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Veröffentlicht am 22.10.2021

Spannend geht es weiter

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch
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Berlin 1922
Magda Fuchs scheint in Berlin angekommen zu sein. Ihre Arbeit als Polizeiärztin ist zwar hart, aber dennoch will sie diese nicht missen. Als ihr eines Tages Praxisräume angeboten bekommt, greift ...

Berlin 1922
Magda Fuchs scheint in Berlin angekommen zu sein. Ihre Arbeit als Polizeiärztin ist zwar hart, aber dennoch will sie diese nicht missen. Als ihr eines Tages Praxisräume angeboten bekommt, greift sie zu und kann sich so einen langersehnten Traum erfüllen. Allerdings währt die Freude nicht allzu lange. Immer öfters eckt sie mit ihrer Praxisgehilfin, die auch ihre Vermieterin ist, an und stößt dabei an ihre moralischen Grenzen. Aber nicht nur dies bereitet ihr große Sorgen, auch privat ziehen einige dicke Wolken herein. Sie liebt zwar Kuno, aber wird sie jemals ihre eigene Familie gründen können?
Zeitgleich studiert die junge Celia weiterhin Medizin und auch sie steht vor beruflichen und privaten Entscheidungen. Ihre große Liebe heißt Edgar, aber immer öfters zeigt er sich von einer Seite, die ihr Angst macht. Karriere oder Kind?

Mit großer Begeisterung las ich im März 2021 den Auftaktband Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein ewiger Traum von dem Erfolgsautorenpaar Helene Sommerfeld, der mit einem fiesen Cliffhanger endete. Es gibt nichts Schlimmeres als diese Ungewissheit, wie es mit den Protagonisten weitergehen wird und so wartete ich neugierig und mit voller Vorfreude auf den zweiten Teil, der jetzt im Oktober 2021 unter dem Titel Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch im dtv Verlag erschienen ist. Endlich geht es mit Magda Fuchs und Co weiter….
Wie schon im ersten Band konnte mich der flüssige und bildhafte Schreibstil wieder fasziniert und so tauchte ich in die Geschichte von Magda Fuchs ein und ab. Bereits ab der ersten Seite war es wie ein nach Hause kommen, denn sofort traf ich liebgewonnene Charaktere, die mich schon im ersten Band mit ihrem Handeln und Tun überzeugen konnten. Polizeiärztin Magda Fuchs, Celia Fahrland, Kuno Mehring, Doris Kaufmann, Edgar Hinnes oder die rasende Journalistin Erika Hausner. Wer den ersten Teil gelesen hat, wird mit Beginn dieses Bandes merken, wie nahtlos der Übergang ist. Sofort findet sich der Leser beim Silvesterball im Admiralspalast im Jahr 1922 wieder. Ein brutaler Überfall überschattet dieses prunkvolle Ereignis und das tragische bei der Sache ist, dass keiner was gesehen hat. Jetzt heißt es für den Kriminalkommissar Kuno Mehring den Täter zu suchen bzw. zu finden. Aber nicht nur dieses Ereignis überschattet Berlin, sondern auch die politische und wirtschaftliche Lage in der Stadt ist mehr als nur