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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2021

Eine gute Idee, die leider nur mäßig ausgearbeitet wurde...

The Second Princess. Vulkanherz
5

In „The Second Princess“ geht es um Saphina Bell, drittälteste Prinzessin der Königsfamilie von St. Lucien, die völlig ahnungslos ein schweres Erbe antreten muss. Nach den ersten Seiten des Buches, die ...

In „The Second Princess“ geht es um Saphina Bell, drittälteste Prinzessin der Königsfamilie von St. Lucien, die völlig ahnungslos ein schweres Erbe antreten muss. Nach den ersten Seiten des Buches, die hauptsächlich im königlichen Palast spielen und sich um das Leben der Prinzessinnen inmitten von ausladenden Kleidern, schicken Empfängen und einer strengen Mutter drehen, hätte ich den weiteren Verlauf des Buches so nicht erwartet. Es fühlt sich beim Lesen fast wie ein harter Cut an, denn man stolpert vom Palast in eine dunkle und gefährliche Welt voller Dämonen und alten Ritualen. Die Grundidee dieser Geschichte hat mir sehr gut gefallen, jedoch hat sie mich in der Umsetzung leider nicht überzeugt oder gefesselt.

Der Schreibstil von Christina Hiemer hat mir gut gefallen und lässt sich auch flüssig lesen. Dadurch, dass aus Saphinas Ich-Perspektive erzählt wird, bekommt man einen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt, die aber leider nicht immer nachvollziehbar ist. Ich bin mit den Charakteren, insbesondere mit Saphina, leider gar nicht warm geworden. Die Protagonistin erscheint mir unglaublich naiv, sie ist sich ihrer Verantwortung lange nicht bewusst und ihre Entscheidungen sind selten nachvollziehbar. Sie riskiert sehr viel für eine vergleichsweise geringe Gegenleistung.
Genauso unnahbar sind für mich auch die anderen Figuren. Bei Dante, dessen Aufgabe es ist, Saphina zu beschützen und sie zu unterstützen, weiß man lange nicht so richtig, was Sache ist.

Die Handlung ist am Anfang noch klar und leicht zu verfolgen, nach Saphinas überraschender Krönung konnte ich vieles aber nicht mehr nachvollziehen und die Geschichte wirkte sehr sprunghaft und nicht „rund“. Die Geheimnisse sollen die Spannung aufrecht erhalten, ab einem gewissen Punkt war es für mich aber nicht nachvollziehbar, dass Saphina von nichts wusste, aber extreme Erwartungen an sie gestellt werden. Ihre eigentliche Aufgabe als „dunkle Königin“ ist mir bis jetzt nicht klar geworden.

Das Ende kam dann wirklich sehr schnell und wirkte etwas gehetzt. Es gab zwar ein Happy End, das hat sich aber nicht so wirklich „happy“ angefühlt, da in meinem Kopf noch ein paar Fragezeichen waren und Saphinas Gefühlswelt mir auch zu einseitig war.
Insgesamt war das Buch eine gute Lektüre für zwischendurch, konnte mich aber leider nicht wirklich überzeugen.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 30.12.2020

Ich bin gespannt auf mehr!

Rauer Glanz
0

Ich hatte von der ersten Seite das Gefühl, direkt in die Welt von Rauer Glanz abtauchen zu können. Diese ist mit so viel Liebe zum Detail geschaffen, dass sie sich fast schon real anfühlt. Es handelt sich ...

Ich hatte von der ersten Seite das Gefühl, direkt in die Welt von Rauer Glanz abtauchen zu können. Diese ist mit so viel Liebe zum Detail geschaffen, dass sie sich fast schon real anfühlt. Es handelt sich hierbei um eine Fantasywelt, die an historische Zeiten angelehnt ist, aber ganz ohne Magie oder Drachen auskommt. Schauplatz sind hier die beiden verfeindeten Reiche Ronland und Matrienna, die im Verlauf der Geschichte eindrucksvoll und detailliert charakterisiert werden. Anfangs war es noch etwas schwierig, die einzelnen Landesteile einordnen zu können, aber dank der übersichtlichen Karte, auf die im Buch hingewiesen wird, konnte ich mir bald alles bildlich im Kopf vorstellen, was ein noch schöneres Leseerlebnis möglich gemacht hat.

