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Veröffentlicht am 10.05.2018

Große Gefühle mit großartiger Geschichte und lebendigen Charakteren!

Vicious Love
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VEREINZELNT SPOILER

Klappentext:
Die Erfolgsreihe aus den USA — endlich auch auf Deutsch!

Emilia LeBlanc traut ihren Augen nicht, als sie nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder Baron "Vicious" Spencer ...

VEREINZELNT SPOILER

Klappentext:
Die Erfolgsreihe aus den USA — endlich auch auf Deutsch!

Emilia LeBlanc traut ihren Augen nicht, als sie nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder Baron "Vicious" Spencer gegenübersteht. Vicious, der ihr das Leben einst zur Hölle gemacht hat. Vicious, der nie nett, immer furchtbar zu ihr war. Vicious, der sie ans andere Ende der USA und weg von ihrer Familie getrieben hat. Vicious, der einzige Mann, den sie je geliebt hat.

Inzwischen ist er ein erfolgreicher Anwalt und leitet mit seinen drei besten Freunden ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen. Emilia, die es kaum schafft, sich und ihre kranke Schwester über die Runden zu bringen, weiß, dass Vicious der letzte Mann ist, den sie jetzt in ihrem Leben gebrauchen kann. Und doch kann sie sich wie damals schon einfach nicht von ihm fernhalten -
Mitreißend, verboten, sexy — die Sinners of Saint werden dein Herz im Sturm erobern!

"Ich liebe diese Reihe!" Kylie Scott, Spiegel-Bestseller-Autorin


Die Autorin:
L. J. Shen lebt mit ihrem Ehemann, ihrem Sohn und einer faulen Katze in Kalifornien. Wenn sie nicht gerade an ihrem neuesten Roman schreibt, genießt sie gern ein gutes Buch mit einem Glas Wein oder schaut ihre Lieblingsserien auf Netflix.

Die Übersetzerin:
Über Patricia Woitynek konnte ich nach langer Recherche nichts herausfinden.


Bewertung:
"Vicious war, wie sein Name schon sagte, gemein. Dumm nur, dass mein Hass auf ihn von einer dünnen Schale umgeben war, die sich wie Liebe anfühlte. Aber ich gelobte mir, sie zu zertrümmern und nur noch den Abscheu zuzulassen, ehe er mich kaputtmachte."
(Emilia, Seite 28)


Puh, wo fange ich bloß an? Es gibt so viel darüber zu erzählen ...

Zunächst die Aufmachung: Das Cover ist schlicht gehalten und zieht einen dennoch in seinen Bann. Die Art der Grafik und die extrem unterschiedlichen Farben, schwarz und beige-rosé, spiegeln in meinen Augen die Geschichte und die Charaktere perfekt wieder. Hier würde ich einen nackten Mann oder ein Pärchen unpassend finden. Das Cover drückt für mich Erotik aus und zugleich Eleganz.

Der Schreibstil der Autorin lässt auch gar nichts zu wünschen übrig: Er ist sehr flüssig, bringt die Schwere seicht rüber und lässt einen bei 447 Seiten glauben, dass es nur 200 Seiten sind! ich bin nur so darüber geflogen und es war viel zu schnell vorbei! ^-) Die Autorin lässt sowohl Vicious als auch Emilia aus deren Sicht erzählen, was den Leser eine intensivere Bindung zu Beiden aufbauen lässt. Es fühlt sich an, als ist man hautnah dabei.

"Ich würde ein Elite-College in Los Angeles besuchen, ein paar Stunden von Todos Santos entfernt, und sie würde hier ausharren. Jede zweite Woche würde ich zurückkommen, und sie wäre immer noch hier. Um für mein Wohlergehen zu sorgen. Um mir zu Diensten zu sein. Mich zu beneiden. Sie würde klein und bedeutungslos bleiben. Und vor allem- mein."
(Vicious, Seite 37)


Ich finde Vicious aus psychologischer Sicht wahnsinnig spannend und anziehend. Furchtbar wie kaputt er innerlich ist, dass er Emilia- die er abgöttisch liebt- zerstören will und aus innerem Zwang sogar muss (!), damit er etwas Befriedung an Frieden spüren kann ... und gleichzeitig auch, weil er sie hasst, dafür, dass sie seiner Stiefmutter so ähnlich sieht- auch wenn ihr Charakter es nicht tut. Er hat sie immer wieder gedemütigt, weil er sie dafür hast, dass sie Jo so ähnlich sieht! Auf der anderen Seite hat er sie götterhaft geliebt und wollte sie nicht zerstören! Und er wollte sie nicht mit den Jungs teilen! Da spielen Egoismus und Fürsorge beider maßen die führende Rolle!

