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Veröffentlicht am 03.01.2021

Eine sehr bewegende Geschichte

Auf sieben Beinen
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Auf sieben Beinen von Fine Sturm

Franzi ist ein ganz normales Mädchen, besucht die 10. Klasse des Gymnasiums als ein tragisches Unglück ihr ganzes Leben verändert. Ein Hundebiss führt dazu dass man ihren ...

Auf sieben Beinen von Fine Sturm

Franzi ist ein ganz normales Mädchen, besucht die 10. Klasse des Gymnasiums als ein tragisches Unglück ihr ganzes Leben verändert. Ein Hundebiss führt dazu dass man ihren Unterschenkel amputieren muss. 10 Jahre später hat sie sich noch immer nicht von dem Schicksalsschlag erholt. Sie hat panische Angst vor Hunden, führt ein zurückgezogenes Leben und hat Angst das jemand etwas von ihrer Behinderung, die sie selbst noch nicht akzeptiert hat, erfährt. Dann schlägt das Schicksal wieder zu, es führt ihr Jan über den Weg und sie entwickelt Gefühle für ihn. Immer wieder treffen sich die beiden und die Schmetterlinge in Franzis Bauch werden immer mehr. Jan interessiert sich für sie. Franzi fühlt sich in die Enge getrieben, denn Jans bester Freund kommt auf vier Beinen daher und sie hat Angst das er von ihrer Behinderung erfährt.


Meine Meinung:

Fine Sturm hat eine wunderschönen und gefühlsvollen Roman geschrieben der mit dem tragischen Unfall beginnt. Man ist hautnah dabei, erlebt wie Franzi im Krankenhaus aufwacht und wie sie nach der OP zu sich kommt und erkennt das ihr etwas fehlt. Ich bekomme Gänsehaut, denn alles ist so authentisch geschrieben das man das Gefühl hat als wäre man mit dabei.

Danach gibt es einen Zeitsprung, 10 Jahre rücken ins Land. Franzi geht auf die 30 zu, aber ihr Leben hat sich komplett verändert. Sie führt ein zurückgezogenes Leben, einzig und allein ihre Eltern und ihre beste Freundin Kicki haben Zugang zu ihr. Man spürt recht bald das Franzi den Unfall nicht verarbeitet hat, aber auch das sie ihr neues ICH nicht akzeptiert. Dann lernt sie durch einen Zufall Jan kennen und immer wieder läuft ihr dieser, rein zufällig, über den Weg. Er gefällt ihr und irgendwann nimmt sie eine Einladung von ihm an. Ihr erstes Date und man spürt das sie aufgeregt ist, aber auch das sie Angst hat. Jan kitzelt eine bislang unbekannte Seite an ihr wach, sie erkennt was sie in den letzten Jahren alles aufgegeben hat, aber auch was ihr fehlt. Durch Jan findet sie wieder ins Leben zurück, aber sie hat Angst ihm von ihrer Behinderung zu erzählen. Man spürt immerzu das sie es möchte, aber wie kann sie über etwas reden das sie selbst noch nicht akzeptiert hat? Wie soll Jan sie so akzeptieren, wenn sie es selbst nicht kann? Das Leben geht manchmal unergründliche Wege und Franzi bekommt unerwartet eine Chance auf ein neues Leben.


Mir hat das Buch richtig gut gefallen, denn dadurch das man das Buch aus Sicht von Franzi liest ist man ganz nah an ihr ran. Es gibt viele bewegende Momente und die Gefühle fahren Achterbahn. Man fragt sich oft ob man sich an Franzis Stelle genauso gefühlt hätte, genauso gehandelt hätte, aber letztendlich ist es wohl einfach darüber zu urteilen wenn man sich nicht genau in der gleichen Lage befindet. Mir hat gefallen das sich mit Jan vieles in Franzis Leben geändert hat, das sie erkannt hat das sie selbst es in der Hand hat die Weichen für die Zukunft zu stellen. Es ist ein langer Prozess, aber alleine schon das sie sich dem Problem stellt und es nicht verdrängt ist für sie ein großer Fortschritt. Franzis Schockstarre löst sich auf, sie nimmt sich wieder als Mensch wahr und langsam, Schritt für Schritt wagt sie sich wieder ins Leben. Sie entwickelt sich weiter und erkennt das auch ein Leben mit einem Bein lebenswert ist.

