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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2020

Ein sehr anspruchsvolles und nervenaufreibendes Leseerlebnis!

Milchmann
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Inhalt

Die namenlose Ich-Erzählerin erregt die Aufmerksamkeit des über 30 Jahre älteren Milchmannes. Er lauert ihr auf und weiß ganz genau, wo sie zur Arbeit geht und wie ihr Tagesablauf aussieht. Natürlich ...

Inhalt

Die namenlose Ich-Erzählerin erregt die Aufmerksamkeit des über 30 Jahre älteren Milchmannes. Er lauert ihr auf und weiß ganz genau, wo sie zur Arbeit geht und wie ihr Tagesablauf aussieht. Natürlich brodelt die Gerüchteküche in der kleinen nordirschen Stadt daraufhin enorm und der jungen Frau wird eine Affäre mit ihm unterstellt. Ganz gleich, ob dies stimmt oder nicht. Hier wird Gerüchten mehr Glauben geschenkt, als der Wahrheit und man weiß nicht, wer Freund oder Feind ist.

Meine Meinung

Der Schreibstil von Anna Burns war für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Sämtliche Figuren des Romans erhalten keine Namen, sondern Bezeichnungen, die den Familienverhältnissen der Erzählerin oder bestimmten Eigenarten der Person oder dem Beruf entsprechen, wie z. B. Schwager 1, Milchmann, Tablettenmädchen oder Chefkoch. Das ist anstregend zu lesen, weil ohne den Namen ein richtiger Bezug zu den Personen fehlt. Macht aber auch deutlich, dass diese Situation, die der Erzählerin wiederfährt, jeder Frau wiederfahren kann und sie eine von vielen ist, die belästigt, gestalkt oder im schlimmsten Fall sogar missbraucht werden.

Auch die Handlung zieht sich zäh wie Kaugummi hin. Manche Passagen haben mich mit ihrer Länge und ihren ständigen Wiederholungen so genervt, dass ich zwischendrin das Buch weglegen musste und manchmal wirklich versucht war, das Buch mittendrin zu beenden, weil mir das Lesen einfach keinen Spaß machte.

Was der Autorin jedoch gut gelungen ist, ist die Grundstimmung des Romans. Sie wirkt bedrohlich, einengend und feindselig. Man hat das Gefühl, dass hinter jeder Ecke eine Gefahr lautert und die schreckliche Kriegsstimmung trägt ebenfalls zu einem schockierten und bedrückenden Gefühl bei. In dieser Stadt und unter diesen Menschen möchte man nicht leben. Es widerstrebt dem menschlichen Grundrecht auf Freiheit und Selbstbestimmung.

Fazit

Ich bin wirklich zwiegespalten bei der Bewertung dieses Romans, weil die bedrohliche und einengende Grundstimmung des Romans sehr gut bei mir ankam, aber der Schreibstil einfach gar nicht meinem Geschmack entsprach. Und da ich immer nach meinem Lesevergnügen urteile, kann ich leider nur 2 Sterne vergeben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2020

Leicht umsetzbare ayurvedische Wohlfühltipps und Rezepte für das ganze Jahr

Ritucarya
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Inhalt

In diesem wunderbar bunt und fröhlich gestalteten Buch wird der Leser mit zur jeweiligen Jahreszeit passenden ayurvedischen Rezepten und Wohlfühltipps durch den Jahreszyklus geführt. Im einleitenden ...

Inhalt

In diesem wunderbar bunt und fröhlich gestalteten Buch wird der Leser mit zur jeweiligen Jahreszeit passenden ayurvedischen Rezepten und Wohlfühltipps durch den Jahreszyklus geführt. Im einleitenden Teil gibt es zudem einen Dosha-Test, mit dem man herausfinden kann, welcher der sieben Konstitutionstypen man selbst ist. Dementsprechend kann man sich dann an die Empfehlungen für die den jeweiligen Typen halten.