Die Kontrolle über Emilia hilft ihm, am Leben teilhaben zu können- auf seine Art- und sich irgendwie gut zu fühlen und nicht wie ein Stück Dreck. Er tut mir sehr leid, sowohl er auch richtig wütend macht mit seinem ganzen Verhalten. Aber das macht ihn so interessant- die zwei Facetten in ihm.

"Brauchst du Hilfe, Helferlein", raunte er mir zu. ich hasste ihn dafür, dass er mich so nannte. "Was immer ich brauchen könnte", zischte ich, "will ich nicht von dir." Vicious quittierte das mit einem wölfischen Grinsen. "Das habe ich zu entscheiden. Aber ich bin noch zu keinem Entschluss gelangt."
(Emilia, Seite 59)


Emilia ist viel zu gut für die Welt! Mehrmals gibt sie sich auf für ihre Familie. Sie ist wie Vic in ihrem Denken und ihren Gefühlen immer wieder zwiegespalten. Es hat schon etwas trauriges, wie sie sich für Rose verantwortlich fühlt. Da frage ich mich, was da im Elternhaus abgelaufen ist. Darüber lässt sich aber nichts rauslesen. ich nehme an, die Autorin wollte den familiären Fokus mehr auf Vicious legen... ich weiß gar nicht richtig, wer mir mehr leidtut! Ich würde mich an Roses Stelle total schlecht fühlen (was in der Geschichte gar nicht wirklich rüberkommt; eher so, als sei es selbstverständlich, was Emilia für sie tut). Rose wird sehr unterschiedlich dargestellt. Vielleicht wollte die Autorin zeigen, dass Rose im Wesen sehr stark und selbstständig ist, aber die Krankheit dies oft verhindert. Könnte ich mir gut vorstellen. Sonst würde dieses hin und her für mich auch nicht passen.

Die Beziehung zwischen Vicious und Emilia ist zweifellos kompliziert verstrickt. Auf der anderen Seite ist das ja im wahren Leben auch so, wenn sich solche Persönlichkeiten begegnen. Da kann es ja nur schwierig werden! Aber trotzdem bangte ich immer, dass die Beiden sich zusammenraffen!

Er hält sich für unwichtig und Emilia einfach zu gut, als dass er sie sie haben könnte... Und er schämte sich wegen dem, was ihm angetan wurde. Er wollte sie auch nicht einfach nur ins Bett loten, weil er sie viel zu sehr liebte und respektierte, was er immer wieder durchscheinen lässt- sich selbst aber nicht wirklich eingestehen will. Warum auch? Die größte Liebe seines Lebens bisher hat er grausam verloren ... seine Mutter! Liebe bedeutet für ihn Schmerz! Von außen gesehen, ziemlich suspekt und unlogisch. Psychologisch gesehen macht es total Sinn! Jemand, der mit Psychologie nichts anfangen kann, versteht das einfach nicht- wie Vic sich verhält! Was sein Problem genau ist und warum er Emilia nicht einfach fragt, ob er mit ihr ausgeht.

"Im selben Moment, in dem ich sie in ihrem dürftigen Outfit gesehen hatte, wusste ich, dass sie mir gehörte. Nur wusste sie das noch nicht."
(Vicious, Seite 63)


Gesehen, zwei Minuten getalked, und zack- hoffnungslos verliebt! Wer's glaubt!!!!! Das finde ich total an den Haaren herbeigezogen!!! Echt total unglaubwürdig!!!! Das gefällt mir auch sehr an der Figur von Vic: die Autorin lässt uns teilhaben an seinen Gedanken und Gefühlen, die miteinander kämpfen. Kann sehr gut transportiert werden.


Ich musste voll Schmunzeln und war genauso überrascht wie Emilia und der Tätowierer, als Vicious ihn aus seinem eigenen Studioraum rauswirft! Ihn rauzuschmeißen, weil er mit Emilia vögeln will!!!! Einfach der Hammer!!! Diese durchplatzte Ungeduld... Zum Griemeln!!!! Nachdem sie ihn durch den Tag schleift... Er lässt auch einige Male seine sanfte und verletzte Seite bei Emilia durchblicken, wie als er ihr ein Date anbietet. Das sind mit Abstand meiner allerliebsten zwei Szenen!