Jan hat mir auch richtig gut gefallen, er hat es nicht leicht. Franzi verwirrt ihn und da er ein sehr sensibler Kerl ist spürt er das in der Vergangenheit etwas vorgefallen sein muss. Er stellt Vermutungen an, aber kann natürlich nicht ahnen was genau ihr Problem ist. Er hat es nicht leicht, aber er weiß das er in Franzi die Frau fürs Leben gefunden hat und versucht alles um ihr Vertrauen zu gewinnen. Das sein Hund Hansi, der sich auf den ersten Blick in Franzi verliebt hat, ein Problem ist ahnt er natürlich nicht. Aber Hansi macht sein eigenes Ding, er hat Franzi in sein Herz geschlossen und möchte sie nicht mehr missen, auch wenn sie ihn nicht besonders zu mögen scheint, er weiß was er will.


Besonders gut gefallen hat mir auch Kicky, Franzis beste Freundin. Sie kennt die Freundin von Kindheitsbeinen an und ihr gefällt nicht wie sie sich in den letzten Jahren zurückgezogen hat, vereinsamt ist. Sie ist eine tolle Freundin und sie sagt ihr immer offen und ehrlich was sie denkt, versucht die Freundin immer wieder aus dem Schneckenhaus zu holen, aber erst als Jan in deren Leben tritt bewegt sich etwas.

Auch Franzis Eltern spielen in der Geschichte eine große Rolle. Man spürt das auch diese den Unfall nicht verarbeitet haben, das sie in Franzi immer noch den verletzten Teenager sehen und das sie teilweise vor Sorge vergehen. Für sie ist es toll zu sehen das sich Franzi nun endlich weiterentwickelt, allerdings müssen sie nun auch loslassen und das fällt ihnen nicht immer leicht.


Die Geschichte zeigt wie wichtig es ist das man Schicksalsschläge verarbeitet, das man über seine Gefühle redet und das man sich Selbsthilfegruppen anschliessen sollte. Franzi hat das nicht getan und wie falsch das war merkt sie im Laufe der Zeit. Sie erkennt das sich ihr Leben in eine ganz andere Richtung entwickelt hätte wenn sie sich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen hätte. Dort hätte man sie ohne viele Worte verstanden und genau das wäre es gewesen was sie nach dem Unfall gebraucht hätte. Menschen die sie verstehen und die ihr, durch das eigene Schicksal, den Weg weisen.


Auf sieben Beinen ist eine Geschichte die wahnsinnig authentisch geschrieben ist und bei dem die Gefühle Achterbahn fahren. Man kann sich gut in die einzelnen Charaktere rein versetzen und überlegt immerzu wie man selbst, in der ein oder anderen Situation, gehandelt hätte. Es gibt viele Momente die einen schmunzeln lassen, aber auch viele die einen mitten ins Herz treffen. Mich hat die Geschichte um Franzi vom ersten Moment an in den Bann gezogen und der flüssige Schreibstil hat dafür gesorgt das ich mich nicht mehr von dem Buch lösen konnte. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, das war mir dann etwas zu heftig und hat (für mich) nicht mehr, zu der ansonsten authentischen, Geschichte gepasst. Meiner Meinung nach hätte es das auch gar nicht gebraucht, aber vielleicht musste Franzi auch sehen das das Schicksal die Fäden in der Hand hält und einfach wahllos zuschlagen kann. Ansonsten kann man sagen das sich am Ende der Kreis schliesst.


„Auf sieben Beinen“ ist eine Geschichte die zum Nachdenken anregt, aber auch Hoffnung bringt.


Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 4,5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2020

Der Funke ist wieder übergesprungen, aber das Buch ist besser

Der Trotzkopf
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Der Trotzkopf von Emmy von Rhoden
eingelesen von Heike Makatsch

DER TROTZKOPF war eines meiner Lieblingsbücher aus meiner Kinder-und Jugendzeit. Nun habe ich das Buch rereadet, allerdings das Hörbuch. ...

Der Trotzkopf von Emmy von Rhoden
eingelesen von Heike Makatsch

DER TROTZKOPF war eines meiner Lieblingsbücher aus meiner Kinder-und Jugendzeit. Nun habe ich das Buch rereadet, allerdings das Hörbuch.
Die Geschichte spielt in einer anderen Zeit, man könnte sagen Nostalgie pur und für die Jugendlichen von heute wird vieles unvorstellbar sein, vielleicht aber auch gibt es ihnen Denkanstöße und sie erkennen dadurch das man auch ohne Internet und Handys gut leben kann.
Ilse ist ein kleiner Wildfang der nach dem Tod der Mutter vom Vater auf Händen getragen wird. Er kann seiner kleinen Ilse keinen Wunsch abschlagen, verwöhnt sie und übersieht dabei das er viel zu viel durchgehen lässt, ihr letztendlich keinen Gefallen tut. Irgendwann lernt er eine neue Frau kennen und heiratet sie. Ilse die ja bislang keine Grenzen und Regeln kannte soll sich nun an genau diese halten, das gefällt ihr natürlich nicht und so bockt sie wo sie nur kann. Die Stiefmutter geht liebevoll mit ihr um, versucht aber das wilde Mädchen zu erziehen, aber diese macht wie früher weiter. Eines Tages überspannt sie den Bogen und der Vater erkennt das er Fehler gemacht hat und da Ilse bald in die Gesellschaft eingeführt werden soll braucht sie Manieren. Somit übergibt er, schweren Herzens, seine heißgeliebte Tochter in ein Mädchenpensionat wo sie lernen soll sich wie eine junge Dame zu benehmen. Ilse ist natürlich alles andere wie begeistert, aber sie fügt sich relativ gut ein, wobei sie das ein oder andere Mal über die Stränge schlägt. Sie findet im Pensionat aber auch Freunde und lernt sich dabei selbst neu kennen.

Das Hörbuch wurde von Heike Makatsch eingesprochen. Sie hat es wunderbar verstanden die einzelnen Charaktere zum Leben zu erwecken und mich in den Bann zu ziehen.
Die Geschichte selbst hat mir wieder wunderbar gefallen, allerdings fand ich es schade das man das Buch gekürzt hat. Kennt man das Buch nicht, dann fehlt einem nichts denn die Geschichte verzaubert einen immer noch. Hat man aber, wie ich, das Buch zig mal gelesen dann fällt einem schon auf das vieles was einem beim Lesen bewegt hat und das Buch auch ausgemacht hat ratz fatz abgehandelt wurde. Das ist jedoch der einzige Krititkpunkt den ich habe, denn die Geschichte selbst hat mich sofort wieder in den Bann gezogen und Heike Makatsch hat die einzelnen Charaktere zum Leben erweckt, ihnen Leben eingehaucht.

Eine tolle Geschichte die ich allen, unabhängig vom Alter, ans Herzen legen kann. Von mir gibt es eine absolute Hörempfehlung und vier Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2020

Toller erster Band

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder
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Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder
von Antonia Blum

Antonia Blums Geschichte „Kinderklinik Weißensee“ spielt im Jahre 1911 in Berlin und beginnt mit einem Prolog der einen schon mega berührt. ...

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder
von Antonia Blum

Antonia Blums Geschichte „Kinderklinik Weißensee“ spielt im Jahre 1911 in Berlin und beginnt mit einem Prolog der einen schon mega berührt. Die Mutter von Emma und Marlene stirbt und die kleinen Mädchen reißen aus um nicht im Waisenhaus zu landen. Letztendlich landen sie dort und leben dort bis sie alt genug sind um auf eigenen Füssen zu stehen. Als die beiden das Waisenhaus verlassen müssen haben sie Glück, beide ergattern eine der heißbegehrten Lehrstellen in der ersten Kinderklinik die eröffnet wird. Marlene und Emma leben sich gut ein, aber sie bekommen sofort zu spüren das sie unter besonderer Beobachtung stehen, denn sie kommen aus dem Waisenhaus und somit müssen sie sich mehr wie alle anderen beweisen. Marlene und Emma gehen ihren Weg und währen Emma sich in ihrem Lernberuf zur Kinderschwester angekommen fühlt, wird Marlene klar das sie Ärztin werden möchte. Beruflich befinden sich die beiden auf einem guten Weg, aber die früher unzertrennlichen Schwestern entfernen sich während der Ausbildungszeit immer mehr voneinander. Einerseits weil Emma langsam ihr eigenes Leben lebt und nicht mehr von der älteren Schwester bevormundet werden möchte, aber auch weil Marlenes Drang nach höherem ihre Zeit in Anspruch nimmt. Werden die Schwestern ihre Ziele erreichen und werden sie wieder zueinander finden?