dramatisch. Die Politik gerät mehr und mehr in Schieflage. Tagtäglich nehmen die Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung zu. Entweder müssen sie sich körperlichen Angriffen zu Wehr setzen oder ihre Geschäfte werden zerstört bzw. geplündert. Aber nicht nur die politische, sondern auch die wirtschaftliche Lage ist mehr als bedrohlich. Zusehens verliert das Geld an Wert und die Preise schießen in die Höhe. Viele Menschen wissen keinen anderen Ausweg als sich illegal auf dem Schwarzmarkt Lebensmittel zu be-sorgen oder sogar Selbstmord zu begehen. Anschaulich und eindrucksvoll hat Helene Sommerfeld diese schweren Jahre eingefangen und wieder gespiegelt. Während des Lesens kann man die Angst der Berliner spüren, die sich dieser harten Zeit aussetzen mussten. Aber die Handlung soll kein Geschichtsbuch werden und somit wenden wir uns wieder den Hauptpersonen Magda Fuchs und Celia Fahrland zu. In dieser schweren Zeit kann Magda Fuchs ihren langersehnten Traum erfüllen und ihre eigene Praxis eröffnen. Sie möchte für ihre Patientinnen da sein und ihnen helfen, aber was man von ihr verlangt übersteigt ihre eigenen Vorstellungen. Sie soll Abtreibungen durchführen und genau dies ist das, was sie nicht machen will. Zudem kommen noch private Sorgen hinzu, denn sie überlegt, ob sie mit ihrem Mann Kuno nicht eine Familie gründen möchte. Aber Beruf und Familie geht das überhaupt? Celia Fahrland hat ihr Glück gefunden. In ihrem Medizinstudium kommt sie gut voran und auch mit ihrer neuen Liebe Edgar scheint sie glücklich zu sein, aber Edgars Verhalten macht ihr mehr und mehr zu schaffen. Hinzu kommen auch noch familiäre Probleme, die ihr Leben überschatten. Aber es gibt auch einen Lichtblick am Horizont, aber wird sie dafür ihre Freiheit opfern müssen?
Auch mit ihrem zweiten Band konnte mich das Autorenduo Sommerfeld in ihren Bann ziehen und eins kann ich definitiv sagen: die beiden verstehen ihr Handwerk und haben eine brillante Arbeit geleistet. Dank der akribischen und detaillierten Recherchen, die sie über die zwanziger Jahre Berlins geführt haben, wurde die Authentizität der Handlung perfekt unterstrichen. Aber nicht nur die geschichtlichen Details trugen dazu bei, sondern auch die Charaktere, die durch ihr lebensnahe Auftreten die Geschichte brillant abrundeten. Sommerfeld geben den Figuren nicht nur einen Platz, sondern lassen sie wachsen, so dass sich der Leser mit ihnen identifizieren kann. Für mich ist die Handlung Leben, denn irgendetwas passiert immer und seien es nur Kleinigkeiten. Einen Stillstand gibt es nicht und so mag ich es auch. So mochte ich dieses Buch kaum noch aus den Händen legen, denn ich wollte wissen wie es weitergeht. Selbst das dickste Buch mit über 500 Seiten findet mal ein Ende und so endet dieses wieder mit einem Cliffhanger. Schade, jetzt heißt es bis Anfang nächsten Jahres warten.

