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Veröffentlicht am 31.05.2018

Durchschnittlicher Krimi

Zu nah
2

Im Rahmen der „Lesejury“ durfte ich das Hörbuch hören und bewerten – vielen Dank dafür an Lesejury und den Verlag.
In dem Krimi geht es um einen Selbstmord in Dublin, der sich recht bald als Mord entpuppt.
Es ...

Im Rahmen der „Lesejury“ durfte ich das Hörbuch hören und bewerten – vielen Dank dafür an Lesejury und den Verlag.
In dem Krimi geht es um einen Selbstmord in Dublin, der sich recht bald als Mord entpuppt.
Es ermittelt Detective Frankie Sheehan (eine Frau übrigens trotz des männlichen Namens), die durch ihren vorigen Fall noch sehr traumatisiert ist.
Später kommen weitere Morde hinzu, bei denen sie bald eine Verbindung feststellen kann, und die Spuren führen dann auch ins Darknet und Richtung BDSM.

Die Sprecherin Sabina Godec hat mir sehr gut gefallen. Sie war wie gemacht für das Hörbuch – sie bringt sowohl die toughe als auch die verletzliche Frankie sehr gut rüber, kann in den entsprechenden Momenten sehr sachlich reden – es hat einfach Spaß gemacht ihr zuzuhören.
Sehr positiv fand ich auch, daß die 6 CDs in viele Tracks unterteilt waren (im Schnitt mindestens 15 pro CD), so daß man Stellen recht einfach nochmal hören konnte, wenn man z.B. etwas nicht richtig mitbekommen hatte.

Das Buch ist im Präsens (Gegenwartsform) geschrieben. Meins war es nicht und hat mich immer wieder gestört.
Es wäre mir vielleicht gar nicht so aufgefallen, wenn nicht der Krimi so durchwachsen gewesen wäre …

Der Krimi war nett, und ich habe ihn gerne angehört, aber er war für mich definitiv kein Pageturner, wo man das Gefühl hat, man kann einfach nicht aufhören.
Am Anfang gab es viele Flashbacks auf Frankies vorigen Fall, wo sie schwer verletzt wurde. Dies hat mit der Zeit immer mehr genervt. Zuerst hatte ich das Gefühl, sie beziehen sich auf den vorigen Band – den gibt es aber nicht. Man hat immer nur Bruchstücke mitbekommen, was für mich mehr nervig als spannungsaufbauend war.
Erst am Anfang von CD5 gab es die komplette Rückblende auf den Fall, dann war auch klar, was die Rückblenden sollten.

Schade fand ich auch, daß die Geschichte so gut wie kein Lokalkolorit hat, obwohl sie in Dublin spielt. Das Einzigste, was „landestypisch“ war, war die finanzielle Situation der Polizei, daß die Mordermittlungen aus Budgetgründen um ein Haar aufgegeben werden mußten.

Mit den Personen wurde ich auch nicht wirklich warm. Obwohl Frankie so traumatisiert war, fand ich sie eher nervig mit ihren Alleingängen, ihrer schroffen Art und ihrem Tabak- und Alkoholkonsum.
Die anderen Personen blieben für mich irgendwie blaß.

Es gab viele Verdächtige, aber der Täter zum Schluß schien mir ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Mehr will ich nicht verraten. Es wurde dann alles schon schlüssig begründet, allerdings kamen seine Beweggründe für die schauerlichen Taten nicht wirklich rüber.
Das hinterließ bei mir ein schales Gefühl, denn Mitraten wurde so unmöglich gemacht.
Außerdem fand ich Frankies Handlungen im Finale nicht wirklich logisch.

Generell hatte ich immer wieder das Gefühl, es würde etwas in der Geschichte fehlen, dies kann aber natürlich auch an den Kürzungen für das Hörbuch liegen.

Als Fazit kann ich sagen, es ist ein netter Krimi, den man zwischendurch gerne mal hören kann, aber nichts Besonderes, und es gibt definitiv spannendere und packendere Krimis als diesen.

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