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Veröffentlicht am 24.04.2021

Die berührende Geschichte einer tragischen Liebe in Kriegszeiten

Der Liebesbrief
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Seit dem Tod ihres Mannes hat die Künstlerin Chloe keinen Pinsel mehr angerührt. Sie hat eine Malblockade. Kurz vor Weihnachten zieht sie nach Cornwall, um sich von ihrer Trauer abzulenken. In dem kleinen ...

Seit dem Tod ihres Mannes hat die Künstlerin Chloe keinen Pinsel mehr angerührt. Sie hat eine Malblockade. Kurz vor Weihnachten zieht sie nach Cornwall, um sich von ihrer Trauer abzulenken. In dem kleinen Küstenort Rosecraddick zieht sie in ein altes Cottage, das frühere Pfarrhaus. Bei einem Besuch in der Kirche des Ortes entdeckt sie ein Fensterbild, das dem Dichter Kit Rivers gewidmet ist, der hier aufwuchs und bis zum Beginn des 1. Weltkriegs lebte. Ein Gänseblümchen, das so gar nicht zum sonstigen Fensterbild passen will, erregt ihre Aufmerksamkeit. Als sie den Historiker Matt kennenlernt, findet sie in ihm einen Gleichgesinnten, denn auch Matt ist von Kit und seinen Gedichten fasziniert. Gemeinsam recherchieren die beiden und versuchen, die Fragen, die sich um Kits Schicksal ergeben, zu lösen. Als Chloe im Dachboden des Pfarrhauses auf ein uraltes Tagebuch stößt, das von einer jungen Frau namens Daisy stammt, werden einige ihrer Fragen beantwortet, aber es ergeben sich wiederum viele weitere Rätsel. Über der Faszination um Kit und Daisy vergisst Chloe ihren eigenen Schmerz und findet ins Leben und zu ihrer Kunst zurück.

Im Grunde genommen verbindet dieser Roman zwei großartige Liebesgeschichten, die von Ruth Saberton mit viel Empathie und Feingefühl erzählt werden. Da sind einmal Chloe und Matt in der Gegenwart. Beide haben eine schwere Zeit hinter sich. In ihrer gemeinsamen Arbeit und den Recherchen zu Kit Rivers finden sie Zufriedenheit und Ruhe und kommen sich näher. Allerdings bringt sie das, was sie über Kit und Daisy in Erfahrung bringen, auch an ihre Grenzen, denn die fröhliche Ausgelassenheit, die heiteren Stunden am Meer und die zarte, aufkeimende Liebe zwischen dem Dichter und Daisy werden abrupt durch den Beginn des 1. Weltkriegs und Kits Einberufung beendet.

Der Roman besteht aus drei großen Abschnitten. Im ersten Teil lernt man Chloe und Matt kennen und erfährt mehr über sie, ihre Kümmernisse und ihre Vergangenheit. Man begleitet sie bei ihren Recherchen und kann sich gut in die Charaktere einfühlen. Der zweite große Abschnitt erzählt Kits und Daisys Geschichte. Auch hier hat man zwei starke, liebenswerte Charaktere. Was anfangs erscheint wie eine jugendliche Schwärmerei und Verliebtheit, entwickelt sich schnell zu einer tiefgründigen, tragischen Liebesgeschichte.

Der dritte Hauptteil führt die beiden Geschichten zusammen. Matt und Chloe lernen, das was sie in der Gegenwart entdecken, im Licht der damaligen Zeit zu sehen und zu verstehen. Es kommen erstaunliche, verwirrende und auch erschütternde Dinge zutage. Obwohl es sich hier gleich um eine doppelte Liebesgeschichte handelt, ist der Roman zu keinem Moment kitschig oder verklärt. Ruth Saberton verleiht ihren Charakteren Leben und hat eine unnachahmliche Art, Situationen und Gefühle einzufangen. Ihre Landschaftsbeschreibungen der Küste Cornwalls sind wunderschön. Ihre Schilderungen zum damaligen Kriegsgeschehen und seinen Auswirkungen sind realistisch und aufwühlend, ohne dass sie dabei zu stark ins Detail geht. Auch mit dem Liebesbrief, der den Romantitel bestimmt, hat es eine besondere Bewandtnis, die nicht romantisch, sondern erschütternd ist. Beim Betrachten des malerischen Titelbilds könnte man einen reinen Liebesroman erwarten. Die Schicksale der Menschen aus zwei Generationen, um die es hier geht, sind zum Teil tragisch, und doch liegt am Ende ein Hoffnungsschimmer über allem. Mich hat der Roman mit seiner Vielschichtigkeit und durch seine starken Schilderungen sehr beeindruckt und berührt.

