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Veröffentlicht am 15.09.2016

Genial - ein Highlight unter den Zeitreise-Romanen

Zeitsplitter - Die Jägerin
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Worum geht's?
Em wird gefangen gehalten, gequält und gefoltert. Sie hat Informationen, die sie um jeden Preis geheim halten muss. Marina ist jung, beliebt und wohlhabend. Endlich hat sie den Entschluss ...

Worum geht's?
Em wird gefangen gehalten, gequält und gefoltert. Sie hat Informationen, die sie um jeden Preis geheim halten muss. Marina ist jung, beliebt und wohlhabend. Endlich hat sie den Entschluss gefasst, ihrer großen Liebe James ihre Gefühle zu gestehen. Wäre da nicht der Idiot Finn Abbott, der ihr immer wieder in die Quere kommt. Zwei Mädchen, die unterschiedlicher kaum sein könnten - und doch sind sie ein und dieselbe Person. Vier Jahre liegen zwischen Marinas Leben und Ems Untergang. Aber Em und Finn, dem Jungen, der all dies mit ihr durchgestanden hat, gelingt die Flucht aus ihren Zellen. Mithilfe von Cassandra, einer Maschine, die die Zeit splittert, reisen sie zurück in die Vergangenheit vor vier Jahren. Sie müssen die Zukunft verhindern, die die Welt in einen Ort des Schreckens verwandeln wird - und ein Opfer bringen, für das sie nicht bereit sind...

Meine Meinung:
"Zeitsplitter - Die Jägerin" von Cristin Terrill, der Auftakt einer neuen Zeitreise-Reihe, beginnt abrupt und unvermutet. Ohne jegliche Erklärungen oder Vorwarnungen wirft die Autorin ihre Leser mitten in eine aufregende Handlung, die die Leseatmosphäre vor Spannung zum Knistern bringt. Obwohl man noch nicht so recht weiß, was gerade vor sich geht, ist man augenblicklich von "Zeitsplitter - Die Jägerin" gebannt. Nach solch einem Start, der das Spannungsniveau sofort auf ein extrem hohes Level bringt, sind die Erwartungen an den Rest des Romans hoch!

Auch nach dem rasanten Einstieg rückt die Autorin nicht so schnell mit Informationen heraus. Nur spärlich und sporadisch liefert sie im Verlauf der Geschichte Antworten. Diese Geheimniskrämerei und die Tatsache, dass man mit jedem Kapitel neue Facetten, Aspekte und Dimensionen der Geschichte kennenlernen darf, macht das Buch jedoch erst so spannend! Man fühlt sich zu keinem Zeitpunkt von der Autorin mit seinen Fragen allein gelassen, denn sie schafft es, ihre Leser so tief in ihren Roman eintauchen zu lassen, dass man ausschweifende Erklärungen gar nicht nötig hat. Man entdeckt "Zeitsplitter" und seine Geheimnisse selbst, erlebt es durch Marinas Augen quasi am eigenen Leib! Um jeden Preis und zu jedem Zeitpunkt will man wissen, wie es weitergeht, und so wird "Zeitsplitter - Die Jägerin" zu einem Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.

Die Autorin steigert sich bis zur letzten Seite und liefert einen Abschluss, der aufregender und intensiver kaum sein könnte. Man klebt förmlich am Buch fest und traut sich nicht einmal zu blinzeln, aus Angst, man könnte etwas verpassen! In ihrem grandiosen Finale fügt Terrill all die wichtigen Aspekte und Fäden ihrer Geschichte zusammen, sodass "Zeitsplitter - Die Jägerin" einen gelungenen und runden Abschluss findet - eigentlich perfekt für einen Einzelband. Momentan schreibt Cristin Terrill jedoch an einer Fortsetzung des Romans und wir dürfen gespannt sein, was ihr nach diesem Ende für ihre Charaktere noch im Kopf herumspukt...

Cristin Terrill hat mit ihrem Zeitreiseroman wahrlich ein großartiges Abenteuer quer durch die Zeiten erschaffen, das vor Komplexität und genial verworrenen Handlungssträngen nur so strotzt. "Zeitsplitter - Die Jägerin" beeindruckt mit all seinen geschichtlichen Facetten und den vielen realistischen Bezügen, die die Autorin in die Handlung hat mit einfließen lassen, ohne dabei störende Logiklücken entstehen zu lassen! Terrill hat nicht nur Herzblut, sondern auch viel Köpfchen in ihr Debüt gesteckt. Mit einem Ergebnis, das sich definitiv in die Highlights unter den Zeitreiseromanen einreihen darf.

