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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2020

Ein gelungener Auftakt

City of Elements 1
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Worum geht's?

Vom einem Tag auf den anderen steht Kias ganze Welt Kopf. Will, ein undurchschaubarer Typ, der sie nun schon seit einer Weile verfolgt zu haben scheint, eröffnet ihr, dass ihr bisheriges ...

Worum geht's?

Vom einem Tag auf den anderen steht Kias ganze Welt Kopf. Will, ein undurchschaubarer Typ, der sie nun schon seit einer Weile verfolgt zu haben scheint, eröffnet ihr, dass ihr bisheriges Leben auf Lügen beruht. Er entführt sie nach Tessarect, eine Stadt, die in grundverschiedene Bezirke aufgeteilt ist - nach den vier Elementen. Wem kann Kia noch trauen, wer hat Antworten auf ihre Fragen? Warum soll der Rest der Welt glauben, sie sei tot? Ist sie wirklich das Kind zweier Elementträger, die nie hätten zusammenkommen dürfen? Und was bedeutet das? Könnte in ihr eine Gabe schlummern, die gewaltiger ist als alle Fähigkeiten, die die Talentierten in Tessarect beherrschen?

Was mich neugierig gemacht hat:

Ich war mir zuerst etwas unsicher, da der Titel für mich wenig außergewöhnlich klang, doch beim zweiten Blick entpuppte sich das Ganze doch als Geschichte mit neuer und eigenständiger Idee. Mir hat die Leseprobe gut gefallen und ich hatte Lust auf innovative Romantasy.

Wie es mir gefallen hat:

Einer der Hauptgründe, warum ich gleich mittendrin war, ist Kias Erzählstimme. Sie ist eine aufgeweckte, humorvolle und tapfere junge Frau, an deren Seite man viel erleben kann (und das tut man beim Lesen auch). Die Andeutungen über ihre Vergangenheit und einen Konflikt in ihrem Freundeskreis machen schnell neugierig, genau wie ihr mysteriöser Verfolger.

Tessarect ist ein wirklich schön gestaltetes Setting. Die verschiedenen Bezirke, die „Stadt unter der Stadt" und die Omilia (Schule/Universität/Hauptsitz der Element-Talentierten) sind bildhaft beschrieben und man möchte am liebsten sofort losziehen und alles erkunden.

Die Liebesgeschichte steht nicht so sehr im Vordergrund, wie ich erwartet hätte. Die entsprechenden Szenen sind superniedlich! Was mich allerdings etwas gestört hat, ist Kias Verhalten gegenüber Will. Sie zieht ständig alles ohne ihn durch, auch dann noch, als es dafür eigentlich keinen Grund mehr gibt.

Es geht in diesem ersten Band sehr turbulent zu. Die Ereignisse lösen sich gegenseitig ab und überschlagen sich manchmal förmlich. Dass die Geschichte so temporeich ist, finde ich an sich gut, hier und da hätte ich es aber befürwortet, wenn Kia mal den Hinweisen nachgegangen wäre, die sie hat, statt mit ihrer Impulsivität immer noch neue Fragen loszutreten (während sie von außen mit weiteren konfrontiert wird). Für die Gefahr, in der sie ganz offensichtlich schwebt, handelt sie oft sehr unbedacht und manches (insbesondere rund um das Verschwinden ihrer Freundin Evelyn) scheint nicht zu hundert Prozent logisch.
Ich könnte mir vorstellen, dass es relativ schwer ist, nach zeitlichem Abstand in Band 2 reinzufinden und noch alles präsent zu haben, was hier im ersten Teil offen gelassen wird.
Gerade über den Komplex um die Talentierten hätten nach meinem Geschmack schon ein paar mehr Informationen mit einfließen können.

(Für wen) Lohnt es sich?

„City of Elements – Die Macht des Wassers" ist ein Jugendbuch für Romantasy-Fans. Man sollte Lust haben, eine vierbändige Reihe anzufangen, denn da die Bücher unmittelbar aufeinander aufbauen, erfährt man andernfalls nicht viel über die Gesamtgeschichte.