Mir hat der erste Band rund um die Kinderklinik Weißensee richtig gut gefallen. Antonia Blum hat die Uhr zurückgedreht und dieses Buch zu lesen war, ein Hochgenuss weil man das Gefühl hatte dabei zu sein wie die erste Klinik für Kinder aufgebaut wurde. Es gab Höhen und Tiefen, es gab interessante Fälle und man fieberte einfach mit und hoffte das die Klinik ein Erfolg werden würde. Es gab viele interessante Themen im Alltag der Klinik und ich konnte viele unbekannte Informationen für mich mitnehmen. Andererseits machte es Spaß die Entwicklung der bislang unzertrennlichen Schwestern mitzuerleben, beide hatten mit Höhen und Tiefen zu kämpfen und die Tatsache das sie aus dem Waisenhaus stammten machte es ihnen nicht unbedingt leichter. Sie behaupten sich vom ersten Moment an und zu lesen wie sie sich auseinanderlebten und nicht mehr zueinander fanden war sehr bewegend. Beide sind zwei starke und mutige Charakter und es ist einfach schön sie zu begleiten, zu erleben wie sie ihren Weg finden und dabei wichtige Aufgaben meistern. Sie gehen in ihrer Arbeit auf und das Schicksal ihrer kleinen Patienten lässt sie nicht kalt. Aber auch die Liebe kommt nicht zu kurz, beide Mädchen verlieben sich aber auch hier läuft alles nicht nach Plan und während Emma erkennen muss das Liebe auch blind machen kann, ist es bei Marlene die Herkunft die es ihr schwer macht.

Für mich war es das erste Buch welches ich von Antonia Blum gelesen habe und ich bin begeistert. Die Mischung des Buches war genial, der Schreibstil war flüssig und ich habe das Buch regelrecht inhaliert. Man konnte sich in die einzelnen Charaktere gut rein versetzen und ich habe mit den beiden Schwestern gelitten, gelacht und geweint. Auch die Nebencharaktere haben mir gefallen und es gab viele Wendungen mit denen man so im Vorfeld gar nicht gerechnet hat. Gefallen hat mir auch das es ein scheinbares Geheimnis um die beiden Schwestern gab, eines das nicht unbemerkt blieb und das auch Auswirkungen auf das Leben der Schwestern hatte, was diese jedoch nicht ahnten. Das machte die Geschichte dann auch noch ein kleines Stückchen spannend und die Mischung des Buches war somit einfach nur genial.
Der Schreibstil von Antonia Blum hat mir gut gefallen. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und sie hat mir viele Bilder vor Augen gezaubert. Auch das Cover hat gut zur Geschichte gepasst, man ahnt gleich das der kleine Junge eine große Rolle im ersten Band spielen wird.
Ich freue mich schon heute auf die Fortsetzung von der Kinderklinik Weißensee und bin gespannt was wir im nächsten Band von den Schwestern lesen werden. Sind ihre privaten und beruflichen Wünsche in Erfüllung gegangen, was für neue Krankheitsgeschichten werden sie beschäftigen, aber natürlich auch wie es mit der ersten Kinderklinik weitergehen wird.
Der Auftaktsband der Reihe rund um die Kinderklinik Weißensee bekommt von mir fünf Sterne, denn es hat für mich alles gepasst. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus.
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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2020

Mission weiße Weihnachten - eines meiner liebsten Weihnachtsbücher 2020

Mission: Weisse Weihnachten
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Mission weiße Weihnachten


Ich habe in diesem Jahr schon einige Weihnachtsbücher gelesen, aber keines hat mich so berührt wie „Mission weiße Weihnachten“ von Andreas Benz. Eine Geschichte die einem zum ...