Für mich war es wieder ein Lesehighlight, dass ich unbedingt weiterempfehlen will.
5 von 5 Sternen!!

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Eine stimmungsvolle Geschichte

Das Weihnachtsherz
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Nach ihren erfolgreichen Weihnachtsromanen (Das Weihnachtslied, Der Weihnachtswunder oder Der Weihnachtswald) hat nun Angelika Schwarzhuber ihr neustes Wer vorgelegt. Das Weihnachtsherz ist jetzt im Oktober ...

Nach ihren erfolgreichen Weihnachtsromanen (Das Weihnachtslied, Der Weihnachtswunder oder Der Weihnachtswald) hat nun Angelika Schwarzhuber ihr neustes Wer vorgelegt. Das Weihnachtsherz ist jetzt im Oktober 2021 im blanvalet Verlag erstmal im Taschenbuch erschienen. Ich liebe Romane, die ein weihnachtliches Flair versprühen und bei dieser Autorin fühle ich immer am besten aufgehoben. Voller Vorfreude begann ich dieses Buch zu lesen. Wer schon einmal ein Buch von Angelika Schwarzhuber gelesen hat, weiß, dass der angenehme flüssige und leichte Schreibstil den Leser sofort in die Geschichte ein und abtauchen lässt. Zudem ist sie eine der wenigen Autorinnen, die genau wissen, womit sie ihre Fans begeistern und sie so in ihren Bann ziehen können. Allein mit ihren ausdrucksstarken, facettenreichen und sehr sympathischen Charakteren kann sie punkten und ganz egal, wen man sich hier „rauspicken“ würde, sie alle bereichern die Geschichte und machen sie zudem was sie ist: ein emotionaler Lesegenuss und nicht nur zur Weihnachtszeit! Von der ersten Seite an, merkte ich, dass dies „meine Geschichte“ sein wird und so trat ich voller Vorfreude meine erste Reise an, die mich nach Niederbayern brachte, wo 1944 Marianne lebt. Per Zufall lernte sie dort den Kriegsgefangenen Bernard Beaulieu kennen und beide verlieben sich ineinander. Allerdings wissen auch beide, dass diese Liebe nicht gern gesehen wird, aber dennoch bleiben beide ihn Kontakt. Im nächsten Kapitel sprang ich zurück in die heutige Zeit und dort fand ich mich in Brasilien wieder. Wo seit ein paar Jahren, die aus Niederbayern stammende, Goldschmiedin Katja Tanner in Salvador de Bahia lebt. Dort möchte sie die Kunst des Edelsteinschleifens erlernen. Dieses Knowhow möchte sie später in das traditionelle Schmuckgeschäft der Familie einbringen, aber wann die Rückreise nach Deutschland sein soll, steht noch in den Sternen. Doch ein Anruf ihrer Stiefmutter beendet jäh ihre berufliche Weiterbildung und sie tritt vorzeitig ihre Heimreise an. Was sie dort erwartet, reißt ihr den Boden unter den Füßen weg. Ihr geliebter Vater stirbt und zusammen mit ihrer Steifmutter Julia muss sie das Familiengeschäft retten. Nur wie? Kurz vor Weihnachten glaubt Katja ein großes Angebot an Land gezogen zu haben und sie reist ins Elsass. Dort trifft sie den französischen Winzer Nicolas, der ihr dieses Angebot unterbreitet hat. Allerdings geht es nicht um ein Angebot, denn was Nicolas ihr da zeigt, ist nicht nur wunderschön, sondern trägt auch noch ein Geheimnis mit sich.

Angelika Schwarzhuber hat es geschafft, eine sehr gefühlvolle Familiengeschichte in zwei Zeitebenen zu schreiben. Die eine spielt sich um 1944 und die andere in der heutigen Zeit ab. Beide sind so perfekt miteinander verwoben worden, so dass die Handlung eine emotionale Tiefe bekommen hat. Die Autorin hat einige Szenen so berührend erzählt, dass mir hier und da die Tränen kamen. Selbst das Ende war so perfekt und stimmungsvoll ausgearbeitet, dass ich am liebsten noch weitere 100 – 150 Seiten hätte lesen können. Leider war bei Seite 365 Schluss! Schade, aber wer dennoch ein bisschen von dem Weihnachtsherz-Flair mitnehmen möchte, der kann einige Leckereien, die in diesem Buch vorkommen, nachkochen oder backen.

Das Weihnachtsherz ist eine sehr emotionale und spannende Reise in die Familie Tanner/ Beaulieu, die man zu jeder Jahreszeit lesen kann. In der Vor – oder Weihnachtszeit ist es besonders schön romantisch! Ein Herzensbuch, dass ich jeden nur weiterempfehlen kann und will.

5 von 5 Sternen (Entschuldigung, leider kann ich nicht mehr vergeben)

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Veröffentlicht am 10.10.2021

Ein glamouröser Auftakt

Berlin Friedrichstraße: Novembersturm
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Nach ihren erfolgreichen Büchern wie z.B. Die Charite - Saga (Hoffnung und Schicksal & Aufbruch und Entscheidung) hat die Bestsellerautorin Ulrike Schweikert jetzt ihr jüngstes Werk vorgelegt. „Novembersturm ...