In einem Satz:

Der Auftakt von „City of Elements" steckt voller spannender Ideen – rasante Romantasy mit viel Stoff für die Folgebände.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.01.2020

Damals perfekt – jetzt nicht mehr zu retten?

Was perfekt war
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Worum geht's?

Quinn und Graham begegnen sich unter alles andere als schönen Umständen, doch ab da verläuft alles zwischen ihnen fast wie im Märchen.
Jahre später, als Ehepaar, haben sie es bei Weitem ...

Worum geht's?

Quinn und Graham begegnen sich unter alles andere als schönen Umständen, doch ab da verläuft alles zwischen ihnen fast wie im Märchen.
Jahre später, als Ehepaar, haben sie es bei Weitem nicht mehr so leicht. Etwas hat sich zwischen sie gedrängt und wird immer größer, ein Thema, über das sie nicht mehr miteinander sprechen können. Wird es sie das kosten, was einst perfekt war?

Was mich neugierig gemacht hat:

Ich mag Colleen Hoovers Schreibstil und die Natürlichkeit ihrer Charaktere sehr gern, weshalb ich immer wieder gern zu Büchern von ihr greife (auch wenn ich längst noch nicht alle bisher erschienenen kenne). Nachdem ich „Too Late" nicht ganz so gut, „Weil ich Layken liebe" nett, aber nicht supertoll und „Love & Confess" absolut großartig fand, war ich gespannt, wie es mir mit der neusten Geschichte aus ihrer Feder ergehen würde.

Wie es mir gefallen hat:

Schon der Aufbau des Buches – im Wechsel Szenen von DAMALS und JETZT – hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich manchmal lieber noch etwas in der einen oder der anderen Zeit geblieben wäre.
Der Kontrast zwischen der Kennenlernzeit und der Krise nach einigen Jahren Ehe wird sehr deutlich.

In der JETZT-Zeit dreht Ich-Erzählerin Quinn sich manchmal ein wenig im Kreis, gleitet immer weiter ab in einen depressionsartigen Zustand. Das Buch ist daher also keine heitere Unterhaltungsliteratur, sondern stellt die Beziehungsprobleme und Quinns innere Traurigkeit und Zerrissenheit in den Vordergrund, auch wenn ihnen die Rückblicke in die guten Zeiten gegenübergestellt werden.
Am Anfang hätte ich mir manchmal Grahams Perspektive dazugewünscht; später wurde aber klar, warum die Geschichte ohne sie noch stärker wirkt. So muss man beim Lesen selbst rätseln, was wohl in ihm vorgehen mag.

Über Quinn und ihre sympathische Schwester Ava hätte ich, gerade was ihre Zeit vor Einsetzen der Handlung betrifft, gern noch etwas mehr erfahren. Ich frage mich, wie es kommen konnte, dass ihre Mutter als lange Zeit wichtigste Bezugsperson sie in ihrem Denken so wenig geprägt hat, und wie die Beziehung zwischen Quinn und Ethan zustandegekommen ist und aussah, da er schon sehr oberflächlich dargestellt wird.

Es gibt einige wirklich starke und brillant geschriebene Konfliktszenen, viele sehr schöne und sehr traurige Momente und diese ganz besondere Hoover-Romantik, die einem vor Augen malt, was Liebe wirklich bedeuten und wie sie sich äußern kann.
Die Lösung des Konflikts und die Botschaft, die sich daraus ergibt, haben mir gut gefallen, weil sie glaubhaft und absolut nicht überzogen sind. Die Autorin handhabt das nicht einfache Thema mit dem richtigen Maß an Einfühlsamkeit und Realitätsnähe.

(Für wen) Lohnt es sich?

