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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2021

Ein Ort zwischen Raum und Zeit...

Die Mitternachtsbibliothek
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"Jedes Leben umfasst Millionen von Entscheidungen. Manche groß, manche klein.
Doch jedes Mal, wenn man einer Entscheidung den Vorzug einer anderen gibt, fällt das Resultat unterschiedlich aus.
Es tritt ...

"Jedes Leben umfasst Millionen von Entscheidungen. Manche groß, manche klein.
Doch jedes Mal, wenn man einer Entscheidung den Vorzug einer anderen gibt, fällt das Resultat unterschiedlich aus.
Es tritt eine irreversible Veränderung ein, die wiederum zu weiteren Veränderungen führt."

In Matt Haig's neuem Roman geht es um die kleinen unzähligen Entscheidungen,
welche wir jeden Tag (bewusst oder unbewusst) treffen und mit derer wir unsere Leben in andere Bahnen lenken.

Nora Seed hängt in der Mitternachtsbibliothek fest.
Ein Ort zwischen Leben und Tod. Sie hat ihren Lebensmut verloren und bereut viele Entscheidungen in ihrem Leben.
Sie trifft auf Mrs. Elm, die Bibliothekarin der Mitternachtsbibliothek.
Diese erklärt Nora, dass sie hier die Möglichkeit hat, aus verschiedenen Lebensentwürfen zu wählen.
Jedes Buch zeigt Nora, welches Leben sie hätte leben können,
wenn sie sich in ihrer Vergangenheit in verschiedenen Situationen anders entschieden bzw. gehandelt hätte.

Wäre Nora glücklicher in ihrem Leben gewesen, wäre sie eine erfolgreiche Musikerin?
Wäre Nora glücklicher in ihrem Leben gewesen, wäre sie eine Olympionikin geworden?
Wäre Nora glücklicher in ihrem Leben gewesen, hätte sie eine engere Beziehung zu ihrem Bruder?

Matt Haig erzählt mit viel Feingefühl, ein modernes Märchen von einer jungen Frau inmitten einer situativen Depression.
Wer nun denkt, dieses Buch sei düster liegt jedoch falsch. Es spendet Hoffnung und macht Mut.
Das Buch zählt schon jetzt zu eines der Besten für 2021.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2021

Eine Ode an die Klavierstimmer*innen

Der Klang der Wälder
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Eine Ode an die Klavierstimmer*innen

"Der Klang der Wälder",von der japanischen Autorin Natsu Miyashita, ist ein gelungenes Werk über den Zauber der Musik und was dieser in uns Menschen bewirken kann.

Der ...

Eine Ode an die Klavierstimmer*innen

"Der Klang der Wälder",von der japanischen Autorin Natsu Miyashita, ist ein gelungenes Werk über den Zauber der Musik und was dieser in uns Menschen bewirken kann.

Der junge Tomura trifft in seiner Schule eines Tages auf den Klavierstimmer Itadori. Tomura argwöhnt zuerst mit dem Mann, beobachtet ihn jedoch mit einer gewissen Neugier.
Als beim Stimmen die Töne der Tasten erklingen, passiert etwas ganz außergewöhnliches in Tomura. Er fühlt die Musik und kann regelrecht die Wälder seiner Heimat riechen.
Es beginnen sich in ihm immer mehr Assoziationen zu bilden, mit denen er nun die abstrakte Idee von Klängen und Tönen (be-)greifen kann.
Für Tomura steht fest, er möchte ebenfalls Klavierstimmer werden.

Und somit stecken wir auch schon mittendrin in der Geschichte. Es folgen Tomuras Lehrjahre, in denen er mit völliger Hingabe alle nötigen praktischen als auch theoretischen Techniken des Klavierstimmens lernt.
Als er jedoch seinen ersten Job bei Eto Musik antritt, muss er feststellen, dass eine perfekte Technik nicht alles ist um ein hervorragender Klavierstimmer zu sein...

Natsu Miyashita schafft es, die Lesenden mit ihrem Buch in die magische Welt der Musik mitzunehmen.
Im Buch erwecken die Klänge in Tomura Bilder und Düfte, welche er zum Teil aus Erinnerungen zieht.
Diese werden so deutlich von Miyashita beschrieben, dass die Lesenden diese augenblicklich auch "sehen" können.
Der Schreibstil ist in diesem Buch außerordentlich ästhetisch, nahezu poetisch.

Ich kann die Autorin nur darum beneiden, genau die richtigen Worte zu finden um so etwas Ungreifbares wie die Schönheit der Musik zu beschreiben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2021

Selten waren die ersten 300 Seiten so schnell gelesen...

ONE OF US IS LYING
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Bayview, ein beschaulicher Vorort von San Diego.

Als fünf Teenager an einem Nachmittag in dem Chemielabor der hiesigen High School nachsitzen müssen, ereignet sich ein folgenschwerer Vorfall.

Ein Schüler ...