Also entweder war Dean echt zu naiv und blöd, dass er Emilias Gefühle gegenüber Vicious nicht gemerkt hat (war ja mehr als auffällig) oder er hat es absichtlich gemacht wie so eine Art Konkurrenzkampf zwischen den Zeilen. Ist für mich außerhalb dieser Varianten nicht nachvollziehbar!

"Ein schweres Leben brachte jede Menge Hindernisse und Herausforderungen mit sich, aber man war auch umgeben von Menschen, die man liebte, die einem wichtig waren. Ein schlechtes Leben war gleichbedeutend mit Leere. Es musste nicht zwingend hart oder schwierig sein, aber es fehlten darin besagte Menschen."
(Emilia, Seite 69)


Die Grenze ist echt schmal von solchen gesellschaftlichen Bomben und persönliche Wertungen. Aber ich finde, das die Geschichte hier nicht Frauenerniedrigend ist... natürlich, sieht Vic Emilia als Objekt, aber das ist sein Gedankengut und er handelt danach. Es überdeckt weder die ganze Geschichte noch ist es Kern davon: Es ist lediglich eine der Auswirkungen seiner kaputten Seele. Das ist für mich ein großer Unterschied, so mal man auch seine andere Seite kennenlernt.

Fazit:
Die Geschichte ist durchweg aufregend: Du weißt hier nie, wann du in der nächsten Szene wütend bist, erregt oder die Augen rollst! Echt toll! Die Autorin hat eine fantastische Art, mit den Lesern zu spielen! Wieder eine neue Autorin für mich entdeckt, und es versteht sich ja von selbst, dass ich die restlichen Bände verschlingen werde- auch wenn ich mir mehr von Vicious und Emilia wünsche! Ich kann mir nicht vorstellen, dass die anderen Bände so extrem fesselnd sind wie dieses Buch hier. Aber ich werde mich überraschen lassen.

Ich möchte mich noch nach der langen "Rede" bei dem Lübbe Verlag und der Lesejury bedanken. Vielen Dank, dass ich mitlesen durfte! Es war meine erste Leserunde bei euch!

Leider kann ich nicht mehr als fünf Sterne vergeben, das es nicht mehr gibt! Für alle, die es prickelnd mögen, aber auch eine solide Geschichte dabei lesen möchten (hier geht es nämlich nicht nur um Erektionen). Keine Angst vor dem Bad Boy ... der will nur spielen!

ANMERKUNG: Leider hat buecher.de meine Rezension außer einige Sätze nicht veröffentlicht. Vielleicht ein Systemfehler.

Veröffentlicht am 12.12.2018

Starke Charaktere in aufregender Kulisse!

Das Mädchen aus Feuer und Sturm
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Klappentext:
Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag - über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie ...

Klappentext:
Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag - über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie den Sohn des Kaisers heiraten soll, nimmt sie ihr Schicksal hin. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit entkommt sie nur knapp einem blutigen Überfall - und nutzt ihre Chance, die Freiheit zu kosten: Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen und lernt eine ganz neue Welt kennen. Und sie verliert ihr Herz. ausgerechnet an den Feind.

Autorin:
Magische Märchen - und Wüstenwelten: Renée Ahdieh wuchs in Südkorea und in den USA auf. Ihre familiären Wurzeln hat sie im Mittleren Osten und Asien, weshalb sich diverse kulturelle Einflüsse in ihrer Arbeit finden lassen. Die Autorin engagiert sich in der Kampagne "We need Diverse Books" für ein Literaturangebot, das die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft widerspiegelt. "The Wrath and the Dawn" ist ihr erster Young Adult Roman und erfüllt das bekannte Märchen von Sherazade aus "1001 Nacht" mit neuem Leben. Ihr Erstlingswerk erschien 2016 auf dem deutschen Buchmarkt unter dem Titel "Zorn und Morgenröte" und ist der erste Teil der erfolgreichen Buchreihe "Tausend und eine Nacht". Die Fortsetzung "Rache und Rosenblüte", hielt sein Versprechen und fesselt die Leserschaft mit der Liebesgeschichte des grausamen Kalifen und der mutigen Shahrzad. Renée Ahdieh lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund Mishu in North Carolina in den USA.