Nach ihren erfolgreichen Büchern wie z.B. Die Charite - Saga (Hoffnung und Schicksal & Aufbruch und Entscheidung) hat die Bestsellerautorin Ulrike Schweikert jetzt ihr jüngstes Werk vorgelegt. „Novembersturm - Berlin Friedrichstrasse“ ist eine neue Familiensaga, die im Oktober 2021 beim rowohlt Verlag erschienen ist. Leider muss ich gestehen, dass ich zwar den Namen der Autorin kenne, aber bisher noch kein Buch von ihr gelesen haben, aber da momentan kein Weg an Romane, deren Schauplatz Berlin ist, vorbei geht, wurde mir diese Entscheidung ganz schnell abgenommen. Diesen Roman muss ich unbedingt lesen.

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin konnte mich von Anfang an überzeugen und hat mich sofort in seinem Bann gezogen. Wow, Ulrike Schweikert ist eine der wenigen Autoren, die ihr Handwerk verstehen und zudem weiß sie, wie sie ihre Leserschaft begeistern kann. Bereits ab der ersten Seite wusste ich, dass diese Geschichte genau mein Geschmack getroffen hat und so tauchte ich in das Berliner Leben um 1920 ein und ab. Allein die Charaktere waren ein Highlight. Ganz egal, welche Person ich hier rausnehmen würde, allesamt waren sie ausdrucksstrak, facettenreich und sympathisch dargestellt worden und so bereichern sie die Geschichte auf ihre eigene Art und Weise. Wodurch ich mich sehr gut in die einzelnen Figuren hineinversetzen und ihr Handeln und Tun nachvollziehen konnte. Nicht nur die Charaktere brillieren hier, sondern auch die Kulisse. Bildhaft und sehr detailliert wurde der Schauplatz Berlin um 1920 bis 1930 eingefangen und wieder gespiegelt. Hier konnte man noch die Nachkriegszeit des ersten Weltkrieges hautnah spüren. Die Berliner hatten wieder Hoffnung, dass es nach den schlimmen Jahren wieder aufwärts geht, aber sie mussten auch einsehen, dass viele Wünsche unerfüllt blieben. Zwar hatten viele eine Arbeit, aber „dank“ der Inflation stiegen die Lebensmittelpreise so rapide in die Höhe, dass es fast unmöglich war, diese Preise zu bezahlen und so kehrte auch der Hunger wieder zurück. Die Nachkriegszeit ist aber nur ein Thema, dass die Berliner beschäftigt hat. Hinzu kamen noch die zahlreichen politischen Unruhen, die bis hin zur SS Macht führen und die die Stadt immer weiter in Angst und Schrecken versetzte. Über diese Zeit gab es aber nicht nur negatives zu berichten, es wurden auch monumentale Bauwerke erschaffen, die selbst heute noch Magnetpunkte für Einheimische und Touristen sind. Wer schon einmal Berlin einen Besuch abgestattet hat, wird wahrscheinlich auch schon mal über die Friedrichstrasse flaniert oder gar am Bahnhof Friedrichstadt angekommen sein. Hinzu kommt auch noch das glamouröse Flair der besagten Künstler Cafés oder des damaligen Nachtlebens mit all seinen Clubs. Spä-testens hier merkte ich, mit wieviel Herzblut Ulrike Schweikert diesen Roman geschrieben haben muss. Ihre detaillierte und umfassende Zusammentragung von historischen Daten und Ereignissen, um diese dann auszuwerten und sie letztendlich in ihre Geschichte einfließen zu lassen und gerade dies ist es, was ich an historischen Romanen so liebe: das Zusammenspiel zwischen den fiktiven und wahren Begebenheiten. Dadurch bekommt sie Authentizität, so dass der Eindruck entsteht, diese Geschichte wäre wahr. Jetzt aber zu der Handlung, die schon 1882 beginnt, denn da lernten sich die Kinder namens Luise, Johannes, Ella und Robert kennen und ihre langjährige Freundschaft begann. Keine Angst, hier wird nicht die Kindheit der vier erzählt. Mit einem kleinen Sprung von ca. 38 Jahre geht es weiter und die vier stehen bereits mit beide Beinen im Leben. Mittlerweile sind Robert und Luise ein Paar und wollen heiraten. Ella ist bereits Mutter eines Sohnes und Johannes ist seit dem ersten Weltkrieg nicht wieder aufgetaucht. Alle glauben, dass dieser gefallen sei, was aber nicht der Fall ist. Völlig unerwartet taucht Johannes an dem Hochzeitstag von Luise und Robert in Berlin auf. Da er, aufgrund seiner Kriegsverletzungen, keinerlei Zukunftschance für sich und Luise sieht, gibt er stillschweigend sein Jawort und taucht in Berlin unter. Irgendwann sieht Luise ihre große Liebe wieder. Eine Woge der Gefühle stürzt über die beiden herein, aber wird es eine Zukunft für sie geben? Schließlich hat sie Robert geehelicht. Mit all seinen Höhen und Tiefen erzählt Ulrike Schweikert eine Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft, die ich 500 Seiten lang gebannt wie gespannt verfolgt habe. Eine sehr bewegende und emotionale Berlinreise in die 20er Jahre.