Wie auch schon sein Platz im bold-Programm verrät, gehört das Buch zu den „erwachsenen" Hoover-Titeln.
Wer gern auch mal ernstere, herausfordernde Liebesgeschichten liest, die die Nerven manchmal ganz schön strapazieren können, findet hier genau das Richtige für sich.

In einem Satz:

„Was perfekt war" ist so bitter wie herzzereißend, streckenweise zermürbend und doch so hoffnungsvoll – ein klug abgebildetes Ringen um eine Ehe, die perfekt war und nun vielleicht nicht mehr zu retten ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2019

Eine gekonnt in Szene gesetzte Abwärtsspirale

Temper, Ist es die Rolle ihres Lebens? Oder ein Spiel um die Macht…
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Worum geht's?

Bisher hat Kira ihren Durchbruch als Schauspielerin nicht geschafft und schlägt sich immer noch mit drittklassigen Darbietungen an Schulen durch. Doch das könnte sich jetzt ändern: In dem ...

Worum geht's?

Bisher hat Kira ihren Durchbruch als Schauspielerin nicht geschafft und schlägt sich immer noch mit drittklassigen Darbietungen an Schulen durch. Doch das könnte sich jetzt ändern: In dem Zwei-Mann-Stück „Temper" soll sie Seite an Seite mit Malcolm Mercer auf der Bühne stehen, dem Schauspieler und Theaterinhaber, dessen Bühnenpräsenz sie schon immer beeindruckt hat wie bei keinem anderen. Kira glaubt, sie weiß, worauf sie sich einlässt, auch wenn immer mehr Menschen sie vor Malcolms manipulativer Art warnen. Doch ehe sie sich versieht, zieht sich die Schlinge immer enger zu ...

Was mich neugierig gemacht hat:

Wie jede/r andere wahrscheinlich auch, bin ich froh, wenn ich in meinem Alltag von den Abgründen der menschlichen Psyche weitestgehend verschont bleibe. Was Bücher angeht, finde ich sie dagegen ziemlich spannend. Bei „Temper" kam noch ein zweiter Aspekt hinzu, nämlich die Schauspielszene. Ein faszinierendes Thema, inwieweit Rollen, die man spielt (in jeder Hinsicht), einen vereinnahmen können!

Wie es mir gefallen hat:

Dieses Buch ist mal etwas anderes und brilliert abseits vom Schema F.
Erzählt wird die Geschichte aus zwei Ich-Perspektiven. Kira ist eine Schauspielerin Anfang 30, Joanna neben Malcolm die Begründerin des Indifferent Honest Theaters, von dem „Temper" uraufgeführt werden soll. Die schnellen Wechsel sorgen dafür, dass man immer ein weiteres Kapitel einsaugen möchte. Beziehungsweise von ihm eingesaugt werden will - denn das trifft eigentlich ziemlich gut, was die sich zuspitzende Handlung mit einem macht.
Layne Fargo beherrscht den Spannungsaufbau zwischen Charakteren wirklich meisterhaft! Die Konflikte und Entwicklungen ballen sich förmlich und geben einem das Gefühl, eine sich anbahnende Eskalation zu beobachten.

Es gibt keine wirklichen SympathieträgerInnen in diesem Buch, und da ich schwierige Charaktere ohnehin viel interessanter finde, war das für mich genau richtig, auch wenn ich mich in vielen Punkten absolut nicht mit ihnen identifizieren konnte. Kira und Joanna sind beide ziemlich toughe Frauen, unabhängig und abhängig zugleich, eher unkonventionell und nicht ganz einfach.
Während ich zuerst natürlich vor allem auf die Verwicklungen in Bezug auf Kira und Malcolm gespannt war, hat mich zunehmend Joannas Geschichte in ihren Bann gezogen.

