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Veröffentlicht am 15.09.2020

Eine interessante Geschichte, die umso mehr Lust auf den nächsten Band macht

Back to Wonderland
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In „Back to Wonderland“ erleben wir mal eine andere Alice-Geschichte. Alice stammt hier ursprünglich aus Wynterhaav, einer Welt, die ein bisschen wie das Wunderland ist. Es gibt magisch begabte Menschen, ...

In „Back to Wonderland“ erleben wir mal eine andere Alice-Geschichte. Alice stammt hier ursprünglich aus Wynterhaav, einer Welt, die ein bisschen wie das Wunderland ist. Es gibt magisch begabte Menschen, aber auch tierische Wesen, die Magie besitzen sowie auch Drachen.
Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive, einmal von Alice und einmal von Rodin. So erleben wir die Welt aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln, die sich teilweise ergänzen. Einerseits weiß man mehr wie Alice, andererseits ist man etwas verwirrt, weil Rodin nicht allzu viel erklärt. Der Schreibstil ist dabei wunderschön und sehr flüssig zu lesen.
Alice lebt ihres Wissens nach ein normales Menschenleben, bis sie von Rodin nach Wynterhaav gebracht wird. Dort lässt er sie allerdings bei seiner mürrischen Schwester Ellinor und sie muss als Hausmädchen arbeiten. Dabei erlebt sie so einige seltsame Dinge und alle anderen Bediensteten verhalten sich komisch. Das größte Rätsel bleibt allerdings das Eisloch, in welches immer wieder jemand für eine Zeit verschwinden muss. Alice ist sehr sympathisch, sie lebt sich trotz all ihrer Ängste schnell ein und bleibt immer neugierig.
Rodin hingegen hat eine schwierige Mission. Er hat die wahre Thronerbin Alice gerettet und muss nun planen, wie es weiter gehen soll. Dabei begleiten wir ihn auf seinen Reisen und sind mittendrin in den Intrigen des königlichen Hofes und seiner Beziehung zu dem Drachen Myrkur. Rodin versucht sich für die niederen magischen Wesen einzusetzen und eine Mordserie, bei denen diesen Wesen alle Magie entnommen wurde, aufzuklären. Dabei wird man nur mit dem nötigsten Wissen abgespeist, sodass man sich erst selber in dieser Welt orientieren muss. Immerhin lernt man aus seiner Sichtweise die magische Welt besser kennen. Rodin selbst ist auch ein sehr sympathischer Charakter. Er ist bei allem mit Herzblut dabei und man kann ihn nur gern haben.
Das Buch wird die ganze Zeit über nicht langweilig. Dabei passiert hier noch nicht allzu viel. Vorrangig geht es um Alice’s Leben im Haushalt Ellinors und ihre entstehende Freundschaft zu Santina, die sie in alles unterweist, und um Rodins Beziehung zu Myrkur und seinen Plänen Wynterhaav zu retten. Man lernt mehr und mehr die Problematiken kennen und am Ende hat man endlich ein Gesamtbild, doch dann ist die Geschichte auch schon vorbei. Somit bereitet einen dieser erste Teil bestens auf die Fortsetzung vor, in der wahrscheinlich mehr Spannung aufkommen wird. Ich habe dieses Buch auf jeden Fall gerne gelesen und freue mich sehr auf Band 2.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2020

Mystisch und spannend, aber mit ungeklärten Fakten

Castle Rose
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„Castle Rose“ entführt den Leser in eine Steampunk-Welt, in der der geheimnisvolle Aether zwar ein wundervoller Kraftstoff ist, allerdings auch eine große Gefahr birgt. Denn wer mit diesem grünen Rauch ...

„Castle Rose“ entführt den Leser in eine Steampunk-Welt, in der der geheimnisvolle Aether zwar ein wundervoller Kraftstoff ist, allerdings auch eine große Gefahr birgt. Denn wer mit diesem grünen Rauch in Berührung kommt, fällt in einen Schlaf, aus dem er nie wieder aufwacht.
Julianna Moore schlägt sich als Diebin und Fabrikarbeiterin durchs Leben. Ihr Vater ist ein Sleeper, ihre Mutter verschwunden und so lebt sie mit ihrem Bruder Jake in einer Wohnung, die sie kaum noch bezahlen kann. Als ihr Bruder schwer krank wird und die Behandlung unbezahlbar scheint, trifft sie auf Phoebe. Diese erzählt ihr, dass man im alten Schloss, Castle Rose, viel gute Beute machen könnte und so lässt sie sich darauf ein, dort zusammen mit Phoebe einzubrechen. Eine Entscheidung, die Überraschungen bereithält.
Die Geschichte wird aus Juliannas Sicht erzählt und man erhält zu Beginn direkt einen guten Einblick in diese Welt und die Stadt Tales End. Diese Welt nimmt einen sofort für sich ein und der Schreibstil ist wunderbar flüssig zu lesen. Die Seiten fliegen nur so dahin und man begleitet Julianna in allen Lebenslagen. Sie ist ein sympathisches Mädchen, das trotz ihres Wandels zur Diebin ein gutes Herz behalten hat. Sie liebt ihren Bruder über alles und würde alles für ihn tun.
Der Aether ist in vielen Steampunkwelten das wichtigste Stilmittel und auch hier kann niemand mehr ohne ihn leben. Dabei sollte eigentlich Kohle die Maschinen dieser Welt betreiben, doch beim Abbau ebendieser unter dem Königsschloss wurde der Aether freigesetzt und alle Arbeiter und die Menschen, die sich im Schloss aufhielten, wurden zu Sleepern. Doch da der Aether ein hervorragender Kraftstoff ist, wird nun dieser genutzt und Maschinenlecks stellen eine große Gefahr dar.
Das Schloss selbst ist ein verwunschener Ort geworden, den niemand seitdem mehr betreten hat. Einerseits aus Furcht vor dem freien Aether, einerseits aufgrund einer seltsamen Rosenhecke, die den Eingang zum Schloss versperrt. Das Buch hat daher eine gewisse Ähnlichkeit zum Märchen „Dornröschen“, doch ist es nicht der Prinz, der die Prinzessin weckt, sondern die Diebin die den Prinzen weckt, dabei kommt die Geschichte ohne großartige Liebesgeschichte aus. Die Handlung selbst bleibt durchweg spannend, man selbst stellt viele Vermutungen an, allerdings bleiben am Ende leider Fragen offen, die ich gerne beantwortet gehabt hätte.
Normalerweise lese ich Steampunk-Geschichten nicht so gerne, aber die Märchenthematik hat mich hier stark angesprochen. Der Steampunk rückt hier aber auch nicht sehr in den Vordergrund, es ist eher der Aether, der hier vordergründig thematisiert wird. Wenn Julianna durch die Stadt läuft, vergisst man auch manchmal, welche Besonderheit diese Welt hat. Der Steampunk wird hier eher in Gestalt von Aufzügen, verschiedenen Stadtebenen und den vielen Fabriken dargestellt. Und natürlich durch Anubis, das mechanische Gürteltier von Julianna. Von daher können hier auch Leser zugreifen, die sonst dem Steampunk gegenüber eher abgeneigt sind.
Alles in einem ist dies ein spannendes Buch mit einem Hauch von Märchenthematik, welches eine mehr als interessante Welt mit sehr sympathischen Charakteren bereithält. Die Idee, dem Aether einen neuen Charakter zu geben, finde ich sehr gut gelungen. Nur die offenen Fragen sorgen hier für einen Stern Abzug.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2020

Unerwartet anders, aber schöne Geschichte

Tokessah
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„Tokessah“ ist ein Buch, das ganz anders daherkommt, als man eigentlich erwartet. Ursprünglich habe ich eine typische Fantasygeschichte erwartet, bekommen habe ich eine Geschichte, die wunderbar anrührend ...

„Tokessah“ ist ein Buch, das ganz anders daherkommt, als man eigentlich erwartet. Ursprünglich habe ich eine typische Fantasygeschichte erwartet, bekommen habe ich eine Geschichte, die wunderbar anrührend war.
Tokessah ist eine Halbgöttin und lebt wohlbehütet bei ihrer Mutter, der Göttin Tyche. Um zwischen Erde und Himmel selbstständig hin und her reisen zu können und das göttliche Siegel zu erhalten, muss sie auf der Erde eine Prüfung ablegen. Ihre Mutter lässt sie nur schweren Herzens gehen, doch Tokessah freut sich auf ihre Aufgabe. Doch auf der Erde angekommen, wird sie ausgeraubt und erhält Hilfe von der jungen Emi, die sie bei sich aufnimmt, obwohl sie selber nicht viel zu bieten und Geldsorgen hat.
Anfangs konzentriert Tokessah sich noch sehr auf ihre Aufgabe, verlorenen Seelen in das Himmelreich zu überführen. Dabei ist sie fasziniert von diesen Seelen und ihrem früheren Leben. Sie mag ihre Aufgabe, denn es freut sie, dass die Seelen endlich an einen schönen Ort können. Diese Szenen sind wirklich sehr anrührend geschrieben und man merkt, dass Tokessah allein durch diese Begegnungen schon nachdenklich wird.
Die Geschichte wird von Tokessah in der Ich-Form erzählt und so kann man ihre Eindrücke von der Menschenwelt sehr gut nachvollziehen. Man lernt mit ihr unsere Welt mit neuen Augen kennen und so wandelt sich die Geschichte in etwas völlig anderes um. Es steht nicht mehr die Aufgabe im Vordergrund, sondern Tokessahs Entwicklung. War es vorher ihre Mutter, die ihr Leben prägte, so ist es nun Emi, deren Einfluss auf sie sehr stark wird. Emi ist aber auch eine wirklich herzensgute Person und sie möchte Tokessah nicht mehr missen. Zwischen den beiden entsteht eine besondere Verbindung und es ist wirklich schön, diese Entwicklung mit zu verfolgen. Später kommt noch Aris hinzu, der Tokessahs Welt noch einmal zusätzlich völlig auf den Kopf stellt.
Am Ende muss Tokessah sich entscheiden, was für ein Leben sie eigentlich führen will. Die Antwort erhaltet ihr, wenn ihr dieses Buch lest.
Wenn man kein Problem damit hat, dass der Fantasyanteil eher in den Hintergrund rückt, und die Beziehung und Entwicklung zweier Personen im Vordergrund steht, ist man hier genau richtig. Der Fokus dieses Buches liegt halt nicht auf dem fantastischen Anteil, sondern auf Tokessah als Person. Das Buch lässt sich dabei wunderbar flüssig lesen und man fliegt nur so durch die Seiten. Das Ende kommt dann ziemlich unerwartet, ist aber zufriedenstellend.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.08.2020

Interessante, spannende Geschichte, allerdings mit wenig Tiefe

Celestial City - Akademie der Engel
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In Celestial City wird der Leser mit einer Welt konfrontiert, in der der himmlische Krieg gegen die Dämonen der Hölle auf der Erde weitergeführt wird. Damals kam es zu einem sogenannten Engelsfall und ...

In Celestial City wird der Leser mit einer Welt konfrontiert, in der der himmlische Krieg gegen die Dämonen der Hölle auf der Erde weitergeführt wird. Damals kam es zu einem sogenannten Engelsfall und es wurden magische Energien frei, welche Einfluss auf die Menschen nahmen. Dabei wurden die Menschen den Energien der Engel sowie auch den der Dämonen ausgesetzt und entwickelten verschiedene Eigenschaften. Um es den jungen Menschen zu erleichtern, versiegelte der Erzengel Raphael die Kräfte dieser bis zu ihrem 18. Lebensjahr, erst bei einer Zeremonie sollen diese wieder freigesetzt und es soll beschlossen werden, ob derjenige auf die Tainted Academy oder die Fallen Academy gehen wird. Der Krieg zwischen Engeln und Dämonen tobt derweil im Hintergrund weiter und Los Angeles, die Stadt, in der die Handlung des Buches spielt, ist dabei in zwei Hälften unterteilt. Eine unterliegt den Engeln und die andere den Dämonen.

Brielle lebt auf der Dämonenseite der Stadt und es ist der Tag ihrer Zeremonie. Bei der Erweckung ihrer Kräfte stellt sich heraus, dass sie eine der seltenen Celestials ist, allerdings mit schwarzen Flügeln. Sowohl die Dämonen als auch die Engel wollen sie nun auf ihrer Seite haben, denn Brielle scheint eine wichtige Rolle im Krieg zu spielen. Die beiden Parteien einigen sich darauf, dass Brielle halbtags die Fallen Academy besuchen darf, die andere Hälfte ihres Tages aber im Dämonendienst verrichten muss. Denn Brielles Mutter ist eine Dämonensklavin und ihr Vertrag beinhaltet auch ihr erstgeborenens Kind, also Brielle.

Von nun an geschehen so einige Dinge in ihrem Leben. Ihre beste Freundin Shea muss die Tainted Academy besuchen und befürchtet, völlig böse zu werden. Die Dämonen wollen Brielle eher für ihre Zwecke ausbilden und an der Fallen Academy erfährt sie, dass sie von mehr als einem Engel gezeichnet wurde. Und dann ist da noch der undurchschaubare Lincoln, der Brielle zusätzlich ausbilden soll und der die unterschiedlichsten Gefühle in ihr hervorruft.

Die Geschichte hat ein schnelles Tempo und lässt sich auch genauso schnell und flüssig lesen. Es gibt viele spannende Wendungen, aber leider bleibt vieles sehr oberflächlich. Brielle lernt gerade mit ihren neuen Kräften umzugehen, mausert sich aber schnell zu einer guten Kämpferin, was nicht ganz so realistisch erscheint. Man erhält nach und nach einen kleinen Überblick über diese vom Krieg bedrohte Welt, doch ich hätte mir schon mehr Informationen gewünscht. Besonders die Dämonenarten kommen etwas zu kurz. Brielle selbst war mir zu Anfang sympathisch, macht dann aber eine Kehrtwende zum pubertierenden Teenager, obwohl man für ihre 18 Jahre schon mehr erwarten könnte. Leider hat mich ihr Verhalten von da an oft genervt und ihre Gedanken waren einfach viel zu kindisch. Grund ist ihre Schwärmerei für Lincoln. Die Beziehung zwischen den beiden ist leider ein großer Kritikpunkt. Sie ist nicht ganz nachvollziehbar und ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr Raum bekommt. Es gibt nette Kabbeleien zwischen den beiden und die typische Gefühlsverleumdung, doch dann geht plötzlich alles ganz schnell. Wenn man bedenkt, dass noch weitere Bände folgen, hätte man der Beziehungsentwicklung wesentlich mehr Zeit und Raum geben können. Lincoln selbst ist ein toller Charakter. Anfangs versteht man ihn noch nicht ganz, doch man lernt ihn immer besser kennen.

Obwohl Brielle eher als dämonisches Wesen angesehen wird, schließt sie schnell neue Freundschaften. Das ging auch ziemlich zackig und natürlich darf auch die Oberzicke nicht fehlen, die versucht, ihr das Leben zur Hölle zu machen. Diese Tiffany hasst man sofort. Aber Brielle und ihre neuen Freunde halten gut zusammen und wachsen einen schnell ans Herz.

Ansonsten wird zumindest zum Ende hin klar, welche Rolle Brielle im Krieg vorhergesehen sein soll und es wird auch die Bedrohung durch den Krieg deutlich. Generell finde ich die Handlung schon sehr gelungen. Hier wurde eine interessante Welt mit Engeln und Dämonen geschaffen und auch die Dinge, die Brielle im Laufe der Geschichte wiederfahren, kommen meist unerwartet und spannend daher. Nur leider geht halt alles sehr schnell und es fehlt eine gewisse Tiefe.

Im Groben und Ganzen handelt es sich hier um ein interessantes und recht spannendes Buch, dass hoffentlich im nächsten Band mehr Tiefe bekommt. Es interessiert mich aber auf jeden Fall, wie die Geschichte weitergehen wird. Genremäßig würde ich es als Romantasy-Buch mit New-Adult-Elementen einordnen, das sich prima für zwischendurch eignet.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 25.08.2020

Hüte dich vor dem Zauberspiegel!

Spiegelfluch & Eulenzauber
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Anthea und Matej sind seit Jahren auf der Suche nach dem Zauberspiegel in dem ihre Freundin Myrsina verschwunden ist. Sein dunkles Treiben forderte schon viele Opfer und die beiden sind bereit, sich ihm ...