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Veröffentlicht am 31.03.2021

Ein Pageturner!

Finstere Havel
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Der Prolog zeichnet ein düsteres, beklemmendes Bild, und man ist sofort mittendrin im Geschehen. Was steckt hinter dem Tod einer jungen Frau, die nachts mit ihrem Auto in die Havel gerollt ist? War es ...

Der Prolog zeichnet ein düsteres, beklemmendes Bild, und man ist sofort mittendrin im Geschehen. Was steckt hinter dem Tod einer jungen Frau, die nachts mit ihrem Auto in die Havel gerollt ist? War es ein Unfall? Wieso tat Melanie Berndt nichts zu ihrer eigenen Rettung? War sie vielleicht zum Zeitpunkt, als sie mit ihrem Auto unterging, bereits tot oder beging sie Selbstmord? Fragen über Fragen stürzen auf Toni Sanftleben ein, als er morgens zum Fähranleger an die Havel gerufen wird, wo Einsatzkräfte bereits das Fahrzeug und die Tote geborgen haben. Mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit und mit Scharfsinn macht er sich an die Ermittlungen. Aber er kann nicht immer die Ruhe bewahren, denn es hat den Anschein, als würde ihn die Vergangenheit einholen, und es geschehen Dinge, die ihm persönlich nahe gehen und durch die er sich fast zu unbedachten Reaktionen hinreißen lässt.
Dies ist bereits der fünfte Fall für Toni Sanftleben und seine Kollegen. Auch diesmal hat mich wieder die tolle Zusammenarbeit und Professionalität fasziniert, mit der das gut eingespielte Team zu Werke geht. Allerdings ist der Teamgeist nicht durchwegs ungebrochen, denn persönliche Befindlichkeiten der Kollegen und Zwischenmenschliches aus Tonis direktem Umfeld bringen zwar einige Turbulenzen, dabei aber weitere, interessante Aspekte in die Handlung.
Realistisch dargestellte Charaktere, plastisch beschriebene Schauplätze und gut durchdachte Ermittlungen haben mir wieder ein tolles Lesevergnügen bereitet. Schnelle Einsätze und überraschende Wendungen sowie ein hoher Spannungsbogen machen diese Story zum Pageturner.
Wer die Krimis von Tim Pieper, die alle im malerischen Havelland spielen, noch nicht kennt, der könnte jederzeit auch bei diesem fünften Band einsteigen, denn die wichtigsten Punkte der Vorgeschichte werden zwischendurch erwähnt. Ich empfehle jedoch, alle fünf Bücher in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, denn das erhöht die Spannung und den Lesespaß ungemein. Von mir gibt es für diesen brillanten Krimi eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.03.2021

Balkongärtnern schön und praxisnah beschrieben

Grüner geht's nicht
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Nicht jedem ist ein eigener Garten vergönnt, aber die Sehnsucht, sich mit Pflanzen zu umgeben wird immer stärker, gerade bei Stadtbewohnern. Einen Balkon haben viele, eine Fensterbank hat jeder, und wie ...

Nicht jedem ist ein eigener Garten vergönnt, aber die Sehnsucht, sich mit Pflanzen zu umgeben wird immer stärker, gerade bei Stadtbewohnern. Einen Balkon haben viele, eine Fensterbank hat jeder, und wie dieses Buch zeigt, gibt es viele Möglichkeiten, auf kleinem Raum zu gärtnern, schöne Pflanzen zu ziehen und vielleicht sogar eigenes Obst oder Gemüse zu ernten.

Das vorliegende Buch widmet sich eben diesen kleinen Möglichkeiten. Urban Gardening wird immer beliebter, und hier erhält man die nötigen Informationen. In diesem Kosmos-Ratgeber findet man zahlreiche Steckbriefe für Kräuter, Blumen und Gemüsepflanzen. Man erkennt auf einen Blick, welche Wachstumsbedingungen die jeweilige Pflanze benötigt sowie alles von der Aussaat bzw. dem Pflanztermin über die Pflege bis zur Ernte. Auch zur Möglichkeit, Beerensträucher oder gar einen kleinen Obstbaum auf dem Balkon zu kultivieren, findet man hier wertvolle Informationen.