Jetzt freue ich mich auf den zweiten Teil „Tränenpalast – Berlin Friedrichstrasse“ dieser grandiosen Saga, der voraussichtlich am 17. Mai 2022 erscheinen soll.
5 von 5 Sternen und ein Muss für Leseratten.

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Veröffentlicht am 04.10.2021

Ein emotionales und spannendes Finale - die Thalheim - Ära geht zu Ende

Die Schwestern vom Ku'damm: Ein neuer Morgen
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Berlin 1966: Miriam „Miri“ Feldmann, geb. Sternberg hat ihren Platz im Leben gefunden. Als uneheliche Tochter von Ruth Sternberg und Friedrich Thalheim arbeitet sie als erfolgreiche Chefdesignerin ...

´Inhaltsangabe:

Berlin 1966: Miriam „Miri“ Feldmann, geb. Sternberg hat ihren Platz im Leben gefunden. Als uneheliche Tochter von Ruth Sternberg und Friedrich Thalheim arbeitet sie als erfolgreiche Chefdesignerin im Modehaus Thalheim. Mit ihren außergewöhnlichen Kreationen kann sie nicht nur die Familie begeistern, sondern auch ihre Kundinnen, die ganz verrückt danach sind. Nicht nur beruflich, sondern auch privat läuft alles glatt. Mit ihrem Mann Schani ist sie glücklich verheiratet und nachdem sich der langersehnte Kinderwunsch nicht erfüllt hat, haben die beiden Jenny adoptiert. Ihr Glück scheint also perfekt, aber das Leben hat noch eine Überraschung für sie parat: ganz unerwartet wird sie mit Mitte 40 doch noch schwanger! Sie weiß, dass dies ein Risiko mit sich bringt, aber dennoch freut sie sich riesig auf ihr Kind. Wie wird die Familie auf den Nachwuchs reagieren? Wird sie Kind und Beruf vereinen können?

Das Miri heute auf der Sonnenseite des Lebens stehen darf, verdankt sie in erster Linie ihrem Durchhaltevermögen, ihrem eisernen Willen zum Überleben und einigen Menschen, die völlig selbstlos dieser jungen Frau geholfen haben. Dank des zweiten Weltkrieges und ihrer jüdischen Herkunft musste Miri jahrelang ein U-Boot-Leben führen. Nach all den Jahren hat sie endlich den Mut ihrer Familie von den schrecklichen Erlebnissen zwischen 1939 – 1945 zu erzählen.

Ich möchte erneut darauf hinweisen, dass die Thalheim-Saga keine Reihe für Quereinsteiger ist. Band für Band knüpft sie an die vorherige Geschichte an. Hier ist es wirklich sinnvoll bei Band 1 anzufangen und die Reise lohnt sich wirklich!



