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Veröffentlicht am 30.08.2021

Die Räuber - eine Handlung zwischen Intrigen und Rivalität

EinFach Deutsch / EinFach Deutsch Textausgaben
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Das Drama „Die Räuber“ von Friedrich Schiller, handelt von der Rivalität der ungleichen Brüder Karl und Franz von Moor, wobei Franz durch Intrigen versucht seinem Bruder das Erbe zu entreißen und Karl ...

Das Drama „Die Räuber“ von Friedrich Schiller, handelt von der Rivalität der ungleichen Brüder Karl und Franz von Moor, wobei Franz durch Intrigen versucht seinem Bruder das Erbe zu entreißen und Karl daraufhin Hauptmann einer Räuberbande wird. Das Werk stammt aus dem Jahre 1781, doch entspricht es immer noch den Erwartungen der heutigen Zeit, welche ein gelungenes Werk ausmachen und eignet es sich für den schulische Gebrauch?
Man könnte meinen, das Drama ist schon sehr alt und die Themen entsprechen nicht mehr der heutigen Zeit. Dem kann man auch teilweise zustimmen, denn heute gibt es keine wirklichen „Räuberbanden“, wie man sie aus Filmen kennt, und wenn hätte man in Deutschland eine solche Bande in Gegensatz zur damaligen Zeit schnell gefasst. Auf der anderen Seite sind Themen wie Kriminalität und Rivalität sehr aktuell, denn Terroranschläge und Attentate sind keine Seltenheit. Das Familiendrama könnte sich durchaus heute in einer ähnlichen Art abspielen.
Das Drama ist zwar typisch in 5 Aufzüge eingeteilt, jedoch hat Schiller die „drei Einheiten“ eines klassischen Dramas vernachlässigt. Dies hat zur Folge, dass das Werk sehr vielseitig ist. Es besitzt nicht nur einen Handlungsstrang, sondern zwei, welche parallel ablaufen. Außerdem spielt das Drama über einen Zeitraum von zwei Jahren und hat wechselnde Handlungsorte. Somit wird eine gewisse Abwechslung beim Lesen erzeugt, da die Handlungsstränge von Szene zu Szene wechseln. Des Weiteren laufen die Handlungsstränge gegen Ende des Dramas zusammen und kreuzen sich im Verlauf des Dramas wenige Male. Dies treibt die Handlung weiter voran und erzeugt eine gewisse Spannung, da der Ausgang am retardierenden Moment in Frage gestellt wird. Man kann also, während des Lesens, noch nicht erahnen, wie das Drama endet. Diese Spannung wird auch durch die Anagnorisis unterstützt, zum Beispiel als Franz seinen Bruder Karl im Schloss und später auch Amalia ihren Geliebten wiedererkennt. An dieser Stelle hätte ich mir ein „Happy End“ für Amalia und Karl gewünscht und einen Untergang für Franz, da dieser derjenige war, der die Brüderschaft zerstören wollte.
Da es sich bei „die Räuber“ um ein Drama handelt, wird die Handlung durch Dialoge und gelegentliche Regieanweisungen angetrieben. Dies lässt einen großen Interpretationsspielraum und bietet gute Möglichkeiten zu einer Analyse, zum Beispiel einer Szene, aber auch der Kommunikation. Dadurch, dass einige Motive der Charaktere nicht erklärt werden, bietet dies auch viele mögliche Klausuraufgaben im Anforderungsbereich drei. Dementsprechend eignet sich das Drama sehr gut für den schulischen Gebrauch, auch wenn man aufgrund der altertümlichen Sprache nicht direkt alles versteht.
Zusammenfassend ist das Werk meiner Meinung nach gelungen, da es sehr abwechslungsreich ist und man den Ausgang der Handlung noch nicht erahnen kann. Außerdem eignet es sich auch sehr gut für den schulischen Gebrauch, da es viele Möglichkeiten gibt mit dem Drama zu arbeiten.

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