Meine Meinung

Anfangs war ich etwas verwirrt mit den einzelnen Tipps zu den verschiedenen Doshas, weil dieser Abschnitt für mich keinen klar erkennbaren roten Faden hatte. Man wird in die verschiedenen Begrifflichkeiten des Ayurveda eingeführt und für Neulinge kann das etwas überfordernd sein. Auch kommt der Dosha-Test nach den allgemeinen Tipps für die Typen, was ich etwas unglücklich gelöst finde. Man kann aber auch sehr einfach und schnell vor dem Lesen einen kostenlosen Test im Internet machen und hat so bequem sein Ergebnis und kann sich die für einen selbst relevanten Empfehlungen herauspicken.

Den Teil mit den Rezepten und Tipps zu den einzelnen sechs Jahreszeiten Frühling, Frühsommer, Spätsommer, Herbst, Frühwinter und Spätwinter fand ich sehr ansprechend und er machte direkt Lust auf das Nachkochen.

Ganz besonders gut schmeckte mir der Kurkuma-Latte, der auch als Goldene Milch bekannt ist. Denn die darin enthaltenen Gewürze wie Kardamom, Pfeffer, Kurkuma und Ingwer kurbeln die Verdauung so richtig an und sorgen dafür, dass es einem so richtig warm wird. Was besonders in der nasskalten Jahreszeit, in der ich diese Rezension schreibe, sehr wohltuend ist.

Auch habe ich gemerkt, dass ein warmes Frühstück meinem Verdauungsfeuer sehr guttut. Der im Buch beschriebene süße Hirsebrei mit Apfel, Zimt und Feige (die ich durch Rosinen ersetzt und den Pfeffer weggelassen habe), schmeckt wunderbar süß und hält in Kombination mit Nüssen und Rosinen lange satt. Das tolle ist auch, dass man ihn nach Belieben abwandeln kann. So kann man jede Nusssorte die einem schmeckt hinzufügen oder auch andere saisonale Früchte. Ich wechsle ihn gerne mit Porridge aus Haferflocken ab.

Fazit

Das Buch enthält sehr viele ansprechende Rezepte und leicht umsetzbare Wohlfühltipps, die sehr gut in den Alltag integrierbar sind. Einiges war mir schon bekannt, ich konnte aber auch einige neue Empfehlungen für mich entdecken und ich freue mich schon auf das Nachkochen der Rezepte in der jeweiligen Jahreszeit.

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 17.02.2020

Unfassbar schön illustriertes Buch mit interessanten Fakten!

Ausgestorben - Das Buch der verschwundenen Tiere
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Inhalt

Dieses 64 Seiten umfassende Buch für Kinder ab 8 Jahren aus dem Hause Ravensburger erklärt anhand von außergewöhnlich detaillierten Ilustrationen und interessanten Fakten wie bereits ausgestorbene ...

Inhalt

Dieses 64 Seiten umfassende Buch für Kinder ab 8 Jahren aus dem Hause Ravensburger erklärt anhand von außergewöhnlich detaillierten Ilustrationen und interessanten Fakten wie bereits ausgestorbene Tiere lebten und aussahen. So lernt man unter anderem den Säbelzahntiger, den Dodo, den Riesenhirsch, den Moa und den Auerochsen näher kennen. Auch gibt es interessante Karten, die aufzeigen wo auf der Welt Dinosaurierskelette gefunden wurden und welche Museen interessante Ausstellungsstücke im Bereich ausgestorbene Tierarten beherbergen.

Meine Meinung

Als ich das Buch in den Händen hielt, war ich sofort von der Größe beeindruckt. 28,5 x 34,5 cm ist nicht gerade ein handliches Format, lässt aber die traumhaften Illustrationen noch viel besser zur Geltung kommen, als es ein kleines Format könnte. Gerade die bebilderten Doppelseiten, die den Lebensraum und die Lebensweise einzelner Tiere veranschaulichen sind mit so einer Liebe zum Detail gestaltet, dass ich einfach nur gestaunt habe und mich sofort mittem im Geschehen fühlte.