Bewertung:
Das Cover ist bildhübsch und das Bild passt hervorragend mit den sanften Farbtönen zusammen. Auch schön ist die Schnörkelschrift. Es sieht insgesamt sehr edel aus. Und mädchenhaft! Ist auch wirklich alles in rosa. Sogar die Innenseiten des Buchdeckels sind leicht rosa. Ein Mädchentraum! Ich bin kein Rosa-Fan, aber mir gefällt es super gut, alles ist stimmig. Witzigerweise lässt das Cover nicht auf die japanische Kulisse muten, bis zum Klappentext wusste ich davon nichts. Ich war sehr überrascht. Obwohl mir das Cover sehr gefällt, hätte ich mir hier ein paar japanische Elemente gewünscht, damit es mit der Geschichte stimmig ist.

Also, die ersten 70 Seiten konnten mich nicht fesseln. Ich habe mich schwer getan, weiterzulesen. Gott sei Dank hat sich meine Ausdauer gelohnt. Nach und nach baute sich die Spannung auf. Kenshin und Mariko sind kluge junge Menschen. Kenshin hat ein gutes Gespür für das Nichtsehbare; dass er felsenfest davon überzeugt ist, dass seine Schwester nicht tot ist... und Mariko versucht sich als verkleideter Mann in den schwarzen Clan einzuschleusen, um die Wahrheit über den Mordanschlag an sie, herauszufinden. Ob sie hier die Antwort findet, war mir von Anfang an unklar. Manches wiederholt sich oder tritt auf der Stelle, sodass ich dachte: "Man, wann gehts weiter?" Es wurde in einigen Szenen zu lange verweilt und unnötig lang gezogen. Mariko wird nicht die Einzige und Seltenheit sein, die sich als Mann verkleidet eine neue Identität aufbaut. Gerade in einem Reich, wo Frauen weniger wert sind als Männer. Ich glaube, das passierte öfter als man annahm. Ich finde auch sehr komisch, dass Mariko nicht nach kurzer Zeit enttarnt wurde... merkwürdig und nicht passend zum Erzählstil über den schwarzen Clan. Aber der Wolf ist stetig sehr aufmerksam und vermutet, dass Mariko was verheimlicht. Dass aber auch er, der wirklich sehr hellhörig ist, von ihrer Weiblichkeit nichts mitbekommt, finde ich schon unrealistisch. Somal sie darin ja auch keine Übung hat, sich so zu verstellen oder überhaupt auerhalb des Schlosses ohne Privilegien zu leben... unglaubhaft!

Die Durchmischung von Vornamen zu Nachnamen, dann beides.... das finde ich sehr verwirrend, sodass ich manchmal nicht wusste, von wem jetzt die Rede ist.... Toll finde ich das Glossar, wo man bestimmte japanische Wörter nachschlagen konnte. Und vorne sind die sieben Tugenden des Bushido - Der Weg des Kriegers aufgeführt. Das gibt nochmal den extra-Japantouch.

"Mein Herz kennt dein Herz. Ein Herz kennt kein Gut und Böse, Richtig oder Falsch. Ein Herz ist immer wahrhaftig." Jede Spur von Heiterkeit verschwand aus seinem Ausdruck. "Ich kann jeden Tag meines Lebens lügen, Hattori Mariko. Aber mein Herz spricht immer die Wahrheit." Mehr wollte sie gar nicht hören. (Seite 376)

Ranmaru und Okami haben eine besondere Beziehung zueinander, sie sind wie Brüder, Seelenverwandte. Okami ist sehr aufmerksam und behält Mariku im Auge, während Ranmaru allen Argwohn ihr gegenüber wegwischt. Was steckt dahinter? Was weiß er? Das wird erst am ende wirklich klar, und viele Szenen zwischen ihm und Okami lassen einen grübeln und nach der Auflösung verstehen. So ging es mir. Mir wurde in vielen Momenten bewusst, weshalb er sich wie benommen hat.

Dieser Liebesanfall am Fluss (Mariko und Okami kommen sich näher) fand ich doch sehr unlogisch!!!! Das passt so gar nicht zu dem Ganzen vorher. Wenn dazwischen eine steigernde Entwicklung zwischen den Beiden stattgefunden hätte, dann würde das auch passen. Aber so.... Ich musste das auch zweimal lesen, weil ich es nicht glauben konnte. Als ob ich auf einmal in ein anderes Buch gelesen hätte. Eine sehr schöne Szene, nur unpassend zu dieser Zeit.