Der Schreibstil ist toll und sehr flüssig zu lesen. Jedes einzelne Kapitel wirkt durchdacht und ist für den Verlauf der Handlung wichtig. Es gibt sechs Protagonisten, über deren persönliche Geschichten immer im Wechsel erzählt wird. Alle sind unheimlich detailliert und toll charakterisiert. Es handelt sich um individuelle Persönlichkeiten aus verschiedenen gesellschaftlichen Ständen (es wird die Unter- und Oberschicht beleuchtet). Ihr Handeln, Denken und Leben stellt die zentralen Elemente der Geschichte dar und zeigen dem Leser somit verschiedene Perspektiven.

Aufgrund der Tatsache, dass es sechs Protagonisten gibt, die sehr intensiv vorgestellt werden (inkl. ihrer Vorgeschichten), passiert in den ersten Kapiteln bzw. Abschnitten handlungstechnisch noch vergleichsweise wenig. Da dieses Wissen aber für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig ist und auch wirklich gut und kurzweilig beschrieben wird, finde ich es für den ersten Teil einer Reihe angemessen. Die Handlung kommt dennoch immer mehr in Fahrt und zum Ende des Buches wird es dann auch richtig spannend! Im Verlauf der Geschichte kreuzen sich auch die Wege der Protagonisten und ihre Leben werden miteinander verknüpft.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich - mir fehlt die eine oder andere romantische Szene mehr im Verlauf des Buches, das würde die Vielseitigkeit der Geschichte (vor allem in Sachen Emotionen) aus meiner Sicht noch etwas unterstützen. Ich vermute aber, dass sich hier in den Folgebänden noch einiges entwickeln wird. Auf diese bin ich schon sehr gespannt und kann es kaum erwarten, weiterzulesen! Das Ende lässt vieles offen und es ist nicht abzusehen, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Eine klare Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.12.2020

Erschreckende Wahrheiten - kann der Klimawandel noch aufgehalten werden?

CO2 - Welt ohne Morgen
2

Der Thriller „CO2 - Welt ohne Morgen“ von Tom Roth liefert einen Ausblick in eine mögliche Zukunft, welcher spannend und zugleich unheimlich erschreckend ist.
Es werden aktuelle und bedeutende Themen ...

Der Thriller „CO2 - Welt ohne Morgen“ von Tom Roth liefert einen Ausblick in eine mögliche Zukunft, welcher spannend und zugleich unheimlich erschreckend ist.
Es werden aktuelle und bedeutende Themen verarbeitet - im Mittelpunkt der Story stehen die verheerenden Folgen des Klimawandels für uns Menschen und unsere Erde. Der Inhalt regt zum Nachdenken an und übermittelt klare Botschaften und Fragestellungen, die es zu beantworten gilt - Welche Folgen hat unser Handeln? Was muss geändert werden und welche Rolle spielen politische Entscheidungen dabei? Wir können nicht so weitermachen wie bisher und müssen aufhören, wegzuschauen. Das wird in einer vielfältigen und spannenden Story verarbeitet, deren Wahrheitsgehalt so hoch ist, dass es einem Angst macht.

Der Autor wählt hier eine sehr drastische Story, in der das Leben von Kindern aufs Spiel gesetzt wird, um erhebliche Schritte im Kampf gegen den Klimawandel zu erwirken.
Ich musste das Buch tatsächlich immer mal weglegen (besonders am Anfang), weil mich manche Dinge sehr beschäftigt haben und ich über viele Aspekte nachdenken wollte. Das Buch vermittelt - parallel zur fiktiven Story - viele Fakten zum Klimawandel, die mir persönlich mitunter nicht bekannt oder nicht bewusst waren.

Der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen. Es erfolgt ein ständiger Wechsel von Erzählperspektiven, Zeiträumen und Orten, was es anfangs schwer gemacht hat, immer den Überblick zu behalten. Nach einer Weile bin ich aber gut reingekommen und dann haben diese verschiedenen Sichtweisen positiv zur Dynamik der Geschichte beigetragen. Diese nimmt zunehmend an Fahrt auf, es gibt diverse Verstrickungen der einzelnen Personen und Handlungsstränge, die nach und nach aufgelöst werden. Insgesamt gibt es eine hohe Komplexität an Ereignissen und Zusammenhängen, was aber auch wiederum die Tiefgründigkeit der Geschichte ausmacht. Die Figuren sind detailliert beschrieben und der Leser erhält einiges an Hintergrundinformationen. Aufgrund der Vielzahl von Charakteren kann natürlich nicht auf jede einzelne eingegangen werden, bei einigen hätte ich mir aber gewünscht, dass erwähnt wird, wie die ganze Geschichte für sie ausgeht.