Das Buch endet schlagartig. Das meine ich nicht unbedingt im eigentlichen Wortsinn, also abrupt, sondern mit einem wirklichen Schlag. Zuerst hat mich das frustriert, weil man in Bezug auf die Zukunft der Charaktere im Dunkeln gelassen wird und die Konsequenzen dieses Finales offen bleiben, doch im Nacklang hat es dazu geführt, dass es mich länger beschäftigt hat, als es das sonst vielleicht getan hätte. Ein paar mehr Klarheiten hätte ich mir trotzdem „aus erster Hand" gewünscht, denn bestimmt hatte die Autorin einige Gedanken, die sich nicht im Text finden. Dennoch gefällt mir ihre Entscheidung für den Showdown als nicht weiter ausgeführten Schluss inzwischen immer besser. Es ist damit alles gezeigt, was gezeigt werden sollte.

Eine außergewöhnliche Abgrund-Geschichte, die in ihrer Besonderheit den Mainstream wahrscheinlich nicht erreichen, aber hoffentlich dennoch die Aufmerksamkeit bekommen wird, die sie verdient!

(Für wen) Lohnt es sich?

Dieses Buch bietet sich für LeserInnen an, die nach etwas Speziellem suchen, einem Buch, das unterhält, abstößt, fasziniert und sich im Kern mit der Zerstörungskraft und Vorstellungsgewalt der menschlichen Psyche beschäftigt.
Ich würde den Roman ab ca. 16 Jahren empfehlen. Romantik und/oder ein Happyend sollte man hier nicht erwarten; vielmehr liefert „Temper" eine (im besten Sinne) mitreißende Abwärtsspirale, die einen über Macht, Manipulation und die Masken, die Menschen aufsetzen, nachdenken lässt.

In einem Satz:

„Temper" ist ein düsterer, beeindruckender, aber irgendwo auch verstörender Roman mit zwei starken Erzählstimmen, der eine große Sogwirkung entfaltet und sich zu einem dramatischen Finale hinaufschraubt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.12.2019

Nachdenkenswertes für Teenie-Mädels

Rise and Shine
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Worum geht's?

Die christliche Bloggerin Christina Walch hat in diesem Ratgeber für Mädchen Nachdenkenswertes, Erfahrungen und Tipps zu den Themen Selbstwert, Identität, Schönheit und wahre Liebe zusammengefasst, ...

Worum geht's?

Die christliche Bloggerin Christina Walch hat in diesem Ratgeber für Mädchen Nachdenkenswertes, Erfahrungen und Tipps zu den Themen Selbstwert, Identität, Schönheit und wahre Liebe zusammengefasst, immer im Zusammenhang mit dem Glauben.
Das Buch ist als Reflexionsgrundlage gedacht und bietet Platz, um zu jedem Sinnabschnitt eigene Gedanken zu notieren und weiterführende Fragen der Autorin zu beantworten.

Was mich neugierig gemacht hat:

Ehrlich gesagt habe ich das Buch ein bisschen falsch eingeschätzt. Ich hatte es zusammen mit „Schmink's dir ab" von Rachel Hollis auf meine Leseliste gesetzt und gedanklich auch derselben Zielgruppe zugeordnet. Allein vom Cover her hatte sich mir nicht erschlossen, dass es ein Buch für Mädchen im Teenageralter ist. Dennoch hat mich interessiert, welche Botschaften darin vermittelt werden.

Wie es mir gefallen hat:

Nach dem Lesen kann ich definitiv sagen, dass das Buch nicht nur für junge Mädchen relevante Themen behandelt und auch allgemeingültige Aussagen trifft. Dennoch ist es am besten für Mädchen ab ca. 13/14 Jahren geeignet. Allein schon am Schreibstil merkt man, dass Jugendliche angesprochen werden sollen.

Das Buch ist in sieben Teile gegliedert, abzüglich Einleitung und Schluss also fünf Oberthemen, zu denen es jeweils mehrere Unterkapitel mit Gedanken der Autorin und abschließenden Fragen zum Nachdenken sowie einige Tipps gibt (beides mit Eintragzeilen). Zentrale Aussagen sind im Textmarker-Look farbig hinterlegt.
Besondere Highlights sind die Interviews, von denen die Hauptkapitel abgerundet werden. Christina Walchs GesprächspartnerInnen waren Tamara Boppart, Déborah Rosenkranz, Alex von den O'Bros, Maria Gfrerer und Sarah Keshtkaran.