"Deine Schulter ist unbequem." Sie griff nach seiner Hand und schlang ihre Finger um seine. "Es ist unbequem, weil du deinen Kopf anlehnst. Lehne lieber dein Herz an." (Seite 328)

Die Geschichte über die Magie hat mir doch auch sehr gefehlt in diesem Teil. Irgendwie wurde es ab der Mitte auf der Suche nach der Wahrheit und der Beziehung zwischen Okami und Mariko zentriert. Da erhoffe ich mir im zweiten Teil mehr Raum dafür.

Es tauchen so einige Figuren auf, bei denen die Autorin uns Leser etwas im Dunkeln lässt. Sie hat die Geschichte erfolgreich ins Höchste aufgebaut, sodass es einem nach den zweiten Teil brennt, weil so viele Fragen offen gelassen werden.

Der Weg zum Ende ist schnell und verwirrend. Genaues möchte ich nicht erzählen, um nichts zu verraten, aber es war wieder recht lückenhaft. Als ob die Zeit für dafür gefehlt hat. So kommt es mir vor. Es ist ja nicht schlecht, nur viiiel zu salopp. Und dann... das Ende! Was bitte ist das???? Wie kann man ein Buch so beenden??? Das ist purer Lese-Sadismus!!!! Ich bin immer noch angesäuert. Ich könnte heulen!!!

"Du musst nicht kämpfen", sagte er sanft. Sie drehte sich zu ihm um. "Erwartest du nicht, dass ich kämpfe?" "Ich habe keine Erwartungen an dich und auch an niemanden sonst. Ich sage nur einfach, du brauchst nichts zu tun, was du nicht willst." (Seite 338)


Fazit:
Eine aufreibende Geschichte im aufregenden Japan, mit starken Charakteren und einer mutigen jungen Frau. Der Anfang ist etwas holprig, und dann lässt es einen nicht mehr los. Am Ende steht man wie unter Schock, weil es nicht weitergeht. Band zwei folgt erst im Herbst 2019. Bis dahin bleiben viele Fragen ungelöst. Trotz der vielen kleinen Mankos muss ich hierfür einfach vier Sterne vergeben.

Mein herzlichster Dank geht an das wasliestdu-Team und dem Lübbe Verlag für das gestellte Exemplar.

Veröffentlicht am 10.12.2018

Absolut kein Thriller, aber charmante Kulisse!

Deine letzte Stunde
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Klappentext:
"Und du, wann stirbst du wohl?" Das steht auf dem Zettel, den die junge Lehrerin Raquel an ihrem ersten Tag an der neuen Schule findet. Kurz nachdem sie erfahren hat, dass ihre Vorgängerin ...

Klappentext:
"Und du, wann stirbst du wohl?" Das steht auf dem Zettel, den die junge Lehrerin Raquel an ihrem ersten Tag an der neuen Schule findet. Kurz nachdem sie erfahren hat, dass ihre Vorgängerin Viruca sich das Leben genommen hat. Warum, kann ihr keiner erklären. Wurde Viruca wirklich von ihren Schülern in den Tod getrieben, wie ihr Exmann behauptet?

Raquel hat schon bald Grund genug, diese gewagte Hypothese zu glauben. Denn die Schüler scheinen mit ihr das gleiche perfide Spiel zu wiederholen - bis auch sie mit den Nerven völlig am Ende ist.

Eine beängstigend realistische Geschichte, die mit harmlosen Schülerstreichen beginnt und sich zu einem atemberaubenden Psychothriller entwickelt

Ausgezeichnet mit dem Premio Primavera 2016


Autor:
Der spanische Wind in der deutschen Literatur: Carlos Montero wurde 1972 in der spanischen Region Galizien geboren. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften in Madrid hat er sich als Drehbuchautor einen Namen gemacht. Neben mehreren Kurzfilmen war er an zahlreichen Fernsehserien und einer Kinoproduktion beteiligt. Für seinen zweiten Roman Deine letzte Stunde wurde Carlos Montero 2016 mit dem hochdotierten Premio Primavera de Novela ausgezeichnet.