Eigentlich sollte nach „Jahre des Aufbaus“, „Wunderbare Zeiten“ mit dem Band „Tage der Hoffnung“ die Trilogie „Die Schwestern vom Ku´damm“ beendet werden, aber die Fans dieser erfolgreichen Reihe baten Brigitte Riebe auch noch die Geschichte von Miriam Sternberg zu erzählen. Mit Erscheinen des Buches „Ein neuer Morgen“ im Rowohlt Verlag wurde der Wunsch nun erfüllt. Neugierig und mit voller Vorfreude tauchte ich in Miris Geschichte ein und ab. So freute ich mich auf ein Wiedersehen mit alten und neuen Bekannten, die mir in all den Jahren so sehr ans Herz gewachsen sind, wie z.B. Friedrich Thalheim inkl. seiner Töchter (Rieke, Silvie, Florentine), aber auch Schani oder Jenny. Nicht nur die authentischen und lebensnahen Charaktere lassen mein Herz höherschlagen, sondern auch die fiktive und spannende Geschichte, die mich immer wieder in ihren Bann ziehen lässt. Erneut hat Brigitte Riebe eine brillante Arbeit geleistet, denn Dank der akribisch und detaillierten Zusammentragung von Fakten und Informationen aus den Jahren 1966 – 1971 wurde die Authentizität der Handlung damit unterstrichen. Auch wenn ich mich wiederhole, aber ich kann es nicht oft genug schreiben: die Autorin besitzt das unglaubliche Talent eine Geschichte so zu erzählen bzw. wiederzugegeben, dass sie wahr erscheinen lässt. Meinen allergrößten Respekt! Wo sich in den ersten Teilen fast alles um die drei Thalheim Schwestern (Rieke, Silvie und Flori) drehte, erzählt Brigitte Riebe nun die Geschichte von Friedrich Thalheims unehelicher Tochter Miriam „Miri“ Feldmann, geb. Sternberg. Die heutige Miri führt ein glückliches Leben, mit Mann und ihrer Adoptivtochter. Zudem ist sie als erfolgreiche Chefdesignerin bei Thalheim beschäftigt, dennoch wird ihr Leben immer wieder von der schrecklichen Vergangenheit eingeholt, die sie einfach nicht mehr abschütteln kann. In emotionalen Rückblicken lässt die Autorin den Leser hier an den schrecklichen Kriegerlebnissen von Miri, die als Jüdin lebt, teilhaben. Ehrlich und schonungslos berichtet sie von den Kriegswirren mit all seinem Leid, das der Krieg den Menschen beschert hat. Gerade diese Rückblicke haben mich emotional sehr bewegt. Nicht nur die Vergangenheit stürzen sie in ein Gefühlschaos, sondern auch ihre späte Schwangerschaft oder die Sorgen um ihren Vater. Aber auch die anderen Familienmitglieder haben einige Neuigkeiten auf Lager und selbst das Konzept des Modehauses Thalheim muss neu überdacht werden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Langweilig wird es mit der Familie nie. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn die immer neuen Wendungen machen die Geschichte umso spannender und so mochte bzw. konnte ich dieses Buch kaum mehr aus den Händen legen. Selbst nach drei Bänden bereitet es mir immer noch so viel Freude an dem Leben der Thalheims teilnehmen zu dürfen, aber nicht nur dies, sondern auch die geschichtliche Zeitreise ist ein wahrer Genuss. Brigitte Riebe schafft es immer wieder politische Ereignisse perfekt in die Geschichte einzuweben und sie dadurch nochmals lebendig werden zu lassen. Dank des Einfließens der Ereignisse durfte ich z.B. an einem Jimi Hendix Konzert oder an den Studentenbewegungen teilnehmen, aber auch die immer wiederkehrenden Änderungen der DDR-Regimes gegenüber West- Berlins nicht ab. Selbst die damalige Kanzlergattin Rut Brandt durfte immer wieder zum Shopping ins Modehaus Thalheim einkehren. Beim Lesen dieser Bücher erlebe ich nach wie vor das allerschönste Kopfkino.



Auch mit ihrem vierten Band der Schwestern vom Ku´damm hat Brigitte Riebe erneut bewiesen, dass sie zurecht zu den erfolgreichsten Autorinnen zählen darf. Diese Geschichte ist erneut eine emotionale, dramatische und spannende Zeitreise mit und um die Familie Thalheim. Leider gibt es ein Wermutstropfen, denn mit diesem Band geht die Ära des Modehauses Thalheim zu Ende. Schade, aber wer weiß, vielleicht kommt noch einmal ein neuer Teil der neuen Generation Thalheim…..wer weiß, wer weiß.

5 von 5 Sternen (alles andere wäre eine Beleidigung) und ich kann diese Reihe nur weiterempfehlen. Absolut Lesenswert!!!!

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Veröffentlicht am 04.10.2021

Konnte mich nicht ganz überzeugen

Ministry of Souls – Die Schattenarmee
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Vor knapp einem Jahr habe ich den Auftaktband „Das Schattentor – Ministry of Souls“ mit großer Begeisterung gelesen. Sehnsüchtig wartete ich auf den zweiten Band „Die Schattenarmee – Ministry of Souls“, ...

Vor knapp einem Jahr habe ich den Auftaktband „Das Schattentor – Ministry of Souls“ mit großer Begeisterung gelesen. Sehnsüchtig wartete ich auf den zweiten Band „Die Schattenarmee – Ministry of Souls“, der jetzt endlich im Lübbe Verlag erschienen ist. Wie schon bei dem seinem Vorgänger klang der Klapptext nach einer ereignisreichen und spannungsgeladenen Geschichte, die meine Neugierde noch mehr wachsen ließ.

Wer die Romane von Akram El-Bahay kennen und lieben gelernt hat, weiß seinen unverwechselbaren Schreibstil mehr als nur zu schätzen. Akram schreibt nicht nur Geschichten, nein, er haucht ihnen Leben ein. Seine bildhafte und detaillierte Erzählung lässt die Fantasiewelt immer wieder auf ein Neues erwecken. Aber nicht nur die Handlung trägt dazu bei, sondern auch die beeindruckende und perfekt eingefangene Kulisse lassen das Herz seiner Fans höherschlagen und beschert ihnen ein unvergessenes Kopfkino. Aber was wäre eine Geschichte ohne Charaktere und die sind diese genauso facettenreich dargestellt und wieder gespiegelt worden, wie im vorherigen Band. So durfte ich mich auf ein Wiedersehen mit den bekannten Gesichtern (Jack, Naima, OZ, Terry, Agatha oder Travis).
Ohne große Umschweife geht es mit Handlung weiter. Es gibt zwar einige Passage, die im ersten Band vorkommen, aber allzu viele sind es nicht. Deshalb wäre es ratsam, den ersten Teil vorher gelesen zu haben. Jack, Oz und Naima sind immer noch auf der Suche nach dem Ifriten, um ihn zu bekämpfen, aber so einfach ist dies nicht. Zumal dieser beim letzten Auf-einandertreffen Jack mit einem Fluch belegt hat und so langsam läuft den drein die Zeit davon. In einem spannenden Abenteuer an verschiedenen Schauplätzen versuchen Jack und Co. dem Ifriten das Handwerk zu legen und dabei Jacks Leben zu retten. Wer ist der Ifrit überhaupt und wird es den drein gelingen, diesen zu besiegen?

Bei der Beurteilung dieses Buches bin ich mir uneins. Einerseits war die Geschichte sehr gut weitererzählt und auch sehr spannend, aber zum anderen fand ich es an einigen Stellen sehr langatmig und ich verlor ein ums andere Mal die Übersicht. Schade eigentlich, aber für mich hatte die Geschichte zu viele Schwachstellen und konnte mich deshalb auch nicht so in seinem Bann ziehen, wie der erste Teil. Deshalb vergebe ich nur 31/2 Sterne.

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