In einigen Teilen erinnert mich die Story sehr an die Robert-Langdon-Bücher von Dan Brown, in denen ebenfalls ein Wettlauf gegen die Zeit stattfindet und verschiedenste Hinweise gedeutet und zusammengefügt werden müssen. Das Spannungslevel ist mitunter wirklich hoch, ebenso gibt es aber auch viele emotionale Aspekte, da die Entführung der Kinder weltweit einiges an Aufsehen und Mitgefühl erregt.

Das Ende des Buches konnte mich leider nicht völlig überzeugen, im
Gegensatz zum Rest der Geschichte hat es etwas plump gewirkt und war für mich auch nicht vollständig nachvollziehbar. Insgesamt war das Buch aber sehr vielseitig, spannend, aufwühlend, emotional und tiefgründig - ein tolles Leseerlebnis!

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 04.12.2020

Eine wirklich schöne und liebevolle Geschichte

Ein Lied, mein Leben und was sonst noch schiefgehen kann
0

Inhalt in Kurzform: Lilly hat es nicht leicht - nach dem Tod ihrer geliebten Mutter zieht sie nach Berlin, wo alles fremd für sie ist, um dort bei ihrer Oma zu leben. Einzig ihre Liebe zur Musik ist ihr ...

Inhalt in Kurzform: Lilly hat es nicht leicht - nach dem Tod ihrer geliebten Mutter zieht sie nach Berlin, wo alles fremd für sie ist, um dort bei ihrer Oma zu leben. Einzig ihre Liebe zur Musik ist ihr noch geblieben. Anfangs scheint es, als könnte sich hier endlich alles für sie zum Guten wenden, aber trügt sie der Schein? Und wem kann sie vertrauen?

Zwei Dinge haben mich direkt angesprochen - ich liebe Musik mindestens ebenso wie Lilly und habe auch drei Jahre in Berlin gelebt. Das waren direkt gute Voraussetzungen, um mich in ihre Lage versetzen zu können. Tatsächlich habe ich das Buch regelrecht verschlungen, in nicht mal 24 Stunden war ich durch - das will bei mir echt was heißen.
Die Figuren - insbesondere Lilly - sind alle sehr detailliert und liebevoll charakterisiert. Die Protagonistin macht eine schöne Entwicklung durch, in dem sie über sich hinaus wächst und lernt, für die Dinge zu kämpfen, die ihr wichtig sind. Sie macht ihre eigenen Erfahrungen und muss lernen, wie schnell man sich in Menschen täuschen kann. Stellenweise war ich aber auch sehr empört über ihre Naivität. Aber auch hier wird eine wichtige Message vermittelt - aus Fehlern lernt man. Ich habe mit ihr gefühlt, gelacht, geweint, geschrien und gezweifelt - die Story und besonders der tolle Schreibstil waren mitreißend und gefühlvoll.
Zudem entwickelt sich eine wirklich schöne Lovestory zwischen Lilly und William, bei der ich am Anfang erst dachte - nein, hoffentlich kommt jetzt keine „Klischeelovestory“ - aber ich wurde positiv überrascht! Es ist alles sehr realistisch, tiefgründig und nachvollziehbar.

Die gesamte Story ist wirklich spannend, kurzweilig und in sich schlüssig. Die einzelnen Charaktere sind alle sehr unterschiedlich und machen die Geschichte daher besonders lebhaft. Im Mittelpunkt steht auch eine wirklich fiese Intrige, die mich zutiefst empört hat.
Ich möchte aber nicht zu viel verraten und kann nur sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, das Buch zu lesen! Auch der eine oder andere Funken Magie ist im Buch enthalten...

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.12.2020

Tiefgründig. Intensiv. Ergreifend.

Splitterseele
0

„Die Nacht ist still, nur das stetige Rauschen des Meeres ist zu hören. Erneut wird mir bewusst, dass auf den Ozean Verlass ist. Nie wird er aufhören, Wellen an Land zu bringen, dort den Sand dunkel zu ...