Bayview, ein beschaulicher Vorort von San Diego.

Als fünf Teenager an einem Nachmittag in dem Chemielabor der hiesigen High School nachsitzen müssen, ereignet sich ein folgenschwerer Vorfall.

Ein Schüler stirbt auf mysteriöse Weise und die restlichen Vier stehen unter Schock.

Aus den Zeugen, den anwesenden Schülerinnen, werden nun Mordverdächtige. Es entsteht eine Hexenjagd, in der laut Polizei jeder ein Motiv hat.

Der Young Adult Roman von Karen M. McManus hat mir sehr gut gefallen. Natürlich werden auch hier so oft, Stereotype für die Charakte der Schüler*innen verwendet, jedoch werden diese relativ schnell logisch erklärt.

Die Spannung bleibt beim Lesen die ganze Zeit über erhalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.01.2021

Ein philosophischer Roman um zwei Künstler, welche sich in der realen Welt nie begegnet wären

Ich und der Andere
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In seinem neuen Buch "Ich und der Andere" erzählt Jürgen Kaizik von dem jungen Jim Morrison,
der gerade dabei ist Musikgeschichte zu schreiben.

Kalifornien, USA, 1968

Als The Doors, weit vor ihrem Durchbruch, ...

In seinem neuen Buch "Ich und der Andere" erzählt Jürgen Kaizik von dem jungen Jim Morrison,
der gerade dabei ist Musikgeschichte zu schreiben.

Kalifornien, USA, 1968

Als The Doors, weit vor ihrem Durchbruch, eines Abends in einem kleinem Club auftreten,
fällt Jim Morrison's Blick auf einen unbekannt Mann.
Von ihm scheint eine Art Energie auszugehen, welche Jim unweigerlich anzieht.

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Der Lehrer, ein Dichter von weit her, versucht sein Glück in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Er zieht Arbeit suchend durch die Randgebiete von Los Angeles.
Als er nach einem erfolglosen Bewerbungsgespräch keine Perspektive sieht, heuert er im nächstbesten Hafen an.
Eines Tages trifft er in einer Bar auf einen Unbekannten, der sein Leben für immer verändern wird.

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Dieser existenzielle Roman spinnt ein Netz aus "Was-wäre-Wenn's" und nimmt die Lesenden mit auf einen Spaziergang durch das Venice der späten 60er Jahre.
Wie hätte es wohl ausgesehen, wären sich Jim Morrison und der Dichter Hölderlin im wahren Leben begegnet?!
Der Autor zieht Verbindungen zwischen Morrison's Musik und Hölderlins Lyrik.
Dabei entstehen innerhalb zwei getrennten Erzählsträngen indirekte Dialoge zwischen Beiden.

Jürgen Kaizik ist ein Buch gelungen, auf welches die volle Aufmerksamkeit der Lesenden verlangt.
Er bewegt sich dabei stark wechselnd zwischen Erzählung und Poesie.

Ein Buch für Morrison Fans und Leser*innen, welche sich gerne mit philosophischen Fragen beschäftigen.
Einen Punkt Abzug gibt es, weil ich mich sehr schwer mit philosophischen Material tue.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.01.2021

Unvorhersehbarer guter Krimi

Die ohne Schuld sind
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Die wunderschöne Jessica fährt mit dem geliehenen Auto ihrer Mitbewohnerin nach Hause. Auf dem Rücksitz, ihr schlafendes Baby.
Da bemerkt sie ein Auto, welches ihr schon längere Zeit zu folgen scheint...

Am ...

Die wunderschöne Jessica fährt mit dem geliehenen Auto ihrer Mitbewohnerin nach Hause. Auf dem Rücksitz, ihr schlafendes Baby.
Da bemerkt sie ein Auto, welches ihr schon längere Zeit zu folgen scheint...

Am nächsten Tag wird Polizist Max Wolfe zu einem Tatort gerufen. Eine junge Mutter, Jessica, wird vermisst. Zurückgelassen, wurde ihr kleiner Sohn Michael.
Fragen kommen auf, als klar wird, dass Jessicas Mitbewohnerin die Geliebte eines Londoner Gangsters ist.
Haben die Täter das falsche Opfer gewählt?!

Der 6. Fall von Max Wolfe hält die ein oder andere Überraschung bereit, weswegen mir dieser Teil besser gefällt als die beiden vorigen.
Was manche Leser*innen bemängeln, dass wieder viel Privates über Max erzählt wird, finde ich gerade gut.
Das macht für mich gerade den Reiz einer Reihe aus. Es geht nicht nur um spannende Kriminalfälle, sondern ein konstanter Charakter entwickelt sich immer weiter.
Mit gefällt das Konstrukt der kleinen Familie, bestehend aus Max, seiner Tochter Scout und dem Hund Stan sehr gut und sie bilden für mich die Seele, der Max Wolfe Reihe.

Ich hoffe wirklich sehr, dass das nicht Max Wolfes letzter Fall gewesen ist!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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