Bewertung:
Puh... ich muss ehrlich zugeben, dass mir die Bewertung dieses Buches sehr schwerfällt. Ich weiß nicht recht, was ich dazu schreiben soll ...

Erstmal zum Cover: es passt vorzüglich zum Thema und ist aussagekräftig! Das Bild gefällt mir sehr gut!

Der Schreibstil ist durchwachsen, finde ich. Mal tritt es auf der Stelle, sodass ich als Leserin das Gefühl hatte, immer wieder dasselbe zu lesen, dann ist es wieder recht flüssig und spannend.

Der Aufbau der Geschichte ist für mich etwas langgezogen gewesen. Ich bin schwer reingekommen und habe mich die ersten Seiten gelangweilt. Etwas irritiert war ich direkt vom Anfang, als über die tote Frau berichtet wurde. Ich dachte, es handle sich hierbei um das einzige Opfer, das im Klappentext beschrieben wird. Recht schnell wurde mir klar, dass es sich um zwei Frauen handelt, und eine davon bereits tot ist und das böse Spiel mit der zweiten Lehrerin getrieben wird.

Die Kulisse Spanien fand ich sehr charmant. Die Ausgewogenheit von Landesinformationen und Romankulisse finde ich sehr gut austariert. Ich hatte nicht das Gefühl, es handle sich um ein Sachbuch über Spanien, ebenso wenig als würde es sich um ein Roman ohne Landeskenntnisse handeln. Ich finde es schön, dass mal ein anderes Land außer die USA in einem Roman verwickelt wird.

Und tja, wie es sich liest, so kommt die Geschichte auch für mich rüber: Das Buch ist für mich keinesfalls ein Thriller! Es ist eher ein dramatischer Roman mit vereinzelten Spannungsmomenten. Insgesamt lahmt die Geschichte etwas und die Charaktere gingen mir zum Teil etwas auf den Geist. Ich konnte das nicht immer ganz nachvollziehen, wie sich einzelnen Personen verhalten haben, was nicht unbedingt ein schlechtes Licht auf die Geschichte werfen muss. Hier allerdings kommen viele Tropfen zusammen, sodass es schon ein Zusammenhang ergibt.

Fazit:
Ich bin ehrlich enttäuscht, keinen Thriller zu lesen gehabt zu haben. Das zweite Buch in einer Leserunde für mich hintereinander, dass als Thriller ausgewiesen wurde und keiner ist! Ich lasse jetzt erstmal die Finger von Thriller-Leserunden.

Für all die positiven Punkte reichen leider nur drei Sterne. Sehr schade! Ich finde nämlich, dass Potenzial durchaus vorhanden ist, aber leider nicht an die Hand genommen wurde.

Veröffentlicht am 17.11.2018

Informativ, gefühlvoll, inspirierend!

Berührung
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Klappentext:
Berührung gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Ein Mangel daran kann nachweislich krank machen. Umgekehrt können Berührungen sowohl bei körperlichen als auch psychischen
Erkrankungen ...

Klappentext:
Berührung gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Ein Mangel daran kann nachweislich krank machen. Umgekehrt können Berührungen sowohl bei körperlichen als auch psychischen
Erkrankungen therapeutisch eingesetzt werden. Die Haut ist das Organ, an dem unser Selbstbewusstsein, unsere Identität hängt und
das über eine eigene Intelligenz verfügt. Wie kommunizieren Haut und Gehirn? Wie entsteht das Wohlgefühl einer sanften Berührung? In der Beantwortung dieser Fragen zeigt sich, wie sehr Berührungen Teil unseres biologischen Urprogramms sind. Sie sind unverzichtbar für den Erhalt unserer Gesundheit und mobilisieren als Lebenselixier unsere Selbstheilungskräfte .Ein informatives Sachbuch, das mit zahlreichen anschaulichen Fallbeispielen, praktischen Übungen und wissenswerten Tipps überzeugt.

Autoren:
Prof. em. Dr.med. Bruno Müller-Oerlinghausen leitete an der Psychatrischen Klinik der Freien Universität Berlin eine Forschungsgruppe für Klinische Psychopharmakologie. Er ist international anerkannter Experte für Depressionsbehandlung, bei der er körpertherapeutische Methoden eingeführt und wissenschaftlich untersucht hat. Er gehört dem Expertenbeirat für Arzneimittel der Stiftung Warentest an.

Gabriele Mariell Kiebgis ist Massage- und Körpertherapeutin mit langjähriger Erfahrung in verschiedenen Behandlungsmethoden. Sie hat eine spezielle psychoaktive Massagetechnik entwickelt, die sie in Seminaren und Fortbildungenskursen unterrichtet und gemeinsam mit Müller-Oerlinghausen auch wissenschaftlich untersucht.


Bewertung:
Zuerst einmal, ein dickes Dankeschön an das Ullstein Verlagsteam und Vorableseteam für das Buch und die Geduld, die mir ein paar tage mehr Zeit eingeräumt hat! Ich habe mich sehr beeilt, obwohl ich bei Sachbüchern immer etwas mehr Zeit benötige, als bei Romanbüchern, da es einfach Lernbücher sind, die man nicht einfach so runterlesen kann. Da waren drei Wochen Lesezeit für mich definitiv zu kurz bemessen.

Das Cover wirkt auf dem ersten Hinsehen nicht zum Thema genau passend, und dennoch ist das Gesamtbild sehr stimmig; die pinke Farbe mit den gedeckten Tönen, schließlich noch das zaghaft halbe Portrait einer Frau, die mit geschlossenen Augen und wehendem Wind die Sonne genießt ... Es wirkt sehr harmonisch, gefühlvoll und geborgen. Toll ist auch der 3D Titel und Vermerk. Auch die Aufmachung der Bindung und des Materials- hierbei starkes Faserpapier für die Seiten und der Hülle -spiegeln genau meinen Geschmack wieder. Und das Buch riecht wunderbar! Für mich als Schnüfflerin ein sehr wichtiger Indikator!

Was ich hier negativ anmerken muss, ist der Preis dafür. Für das Material ist das Buch etwas zu teuer, kostet genauso viel wie ein dickes Hardcoverbuch mit Folienumschlag. Da bekomme ich das unangenehme Gefühl des "größtmöglichen Gewinnrausholens" zu spüren, was ich sehr schade finde.

Das Buch ist in folgende Abschnitte unterteilt:

Einführung
Berührung - unsere oft vergessene Lebenskraft
Das Körper-Ich. Wie entsteht unser Selbst?
Der Tastsinn - unser Haut-Gehirn
Praxis der Heilsamen Berührungen
Heilsame Berührungen - Was sagt die Wissenschaft?
Störungen des Körpererlebens und ihre Behandlung:
Körpertherapie und K örperpsychotherapie
Praxis: Ich berühre mich - Ich berühre dich - Du berührst mich
Die sinnlich-erotische Berührung
Berührung in unterschiedlichen Kulturen und Religionen - Heute und in der Vergangenheit
Anhang
Danksagungen

Schon in der Einführung kommen verschiedene Beispiele, an die ich selbst noch so in dem psychologischen Zusammenhang gar nicht gedacht habe... da glaubte ich mich schon mitten im Buch zu befinden! Dann geht es direkt weiter zur eigentlichen Geschichte des Themas "Berührung" und wie sich das so verändert hat. Sehr strukturiert wird das Thema angegangen, was genau meinen Geschmack trifft! Bei mir muss das, gerade bei psychologischen Themen, geordnet zugehen und nicht durcheinander aufgegriffene Blickwinkel dazu.

Der Aspekt "Berührung" wird hier stimmungsvoll nach und nach weiter ausgebaut; erst die Übersicht, die Fakten- dann geht es weiter mit der physischen und psychischen Ebene, sowohl Philosophisch als auch praktisch. Besonders interessiert und gefallen hat mir der psychologische Aspekt, da ich viel mit Psychologie zu tun habe und sie uns auch gänzlich als Menschen umhüllt. Vieles war mir schon bekannt, doch einiges konnte ich neu entdecken und lernen. Sehr hilfreich ist hier der Anhang, der einige Erklärungen zu bestimmten Aussagen gibt. Auch das Glossar am Ende des Buches kann die eine oder andere Frage während des Lesens klären. Toll finde ich auch die Meinungen und Zitate dem Thema entsprechend!

Leider ist hier die Körpertherapie und die Körperpsychotherapie nur kurz erläutert und nicht richtig ausgeführt worden. Gerade hier wäre ich sehr an weitern Informationen interessiert, da genau die Berührungsaspekte Seele und Körper den Inhalt ausmachen.