Mit seinen kurzen, knappen, aber teilweise sehr kuriosen, witzigen und aufschlussreichen Fakten ist es nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene sehr interessant. So lernt man einiges über die Entstehung der Reptilien (wer weiß schon, dass es sie seit über 395 Millionen Jahren auf der Erde gibt und der T-Rex ganze 200 kg auf einmal anheben konnte?) und die Anatomie der Dinosaurier und die Gebiete, in denen die verschiedenen Dino-Arten verbreitet waren.

Auch gefällt mir die chronologische Aufbau des Buches sehr. Es beschreibt das Auftreten und Verschwinden der Arten vom ersten Reptil an bis heute. So ist ein wunderbarer roten Faden im Buch und alles sehr strukturiert, so dass man die Tiere sehr gut in der Reihenfolge, in der sie lebten, einordnen kann.

Auch auf heute bedrohte Tierarten wird am Ende eingegangen und bewusst gemacht, dass der Mensch für das Aussterben sehr vieler Arten verantwortlich ist. Sei es durch Abholzung von Wäldern oder das illegale Jagen verschiedener Tierarten. So ist das Buch wunderbar aufschlussreich und auch eine gleichzeitige Mahnung, dass wir besser mit unsere Erde und den Lebenwesen darauf umgehen müssen.

Fazit

Das Buch ist ein wunderbares Nachschlagewerk, für alle kleinen und großen Fans ausgestorbener Tierarten, das durch zauberhafte Illustrationen und auf den Punkt gebrachte Texte punktet!

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 15.02.2020

Eine dramatische Handlungsexplosion, die mir zu viel des Guten war!

A Wish for Us
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Inhalt

Cromwell Dean ist mit seinen 19 Jahren der erfolgreichste DJ Europas. Er hat Affären am laufenden Band und spielt und trinkt sich durch die Nachtclubs der Metropolen.

Bonnie ist das komplette ...

Inhalt

Cromwell Dean ist mit seinen 19 Jahren der erfolgreichste DJ Europas. Er hat Affären am laufenden Band und spielt und trinkt sich durch die Nachtclubs der Metropolen.

Bonnie ist das komplette Gegenteil: Fan klassischer Musik, bodenständig und lebt ein ruhiges, beschauliches Leben in den USA.

Bei einem Musikstudium an einer renommierten Uni in den USA treffen die beiden aufeinander und es beginnt eine Berg- und Talfahrt der Gefühle.

Meine Meinung

Das ist das erste Buch, das ich von Tillie Cole gelesen habe, und ich muss sagen, dass mir ihr Schreibstil sehr gut gefällt. Er ist flüssig zu lesen und schön bildreich. Auch gefällt mir der Ich-Erzähler-Wechsel zwischen Bonnie und Cromwell sehr gut, weil man sich so in beide hineinversetzen kann und nicht nur eine einseitige Gedankenwelt kennenlernt.

Die Geschichte an sich ist sehr vielversprechend und am Anfang war ich auch direkt in ihren Bann gezogen, doch je länger sich die Handlung zog, desto gelangweilter las ich sie. Stellenweise wünschte ich mir, ein paar Seiten überspringen zu können, weil ich emotional einfach nicht richtig gepackt wurde.

Cromwell war mir bis zum letzten Drittel richtig unsympathisch und mit Bonnie kam ich auch nicht wirklich klar. Sie war mir einfach zu ungreifbar. An Stellen, an denen ich normalerweise aufgrund der Handlung Tränen in den Augen hättte haben müssen, denn das passiert mir oft bei Romanen dieser Art, war ich innerlich überhaupt nicht oder nur ganz mäßig bewegt.

Das fand ich sehr schade, denn ich hatte mich riesig auf diesen vielversprechenden Roman gefreut.