Aber zuerst benötigt man geeignete Gefäße und die richtige Erde. Über eine nachhaltige Ausrüstung, mit vielen DIY-Ideen, beispielsweise wie man sich Pflanzkästen, Pflanzenregale oder Bewässerungssysteme selbst basteln kann, hat die Autorin ein eigenes Kapitel zusammengestellt. Ob es um den Schutz vor Schädlingen oder um die richtige Düngung geht, auch hierzu gibt das Buch sinnvolle und praktische Ratschläge. Die richtige Sortenwahl bei den Pflanzen ist schon der halbe Erfolg, denn nicht jedes Gemüse wächst im Topf oder Blumenkasten gleich gut, aber es gibt viele Pflanzen, die nicht viel Platz benötigen, und man findet immer mehr kleinwüchsige Züchtungen.

Auch an die kleinen Tiere wurde gedacht, und so sind im Buch auch Anregungen zum Anlegen eines Mini-Teichs, zum Basteln eines Insektenhotels, einer Vogel- bzw. Insektentränke und zum Selbermachen von Futterglocken, um die gefiederten Freunde zu unterstützen.

Auf ihrem Blog „Kistengrün“ veröffentlicht die Autorin immer wieder weitere interessante Ideen und Tipps. Es lohnt sich, dort einmal vorbei zu schauen. Eine Doppelseite mit Bezugsquellen und weiterführenden Links rundet dieses schöne und informative Buch ab. Schon beim Durchblättern hat es mir in den Fingern gejuckt, und die neue Balkonsaison steht quasi in den Startlöchern. Ich habe schon einige Bücher über Balkon- und Kübelpflanzen gelesen, aber keines war bisher so vielfältig und praxisnah wie dieses.

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Veröffentlicht am 23.03.2021

Den Wald mit allen Sinnen erfahren

Projektreihe Kindergarten - Im Wald
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In Wäldern herrscht eine ganz eigene Atmosphäre. Schon den Geruch nach Holz, Nadeln, Moos und Erde gibt es nirgendwo sonst in dieser Art. Die Geräusche sind gedämpfter, und das Gehen auf Waldboden ist ...

In Wäldern herrscht eine ganz eigene Atmosphäre. Schon den Geruch nach Holz, Nadeln, Moos und Erde gibt es nirgendwo sonst in dieser Art. Die Geräusche sind gedämpfter, und das Gehen auf Waldboden ist ein völlig anderes Gefühl als auf anderen Untergründen. Kinder lieben die im Wald herrschende Stimmung sehr. Nicht umsonst gibt es inzwischen überall Waldkindergärten, aber auch andere Kindertagesstätten veranstalten Waldwochen oder Tagesausflüge in die Wälder der Umgebung. Das Buch aus der Projektreihe Kindergarten bietet zahlreiche Ideen, was man mit Kindern im Wald alles machen kann. Es ist sehr übersichtlich gestaltet und enthält Kapitel und Anregungen zu den Themen Musik, Sprache, Bewegung, Kreativität und mehr. Alle gezeigten Ideen sind mit stimmungsvollen Illustrationen und wunderschönen Naturfotos ergänzt. Die Möglichkeiten, die sich bieten, sind schier unerschöpflich, und die im Buch gezeigten Ideen sprechen alle Sinne an. Da wird gelauscht, geschnuppert und gefühlt, die Kinder können basteln, malen und zuordnen. Ganz nebenbei wird spielerisch Wissen vermittelt, beispielsweise wie man eine Tanne von einer Kiefer unterscheiden kann oder wie wichtig die „unnütze“ Brennnessel beispielsweise für Schmetterlinge ist. Das Buch regt an, sich mit der Natur zu beschäftigen. Kleine Basteleien, Klang- und andere Geschichten sind im Anschluss sinnvoll, um sich an das Erlebte im Wald zu erinnern und neues Wissen zu vertiefen. Die verschiedenen Ideen regen zu Gesprächen an, und ein schöner Abschluss des Projekts „Wald“ wäre ein Waldfest mit den Eltern, bei dem eine spannende Waldrallye veranstaltet werden kann. Auch hierzu gibt es Empfehlungen. Am Ende des Buches findet man einige nützliche Kopiervorlagen. Alles in allem ist dies ein sinnvolles und gut durchdachtes Buch, das keine Wünsche offen lässt.