Hier gibt es viele Übungen für Einzelpersonen und für Paare, um sich mit dem Thema praktisch zu befassen. Ich bin für solche Übungen einfach zu unruhig, die machen mich noch unruhiger. Ebenso gut kann man auch ein Berührungstagebuch führen- sowas wie Glückstagebuch oder Ernährungstagebuch -, indem man sämtliche Berührungen nach Art und Gefühl aufführt, um wieder das Gespür für den eigenen Körper zu bekommen.

Fazit:
Ich finde, es lässt sich rauslesen, dass die Autoren sich mit dem Thema intensiv beschäftigt haben und geben uns Lesern ein verständliches, wenn auch nicht ganz anspruchsloses, Lexikon mit vielen Berührungspunkten. Ein tolles und intensives Werk, dass jeder von uns entdecken und berühren kann. Es macht neugierig auf ganz viel Berührung mit sich und anderen.

Wer mal reinlesen möchte, hier geht es zur Leseprobe:
https://www.vorablesen.de/buecher/beruehrung

Veröffentlicht am 06.11.2018

Toller Schreibstil, fahder Thriller!

Das falsche Kind
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Klappentext:
Das erste Kind von Sasha und Mark ist ein echtes Wunschkind. Aber dann erleidet Sasha eine Frühgeburt, bei der ihr Sohn nur durch einen Notkaiserschnitt gerettet werden kann. Als sie wieder ...

Klappentext:
Das erste Kind von Sasha und Mark ist ein echtes Wunschkind. Aber dann erleidet Sasha eine Frühgeburt, bei der ihr Sohn nur durch einen Notkaiserschnitt gerettet werden kann. Als sie wieder zu sich kommt und man ihr den kleinen Jungen in die Arme legt, weiß Sasha sofort: Das ist nicht mein Kind! Aber niemand glaubt ihr, weder die Ärzte oder Schwestern, noch nicht einmal Mark. Sasha jedoch ist überzeugt, dass ihr Sohn mit einem anderen Kind vertauscht wurde. Alleine und gegen alle Widerstände setzt Sasha alles daran, um ihren Sohn zu retten.

Bewertung:
Das Cover ist wirklich unheimlich und lässt einen Psychothriller vermuten. Ich finde, es ist gut gelungen, da es nichts über die Geschichte verrät und neugierig macht. So sollte das sein...

Der Schreibstil ist fesselnd, was schon was verblüfft, da die Geschichte an sich für mich kein Thriller ist. Ich mag das, wenn die Leser verwirrt werden, solange sich alles am Ende auflöst und logisch erscheint. Sonst ist das eher frustrierend! Für mich ist die Geschichte frustrierend, weil es eher ein Drama ist als ein Thriller! Bin dahingehend sehr enttäuscht!

Die Geschichte dreht sich etwas an vielen Stellen im Kreis und wiederholt stetig Ereignisse, statt endlich mal weiterzuspinnen.

Sascha ist als Ärztin in der Mutterrolle für mich oft schwer verständlich und viel zu naiv! Das macht es schwer guten Gewissens Sascha als nervig zu empfinden. Sie tut einem einfach leid.... Mark, ihr Mann, ist mir nicht geheuer. Er scheint mir ein vielschichtiger und komplizierter Charakter zu sein. Ich glaube aber, dass es ihn ihm ein Teil gibt, der Sascha liebt. Ein anderer Teil will einfach nur weg von ihr. Beiden täte eine Therapie auf jeden Fall gut! Sind beide nicht ganz "gesund".

Die Ärzte treiben einen ja echt die Nerven hoch, ebenfalls die Schwestern. Die sind meines Erachtens nicht ganz frisch in der Birne! Tuen Dinge, die sich kein Normalsterblicher gefallen lassen würde... das missfällt mir richtig in der Geschichte und macht einiges unglaubwürdig!

Es lassen sich viele kleine Situationen aufzählen, die unwirklich wirken und mich nerven!

Fazit:
Insgesamt lässt sich die Geschichte trotz allem flüssig lesen, was einen irritieren kann. Die Geschichte an sich ist nicht besonders fesselnd und vereinnahmend, und doch weiß die Autorin mit den Gefühlen und Gedanken der Leser zu spielen! Sie spielen Pingpong mit einem. Daher kann ich gute drei Sterne geben. Es gibt wahrlich schlechtere Bücher, aber nochmal lesen muss ich es nicht!