Mission weiße Weihnachten


Ich habe in diesem Jahr schon einige Weihnachtsbücher gelesen, aber keines hat mich so berührt wie „Mission weiße Weihnachten“ von Andreas Benz. Eine Geschichte die einem zum Nachdenken anregt, denn ein jeder von uns wird einmal alt und wenn man dieses Buch liest dann wird einem klar wie bzw. wo man seinen Lebensabend nicht verbringen möchte.

Andreas Benz erzählt die Geschichte von Hans, Luky, Frida, Inge und Maria. Die fünf haben sich im Laufe der Zeit angefreundet, sie alle sind noch rüstig, aber hier und dort plagt sie dann schon mal das Zipperlein. Als sie erfahren das ihre Freundin Maria nicht mehr lange zu leben hat wollen sie unbedingt deren Wunsch von weißen Weihnachten in den Bergen erfüllen. Allerdings ist das gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, denn es fehlt den Freunden am nötigen Kleingeld, aber sie sind erfinderisch und so beschließen sie einfach mal schnell bei einem Juwelier vorbei zu fahren und diesen zu überfallen. Der Plan ist schnell ausgearbeitet und so nimmt die Mission weiße Weihnachten ihren Lauf.

„Mission weiße Weihnachten“ ist eine humorvolle Geschichte die einen berührt, aber auch zum Nachdenken bringt. Die Geschichte lebt durch ihre unterschiedlichen Charaktere die es sich zur Aufgabe gemacht haben ihrer Freundin den letzten Wunsch zu erfüllen.

Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht und richtig gut gefallen hat mir, dass man am Anfang die einzelnen Charaktere erst einmal kennenlernt. Ich habe die chaotische und liebenswerte Truppe gleich in mein Herz geschlossen und es war von Anfang an klar das ihr, theoretisch gut durchdachter, Plan einige unerwünschte Nebenwirkung mit sich bringen würde. Es gab viele Momente in denen mir der Atem stockte, viele ungeplante Überraschungen und ganz viel zum Schmunzeln, aber halt auch einiges das mich zum Nachdenken gebracht hat. Es macht Spaß die Rentner auf dieser Mission zu begleiten und mir hat gefallen wie sie alle zusammen gehalten haben und darüber hinaus auch erkannt haben das sie eigentlich noch nicht reif für das Altersheim Abendrot sind.

Das Cover passt wunderbar zu der winterlichen und weihnachtlichen Geschichte und der Schreibstil von Andreas Benz war locker, flockig und flüssig. „Mission weiße Weihnachten“ hat mich von Anfang bis Ende in den Bann gezogen und ich fieberte mit der kleinen Reisetruppe mit. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und fünf Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.12.2020

Anders wie erwartet

Sweet Little Lies
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SWEET LITTLE LIES von KYLIE SCOTT

Für mich war es das erste Buch von Kylie Scott das ich in einer Leserunde lesen durfte. Das Cover von Sweet Little Lies hat mich sofort in den Bann gezogen, wobei ich ...

SWEET LITTLE LIES von KYLIE SCOTT

Für mich war es das erste Buch von Kylie Scott das ich in einer Leserunde lesen durfte. Das Cover von Sweet Little Lies hat mich sofort in den Bann gezogen, wobei ich sagen muss, so toll es ist, für mich passt es (im Nachhinein) nicht wirklich zur Geschichte. Der flüssige und fesselnde Schreibstil hat bei mir dazu geführt das ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte.