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Veröffentlicht am 11.03.2021

Sehr schöner Abschluss der spannenden Lombarden-Reihe

Die Rache des Lombarden
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Den dritten und letzten Band der Lombarden-Saga von Petra Schier habe ich mit Spannung erwartet und wurde nicht enttäuscht.
Aleydis, die seit ca. zehn Monaten verwitwet ist und seitdem, als Alleinerbin ...

Den dritten und letzten Band der Lombarden-Saga von Petra Schier habe ich mit Spannung erwartet und wurde nicht enttäuscht.
Aleydis, die seit ca. zehn Monaten verwitwet ist und seitdem, als Alleinerbin des Lombarden Nicolai Golatti, die Geschicke der Wechselstube leitet, hat immer wieder Probleme, die mit den dunklen Geschäften ihres verstorbenen Mannes in der Schattenwelt zusammenhängen. Nach anfänglicher Überraschung über diese andere Seite Nicolais, von der sie während ihrer kurzen Ehe nichts geahnt hatte, ist sie nach wie vor fest entschlossen, diesen Teil ihres Erbes auf keinen Fall weiter zu führen, sondern nach Möglichkeit zu zerschlagen. Aber sie kommt nicht zur Ruhe. In ihrer Wechselstube kommt es zu einem Betrugsversuch, und zu allem Überfluss werden ihre beiden Mündel Marlein und Ursel entführt. Widerwillig wendet sich Aleydis wieder an den Gewaltrichter Vinzenz van Cleve, den attraktiven aber ernsten, finsteren Mann, der jedoch regelmäßig ihr Herz aus dem Takt bringt.
Mit dieser Folge ging es mir wie mit den vorherigen Bänden, ich habe das Buch regelrecht durchgesuchtet. Es war aber auch zu fesselnd! Wie Aleydis ihre Probleme löst und wie es mit ihr und Vincent weitergeht, das alles ist in diesem Buch sehr lebendig und mit einem hohen Spannungslevel dargestellt. Mir ging es so, dass ich mich in Aleydis‘ Haus quasi schon fast wie zuhause fühlte. Es gibt viele Turbulenzen im Leben der jungen Witwe, und sie gerät dabei auch in ziemlich brenzlige Situationen. Glücklicherweise hat sie aber Menschen an ihrer Seite, die treu zu ihr stehen und sie verteidigen, sowohl mit Worten als auch schon mal sehr tatkräftig. Sehr genossen habe ich auch diesmal wieder die Dialoge zwischen Aleydis und Vincenz, denn da kommt es regelmäßig zu einem interessanten und zum Teil vergnüglichen Schlagabtausch. Auch die Romantik kommt nicht zu kurz; da gibt es ein paar sehr schöne Szenen in der Geschichte. Sehr gut hat mir auch gefallen, dass es einen vierbeinigen kleinen Helden gibt, den nicht nur alle in Aleydis‘ Haushalt, sondern auch ich ins Herz geschlossen habe(n). Mit diesem dritten Band hat die Lombardensaga nun ihren guten Abschluss gefunden. Aber es bleibt zuletzt ein Geheimnis. Die Erklärung der Autorin dazu finde ich schlüssig, und sie gefällt mir ausgesprochen gut. Aber wer weiß, vielleicht hat sich Petra Schier damit auch ein Türchen offen gelassen, diesen Faden irgendwann in einer anderen Geschichte weiter zu spinnen, denn es gibt von ihr ja bereits mehr historische Romane, die in Köln spielen und deren Charaktere immer mal wieder in neueren Büchern auftauchen. Ich für meinen Teil freue mich immer über ein Wiedersehen mit früheren Protagonisten.
Ein ausführliches und sehr hilfreiches Personenverzeichnis sowie eine kleine Übersichtskarte vom damaligen Köln runden das Bild ab. Es fällt mir schwer, mich nun von den lieb gewonnenen Menschen in der Kölner Glockengasse zu verabschieden, aber wie gesagt, die Hoffnung bleibt, ihnen eventuell in einem anderen Roman wieder zu begegnen.

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