Was die Autorin in Bezug auf Beziehungen und Ehe vermittelt, beruht auf konservativen Vorstellungen. Viele davon teile ich, manche auch nicht oder nicht gänzlich. Es liegt auch sehr daran, wie man die Bibel versteht. Es ist ein bisschen schwierig, ich weiß nicht genau, wie man es hätte anders machen können, aber ich fürchte, dass das eine oder andere junge Mädchen erst mal zurückschrecken könnte. Es wird zum Beispiel für eine Unterordnung der Frau unter ihren Ehemann plädiert und dafür, die Zeit als Single als Vorbereitung auf den Zukünftigen zu sehen.

Was mich gestört hat: Die Autorin geht davon aus, dass ja jede Leserin sich schon früh um die Aufmerksamkeit von Jungs bemüht, viel auf Partys unterwegs ist, sich gern aufbrezelt etc. Sie sei ja früher genauso gewesen. Damit schließt man viele Teenies gewissermaßen aus, die eine eher ruhigere Pubertät erleben bzw. generell andere Prioritäten setzen.

(Für wen) Lohnt es sich?

Das Buch ist zum Beispiel eine schöne Geschenkidee zur Konfirmation oder Firmung. Es will jungen Frauen eine Orientierungshilfe für ihren Weg sein und sie dazu bringen, sich bewusst mit sich selbst und ihren Träumen und Plänen auseinanderzusetzen.
Die christlichen Inhalte werden auf eine Weise eingebracht, dass keine wesentlichen Vorkenntnisse über den Glauben notwendig sind; auf Mädchen ohne christlichen Hintergrund könnte es jedoch ein wenig befremdlich wirken.

In einem Satz:

„Rise and Shine" ist ein ermutigender Ratgeber für junge Mädchen, der einen Schwerpunkt auf die Themen Selbstannahme und (erste) Liebe legt und dabei sowohl sehr starke als auch diskussionswürdige Anregungen bereithält.

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 17.11.2019

Belügst du dich noch oder lebst du schon?

Schmink's dir ab
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Worum geht's?

Rachel Hollis ist Geschäftsfrau und Lifestyle-Bloggerin und wurde vom „Inc. Magazine" unter den Top 30 Unternehmerinnen unter 30 geführt. Es ist ihr Anliegen, Frauen dazu zu ermutigen, nicht ...

Worum geht's?

Rachel Hollis ist Geschäftsfrau und Lifestyle-Bloggerin und wurde vom „Inc. Magazine" unter den Top 30 Unternehmerinnen unter 30 geführt. Es ist ihr Anliegen, Frauen dazu zu ermutigen, nicht mehr auf die Lügen der Welt, anderer Menschen und vor allem die im eigenen Kopf zu hören, sondern herauszufinden, wie sie ihr Leben wirklich leben wollen. In „Schmink's dir ab" räumt sie daher mit 20 typischen Lügen auf.

Was mich neugierig gemacht hat:

Seit einer Weile lese ich total gern Frauen-Ratgeber aus dem christlichen Bereich und habe mich sehr auf Rachel Hollis' Buch gefreut, weil ich schon den Titel genial fand und das Konzept, jedes Kapitel mit einer Lüge zu überschreiben.
Auch wenn ich im Inhaltsverzeichnis schon gesehen hatte, dass mich nicht alle Themenbereiche persönlich betreffen, gab es wiederum andere, auf die ich umso gespannter war.

Wie es mir gefallen hat:

Nach einem kurzen, spritzigen Vorwort steigt Rachel Hollis' in die zwanzig Lügen und die Lösungsansätze, die sie für sich selbst dafür gefunden hat, ein (am Ende jedes Kapitels gibt es einen Abschnitt „Was mir geholfen hat").
Der Ton ist beschwingt, und auch wenn es ernst und/oder sehr persönlich wird, legt die Autorin eine große Authenzität und Offenheit an den Tag. Ihre Einstellungen und Botschaften sind klar formuliert. An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir noch ein paar Gedanken zur Vertiefung gewünscht, bevor es mit etwas anderem weitergeht. Andererseits ist es auch schön, dass sie eher bei simplen, eindeutigen Aussagen bleibt, statt Dinge zu verkomplizieren oder Listen von Ausnahmen anzufangen.

Rachel Hollis erzählt sehr viel Autobiografisches und Geschichten aus ihrem Alltag, um zu illustrieren, wie die jeweiligen Lügen in ihrem Leben ausgeprägt sind/waren. Sie ist sehr gut im Storytelling, und so bleibt man als Leser die meiste Zeit über interessiert am Ball. Allerdings führen die vielen Eigenerfahrungen und Selbsteinschätzungen auch dazu, dass einiges nicht auf alle Typen von Frauen und Lebensumstände übertragbar ist. Man merkt doch deutlich, dass Rachel eine reiche ehrgeizige Frau ist, die sich durchaus gern selbst präsentiert, und das hat mir nicht immer gefallen.
Ich habe manche Kapitel als sehr stark und hilfreich empfunden, andere wiederum als etwas zu oberflächlich und motivationscoachingmäßig oder in eine etwas andere Richtung gehend, als der Titel vermuten ließ.

Etwas zu ausgiebig berücksichtigt fand ich persönlich das Thema Mutterschaft, da sich im Prinzip gleich drei der Lügen auf ähnliche Aspekte davon beziehen.
Besonders angesprochen haben mich dagegen die Kapitel über die Lügen, dass einen etwas anderes glücklicher macht, dass man seine Pläne morgen auch noch umsetzen kann, dass man schon weiter sein sollte, und darüber, eine schlechte Autorin zu sein.
Ich denke, dass wirklich jeder Frau mindestens eins der behandelten Themen nur allzu vertraut ist, mit großer Wahrscheinlichkeit mehr. Und weitere der Probleme kennt man aus dem Freundes-, Bekannten- oder Verwandtenkreis.

Die Lügen, um die es konkret geht, sind:

1. Etwas anderes macht mich glücklicher
2. Morgen fange ich an
3. Ich bin nicht gut genug
4. Ich bin besser als du
5. Ihn zu lieben, genügt mir
6.Nein ist die letzte Antwort
7. Ich bin schlecht im Bett
8. Ich habe keine Ahnung vom Muttersein
9. Ich bin keine gute Mutter
10. Ich sollte schon weiter sein
11. Andere Kinder sind viel sauberer, ordentlicher und höflicher
12. Ich muss mich kleiner machen, als ich bin
13. Ich heirate später Matt Damon
14. Ich bin eine schlechte Autorin
15. Darüber komme ich nie hinweg
16. Die Wahrheit kann ich nicht erzählen
17. Mein Gewicht definiert, wer ich bin
18. Ich brauche einen Drink
19. Ich muss so sein wie die anderen
20. Ich brauche einen Helden

(Für wen) Lohnt es sich?

Vor dem Kauf lohnt hier auf jeden Fall der Blick ins Buch, um sich ein Bild davon zu machen, welche Themenbereiche behandelt werden (siehe auch meine Auflistung oben).
Solange man Rachels Hintergrund als zum Teil durchaus sehr materialistisch geprägte Karrierefrau im Hinterkopf behält, deren Alltag natürlich doch etwas anders aussieht als der der meisten anderen Frauen, kann man hier viele gute Impulse mitnehmen.

In einem Satz:

„Schmink's dir ab" ist ein unterhaltsam geschriebener, aufbauender Ratgeber für Frauen jeden Alters, in dem für jede thematisch etwas dabei ist; die Autorin geht teils allerdings etwas zu sehr von sich selbst aus.