nicht überragender Abschluss der "Jackaby"-Reihe. Die Geschichte kann zwar durchaus mit spannenden und humorvollen Momenten überzeugen, aber letztendlich wirkte die Geschichte auf mich zu überladen, um vollends begeistert zu sein. Dennoch sollte man der "Jackaby"-Reihe eine Chance geben, wenn man sich für Geschichten wie "Sherlock Holmes" mit Fantasy-Elementen interessiert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2019

Wichtiges Thema, unsympathiche Figuren

For your eyes only - 4YEO
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"For Your Eyes Only" stand schon längere Zeit ungelesen im Regal und ich war ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich es aufgrund der Thematik lesen möchte. Nun, wo ich das Buch in relativ kurzer Zeit gelesen ...

"For Your Eyes Only" stand schon längere Zeit ungelesen im Regal und ich war ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich es aufgrund der Thematik lesen möchte. Nun, wo ich das Buch in relativ kurzer Zeit gelesen habe, hat mich das Buch doch sehr zwiegespalten zurückgelassen, da ich die Thematik einerseits gut und wichtig finde, allerdings war ich auch stellenweise von der Handlung sehr genervt.

Die Geschichte liest sich leicht und flüssig, aber auch oftmals sehr ermahnend, was mich ein wenig gestört hat, da hier gleich mehrfach immer wieder der Finger erhoben wird. Zwar ist es wichtig, dass hierbei durchaus eine Art Aufklärung stattfinden muss, dass man nicht einfach im Teenageralter freizügige Fotos verschicken darf, allerdings hätte man das auch ein wenig anders gestalten können.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der 14-jährigen Lilly, die seit vier Monaten mit dem 18-jährigen Jannis zusammen ist. Aus Angst, dass er während seiner Abschlussfahrt wieder mit seiner Ex-Freundin Jen zusammen kommen könnte, schickt sie ihm per SMS mehrere freizügige Fotos, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Dies geht jedoch deutlich schief und ihre Fotos werden schnell in Umlauf gebracht, was nicht nur Lillys Leben verändert, sondern auch das ihrer Eltern, denn fortan stehen Drohungen, Mobbing und Einsamkeit an der Tagesordnung.

So traurig und schockierend Lillys Schicksal dabei auch ist, so sehr war ich leider auch von ihr genervt, denn sie ist mit ihren vierzehn Jahren leider sehr unreif und naiv, sodass sie auch locker als Zehnjährige hätte durchgehen können. Ihre Schwärmerei für Jannis wirkt streckenweise sehr ungesund und auch ihr oftmals sehr undurchdachtes Handeln bei Freunden und falschen Freunden sorgte lediglich dafür, dass ich oftmals genervt die Augen verdreht habe.

Natürlich hat die Autorin hier bewusst eine naive Protagonistin gewählt, um aufzuzeigen, was Jugendlichen passieren kann, wenn sie zu leichtgläubig sind und den falschen Menschen vertrauen, allerdings war es für meinen Geschmack einfach zu too much, sodass ich mit Lilly weder groß mitfühlen, noch mich in sie hineinversetzen konnte. Auch die anderen Figuren sind leider eine komplette Enttäuschung, da diese leider oftmals keine Tiefe besitzen und man sie kaum kennen lernt.

Kurz gesagt: "For Your Eyes Only" ist sicherlich aufgrund seiner Thematik ein wichtiges Buch, allerdings haben die Charaktere es mir sehr schwer gemacht, die Gschichte voll und ganz zu mögen, sodass ich das Buch letztenlich zwar ganz in Ordnung, aber bei Weitem nicht überragend fand. Dennoch wird hier ein Thema behandelt, über das sich zumindest jeder einmal schlau machen sollte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.12.2019

Guter Thriller

The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?
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Lange Zeit war ich am überlegen, ob ich "The Woman in the Window" tatsächlich lesen möchte, da ich mich mit zu sehr gehypten Büchern immer ein wenig schwer tue. Letztendlich bin ich jedoch froh, dass ich ...

