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Veröffentlicht am 07.08.2017

Geballte Spannung um einen faszinierenden Protagonisten

Spectrum
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Ethan Cross, der Autor der Shepherd-Reihe „Ich bin …“, beginnt mit „Spectrum“ eine neue begeisternde Thriller-Serie. Auf knapp 490 Seiten vereint der Autor eine spannende Geschichte und interessante Charaktere, ...

Ethan Cross, der Autor der Shepherd-Reihe „Ich bin …“, beginnt mit „Spectrum“ eine neue begeisternde Thriller-Serie. Auf knapp 490 Seiten vereint der Autor eine spannende Geschichte und interessante Charaktere, wobei vor allem Dr. August Burke als besondere Persönlichkeit hervorsticht.

Der Polizist und SWAT-Mitglied Dominic ‚Nic‘ Juliano wird zu einer Geiselnahme in einer Firma zur Aufbewahrung von Wertsachen („GoBox“) gerufen, wo er auf das FBI und Special Agent Samuel Carter trifft, welcher den vom Asperger-Syndrom betroffenen Dr. Burke als Berater im Schlepptau hat. Burke verfügt über eine überragende Intelligenz und eine immense Auffassungsgabe, was vor Ort von wesentlicher Bedeutung ist.
Aber auch mit seiner Hilfe ist es nur häppchenweise möglich, Informationen über den wahren Grund für den Überfall auf die GoBox-Filiale zu erhalten. Was will der zwiespältige Krüger, Anführer der Geiselnehmer, dort finden und was hat die plötzlich auftauchende CIA damit zu tun?

Ethan Cross wirft zu Beginn viele Charaktere und mehrere Handlungsbögen in einen großen Topf, was erst verwirrend, später aber immer neugieriger darauf macht, wie diese nun zusammenlaufen. Gleichzeitig nutzt er, wie bereits in der Shepherd-Reihe, hauptsächlich kurze Kapitel, wodurch der Spannungsbogen fast durchgehend hoch bleibt und die einzelnen Handlungsbögen jeweils im passenden Fortschritt Erwähnung finden, so ergibt sich nach und nach ein Gesamtbild.

Dem Autor gelingt es geschickt die Geschichte interessant und vor allem nicht zu offensichtlich zu halten, denn er führt nicht nur die Charaktere des Buches, sondern auch den Leser an der Nase herum, obwohl sich durchaus schon kurze Anspielungen in der Handlung verstecken.
Die Hauptcharaktere überzeugen durch ihre jeweilige Art und ihre Hintergrundgeschichten, welche in späteren Teilen noch gut aufgegriffen werden können. Allerdings bleiben im Gegensatz dazu einige der anderen Personen etwas blass, entweder aufgrund der Unwichtigkeit oder weil sie erst in weiteren Bänden wichtig werden sollen.
In jedem Fall gefiel mir sehr gut, dass die Handlung an sich abgeschlossen ist, sich aber trotzdem für eine Fortsetzung öffnet. So hatte man weder das Gefühl es fehle etwas, noch, dass es leider schon endgültig vorbei ist.

Insgesamt hat mich Ethan Cross auch mit dem ersten Buch seiner neuen Reihe begeistern können und erhält von mir für eine spannende Handlung, einen faszinierenden Dr. Burke und eine geschickte Handlungsführung eine klare (Lese-)Empfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Figuren
  • Atmosphäre
  • Spannung
Veröffentlicht am 08.07.2017

Gutes Buch mit Fotos aus der Serie

Tote Mädchen lügen nicht - Filmausgabe
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Nachdem ich mehrmals den Hype um die Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" vernommen habe, ich aber bei Buch-Verfilmungen lieber erst die Vorlage lese, habe ich mich an diesen Roman herangewagt.

Inhalt:
Clay ...

Nachdem ich mehrmals den Hype um die Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" vernommen habe, ich aber bei Buch-Verfilmungen lieber erst die Vorlage lese, habe ich mich an diesen Roman herangewagt.

Inhalt:
Clay Jensen erhält unerwartet ein Paket von seiner toten Mitschülerin Hannah, welche Selbstmord begangen hat. Enthalten sind 7 Kassetten, welche auf 13 Seiten 13 Personen behandeln, die zu ihrem Tod beigetragen haben und Clay ist einer davon.


Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und verdeutlicht durch Kursiv-Schrift Hannahs gesprochene Aufnahmen im Kontrast zu Clays Erzählung. So gelingt eine gute Mischung aus ihrer Erzählung und seiner. Das Gesamtbild entwickelt sich also nach und nach zur gleichen Zeit aus beiden Perspektiven.
Vor allem zu Clay und Hannah entwickelt man daher eine gewisse Verbindung, viele der anderen Personen bleiben eher blass, was aber aufgrund des Themas und Hannahs Beweggründen gewollt sein kann. Es stört jedenfalls nicht wirklich.
Die Aufteilung auf 13 Kassettenhälften bringt Struktur in die Handlung und verdeutlicht die einzelnen Abschnitte von Hannahs Erzählung (dies wird auch in der Verfilmung in den 13 Folgen so aufgenommen).

Im Mittelteil des Buchs sind in der "Film-Ausgabe" mehrere Fotos aus der Netflix-Serie enthalten, welche viele der beteiligten Personen zeigt, was ein nettes Zubrot ist und ganz interessant ist, weil man so direkt sieht, wie man sich selbst seine Vorstellung gemacht hat und wie es die Serien-Macher umgesetzt haben.

Fazit:
Ein interessanter Roman mit einem ernsten Thema, welcher aber niemals übertreibt oder verharmlost. Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt, sehe aber auch kein allzu außergewöhnlich geniales Buch.

Veröffentlicht am 16.06.2017

Tolles Buch mit unheilvollem Kartenspiel

Des Teufels Gebetbuch
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Markus Heitz überzeugt mit einem weiteren tollen Mysery-Thriller, welcher auf etwas mehr als 600 Seiten für Spannung und Lesespaß sorgt.
"Des Teufels Gebetbuch" behandelt ein Kartenspiel dessen düstere ...

Markus Heitz überzeugt mit einem weiteren tollen Mysery-Thriller, welcher auf etwas mehr als 600 Seiten für Spannung und Lesespaß sorgt.
"Des Teufels Gebetbuch" behandelt ein Kartenspiel dessen düstere Eigenschaften Unheil in der Welt entstehen lassen indem die einzelnen Karten Einfluss auf seinen Besitzer und dessen Umgebung nehmen.
Als Hauptcharakter tritt der ehemalige Spieler Tadeus Boch auf, dessen undurchsichtige Vergangenheit einige Rätsel offen lässt (auch nach der Lektüre), wodurch sich eine interessante Persönlichkeit ergibt. Nachdem er durch Zufall in den Besitz einer der verfluchten Spielkarten kommt wird Tadeus immer mehr in den Einfluss und das Geheimnis um das alte Kartenspiel gezogen.
Rückblicke auf das 18. Jahrhundert liefern die Hintergrund- und Entstehungsgeschichte des Kartenspiels und liefern nach und nach passend zum Fortschreiten der Hauptgeschichte nützliche Informationen. Diese Kombination sorgt für Abwechslung und hält die Spannung hoch, was angesichts der raschen Entwicklung der Geschichte nicht unbedingt nötig wäre, aber sehr passend ist.
Das Buch ist im Markus Heitz - Universum vergleichbar mit "Oneiros" oder auch "Exkarnation", welche auch diese Mischung aus normaler Gegenwart und mysteriösen Einflüssen liefern.
Insgesamt kann ich eine klare Empfehlung aussprechen, da ich mich jederzeit gut unterhalten gefühlt habe.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Phantastische Welt aus Staub und Blut

Wédora – Staub und Blut
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„Wédōra – Staub und Blut“ ist ein etwa 600 Seiten starker Fantasy-Roman von Markus Heitz, erschienen 2016 im Knaur-Verlag.
Der Holzfäller und nebenberufliche Halunke Liothan sowie die Gesetzeshüterin Tomeija, ...