Ich bin eigentlich ein großer Fan von dramatischen Young-Adult-Romanen, aber "A wish for us" übertreibt es wirklich gegen Ende mit der Dramatik. Dem Leser wird ein herzzerreißendes Drama nach dem anderen hingeknallt und man kommt mit dem Verarbeiten gar nicht mehr mit. Es geht alles so schnell, dass ich das Gefühl hatte, die Autorin wollte zum Ende hin einfach alles schnell zu Ende bringen und konnte manchen Einzelschicksalen, die so bedeutend gewesen wären, gar nicht mehr die angemessene Aufmerksamkeit schenken.

Fazit

Für mich war der Roman leider insgesamt eine Enttäuschung, weil ich mir mehr Emotionen und einen richtigen Bezug zu Cromwell und Bonnie erwartet hatte und die Dramatik mir einfach zu überzogen war.

  • Gefühl
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2020

Wie uns unsere Darmflora heilen und für ein langes Leben sorgen kann

Noch mehr Happy Food
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Meine Meinung

Als ich das Buch in Händen hielt, dachte ich, dass es ein reines Kochbuch mit etwas wissenschaftlichen Fakten ist, dass man mal eben schnell in einem Zug durchlesen kann. Sehr überrascht ...

Meine Meinung

Als ich das Buch in Händen hielt, dachte ich, dass es ein reines Kochbuch mit etwas wissenschaftlichen Fakten ist, dass man mal eben schnell in einem Zug durchlesen kann. Sehr überrascht war ich davon, dass die Informationen doch sehr umfassend sind und ich einige Lesepausen machen musste, um das auf den Punkt gebrachte, geballte Wissen erst einmal sacken zu lassen.

Sehr spannend waren vor allem die Zusammenhänge zwischen psychischer Gesundheit und unserer Darmflora. So hat es mich sehr erstaunt, dass der Konsum von Roggenvollkornbrot nachweislich glücklich macht und dass ein ausreichend hoher Vitamin-D-Spiegel im Blut für eine reichere und ausgewogenere Darmflora sorgt.

Auch der Zusammenhang zwischen dem Essverhalten von Strafgefangenen und ihrem daraus resultierenden Hang zu impulsiver Aggression war sehr spannend zu lesen.

Doch nicht nur auf das Essen an sich gehen die schwedischen Autoren ein, sondern auch darauf wie wichtig Bewegung an der frischen Luft und die Reduktion von Stress für unseren gesamten Organismus und vor allem auch die Darmgesundheit ist.

Vieles wie das bewusst langsame Kauen der Speisen oder dass Bitterstoffe und Ballaststoffe sehr gut für unsere Verdauung sind, sind natürlich keine überraschenden oder neuen Fakten, aber dennoch sehr interessant. Auch die Vorteile des Intervallfastens finden Erwähnung und ein eigener Abschnitt über Gluten und desssen Herkunft und Wirkungsweise sind sehr anschaulich und gut verständlich dargestellt. Für mich war zum Beispiel neu, dass ein Sauerteig, der mindestens 12 Sunden reift, so gut wie kein Gluten mehr enthält.

Fazit

Das Buch enthält viele interessante Fakten über unsere Darmflora bereit und erklärt uns, wie wir sie stärken und schützen können. Die beiden Autoren wirken nicht belehrend, sondern geben dem Leser ein umfangreiches Wissen an die Hand, das man dann anschließend selbst umsetzen kann, so wie man es für sich als richtig empfindet.

Mein einziger Kritikpunkt sind die 50 Rezepte, da mich die Hälfte davon persönlich nicht anspricht und sie ohne jeglichen roten Faden quer im Buch verteilt sind. Die Fotos der Gerichte sind sehr ansprechend und die Kochanweisungen gut verständlich, aber zum größten Teil eben nicht mein Geschmack.

Ansonsten kann ich das Buch wirklich jedem empfehlen, der sich ausgewogen und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gesund ernähren möchte.

  • Cover
  • Erzählstil