In der Geschichte geht es um Betty die, die Nase von ihrem Verlobten voll hat. Er gondelt als Versicherungsvertreter durch die Gegend, ist mehr auf Achse wie bei ihr zu Hause und sie hat keine Lust mehr immer nur auf ihn zu warten. Betty macht Nägeln mit Köpfen, sie packt ihre Siebensachen und verlässt ihn. Sie ist kaum aus der Wohnung draußen fliegt ihr diese um die Ohren und damit beginnt für Betty eine aufregende Zeit, denn sie erfährt das ihr Thom ein Doppelleben führt. Betty ist alles andere wie begeistert, aber nun lernt sie Thom von einer ganz anderen Seite kennen und obwohl sie es sich nicht eingestehen will, der neue Thom gefällt ihr richtig gut. Für Betty beginnt eine aufregende und nervenaufreibende Zeit, denn Thom ist von einem Verräter umgeben der es nicht nur auf ihn abgesehen hat.

Die Meinungen zu diesem Buch gehen auseinander, aber das macht es in meinen Augen erst richtig interessant. Für mich hat es im großen und ganzen gepasst, auch wenn ich eine ganz andere Geschichte erwartet habe. Die Mischung aus Romantik und Thriller fand ich genial.

Man liest die Geschichte aus Bettys Sicht und lernt Thom durch sie kennen. Betty war mir von Anfang an sympathisch und ich konnte mich teilweise richtig gut in sie rein versetzen. Ihren Frust, der zur Trennung führte, konnte ich genauso nachvollziehen wie die Wut als sie von Thoms Doppelleben erfuhr.

Thom mochte ich auch, obwohl ich ihn anfangs nicht einschätzen konnte. Er machte es mir nicht so leicht wie Betty, aber er wuchs mir im Laufe der Zeit immer mehr ans Herzen. Ich fand es ein bisschen schade das man nichts aus seiner Sicht lesen konnte, denn seine Gedankengänge wären sicher auch interessant gewesen, vor allem aber wäre man ihm dadurch näher gekommen. Allerdings habe ich immer wieder raus gelesen das Betty mehr für ihn war wie nur eine Tarnung.

Während des Lesens musste ich die Realität immer wieder ausblenden um dem Lauf des Buches folgen zu können. In manchen Situationen wuchs Betty über sich hinaus und das hatte, in meinen Augen, nichts mit der Realität zu tun. Ich überlegte oftmals wie ich an ihrer Stelle reagiert oder gehandelt hätte, aber das was sie alles auf sich genommen hat, wie sie agiert hat wäre für mich undenkbar gewesen. Ich habe es aber dann so angenommen weil ich denke das ist künstlerische Freiheit und man muss ja nicht alles auf die Waage legen. Durch Betty weiß man einiges von dem alten Thom und nun lernt man diesen mit ihr gemeinsam von einer ganz anderen Seite kennen. Da trennt sie sich gerade von ihm und dann lernt sie ihn quasi neu kennen und erkennt das er genau der Typ von Mann ist den sie sich immer an ihrer Seite gewünscht hat. Sie ist vom ersten Moment an geflasht, aber sie misstraut ihm und er muss sie nun davon überzeugen das seine Gefühle für sie nicht gespielt waren. An dieser Stelle hätte ich mir gewünscht das wir auch den alten Thom etwas besser kennenlernen hätten dürfen oder aber auch etwas mehr aus ihrem gemeinsamen Leben lesen hätten dürfen.

Fakt ist das mich das Buch trotzdem richtig gut unterhalten hat und das mir Betty und Thom, aber auch die anderen Charaktere ans Herz gewachsen sind. In Thoms Leben ist ein Verräter unterwegs und somit können die beiden keinem trauen. Der unerwartete Thrill hat mir jede Menge Fragezeichen in den Kopf gesetzt und es gab die ein oder andere Wendung mit der ich so nicht gerechnet hätte. Mein Kopfkino war am Laufen, es gab einige humorvolle und viele emotionale Momente.

Im Nachhinein habe ich lange überlegt wie ich das Buch bewerten soll. Es hat mir ja eigentlich mega gut gefallen, aber es gab auch das ein oder andere was ich mir anders gewünscht hätte und deshalb bekommt SWEET LITTLE LIES von mir vier Sterne und eine Leseempfehlung. Ich denke das ist ein Buch über das man sich seine eigene Meinung bilden sollte und ich werde mir garantiert demnächst noch ein anderes Buch von Kylie Scott schnappen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl