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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2019

Amüsant und fesselnd!

Gold und Schatten
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Als Diplomatentochter hat Livia schon die halbe Welt gesehen, alle drei Jahre wird so die Schule gewechselt. Nun ist sie neu in Paris und erkundet erst einmal die Sehenswürdigkeiten. In den Katakomben ...

Als Diplomatentochter hat Livia schon die halbe Welt gesehen, alle drei Jahre wird so die Schule gewechselt. Nun ist sie neu in Paris und erkundet erst einmal die Sehenswürdigkeiten. In den Katakomben stößt sie auf Maél. Gleichzeitig passiert es immer wieder, dass Livia mit Pflanzen kommunizieren kann. Wo kommt das nur her?

Nachdem so viel Werbung für dieses Buch gemacht wurde, bin ich extrem skeptisch heran gegangen. Doch war meine Sorge hier glücklicherweise unbegründet.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und vor allem schnell zu lesen, das Buch an einem Tag zu verschlingen? Gar kein Problem, denn es ist absolut fesselnd geschrieben. Als Leser wird alles aus der Ich-Perspektive von Livia erlebt, sodass hier eine intensive Bindung entsteht.
Besonders beeindruckt haben mich die Dialoge und Livias Gedanken. So schlagfertig und immer wieder absolut witzig. Eines meiner (spoilerfreien) Highlights zwischen den beiden Hauptpersonen war eindeutig von Livia:
"Herrje. Bist du Sternzeichen >Verhaltensauffällig
So ließ mich die Geschichte vor allem durch diese Passagen voller Humor nicht mehr los. Götter usw. tauchen nach und nach auf, besonders Hermes hat es mir hier angetan. Doch jeder spielt seine Rolle wirklich gut und passt stimmig ins Bild.

Einzig und alleine ein kleines Manko ist, wie schnell sich alles zwischen Livia und Maél entwickelt, sie sich in der Schule eingewöhnt und wie gering ihre Schwierigkeiten sind mit all dem Neuen umzugehen. Zudem sind die einzelnen Kapitel teilweise wirklich arg lang, doch das ist Geschmackssache. So befinde ich mich mit meinem Meckern auf absolut aller höchstem Niveau.

Insgesamt also amüsant und fesselnd. Tolle Unterhaltung, die mich mit 4,5 von 5 Sternen bewerten lässt. Ich freue mich auf den zweiten Teil dieser Dilogie!

Veröffentlicht am 23.02.2019

Magischer Wald trifft auf Gesellschaftsschichten

Waldkind
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Eva ist unterwegs, vom Altmeister geschickt, auf geheimer Mission, um die letzten Alben zu töten.
Cianna lebt ein behütetes Leben und entdeckt am Waldrand ein einsames, nicht sprechendes Kind.

Der Schreibstil ...

Eva ist unterwegs, vom Altmeister geschickt, auf geheimer Mission, um die letzten Alben zu töten.
Cianna lebt ein behütetes Leben und entdeckt am Waldrand ein einsames, nicht sprechendes Kind.

Der Schreibstil ist voller Beschreibungen der Umgebung. Gerade der Wald ist unglaublich detailliert und magisch beschrieben. Die Perspektiven wechseln mit den Kapiteln zwischen den beiden Mädels hin und her. So bekommt der Leser die Möglichkeit, sie schnell kennen zulernen, die Motive zu verstehen und es wird immer wieder Spannung aufgebaut.

Abseits des Waldes gibt es Magie in dieser Welt, die vor allem Heiler und Brenner hervorbringt. Nicht alle haben die Möglichkeit ihre Kräfte auszubilden. Denn das Schichtsystem ist undurchdringlich. Sklaven, die frühzeitig ihre Zunge verlieren, Gemeine und Bürger. Das die Bürger alle Zügel in der Hand haben zu glauben ist wohl klar...

Zu Beginn des Buches gibt es eine Karte. Inzwischen habe ich diese zu schätzen gelernt, um mich schnell (gerade bei unterschiedlichen Perspektiven) orientieren zu können. Leider ist diese etwas ungenau und klein ausgefallen.
Ein weiteres Manko sind für mich die letzten hundert Seiten, die Motive verwischten für mich und ich konnte mich nicht mehr in die Charaktere hineinversetzen. Alles Geschah etwas schnell.

Insgesamt trifft hier ein magischer Wald auf Gesellschaftsschichten, die jeweils richtig gut ausgearbeitet sind. So bewerte ich mit 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.02.2019

Überraschendes Ende, aber nicht vollständig überzeugend

Einer wird sterben
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Stella ist alleine zu Hause. Im Haus ihres Mannes. Seit einigen Stunden, vielleicht auch Tagen, steht ein Auto vor der Tür. Das Paar bewegt sich nicht von der Stelle und keiner weiß, warum sie dort stehen...


Das ...

Stella ist alleine zu Hause. Im Haus ihres Mannes. Seit einigen Stunden, vielleicht auch Tagen, steht ein Auto vor der Tür. Das Paar bewegt sich nicht von der Stelle und keiner weiß, warum sie dort stehen...


Das Buch wird erzählt aus Stellas Sicht, leitet ein in die Problematik, die Geheimnisse vor Mitmenschen haben könnten und zeigt, was Einsamkeit aus einem macht. Keiner da, dem sie noch vertrauen kann, sie ist alleine mit ihrer Angst. Ihrer Angst, dass das Paar im Auto zu viel weiß.

Diese Ängste sind sehr schlüssig dargestellt, doch irgendwie fehlte das gewisse etwas. Klar, war da eine unterschwellige Spannung, wer hinter all dem steckt. Doch wird nebenbei so viel in der Nachbarschaft "aufgedeckt", dass Stellas rätselhafte Probleme teilweise in den Hintergrund rücken.

Was mich am meisten wunderte, war die Art, wie Stella ihr Leben führt. Ängste hin oder her. Ein Mann, der ständig durch die Weltgeschichte tourt. Sie, die nicht über die Narbe in ihrem Gesicht hinwegkommt und deshalb nicht arbeiten geht. So ein Leben muss doch langweilig sein?

Zu erwähnen bleibt noch das überraschende Ende, aber das haben Psychothriller meist so an sich. Wäre sonst auch langweilig. Mein aufgestellter Verdacht war wenigstens teilweise richtig, doch dieses Ende ist definitiv nicht vorhersehbar.

Insgesamt also ein überraschendes Ende, aber eine nicht vollkommen überzeugende Story. Sehr schade, habe ich doch schon sehr gute Bücher von Wiebke Lorenz gelesen. Aktuell bleibt zudem das Gefühl, dass Psychothriller gerade nicht vollständig in meine Leselust passen wollen. So bewerte ich mit 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.02.2019

magischer Ausflug mit tollen Abenteuern

Sturmwächter
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Fionn Boyle begleitet diesen Sommer seine Schwester mit auf die Insel Arranmore. Sie verbringen die Zeit auf der Insel, auf der sie geboren sind, bei ihrem Großvater. Dieser ist ein wenig eigenartig, wer ...

Fionn Boyle begleitet diesen Sommer seine Schwester mit auf die Insel Arranmore. Sie verbringen die Zeit auf der Insel, auf der sie geboren sind, bei ihrem Großvater. Dieser ist ein wenig eigenartig, wer sammelt schon Kerzen und gibt ihnen noch dazu auch noch Namen?


Der Schreibstil führt den Leser schnell in die Geschichte und auf eine wundervoll bildlich dargestellte Insel.
Sehr realistisch beschrieben wird dabei das Ankommen von Fionn und seiner anfänglichen Skepsis der Insel gegenüber. Denn die Insel verbirgt, wie auch die Kerzen und sein Großvater ein Geheimnis.

Im Vordergrund stehen zwischen den Abenteuern der Geschwister immer wieder die Banden, die eine Familie ausmachen. Dabei gilt es gerade für Geschwister so manch eine zusätzliche Hürde zu nehmen. So kann es durchaus vorkommen, dass der Leser sich (wenn er Geschwister hat) an seine eigene Familie erinnert fühlt.

Insgesamt ein magischer Ausflug mit tollen Abenteuern. So bewerte ich mit 4,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.02.2019

Viele ungenutzte Chancen, definitiv keine wirkliche Dystopie und ein unverständlicher Hype

Davor und Danach
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Mhairi ist unterwegs zu ihrer Großmutter, zu Fuß, denn die Grenzen sind geschlossen. Sie hat kein Geld mehr, jedoch noch ihre Papiere. Volljährig ist sie mit ihren 14 Jahren auch noch nicht, sie muss es ...

Mhairi ist unterwegs zu ihrer Großmutter, zu Fuß, denn die Grenzen sind geschlossen. Sie hat kein Geld mehr, jedoch noch ihre Papiere. Volljährig ist sie mit ihren 14 Jahren auch noch nicht, sie muss es unbedingt zu ihrer Großmutter schaffen. Doch dann trifft sie kurz vor der schottischen Grenze auf einen kleinen Jungen, den sie nicht einfach sich selbst überlassen kann...


Versprochen wurden aktuelle Themen wie Flucht und Klimawandel. Da die Flucht von Mhairi im Vordergrund steht, dabei das Grauen von Auffanglagern, die Willkürlichkeit von Mensch und Gesetz erwähnt werden, kann eine gewisse Aktualität nicht abgesprochen werden. Doch eine Flucht durch den Klimawandel, naja, es wurde kurz erwähnt, aber das war es auch.
Auch am Ende des Buches ist noch nicht wirklich klar, warum Mhairi zu Anfang noch mit ihren Eltern aus dem Sudan geflohen ist.

Eine Dystopie liegt leider zudem auch nicht vor, denn das Buch spielt zwar in der Zukunft und das beschriebene kann wirklich passieren. Doch Mhairi steht mit ihrer Ich-Perspektive so im Vordergrund, dass nichts anderes durch kommt. Die Welt um sie herum wird nur unzureichend beschrieben, so tauchen zwar hier und da ein paar technische Spielereien auf, die jedoch nie erklärt werden und das war es auch schon vom Danach. Das Davor kennen wir alle, es ist die aktuelle Welt.

Mhairi berichtet in der bereits angesprochenen Ich-Perspektive in kurzen abgehakten Sätzen, vergisst dabei immer wieder den Leser auf ihrer Reise durch beschreibende Elemente wirklich mit zu nehmen. Etwas, was wirklich deutlich wird, sind die Probleme, vor allem psychischer Natur, die ein Mensch auf der Flucht ertragen muss. So versucht sie sich all dem durch eine selbst geschaffene Festung zu entziehen und das erlebte Grauen wegzuschließen.

Insgesamt war die Chance da, eine Dystopie zu kreieren, die zum Nachdenken anregt und das Ändern der eigenen Verhaltensweisen zu ermöglichen. Das Buch ist jedoch auf voller Linie gescheitert. Ich weiß auch Stunden nach Beenden des Buches nicht wirklich, was es mir sagen will, sodass mir der Hype, um dieses Buch vollkommen unverständlich ist. Einzig positiv ist, dass die kurzen Sätze einen das Buch in sehr schneller Geschwindigkeit lesen lassen. So bewerte ich mit 2 von 5 Sternen.