Lange Zeit war ich am überlegen, ob ich "The Woman in the Window" tatsächlich lesen möchte, da ich mich mit zu sehr gehypten Büchern immer ein wenig schwer tue. Letztendlich bin ich jedoch froh, dass ich das Buch gelesen habe, da dieses mich nicht enttäuscht hat, sondern mit einem spannenden Plot überzeugen konnte.

Da ich bereits mehrfach gelesen habe, dass sich A.J. Finn von "Das Fenster zum Hof" von Alfred Hitchock inspirieren ließ, war ich sehr gespannt darauf, wie viel Einfluss der Film auf die Geschichte genommen hat. Man muss zwar sagen, dass es hier durchaus sehr viele Ähnlichkeiten gibt, allerdings hat mich dies nur wenig gestört. Die Geschichte liest sich spannend und meistens flüssig, besitzt aber auch durchaus ruhigere Momente, die jedoch gut zur Stimmung, die in dem Buch vorherrscht, passt.

Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Anna, die seit einiger Zeit unter Angstzuständen, Depressionen, Schuldgefühlen und Panikattacken leidet und deswegen ihr Haus nicht mehr verlässt. Stattdessen beobachtet sie die Welt nur noch von ihrem Fenster aus, chattet mit fremden Menschen weltweit und betäubt ihre Ängste mit Medikamente und zu viel Alkohol. Dabei beobachtet Anna auch ihre neuen Nachbarn die Russels und muss dabei tatenlos mitansehen, wie ihre Nachbarin brutal überfallen wird. Als Anna alles später meldet und Rede und Antwort stehen möchte, glaubt man ihr nicht, denn angeblich ist nichts von einem solchen Überfall bekannt. Gleichzeitig wird auch sehr viel aus Annas Vergangenheit bekannt und man erfährt, wieso sie zu einem solch ängstlichem Menschen geworden ist.

Anna hat es mir am Anfang nicht ganz leicht gemacht. Ich finde es zwar immer interessant, wenn Figuren psychisch angeschlagen sind und man somit einen guten Blick in ihre Gedanken und Gefühle erhält, allerdings empfand ich Anna anfangs als sehr unnahbar und anstrengend, was sich jedoch im Laufe der Geschichte stark verbesserte, sodass ich sie immer interessanter fand.

Kurz gesagt: "The Woman in the Window" ist insgesamt ein spannender Thriller, der zwar oftmals sehr ruhig und unscheinbar erscheint, mich aber dennoch auf großen Strecken unterhalten und packen konnte, sodass ich das Buch sehr gerne gelesen habe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.12.2019

Abgebrochen

Wie tief ist deine Schuld
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"Wie tief ist deine Schuld" von Ruth Ware klang zunächst nach einem spannenden Thriller mit einem interessanten Plot, sodass meine Erwartungen relativ hoch angesetzt waren. Leider bin ich am Ende jedoch ...

"Wie tief ist deine Schuld" von Ruth Ware klang zunächst nach einem spannenden Thriller mit einem interessanten Plot, sodass meine Erwartungen relativ hoch angesetzt waren. Leider bin ich am Ende jedoch so enttäuscht gewesen, dass ich das Buch nach etwas mehr als 75 % abgebrochen habe, da es mich leider weder packen, noch unterhalten konnte, sondern lediglich für einige ereignislose Lesestunden gesorgt hat.

Dabei war die Idee an sich nicht schlecht und hatte auch sehr viel Potenzial, doch leider wurde dieses überhaupt nicht genutzt, denn die Geschichte wird nicht nur sehr langatmig, unspektakulär und alles andere als spannend erzählt, sondern beinhaltet auch farblose Charaktere, die austauschbar sind und mit denen ich mich nicht identifzieren konnte.

