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Veröffentlicht am 22.11.2022

Fesselnder, hervorragend recherchierter historischer Roman

Der eiserne Herzog
8

Mit der Battle of Hastings habe ich mich in meinem Leben schon oft beschäftigt, daher war ich gespannt, wie in diesem Roman die Geschichte dargestellt wird.
Schon das Buchcover mit dem Schild mit Wappen ...

Mit der Battle of Hastings habe ich mich in meinem Leben schon oft beschäftigt, daher war ich gespannt, wie in diesem Roman die Geschichte dargestellt wird.
Schon das Buchcover mit dem Schild mit Wappen in der Mitte und den Kämpfern, die die typisch normannischen Helme, die mir schon von der Tapisserie de Bayeux bekannt waren, fand ich wunderbar gestaltet. Es ist ein Hingucker und stimmt auf den Roman gut ein.
Und nun zum Roman:
Ich bin begeistert davon, wie Ulf Schiewe die historischen Fakten zu einem fesselnden Roman verarbeitet hat. Dabei ist besonders bewundernswert, dass die allseits bekannten historischen Persönlichkeiten Harold Godwinson und William the Conqueror hier die Hauptprotagonisten des Romans sind. Da der Autor vorher alles genauestens recherchiert hat, sind natürlich die Geschichte und sogar die damaligen Namen realitätsgetreu wiedergegeben. Darüber hinaus sind auch fiktive Elemente stimmig in die Erzählung eingebaut. Besonders die Gedanken und Gespräche der zwei Thronanwärter begeisterten mich hier. Man begleitet beide schon ab der Zeit viele Jahre vor der Schlacht, erfährt einiges über ihre Familien, dabei vor allem auch über die klugen, starken Ehefrauen und versteht ihre Beweggründe für ihre Handlungen. Und bei all dem vermittelt Ulf Schiewe nicht etwa belehrend oder gar trocken Geschichtswissen, sondern erschafft einen packenden Roman, der von Anfang bis Ende spannend ist, ungeachtet der Tatsache, dass die Geschichte ja eigentlich bekannt ist. Auch die sprachliche Ausarbeitung fand ich äußerst gelungen.
Das war mein erstes Buch dieses Autors, wird aber mit Sicherheit nicht mein letztes bleiben.

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Veröffentlicht am 12.11.2022

Eine unheimlich spannende, informative Familiengeschichte

Der Pfirsichgarten
0

Der Roman beginnt etwa um die Zeit des zweiten Weltkriegs. Man erfährt noch etwas über das Leben von Meilin und ihrer Familie davor, dann kommt ein Teil der Familie um, während der Rest heimatlos wird.

Meilin ...

Der Roman beginnt etwa um die Zeit des zweiten Weltkriegs. Man erfährt noch etwas über das Leben von Meilin und ihrer Familie davor, dann kommt ein Teil der Familie um, während der Rest heimatlos wird.

Meilin flieht mit ihrem Sohn Renshu und anfangs auch ihrem Schwager und dessen Familie - ihr Mann ist schon in früheren Kämpfen umgekommen - eine Odyssee durch China und später aus China heraus beginnt. Mit ihrer wunderbaren, wertvollen Bildrolle erzählt sie ihrem kleinen Sohn auf dieser Flucht Geschichten - ein Stück chinesischer Kulur. Neben diesen Geschichten erfährt der Leser viel über das Leben in China zu jener Zeit, über politische Hintergründe, die Traditionen und Familienbeziehungen. Sehr spannend fand ich als Europäerin auch, den Krieg auf einem anderen Teil der Welt mit ganz anderer Geschichte zu "erlesen".

Auch die Gründe, aus denen Festlandchinesen aus China flohen, nachdem die Japaner abgezogen waren, ihr Leben in Taiwan und anderen Ländern, ihre Probleme dort und den Einfluss, den die Politik bis ins ferne Amerika auf ihr Leben und das ihrer Nachkommen hatte, fand ich unheimlich spannend. Hierbei bewundere ich, wie Melissa Fu nicht "einfach" die Geschichte ihres Vaters erzählt, sondern diese Geschichte mit gut recherchierten Fakten und den Geschichten anderer Familien zu einer ganz neuen Familiensaga verwebt. Das macht die Geschichte um einiges vielschichtiger.

Durch ihre Sprache schafft sie es, den Leser alles hautnah miterleben zu lassen. Einfach wunderbar.

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Veröffentlicht am 15.08.2022

Sehr spannend mit Urlaubsfeeling

Die Marseille Morde - Das tote Mädchen
0

Ein sehr spannendere Krimi, der mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte und daher schnell gelesen war.
Die Verursacher des Selbstmordes sind schnell klar, ob aber alles restlos aufgeklärt werden ...

Ein sehr spannendere Krimi, der mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte und daher schnell gelesen war.
Die Verursacher des Selbstmordes sind schnell klar, ob aber alles restlos aufgeklärt werden kann, ob genug Beweise gesammelt werden können, ob die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können macht die Spannung in diesem Krimi aus. Durch die Beschreibung der Handlungsorte und des ebenfalls interessanten Privatlebens der Protagonisten, fühlt man sich nach Südfrankreich versetzt und kann nebenbei lesender Weise dort Urlaub machen.
In anderen Büchern empfinde ich das Thema Corona und Lockdown als nervig, da ich froh bin, dass wir diese Phase hinter uns haben - hier jedoch war es spannend, die Bestimmungen in Frankreich und die Auswirkungen für bestimmte Berufsgruppen mitverfolgen.
Erschreckend fand ich die Untätigkeit der Lehrer, wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass dies an einer Privatschule, die auf Gelder angewiesen ist, sehr von der Leitung der Schule abhängt.
Ob die Geschichte bis ins letzte Detail realistisch ist, weiß ich nicht - vielleicht will ich mir aber nur nicht vorstellen, dass sie es sein könnte.
Anfangs erschlugen mich die vielen Themen - Mobbing, Diversität, Corona, uvm. - etwas, aber im Großen und Ganzen fand ich sie im Laufe des Buches alle passend.

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Veröffentlicht am 08.08.2022

Krimi in den 50er Jahren

Frisch ermittelt: Der Fall Vera Malottke
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Vera Malottke, eine Edelprostituierte, kommt in ihrer Wohnung zu Tode und Martha Frisch findet sie mit ihrer Nachbarin Traudl. Die polizeilichen Ermittlungen werden aufgenommen. Im Leer der 50er Jahre ...

Vera Malottke, eine Edelprostituierte, kommt in ihrer Wohnung zu Tode und Martha Frisch findet sie mit ihrer Nachbarin Traudl. Die polizeilichen Ermittlungen werden aufgenommen. Im Leer der 50er Jahre werden diese allerdings durch Klüngeleien des Kommissars Onnen mit den Herren der besseren Gesellschaft, die alle zu den Verdächtigen gehören, ihn aber von seiner Nazivergangenheit reinwuschen, stark behindert. Nur allzugerne sähe er einen Vorbestraften als Täter hinter Gittern. Zum Glück helfen Martha, ihr Großneffe und ein von ihr beauftragter Anwalt mit, die Unschuld dieses jungen Mannes zu beweisen und den Fall aufzuklären.

Die Geschichte bringt einem Martha, sowie die Zeit, in der sie lebt, und die Menschen in ihrer Umgebung näher, wobei es mir persönlich nicht gefiel, dass die Geschichte in jene Zeit versetzt wurde, in der noch andere Moralvorstellungen galten und Frauen weniger Rechte hatten und eine andere Rolle erfüllen mussten als heute. Was die Autorin damit bezweckt wurde mir bis zum Schluss nicht wirklich klar

Gute gefallen hat mir der Aufbau der Geschichte hingegen dahingehend, dass der Leser bis zum Ende mitfiebern kann, wer denn nun der Täter ist. Auch, dass nicht durchgehend aus derselben Perspektive erzählt wird, sondern die einzelnen Protagonisten sich abwechseln, macht die Geschichte lebendig. Und nicht zuletzt fand ich die Stimme der Leserin und ihre Art des Vortrags meist angenehm.

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Veröffentlicht am 12.11.2022

Spannend, aber ...

Die Spur der Luchse
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Während Umweltaktivisten im Wald gegen den Bau einer Bahntrasse durch denselben demonstrieren, da er unter anderem das Habitat der Luchse zerstückeln würde, verschwinden in diesem Wald 4 Jugendliche auf ...

Während Umweltaktivisten im Wald gegen den Bau einer Bahntrasse durch denselben demonstrieren, da er unter anderem das Habitat der Luchse zerstückeln würde, verschwinden in diesem Wald 4 Jugendliche auf einer Schulexkursion. Besonders brisant dabei ist, dass eine der Jugendlichen die Tochter eines rechtspopulistischen Politikers ist.

Die Geschichte beginnt nach einem Vorspann, in dem es um einen Juwelenraub geht. Man erfährt zuerst einiges über die Probleme beim Bahntrassenbau, was für meinen Geschmack deutlich knapper hätte gehalten werden können. Als die Jugendlichen verschwinden hat man als Leser schon einige Erzählstränge gefunden, die erst einmal nicht wirklich zusammenzupassen scheinen. Nun machen sich die Kommissarinnen und ihre Mitarbeiter daran, den Fall zu lösen. Spannungen und Befindlichkeiten sind für den Leser nur verständlich, wenn er die vorherigen Bände kennt, aber es werden auch immer mal wieder Erklärungsbrocken eingebaut.

Sehr sonderbar erschien es mir, dass alle Polizisten völlig alleine suchen - auch im dunklen Wald - und auch meist alle anderen über ihre Recherchen im Unklaren lassen. Verstärkt wird das dann noch, als die leitende Kommissarin mit einer "schweren Gehirnerschütterung" und frisch operierten Gelenken nicht nur 18-Stunden-Tage vollgepumpt mit Opiaten durcharbeitet, sondern auch noch auf eigene Faust durchs Gelände tapert. Da wurde für meinen Geschmack deutlich zu dick aufgetragen.

Die verschiedenen Erzählstränge werden zwar nach einem langen, spannenden Mittelteil zusammengefügt, passen aber nur daher zusammen, da hier viel getrickst und konstruiert wurde, was das Miträtseln zu einem gewissen Grad ad absurdum führt. Zudem wird ein Strang ungeklärt in der Luft hängen gelassen.

Zu allem Überfluss endet das Buch mit neuen Erzählsträngen, die wohl den nächsten Band vorbereiten sollen.

Ich schwanke hier zwischen 2 und 3 Sternen und vergebe die 3 nur aufgrund der lang aufrechterhaltenen Spannung. An einem anderen Tag in anderer Laune wären es wohl nur 2 geworden. Auch bei der sprachlichen Umsetzung sind mir kleinere Mängel aufgefallen. Den Plan, die vorherigen Bände auch zu lesen, habe ich im Laufe der Geschichte wieder aufgegeben.

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