„Wédōra – Staub und Blut“ ist ein etwa 600 Seiten starker Fantasy-Roman von Markus Heitz, erschienen 2016 im Knaur-Verlag.
Der Holzfäller und nebenberufliche Halunke Liothan sowie die Gesetzeshüterin Tomeija, beide seit Kindesbeinen befreundet, verschlägt es aufgrund der Begegnung mit einem Hexer unfreiwillig nach Wédōra, eine Stadt mitten in einer riesigen Wüste und offensichtlich nicht in ihrer eigenen Welt gelegen. Die beiden werden getrennt und müssen sich unter einer Million Einwohner schnellstmöglich wiederfinden, um einen Weg zurück nach Hause zu suchen. Doch die Stadt ist voller List und Verschwörungen und wäre das nicht genug, steht neben einem bedrohlichen Sturm auch noch ein gewaltiger Krieg vor den Toren der Stadt. Können die beiden Freunde die Stadt retten und einen Weg zurück in ihre Heimat finden?

Die Geschichte spielt zum einen in der Baronie Walfor im Königreich Telonia, aus der Liothan und Tomeija stammen und parallel in Wédōra. Dadurch erhält man auch nachdem es die beiden in die andere Welt verschlagen hat, weiterhin Informationen über die Geschehnisse in ihrer Heimat.
Durch die Trennung der Hauptcharaktere voneinander wird die Geschichte jeweils abwechselnd über Liothan beziehungsweise Tomeija weitererzählt; die Bestandteile aus ihrer Heimat werden gelegentlich eingestreut.

Das Buch verfügt im Buchumschlag über zwei schöne Karten, der Stadt Wédōra und der weiteren Umgebung, sowie über zwei weitere Karten am Anfang des Buches.

Ich habe das Buch förmlich verschlungen und kann es jedem empfehlen der auf phantastische Welten und interessante Geschichten steht. Die Handlung bleibt jederzeit abwechslungsreich und durch die unbekannte Welt, die verschiedenen Stadtteile Wédōras, sowie ihrer Einwohner und Lebewesen immer interessant.
Das Ende bildet gleichzeitig einen groben Abschluss, aber auch genügend Potential für weitere Geschichten aus und über Wédōra. Und ja ich möchte unbedingt mehr lesen, denn Fragen habe ich jetzt genug – „was werden die Stämme der Wüste noch versuchen?“ „wer ist der geheimnisvolle Dârèmo?“ und „was ist in dem Turm?“ Also: Bitte mehr davon!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schmerzhafte Verwandschaft

Ich bin der Schmerz
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„Ich bin der Schmerz“ ist ein knapp 430 Seiten starker Thriller und der dritte Teil der Shepherd-Serie von Ethan Cross, nach „Ich bin die Nacht“ und „Ich bin die Angst“.
Obwohl nun die Verbindung zwischen ...

„Ich bin der Schmerz“ ist ein knapp 430 Seiten starker Thriller und der dritte Teil der Shepherd-Serie von Ethan Cross, nach „Ich bin die Nacht“ und „Ich bin die Angst“.
Obwohl nun die Verbindung zwischen Marcus Williams, Mitglied der Shepherd Organization zur Verfolgung von Mördern, und Francis Ackerman junior, berüchtigter Serienkiller, geklärt ist und auch das Francis Ackerman senior noch lebt, verfolgt das Team um Marcus weiterhin Serienkiller und zwar dieses Mal den „Anstifter“. Dieser zwingt Menschen dazu einen Mord zu begehen, indem er deren Liebste bedroht und somit unter Zwang „Mörder“ anstiftet. Wer steckt dahinter und wie lässt er sich aufhalten? Spätestens als Francis junior eröffnet er kenne den Täter, nimmt der Fall ein perfides Eigenleben auf.

Wieder ergibt die Betrachtung unterschiedlicher Charaktere den Spannungsbogen und liefert die Schnipsel, welche das Gesamtbild ergeben. Der dritte Teil ähnelt wieder mehr der Struktur des ersten Bandes, erzeugt aber durch die persönliche Verwicklung der Hauptcharaktere in die Mordserie ein eigenes Spannungsfeld.
Weiterhin ist auch bei diesem Buch die Außenseite der Blätter gefärbt und mit dem Titel versehen, dieses Mal in grau, da sich die weiße Farbe des Umschlags nicht erkennen ließe.

Insgesamt bleibt auch beim dritten Teil eine Empfehlung für das Buch stehen, denn die Geschichte zwischen Marcus und Francis junior hat sich genauso weiterentwickelt, wie deren Beziehung zueinander, auch zeigt sich immer mehr eine sympathische Seite an Francis, welche das Einfühlen für den Leser leichter macht.
Die Freude auf die nächste Fortsetzung bleibt in jedem Fall sehr hoch.