Die Geschichte handelt von Isa, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird und ihren Freundinnen Kate, Thea und Fatima. Die jungen Frauen sind seit ihrer Jugend miteinander befreundet und treffen nun, nach einer Nachricht von Kate, wieder aufeinander, da in Salten, dem Ort, in dem sie aufgewachsen sind, eine Leiche gefunden wurde. Dabei wissen alle, wer die Leiche ist und wie sie an die Küste gelangen konnte. In vielen Rückblenden wird dabei nach und nach aufgedeckt, was vor siebzehn Jahren geschehen ist. Leider zieht sich dies jedoch wie Kaugummi, nur um dann bereits in der Häfte des Buches komplett aufgelöst zu werden.

Dadurch, dass bereits viel zu früh alles aufgelöst wurde und die Geschichte nur noch mehr vor sich hinplätscherte, habe ich leider vollkommen das Interesse an "Wie tief ist deine Schuld" verloren, sodass ich das Buch vorzeitig abgebrochen habe. Schade!

Veröffentlicht am 02.12.2019

Ein typischer Laymon

Der Regen
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Ich habe in den letzten Jahren bereits einige Bücher von Richard Laymon gelesen und war von denen auch meistens begeistert, von daher war ich schon sehr auf „Der Regen“ gespannt und hatte doch recht hohe ...

Ich habe in den letzten Jahren bereits einige Bücher von Richard Laymon gelesen und war von denen auch meistens begeistert, von daher war ich schon sehr auf „Der Regen“ gespannt und hatte doch recht hohe Erwartungen an die Geschichte. Diese wurden zwar nicht gänzlich erfüllt, allerdings hat mir das Buch dennoch gut gefallen und konnte mich in vielen Momenten schocken.

Richard Laymon besitzt hier wieder einmal seine oftmals saloppe, sehr direkte und einfach gehaltene Sprache, die mir schon immer sehr zugesagt hat. Das Buch liest sich flüssig und leicht, besitzt den ein oder anderen Schocker, viele Gewaltszenen und auch die Figuren sind im Großen und Ganzen gut ausgearbeitet. Zwar gab es hier und da auch ein paar sehr vorhersehbare Momente, allerdings hat mich dies nur wenig gestört.

Interessant sind dieses Mal besonders die kurzen, knackigen Kapitel, die schon fast eher an kleine Szenen aus einem Horrorfilm erinnern, denn diese sind gut aufeinander aufgebaut, oftmals äußerst brutal und man kann sich – ob man will oder nicht – dadurch vieles bildlich vorstellen. Dabei achtet Richard Laymon genauestens darauf, dass man als Leser besonders die Umgebungen wahrnimmt, was mir besonders gut gefällt.

In der Geschichte geht es um die Kleinstadt Bixby, auf der seit Tagen ein schwarzer Regen hinabfällt, der die Bewohner der Stadt verändert. Diese werden nicht nur zusehends aggressiver und hasserfüllter, sondern hegen auch immer mehr den Wunsch zu töten. Dabei spielt nicht nur Gewalt eine große Rolle, sondern auch Sex und Rassismus. Gleichzeitig findet "Der Regen" an mehreren Schauplätzen in Bixby statt, sodass man gleich mehrere Figuren dabei begleiten darf, wie sie mit dem Regen und der Wut in sich umgehen und wie sich die Menschen allesamt verändern.

Das Cover trifft meinen Geschmack zwar nicht ganz, allerdings muss ich schon sagen, dass dies gut zur Geschichte passt und somit gelungen ist. Die Kurzbeschreibung liest sich dagegen richtig spannend und fasst nur das Nötigste zusammen, sodass man auf den Verlauf der Geschichte gespannt sein darf.

Kurz gesagt: Richard Laymon hat es wieder einmal geschafft, mich mit einem oftmals saloppen, aber dennoch spannend gehaltenen Schreibstil und interessanten Figuren in den Bann zu ziehen. Wer mal wieder Lust auf einen Thriller mit Horror-Elementen hat, sollte zu „Der Regen“ greifen.