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Veröffentlicht am 06.11.2021

Ein nettes kleines Abenteuer für Zwischendurch

Love Paris Dance
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Eine aufstrebende Ballerina erobert Paris und findet die Liebe - so könnte das Motto dieses Romans lauten. Für die lebensfrohe Mia erfüllt sich ein riesengroßer Traum, als sie für ein Ballett-Ferienprogramm ...

Eine aufstrebende Ballerina erobert Paris und findet die Liebe - so könnte das Motto dieses Romans lauten. Für die lebensfrohe Mia erfüllt sich ein riesengroßer Traum, als sie für ein Ballett-Ferienprogramm nach in die Stadt der Liebe reist. Strenge Ballettlehrer genauso inbegriffen wie die Chance, am Ende das Aufsehen einer berühmten Company zu ergattern und dem Ziel, Profitänzerin zu werden, ein Stückchen näher zu kommen. Außerdem hofft Mia, an den Ort zu gelangen, an dem ihre geheimnisvolle Vorfahrin angeblich einst als Primaballerina tanzte und von Degas auf einem Gemälde verewigt wurde. Doch damit nicht genug: Womit Mia nicht gerechnet hat, als sie ihre Koffer für die große Reise packte, waren Louis, ein super süßer Franzose, der ihr Herz so weich werden lässt wie das buttrigste Croissant und die Möglichkeit, tatsächlich endlich herauszufinden, ob ihre Vorfahrin auf einem Bild des berühmten Künstlers zu sehen ist.
Mit Mias Ankunft in Paris beginnt eine turbulente, lebensfrohe Geschichte mit unerwarteten Wendungen...

An diesem Roman hat mir die fröhliche, unbeschwerte, weltoffene Stimmung besonders gut gefallen. Mia wirbelt durch die Welt und ihr großes Abenteuer, eigentlich ganz anders, als man es von einer jungen Ballerina erwartet: Nicht immer geplant, nicht immer ganz auf den Punkt, nicht immer ganz klassisch und regelkonform. Aber genau das macht die Unbeschwertheit der Geschichte aus, auch wenn es manchmal schon beinahe etwas unglaubwürdig wird, wie viel sie auf einmal schaffen kann.
Auch Mia selbst mir als Charakter sehr gut gefallen, ich habe mich in der Regel gerne in ihre Gedanken geflüchtet. Louis ist ein wahrer Herzensbrecher und wird seiner Rolle in jedem Fall gerecht, denn man kann ihn ebenfalls direkt ins Herz schließen. Gleiches gilt für die anderen Charaktere, seien es Mias Mitstreiterinnen Audrey, Anouk und Lucy, ihre Großtante und deren Tochter oder ihr strenger Ballettlehrer.
Nicht ganz so begeistert war ich hingegen mit einigen Teilen der Handlung: Die Liebesgeschichte zwischen Louis und Mia hat sich zwar recht schön entfaltet, trotzdem ging mir manches zu schnell und ab und an fand ich die Folgerungen oder Reaktionen (genauer kann ich hier nicht werden schließlich soll niemand gespoilert werden) etwas unlogisch. Nicht zufrieden war ich allerdings vor allem mit der Geschichte rund um Mias geheimnisvolle Verwandte und das vermisste Degas-Gemälde. Schon Mias Einstellung dazu vermittelt in meinen Augen nicht das richtige Selbstverständnis für ein junges Mädchen wie sie, aber auch die Suche nach dem Gemälde war mir in weiten Teilen einfach zu unrealistisch und außerdem für die Handlung von wenig Bedeutung.
Auch die Ballettkomponente hätte in meinen Augen etwas präsenter sein können im Verlauf der Geschichte, aber das ist vermutlich ein recht subjektiver Eindruck - also, deutlich mehr, als das bei Rezensionen sowieso schon der Fall ist ; ).

Alles in allem hat mich der Roman ein wenig enttäuscht, aber trotzdem ganz gut gefallen. Als nettes Wohlfühlbuch für Zwischendurch kann ich ihn sehr empfehlen und wünsche allen, die das ausprobieren, eine schöne Lesezeit.

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Veröffentlicht am 11.08.2021

Derb, draufgängerisch & direkt

Boston Belles - Hunter
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Ein unverbesserlicher Frauenheld und Taugenichts, der verbessert werden soll und eine gnadenlos zielstrebige Sportlerin, die locker gemacht werden soll - so das Rezept von "Boston Belles - Hunter". Eben ...

Ein unverbesserlicher Frauenheld und Taugenichts, der verbessert werden soll und eine gnadenlos zielstrebige Sportlerin, die locker gemacht werden soll - so das Rezept von "Boston Belles - Hunter". Eben dieser Hunter hat bei einer seiner Sexkapaden endgültig über die Strenge geschlagen und bekommt von seinem Vater Abstinenz, Zölibat und Arbeit im familieneigenen Großunternehmen verordnet. Um das alles zu gewährleisten, soll er mit der ehrgeizigen Sailor zusammenleben, an die sich selbst der Playboy nicht herantraut. Die fragt sich unterdessen, was um alles in der Welt sie dazu bewegt hat, sich auf den Deal einzulassen, denn so kalt, wie Hunter glaubt, lässt dieser sie nicht.

Das klang für mich anfangs alles ziemlich gut, richtig packen konnte mich die Geschichte dann aber doch nicht. Ein Grund dafür könnte der teilweise ziemlich derbe Schreibstil von LJ Shen sein - natürlich denkt ein Charakter wie Hunter sicher nicht wie ein Unschuldsengel, aber die unaufhörlichen Anspielungen auf alles, was im Entferntesten mit Sex zu tun hat, waren zumindest für mich mit der Zeit ziemlich ermüdend.
Außerdem konnte mich die Liebesgeschichte zwischen Hunter und Sailor leider auch nicht wirklich mitreißen. Was mit einem vielversprechenden Knistern begonnen hatte, entwickelte sich für mich nicht wirklich authentisch weiter. Immer wieder gerieten die zwei deutlich aneinander und schienen dabei einfach nicht auf einer Wellenlänge zu liegen, sich nicht wirklich zu verstehen. Zudem erfuhr man kaum etwas vom ganz normalen Alltag der beiden, sondern bloß von den besonderen Hürden, die sie darin jeweils bewältigen mussten - diese beiden Elemente der Story waren mir im Übrigen beide zu dramatisch und aufgebauscht, ein solcher Fall, auf den sie sich gemeinsam hätten konzentrieren können, wäre in meinen Augen deutlich passender gewesen. So kam mir die ganze Beziehung immer sehr geladen und nicht gerade bodenständig vor.

Trotz alldem habe ich in der Leserunde natürlich auch sehr viele Stimmen gehört, denen das Buch sehr gut gefallen hat und all meine Kritikpunkte sind nun einmal Geschmackssache. Ich will und kann für diesen Roman also keine Empfehlung aussprechen, denn mich hat er enttäuscht, aber gleichzeitig kann ich auch niemandem abraten, dessen Geschmack er vielleicht treffen könnte.

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