„Die Nacht ist still, nur das stetige Rauschen des Meeres ist zu hören. Erneut wird mir bewusst, dass auf den Ozean Verlass ist. Nie wird er aufhören, Wellen an Land zu bringen, dort den Sand dunkel zu färben und Schaum zu hinterlassen, der sich in Sekundenschnelle wieder auflöst.”

Es fiel mir schwer, nur ein einzelnes, schönes Zitat auszuwählen, da das gesamte Buch voll davon ist. Zuallererst möchte ich anmerken, dass „Splitterseele“ einfach ein wunderschöner Titel ist, der perfekt auf den Inhalt des Buches passt und durch ein ebenso beeindruckendes und stimmiges Cover ergänzt wird.
Leas Schreibstil hat mich von Anfang an umgehauen - er ist wahnsinnig ergreifend, poetisch und mitreißend! Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen, weil ich so gefesselt von Kanelas (was für ein schöner und außergewöhnlicher Name) Gefühlswelt war. Es wird ausschließlich aus ihrer Sicht erzählt, weshalb man sehr intensiv mit ihr lachen, weinen, hoffen, schreien und bangen kann. Lea schafft es auch, das Spielen einer Runde „Mario Kart“ so lebendig und detailliert zu beschreiben, dass man das Gefühl bekommt, den Controller gerade selbst in der Hand zu halten. Aber auch die einfühlsamen, tragischen und zerreißenden Szenen haben sich angefühlt, als wäre ich live dabei.

Alle Charaktere sind mir unglaublich ans Herz gewachsen und jeder ist auf seine eigene Art und Weise besonders und individuell. Ich hätte mir noch ein paar mehr Details zu ihnen gewünscht, hier bleibt am Ende einiges offen - ebenso wie bei Kanelas Geschichte. Ich sehe hier großes Potenzial für eine Fortsetzung () und würde mich unheimlich darüber freuen!

Die Handlung des Buches ist sehr, sehr emotional, aufwühlend und tiefgründig. Lea thematisiert hier Tabuthemen (welche definitiv viel mehr Beachtung bekommen müssen!) wie die Gefühlswelt psychisch kranker Menschen, Depressionen oder häusliche Gewalt gegenüber Kindern und was das mit ihren Seelen macht.
Weiterhin überzeugt die Handlung des Buches insbesondere durch Authentizität und viele, viele Szenen, die unheimlich realistisch und schonungslos geschrieben sind. Ich finde es erschreckend, dass es heute noch viele Kinder gibt, die ein ähnliches Schicksal wie Kanela durchmachen müssen und die Folgen für immer mit sich tragen. Die Handlungen der Charaktere sind jederzeit logisch und nachvollziehbar. Es ist aus meiner Sicht mehr als realistisch, dass Kanela viiiiel Zeit braucht, um zu heilen und dass es auch Rückschläge gibt, das wird hier sehr gut verarbeitet.

Für alle, die mit psychischen Problemen zu kämpfen haben oder hatten, kann das Buch in meinen Augen sehr triggern (eine Triggerwarnung ist vorhanden), allerdings fühlt man sich auch verstanden und kann sich mit vielen Gedanken, Gefühlen und Denkmustern von Kanela identifizieren.
„Splitterseele“ ist eher kein leichtes Buch für zwischendurch, da es den Leser in die Tiefen der Geschichte hineinzieht, ihn zum Nachdenken anregt und knallhart mitfühlen lässt.

Ich mag auch die Botschaft, dass Beziehungen mitunter nicht einfach sind und dass beide Seiten etwas investieren müssen. Umso mehr, wenn einer der Partner mit psychischen Problemen zu kämpfen hat. Wie sich die Beziehung zwischen Luke und Kanela entwickelt hat und wie das Band zwischen ihnen ihr Rückhalt und Zuversicht gibt, ist wirklich wunderschön - aber auch die schwierigen Seiten werden thematisiert und es wird nichts beschönigt.

„Splitterseele“ vermittelt einfach so, so vieles und ich kann nur sagen, dass es sich lohnt, das Buch zu lesen! Es bereichert auf mehreren Ebenen und ist mit sehr viel Liebe zum Detail geschrieben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere