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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2016

Die Online-Omi schreibt weiter!

Wer erbt, muss auch gießen
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Renate Bergmann ist eine Kunstfigur. Bei amazon steht hierzu: Renate Bergmann, geb. Strelemann, wohnhaft in Berlin. Trümmerfrau, Reichsbahnerin, Haushaltsprofi und vierfach verwitwet: Dahinter steckt Torsten ...

Renate Bergmann ist eine Kunstfigur. Bei amazon steht hierzu: Renate Bergmann, geb. Strelemann, wohnhaft in Berlin. Trümmerfrau, Reichsbahnerin, Haushaltsprofi und vierfach verwitwet: Dahinter steckt Torsten Rohde, Jahrgang 1974, der in Brandenburg/Havel BWL studierte und als Controller gearbeitet hat. Sein Account @RenateBergmann entwickelte sich zum Internet-Phänomen. Seine bisherigen drei Bücher waren große Erfolge und standen mehrere Monate auf der Bestsellerliste.

Diesmal stellt Renate Betrachtungen an über das Geld, das es überraschenderweise zu vererben gibt, über die Beziehungen ihrer Freunde und natürlich über ihre Tochter, die eigentlich "Wegan" lebt. Renate mixt ihr aber in den Smufie die Reste des Sonntagsbratens - hauptsache der Smufie ist grün.
Eine Pointe jagt die nächste. Dabei kommt Renate vom 100sten ins 1000ste, was es mir manchmal zu anstrengend war. Ich dachte mir immer wieder: Komm doch mal zum Punkt! Aber so ist eben Renate. Als Hörspiel könnte ich mir das super vorstellen.
Irgendwann hat Renate dann auch in diesem Buch all das gesagt, was sie loswerden wollte und es gibt tatsächlich einen Abschluss.
Wer gedacht hat, Senioren über 80 hätten keine Ziele mehr im Leben, wird hier eines Besseren belehrt. Renate hat zu allem eine Meinung, mit der sie nicht hinter dem Berg hält. Weiter so!

Veröffentlicht am 20.10.2016

Toskana-Reise mit Hindernissen

Ab heute seh ich bunt
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Antje Szillat hat mit "Ab heute sehe ich bunt" einen Roman geschrieben, in dem die 44-jährige Charlotte eine Auszeit nehmen will - eine Auszeit, um ihrer Freundin in der Toskana zu helfen. Aber dann geht ...

Antje Szillat hat mit "Ab heute sehe ich bunt" einen Roman geschrieben, in dem die 44-jährige Charlotte eine Auszeit nehmen will - eine Auszeit, um ihrer Freundin in der Toskana zu helfen. Aber dann geht der Sohn doch nicht nach England, der Mann braucht ihre Hilfe umso mehr und zu allem Überfluss zieht der nervige Schwiegervater noch bei ihnen ein. Charlotte sieht bunt und fährt trotz allem in die Toskana. Was sie dort erwartet, hätte sie sich auch nicht vorstellen können...

Meine Meinung:
Das Buch liest sich super flüssig. Gerade jetzt im Sommer bin ich sehr gerne mit Charlotte in die Toskana gereist und habe die Atmosphäre genossen incl. der leckeren Gerichte. Mit Charlotte bin ich sofort warm geworden und konnte mich in vielen Dingen mit ihr identifizieren. Ihre Freundin Britta ist nicht ohne und so ist auch in der Toskana nicht alles eitel Sonnenschein.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich immer noch eines lesen wollte.
Die Handlung selbst ist ein bisschen vorhersehbar aber nicht unlogisch. Die Motivation der Protagonisten wird sehr gut und glaubhaft dargestellt.
Von mir gibt es (noch) fünf Sterne für den tollen Toskana-Roman!

Veröffentlicht am 20.10.2016

Alptraum jeder Eltern

Tod auf dem Kreuzbergl
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Andrea Nagele hat mit "Tod auf dem Kreuzbergl" einen Krimi geschrieben, der mich noch länger beschäftigen wird.
Für Eltern von kleinen Kindern ist das Buch keine einfache Kost. Zwei Mädchen verschwinden ...

Andrea Nagele hat mit "Tod auf dem Kreuzbergl" einen Krimi geschrieben, der mich noch länger beschäftigen wird.
Für Eltern von kleinen Kindern ist das Buch keine einfache Kost. Zwei Mädchen verschwinden kurz hintereinander und ein verurteilter Kindsmörder wird aus der Haft entlassenen. Die Polizei und der Bewährungshelfer entdecken Zusammenhänge, aber war es wirklich so?

Meine Meinung:
Das Buch hat mich gepackt, nicht nur wegen der Suche nach den Kindern. Die Autorin arbeitet auch als Psychotherapeutin, was man an den Beschreibungen der Personen merkt. Präzise, prägnant, pointiert werden für mich die Charaktere erlebbar und ich habe das Gefühl ganz nahe dran zu sein. Manche sind mir sympatischer, andere gar nicht, aber ihre Situation wird glaubhaft beschrieben. Kindesmissbrauch, Alkoholmissbrauch, Gewalt in der Ehe, Vorverurteilung sind die Hauptthemen - keine einfache Kost.
Die Protagonisten werden so geschickt eingeführt, dass ich trotz der großen Anzahl an Personen nie das Gefühl hatte, wieder zurückblättern und nochmal nachlesen zu müssen. Werden anfangs die Personen noch einzeln nebeneinander vorgestellt, war es sehr spannend zu lesen, wie ihre Leben vielleicht doch miteinander zusammenhängen.
Die vielen kurzen Kapiteln aus immer wieder einer anderen Perspektive (insgesamt 75, in verschiedenen Tagesabschnitten) tragen auch zum Spannungsaufbau bei.
Dieser Krimi ist für mich ein Lesehighlight und bekommt eine unbedingte Leseempfehlung - 5 Sterne sowieso (mehr gibt es leider nicht).