Anthea und Matej sind seit Jahren auf der Suche nach dem Zauberspiegel in dem ihre Freundin Myrsina verschwunden ist. Sein dunkles Treiben forderte schon viele Opfer und die beiden sind bereit, sich ihm entgegen zu stellen. Als sie endlich von einer Magierin erfahren, wie sie den Spiegel finden können, setzt Anthea einiges aufs Spiel und eine gewagte Reise beginnt. Begleitet werden die beiden nun unerwartet von Lelia, der Enkelin der Magierin. Parallel dazu erreicht Lisbeth als neue Gräfin Burg Wolkenstein und muss sich in ihr neues Leben eingewöhnen. Dabei muss sie sich gegen ihre Schwägerin Barbara behaupten und verfällt dem Flüstern eines Spiegels…
„Spiegelfluch und Eulenzauber“ hat mich wirklich in seinen Bann gezogen, so wie es auch der Spiegel mit seinen Opfern macht. Diese Geschichte hat wirklich alles zu bieten und wird im Verlauf immer spannender. Die Charaktere machen jeder seine eigene Wandlung durch und es war einfach toll, sie auf ihren Wegen zu begleiten.
Anthea ist ein seltsames Mädchen, das den Großteil ihres Lebens nie gesprochen hat und nun den Wolf Matej auf seiner Reise begleitet. Geplagt von ihren Schuldgefühlen, weil sie den ersten Rettungsversuch Myrsinas verpatzt hat, würde sie alles für deren Rettung tun. Auf ihrer Reise zum Spiegel entdeckt sie an sich neue Seiten und wächst am Ende über sich hinaus. Ich habe sie sehr lieb gewonnen, denn sie ist eine wahrlich treue Seele.
Dabei ist Lelia für ihre Weiterentwicklung mit ausschlaggebend. Lelia kann sich in eine Eule verwandeln und beschließt, Anthea und Matej zu begleiten. Sie ist von Anthea besonders fasziniert und beide lernen voneinander. Ich mag auch sie sehr, denn unter ihrer anfangs harten Schale, steckt ein weicher Kern.
Matej ist ein verwunschener Wolf, der damals auf Myrsina traf, die auf der Flucht vor dem Spiegel war. Anthea und er können sich mental miteinander unterhalten und sind seit längerem Reisegefährten. Dabei plagen Matej wiederum Schuldgefühle, dass Anthea nun in die Sache mit dem Spiegel verwickelt ist. Er ist auch ein rauer Charakter, aber unter seinem struppigen Fell verbirgt sich ein gutes Herz und auch ihn gewinnt man schnell lieb.
Lisbeth ist eine starke Frau, die versucht, sich in ihrer neuen Rolle als Gräfin zu behaupten. Trotz allem ist sie nicht allzu überheblich und pflegt eine geheime Liebe zu ihrem Jäger Jakob und ist gut mit ihrer Zofe Klara befreundet. Sie hat es nicht leicht und fühlt sich in ihrer aufgezwungenen Ehe nicht wohl, zusätzlich macht ihre Schwägerin ihr das Leben schwer, denn diese gibt ihre Rolle als Hausherrin nicht auf. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass Lisbeth dem Flüstern des Spiegels nur schwer wiederstehen kann.
Der Zauberspiegel erinnert ein wenig an Schneewittchen, dabei verspricht er seinen Opfern alles, was sie sich wünschen, wenn sie ihm nur die Herzen junger Frauen opfern. Mehr verrate ich auch nicht über den Spiegel, man erfährt genug zur rechten Zeit während der Geschichte.
Das Buch lässt sich wunderbar flüssig lesen und wird nie langweilig. Erzählt wird einmal in der Ich-Form von Anthea und aus Lisbeths Perspektive in der Sie-Form. Dies finde ich sehr treffend, denn es passt einfach zu den Handlungssträngen. Die Reise von Anthea und ihren Gefährten ist absolut spannend und hält einen teilweise in Atem. Dabei entfaltet sich nach und nach die Geschichte über das wahre Wesen des Spiegels und man verfolgt, wie Lisbeths Leben verschiedene Wendungen nimmt, da der Einfluss des Spiegels mal mehr und mal weniger präsent ist und Lisbeth einen inneren Kampf austragen muss.
Es ist wirklich erstaunlich, inwieweit sich die Charaktere weiterentwickeln. Besonders Anthea macht eine faszinierende Entwicklung durch. Man kann zum Ende des Buches hin immer schwerer mit dem Lesen aufhören, denn die Geschichte zieht einen immer mehr in seinen Bann und man möchte einfach wissen, was als nächstes passiert. Dabei bewegt man sich hier in einer Welt, in der es zwar noch Magie gibt, aber die Religion und die Inquisition im Hintergrund lauern.
Das Ende hat mir sehr gut gefallen, aber verraten werde ich hier natürlich nichts, ich sage nur: Lest selbst! Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, egal ob man gerne Märchenadaptionen liest oder generell Fantasy. Hier ist für jeden was dabei. =)
Wer übrigens mehr über Matej und Myrsina lesen möchte, dem sei die Kurzgeschichte „Spiegelschwester“ (enthalten in der Drachenmond-Anthologie „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“) ans Herz gelegt.

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