"Zeitsplitter - Die Jägerin" bietet nicht nur eine geniale Geschichte, sondern auch geniale Charaktere, die das Buch gemeinsam zu einem umwerfenden Must-Read machen. Die beiden Protagonistinnen Em und Marina sind eigentlich ein und dieselbe Figur, allerdings trennen sie vier Jahre voneinander - vier Jahre, in denen aus Marina Em geworden ist, eine völlig andere Person. Marina ist jung und naiv. Ihre Gedanken schwirren nur um James und ihre Liebe zu ihm. Em dagegen ist knallhart, tough und mutig. In nur vier Jahren hat sie ihre kindliche Seite vollkommen abgelegt, auch wenn sie bezüglich ihrer Gefühle noch immer ein wenig naiv geblieben ist. Ich mochte Em und Marina, die "Zeitsplitter - Die Jägerin" abwechselnd aus ihrer Perspektive erzählen, beide auf ihre eigene Art und Weise. Ihre Charakterentwicklung mitzuerleben war spannend und faszinierend zugleich und konnte mich auf so vielen Ebenen fesseln.

Auch die Nebencharaktere haben im ersten "Zeitsplitter"-Band viel zu bieten. Wie auch bei Em und Marina lernt man viele Figuren auf zwei Weisen kennen. Immer wieder ertappt man sich beim Grübeln und Stauen, wie sehr sich Menschen doch verändern können und welche Gründe zu solch extremen Veränderungen führen können. Trotzdem kommt bei keinem einzelnen Charakter jemals das Gefühl auf, das seine beiden "Ichs" nicht zueinander passen würden. Man erkennt ihre Grundzüge in beiden Persönlichkeiten wieder - und doch sind sie so unterschiedlich und einzigartig. Cristin Terrill glänzt auch hier mit vielschichtigem Facettenreichtum und genial durchdachten Entwicklungen.

Trotz all der Spannung kommt die Liebe in "Zeitsplitter - Die Jägerin" nicht zu kurz. Wie auch beim Rest der Geschichte hat sich Cristin Terrill für die romantische Seite ihres Romans viele interessante Entwicklungen und packende Wendungen ausgedacht. Zwischen Em, Marina, James und Finn gibt es ein kompliziertes und schwieriges Beziehungsgeflecht, das eine entscheidende, aber keine vorherrschende Rolle innerhalb der Geschichte einnimmt. Terrill hat ihrer Liebesgeschichte ganz ohne Klischee und Kitsch geschrieben, sodass sie perfekt zum Rest des "Zeitsplitters" passt. "Mainstream" geht anders!

Cover:
Ich konnte gar nicht anders: Trotz des Mädchengesichts auf dem Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt. Ich liebe die Aufmachung mit den Splittern, die perfekt zur Geschichte passt, die Farben, die die Unterschiede zwischen Em und Marina verdeutlichen. Ein absoluter Eye-Catcher!

Fazit:
Wow! "Zeitsplitter - Die Jägerin" von Cristin Terrill ist ein sensationelles Debüt, das mich in jeglicher Hinsicht begeistert hat. Die Autorin hat ein genial durchdachtes Zeitreise-Abenteuer geschrieben, das vor Spannung, Action und Nervenkitzel nur so strotzt und sich dabei trotzdem nicht in wirren Logiklücken verfängt. Zugleich bekommt man komplexe und individuelle Charaktere geboten, die man sogar auf zwei unterschiedliche Arten kennenlernen darf. "Zeitsplitter - Die Jägerin" hat mich atemlos an seine Seiten gebannt und sprachlos zurückgelassen. Ein Highlight unter den Zeitreise-Romanen und definitiv ein Must-Read! Für "Zeitsplitter - Die Jägerin" vergebe ich 5 Lurche.

Veröffentlicht am 04.07.2017

Verboten, gefühlvoll - und unfassbar verzwickt!

Sternschnuppenstunden
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Preisfrage: Was schenkt man einer Fünfzehnjährigen ohne Sozialleben?
Die Antwort: Natürlich ein Tagebuch!
(S. 5)

Ein romantischer Titel, eine zuckersüße Gestaltung: Dass hinter „Sternschnuppenstunden“, ...

Preisfrage: Was schenkt man einer Fünfzehnjährigen ohne Sozialleben?
Die Antwort: Natürlich ein Tagebuch!


(S. 5)

Ein romantischer Titel, eine zuckersüße Gestaltung: Dass hinter „Sternschnuppenstunden“, dem Debüt der britischen Autorin Rachel McIntyre, eine Geschichte stecken würde, die mir eine Gänsehaut bereiten und mir so manches Mal die Sprache verschlagen würde, habe ich bei einem Buch aus dem Magellan-Verlag durchaus erwartet. Dass hinter der liebevollen Fassade allerdings so eine extreme Erzählung, solch eine mitreißende und emotional belastende Geschichte stecken würde, die zugleich belastet, berührt und bewegt, hat mich erneut überrascht und begeistert.

„Sternschnuppenstunden“ von Rachel McIntyre ist ein unbeschreiblich gutes Buch, das sich auf bedrückende, aber sehr ehrliche Art und Weise mit Mobbing beschäftigt. Lara ist eine großartige Protagonistin, die sich frech, charmant und liebenswürdig sofort in mein Herz geschrieben hat, auch wenn es das Schicksal nicht gut mit ihr meint. Was Lara zwischen den Buchdeckeln von „Sternschnuppenstunden“ erleben muss, bringt einen selbst als außenstehenden Leser an die eigenen psychischen Grenzen. Die verbotene, aber gefühlvolle Schwärmerei für ihren Lehrer ist Laras einziger Lichtblick, der für verzwickte Entwicklungen, aber unheimlich authentische Gefühle gesorgt hat. Sprachlos, zutiefst bedrückt und emotional völlig mitgerissen habe ich Laras Tagebucheinträge verschlungen, bis ich das Buch mit einem etwas mulmigen Gefühl zugeschlagen habe. Für „Sternschnuppenstunden“ vergebe ich zutiefst beeindruckte, sehr gute 4 Sterne.

Veröffentlicht am 01.06.2017

Drei dunkle Schwestern, jede so schön, zwei werden verschlungen, nur eine gekrönt ...

Der Schwarze Thron 1 - Die Schwestern
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Sie sind Drillinge, jede gesegnet mit einer anderen magischen Gabe: Mirabella, die Elementwandlerin, Katharine, die Giftmischerin, und Arsinoe, die Naturbegabte. Sie sind die Töchter der Königin. Doch ...

Sie sind Drillinge, jede gesegnet mit einer anderen magischen Gabe: Mirabella, die Elementwandlerin, Katharine, die Giftmischerin, und Arsinoe, die Naturbegabte. Sie sind die Töchter der Königin. Doch nur eine von ihnen wird den Thron des Inselreichs Fennbirn besteigen. Denn um Königin zu werden, müssen die Schwestern sich ab ihrem 16. Geburtstag einem blutigen Kampf stellen, den nur eine von ihnen überleben wird …

So tosend und mitreißend wie Stürme der Elementwandler, so brutal und abscheulich wie die Gifte der Giftmischer und zugleich so einzigartig und anziehend wie die Blüten der Naturbegabten: „Der Schwarze Thron: Die Schwestern“ von Kendare Blake hat mich absolut überzeugt! Dass der Reihenauftakt sich zu einem meiner Highlights entwickeln und mich sehnsüchtig nach der Fortsetzung lechzen lassen würde, hätte ich nach den ersten Kapiteln nicht erwartet. „Die Schwestern“ lebt von Blakes süchtig machenden Weltenbau und der einmaligen Atmosphäre, die versprochene Spannung lässt jedoch ein wenig auf sich warten und auch mit den vielen Charakteren wird man nicht auf Anhieb warm. Ich kann nur dringlichst empfehlen, dranzubleiben und der Atmosphäre den Raum zu lassen, den sie braucht. Das fulminante letzte Drittel – und das Ende! – sind es mehr als wert!

Veröffentlicht am 01.06.2017

"Nicht auch noch der!" – Oh doch!

Nicht auch noch der!
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Luca kann es nicht fassen: Sie soll in eine Männer-WG ziehen! Die Verwaltung des Studentenheims hat einen Fehler gemacht und sie zu zwei Kerlen gesteckt. Dabei hat Luca von Männern nach ihrer letzten gescheiterten ...

Luca kann es nicht fassen: Sie soll in eine Männer-WG ziehen! Die Verwaltung des Studentenheims hat einen Fehler gemacht und sie zu zwei Kerlen gesteckt. Dabei hat Luca von Männern nach ihrer letzten gescheiterten Beziehung wirklich genug. Der freche Schönling, der ihr beim Gespräch mit der Verwaltung dazwischenfunkt, beweist ihr in aller Ausdrücklichkeit, warum. Aber Luca bleibt keine Wahl: Entweder diese Wohnung oder keine! Widerwillig nimmt Luca das WG-Angebot an – und steht kurze Zeit später wieder vor dem frechen Schönling. Gestatten? Ben, Lucas neuer Mitbewohner …

"Nicht auch noch der!" von Lena Marten ist ein unterhaltsamer Liebesroman, der mit lustigen Sequenzen, verträumten Augenblicken und bewegenden Entwicklungen für tolle Lesestunden sorgt. Protagonistin Luca und ihr schweres Schicksal, in eine WG mit zwei äußerst attraktiven Männern ziehen zu müssen, sind gerade deshalb so amüsant, weil zwischen ihr und ihrem neuen Mitbewohner Ben eine großartige Dynamik entsteht. Immer wieder springen einem Gedanken wie "Was sich liebt, das neckt sich!" und "Nun küsst euch doch endlich!" in den Sinn, während die freche und spritzige Atmosphäre zum Schmunzeln einlädt. "Nicht auch noch der!" bedient sich der gesamten Gefühlspalette, wird zum Ende hin sogar düster. Mir persönlich hat diese bedrückende Entwicklung nicht allzu gut gefallen, sie wirkte zu gekünstelt und wollte nicht recht ins Gesamtbild des Romans passen. Dennoch hat "Nicht auch noch der!" mich für einige Lesestunden gut unterhalten und ich freue mich schon auf das nächste Buch der Autorin.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine herzerwärmende Geschichte über das Leben und seine Tücken

Das Jahr, in dem wir alles wagen
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Worum geht's?
Silvester ist der Tag der neuen Vorsätze. Für Gemma, die tagtäglich mit dem ganz normalen Familienwahnsinn zu kämpfen hat, Caitlin, die nach dem Tod ihrer Mutter in ihre Heimat zurückkehrt, ...

Worum geht's?
Silvester ist der Tag der neuen Vorsätze. Für Gemma, die tagtäglich mit dem ganz normalen Familienwahnsinn zu kämpfen hat, Caitlin, die nach dem Tod ihrer Mutter in ihre Heimat zurückkehrt, um das geerbte Haus vermietbar zu machen, und Saffron, die in der englischen Kleinstadt nach einer kleinen Auszeit sucht, war das Leben in der letzten Zeit nicht leicht zu meistern. Als sie sich auf Gemmas Silvesterparty zufällig kennenlernen, verstehen die drei Frauen sich auf Anhieb prächtig und schließen einen Pakt: Das neue Jahr wird das beste, das sie je erlebt haben! Das Jahr, in dem sie alles wagen. Doch die kommenden Monate meinen es nicht gut mit ihnen. Schicksalsschläge prasseln auf die drei Frauen herein – und plötzlich muss sich jede von ihnen der Entscheidung stellen, ob ein Neuanfang tatsächlich das Richtige für sie ist …

Meine Meinung:
„Das Jahr, in dem wir alles wagen“ von Lucy Diamond ist eines jener Bücher, zu denen man allein der Message wegen greift. Wie oft hat man sich schon selbst vorgenommen, dass das nächste Jahr das beste, erfolgreichste, alles verändernde werden soll, nur um sein euphorisches Vorhaben nur wenige Tage später müde zu belächeln? Lucy Diamond erzählt in ihrem Roman die Geschichte dreier Frauen, die sich in dem Jahr, in dem sie alles wagen wollen, ihren bisher größten Herausforderungen stellen müssen. Drei Leben, die in der schicksalhaftesten Nacht des Jahres zu einander finden und seither untrennbar miteinander verbunden sind.

Lucy Diamond lässt einen allwissenden Erzähler ans Werk, der die Gedanken und Gefühle der Protagonistinnen vermitteln kann. Die Geschichten der drei Frauen Gemma, Caitlin und Saffron werden parallel zueinander erzählt, Kapitel für Kapitel findet ein Perspektivwechsel statt und eine andere der drei Frauen steht im Fokus. Lucy Diamond verzwickt die drei unterschiedlichen Handlungsstränge auf geschickte Weise, sodass keiner von ihnen zu kurz kommt. Sie ergeben als harmonisches Miteinander eine gelungene Geschichte. Die häufigen Perspektivwechsel wirken niemals verwirrend, dafür auf eine gewisse Art frustrierend, die der Autorin jedoch nur Pluspunkte einbringt: Sie erzählt die Schicksale so mitreißend, dass man die kleinen Cliffhanger am Ende eines Kapitels kaum erträgt.

Gemma ist die erste der drei Protagonistinnen, die man kennenlernen darf. Gemma Bailey führt ein Leben, um das sie viele nur beneiden können: Sie ist liebende Mutter zweier gesunder Kinder, hat einen wundervollen Mann, der ihr die Welt zu Füßen legt, und wohnt in einem Haus, das zwar nicht perfekt, aber ein echtes Zuhause ist. Gemma ist mit Leib und Seele Hausfrau und Mutter, und das merkt man ihrem strahlenden Wesen an. Sie ist zudem eine talentierte Schneiderin, die sich auch ihr Kleid für die Silvesterparty geschneidert und dafür so manche bewundernde Blicke geerntet hat. Gemma ist herzensgut und liebenswürdig, wird durchaus aber auch von Selbstzweifeln geplagt, über die wohl jede Frau nur mitfühlend seufzen kann. Ihre natürliche Art macht sie äußerst sympathisch. Doch schon bald ist es nicht ihr herzliches Lachen, sondern ihr unbezwingbare Stärke, die Gemma in der Geschichte strahlen lässt.

Caitlin stammt ebenfalls aus dem kleinen englischen Dorf Larkmead, ist aber schon vor vielen Jahren weggezogen, um ihr eigenes Leben beginnen zu können. Ihren Eltern zuliebe hat sie eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht, mittlerweile geht sie aber ihrem Herzensjob als Webdesignerin nach. Caitlin ist kreativ und hat immer eine zündende Idee parat. Zu Beginn der Geschichte kehrt sie in ihre Heimat Larkmead zurück, um das Haus ihrer kürzlich verstorbenen Mutter auf Vordermann zu bringen. Sie will es vermieten, muss dafür aber ordentlich entrümpeln und die persönlichen Gegenstände ihrer Mutter sichten. Dabei stößt Caitlin auf Ungereimtheiten – und plötzlich bricht ihr der sichere Boden unter den Füßen weg.

Saffron ist die dritte im schicksalhaften Bunde und die einzige der Frauen, deren Leben nicht in Larkmead verwurzelt ist. Sie ist nur zu Besuch und hat sich eher zufällig Urlaub in dem Dorf gebucht, um ihrem Leben im stressigen London entfliehen zu können. Sie arbeitet als Pressereferentin, ist Karrierefrau durch und durch. Doch als sie eine unerwartete Nachricht bekommt, brennen bei Saffron die Sicherungen durch. Sie braucht Zeit für sich, Zeit zum Überlegen, wie sie mit der Neuigkeit umgehen soll, die nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Familie in absolutes Chaos stürzen könnte.

Drei Schicksale starker Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch perfekt zueinander passen. „Das Jahr, in dem wir alles wagen“ hat sich schnell als Leseerlebnis entpuppt, das seine Leser mitnimmt und bewegt. Dank Lucy Diamonds Schreibstil rauscht man geradezu durch die Seiten. So bewegend und Mut machend dieser Roman auch sein mag, im Laufe der Geschichte hätte eine unerwartete Wendung noch mehr Dynamik in das Geschehen bringen können. Vieles an der Handlung lässt sich erahnen, wie auch ihr Ausgang. Der Weg bis zur letzten Seite ist aber fraglos eine gelungene Mischung aus Unterhaltung und Dramatik, die für mitreißende Lesestunden sorgt. An Spaß, Witz und Gefühl fehlt es „Das Jahr, in dem wir alles wagen“ nicht!

Fazit:
Drei Frauen, drei Schicksale: „Das Jahr, in dem wir alles wagen“ von Lucy Diamond ist eine herzerwärmende Geschichte über das Leben und seine Tücken. Gemma, Caitlin und Saffron sind Protagonistinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Doch das Jahr, das das beste ihres Lebens hätte werden sollen und sich als ihre größte Herausforderung entpuppt, schweißt die drei Frauen zusammen. Zwischen diesen Buchdeckeln wartet eine ehrliche Geschichte, die mit Charme und jeder Menge Gefühl zu punkten weiß, auf ihre Leser. Nicht nur zum Jahreswechsel ein lesenswertes Buch! Für „Das Jahr, in dem wir alles wagen“ vergebe ich 4 Lurche.