Veröffentlicht am 20.10.2016

Endlich 15

Endlich 15
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.... wollte Henriette sein, aber irgendwie läuft vieles nicht so wie sie es sich gewünscht hat. Nicht nur, dass die ganze Familie mit dem Baby mehr zu tun hat, auch mit ihrem Freund Nick gibt es eine kleine ...

.... wollte Henriette sein, aber irgendwie läuft vieles nicht so wie sie es sich gewünscht hat. Nicht nur, dass die ganze Familie mit dem Baby mehr zu tun hat, auch mit ihrem Freund Nick gibt es eine kleine Krise. Henriette hätte gerne mehr Romantik, aber Nick hat kaum Zeit für sie. Nur die Oma hat eine gute Nachricht für Henry. Aber Henry wäre nicht Henry, wenn sie sich dazu nichts einfallen lassen würde - in ihrem Blog greift sie verschiedene Themen auf und dann gibt es da noch diesen Wettbewerb....

Meine Meinung:
Wieder einmal bin ich von einem Jugendbuch von Heike Abidi schwer begeistert. Henriette ist eine ganz normale Jugendliche mit beiden Beinen am Boden und Plänen für ihre Zukunft. In ihrem Familienkosmos kann sie sich entfalten, auch und gerade weil es manchmal Reibereien gibt. Als Henry merkt, dass auch die kleine Schwester Tessa das Gefühl des Zukurzkommens hat, machen sie kurzerhand "blau".
Das Buch liest sich wunderbar flüssig. Henriettes Überlegungen in den Blogbeiträgen finde ich sehr gelungen, wie auch die Antworten der meisten Follower. Hier verbindet die angehende Wissenschaftsjournalistin Henry gekonnt Wissen mit Unterhaltung.
Für Mädchen von 11 bis 14 wird dieses Buch empfohlen - ich bin da mit über 40 ein klein wenig drüber und habe mich bestens unterhalten. Gerne vergebe ich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 20.10.2016

Drama, Freundschaft, Verrat und Rache

Wie zwei Inseln im Meer
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Susan Mallery hat ein paar Bücher geschrieben, die alle auf Blackberry Island spielen: http://blackberryisland.susanmallery.com/about.html

In dem vorliegenden - im englischen Original "Barefoot Season" ...

Susan Mallery hat ein paar Bücher geschrieben, die alle auf Blackberry Island spielen: http://blackberryisland.susanmallery.com/about.html

In dem vorliegenden - im englischen Original "Barefoot Season" - geht es um Michelle und Carly, die einmal beste Freundinnen waren, bis sie zwei Ereignisse für lange Zeit trennten.
Nach zehn Jahren Dienst in der Army kehrt Michelle zurück ins Blackberry Island Inn, das ihr Vater ihr einst vermacht hat - und muss feststellen, dass Carly dem Hotel ihren Stempel aufgedrückt hat und sogar in der Eigentümerwohnung wohnt. Feuern kann sie sie nicht, das macht Ellen Snow von der Bank mehr als deutlich. Wie sollen die beiden miteinander umgehen? Werden sie es schaffen, das Ruder für sich und für das Hotel umzureißen?

Meine Meinung:

Am Anfang werden viele Andeutungen gemacht bezüglich der Verletzungen, die die beiden Frauen erlitten haben. Mir persönlich waren diese Andeutungen ein bisschen zuviel, weniger hätte mir auch gereicht. Dass Michelle mit einer posttraumatischen Belastungsstörung nach dem Kriegseinsatz kämpft, macht die Aussprache zwischen beiden nicht leichter.
Carly ist mir ein Stück weit sympatischer als Michelle, auch wenn sie einen Margeriten-Tick hat, die nicht zu meinen Lieblingsblumen zählen. Sie leistet Unglaubliches für das Hotel, hat sich aber ganz schön ausnützen lassen von Brenda, Michelles Mutter.
Als die Vergangenheit endlich offen lag, hat mich das Buch dann gepackt. Ich wollte einfach, dass Michelle endlich Hilfe bekommt und dass auch Carly ihr Lebensglück findet.
An Drama mangelt es in diesem Buch nicht Freundschaft, Rache, Verrat, Liebe, Neid, Verlust - ganz große Gefühle werden angesprochen.

Ob und vor allem wie es ihnen gelingt, darf der Leser selbst herausfinden. Das Ende hat sich ein bisschen gezogen, war aber so schön, dass ich ein paar Tränen vergossen habe.
Am Ende des Buches finden sich ein paar Rezepte des Hähnchensalats und einer Italienischen Gemüsesuppe.