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Veröffentlicht am 30.03.2019

Über den Aufstieg einer großen Künstlerin

Madame Piaf und das Lied der Liebe
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„Madame Piaf und das Lied der Liebe“ ist ein historischer Roman von Michelle Marly über das Leben der großen, kleinen Édith Piaf. Ein Roman über den Aufstieg des Straßenmädchens zu einer gefeierten und ...

„Madame Piaf und das Lied der Liebe“ ist ein historischer Roman von Michelle Marly über das Leben der großen, kleinen Édith Piaf. Ein Roman über den Aufstieg des Straßenmädchens zu einer gefeierten und gefragten Künstlerin. Ein Leben zwischen Rausch, Freude, Liebe und Freundschaft, aber auch Verlust, Kampf und Trauer.
Édith Piaf. Ein Name, der uns allen bekannt ist. Aber wie wurde aus dem kleinen Mädchen von der Straße diese große Sängerin?

Bevor ich den Roman gelesen habe, wusste ich von Édith Piaf nicht viel. Lediglich, den ein oder anderen Chanson kannte ich von ihr und mir war natürlich klar, dass sie früher eine große und bekannte Sängerin gewesen ist und dies eigentlich auch noch bis heute ist. Aber wer genau diese Frau war, wie sie gelebt hat und wie oder wann sie gestorben ist, war mir nicht klar. Aber genau aus diesem Grund hat mich der Roman so gereizt. Ich bin ein Fan dieser Art Romane, die ein echtes Leben in Romanform beschreiben. Natürlich bleibt ein bisschen Fiktion, literarischer Spielraum und selbstverständlich der eigene Stil der Autorin nicht aus, aber trotzdem hat man das Gefühl, etwas wirklich Geschehenes mitzuerleben und zu begreifen. In einer Zeit, die wir niemals erleben werden und durch eine echte Lebensgeschichte ein Gefühl dafür bekommen können.
Édith Piaf also, ein Mädchen von der Straße. Aufgewachsen ohne Mutter, von ihrem Vater ausgenutzt. Ein Mädchen, das durch das Singen auf der Straße, mithilfe von Freunden, Liebhabern und Protegés ein Star werden konnte.
Dabei blieb sie stets wie sie war. Lebensfroh, leicht exzentrisch, eher herrisch und chaotisch. Eine Frau mit einem großen Herzen. Ihre echten Freunde blieben stets an ihrer Seite und unterstützten sie, so gut sie es vermochten. Sie ertrugen die schlechten Seiten und ergaben sich dem Charisma ihrer „Môme“.
Michelle Marly schafft es, aus der Perspektive von Édith Piaf, deren Aufstieg zu ihren größten Erfolgen zu schildern. Ihre „Absturz“ nach dem Verlust ihrer großen Liebe lässt sie dabei bewusst aus und konzentriert sich auf die besseren Zeiten in Piafs Leben.
Der Leser taucht dabei ein in eine Welt vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg. In ein Paris voller Elend und Entbehrungen, in Musik, die den Menschen Hoffnung gibt. Sie schildert anschaulich, wie Édith Piaf andere Künstler zu Ruhm verhilft, wie sie sie unterstützt und wie sie einen ihrer größten Erfolge, das Lied „La vie en rose“ komponiert.

Ich habe das Buch sehr gern gelesen und mich im Anschluss dazu inspiriert gefühlt, ein bisschen mehr über diese großartige Künstlerin zu lesen und mir bewusst einige ihrer Lieder anzuhören. „Non, je ne regrette rien“ beschreibt für mich am Besten das Leben von Édith Piaf. Sie lebt so, wie sie es für richtig hält. Sie legt keinen Wert auf Besitz, auf Sicherheiten, auf Geld. Sie feiert Feste, wie sie kommen. Sie unterstützt die ihren und verliert manchmal den Blick für das Wesentliche. Sie ist das, was ich mir unter einer großen Sängerin vorstelle und ich finde es interessant, dass schon in den 1930/40er-Jahren Frauen so selbstständig sein konnten.

Ich empfehle den historischen Roman über Édith Piaf jedem, der an ihrer Lebensgeschichte interessiert ist oder etwas über sie erfahren möchte ohne ganze Bibliografien oder Berichte zu lesen.
Michelle Marly hat ein tolles Buch über Piafs Leben geschrieben und schafft es den Leser in ein anderes Jahrhundert und in ein anderes, wahres Leben zu entführen.
Im Nachwort beschreibt sie ihre eigenen Beweggründe für bestimmte Handlungsorte und gewisse Handlungsabfolgen. Dies rundet den Roman ab und zeigt dem Leser klar auf, wo historische Lücken bestehen und wie sie gefüllt wurden.
5 von 5 Sternen von mir für den historischen Roman über die große Sängerin Édith Piaf!

Veröffentlicht am 20.03.2019

Gelungene Fortsetzung der Gracewood Hall-Reihe

Frühlingserwachen auf Gracewood Hall
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„Wenn man der Liebe vertraut, dann kann alles nur großartig werden.“
„Frühlingserwachen auf Gracewood Hall“ ist ein Roman von Sandra Rehle und der zweite Band der Gracewood Hall-Reihe. Er ist in sich abgeschlossen ...

„Wenn man der Liebe vertraut, dann kann alles nur großartig werden.“
„Frühlingserwachen auf Gracewood Hall“ ist ein Roman von Sandra Rehle und der zweite Band der Gracewood Hall-Reihe. Er ist in sich abgeschlossen und kann daher auch einzeln gelesen werden.
Annie Taylor ist eine junge, alleinerziehende Mutter. Mit Hilfe von Eltern und Freunden zieht sie ihre Tochter Poppy liebevoll auf und arbeitet aushilfsweise auf dem nahegelegenen Herrenhaus Gracewood Hall. Als das Osterfest und Poppys zweiter Geburtstag näher rücken, beginnt der Frühling auch die Gefühle von Annie zu ihrem besten Freund Matt durcheinander zu bringen. Könnte es sein, dass sie mehr für ihn empfindet? Doch was ist mit Edward, Poppys leiblichem Vater? Als dieser plötzlich vor Annies Tür steht, ist die Verwirrung komplett und ein spannendes Osterfest beginnt…

Sandra Rehle entführt den Leser diesmal im Frühling nach Gracewood Hall. „Frühlingserwachen auf Gracewood Hall“ knüpft grandios an den ersten Band der Reihe „Winterzauber auf Gracewood Hall“ an. Die dort begonnene Idee, Gracewood Hall als Veranstaltungsort für Hochzeiten zu etablieren, lebt weiter und wird gut aufgegriffen und weitergesponnen.
Auch die Familie Bedford trifft der Leser dadurch natürlich wieder und erfährt nebenbei, wie es mit Liz und Max weitergeht. Diese Verbindung ist wunderschön gelungen, bleibt dabei aber dennoch meist so dezent, dass sie erstens auch ohne das Lesen von Band 1 verstanden werden kann und zweitens nicht zu dominant neben den Hauptgeschichte von Annie wirkt. Lediglich an ein paar wenigen Stellen schweift die Nebenhandlung um die Familie Bedford für meinen Geschmack etwas weit aus. Auf einige Personen der Familie Bedford wurde plötzlich ein Augenmerk gelegt und eine Fokussierung herbeigeführt, die für mich nicht unbedingt nachvollziehbar waren und keinen direkten Bezug zur eigentlichen Handlung hatten. Dies mag aber daran liegen, dass sich die Romanreihe hauptsächlich um Gracewood Hall und die dort lebende Familie drehen soll und daher auch hier noch Details berichtet werden sollten. Für mich nicht unbedingt notwendig, aber auch nicht dramatisch oder unglaublich störend.
Annie ist eine lebensfrohe und freundliche junge Frau. Sie liebt ihre Tochter über alles, kämpft aber trotzdem mit Zweifeln und Grübeleien darüber, wie alles einmal weitergehen soll. Momentan lebt sie bei ihren Eltern, welche sich das Leben nach dem Auszug ihrer Tochter natürlich ebenfalls anders vorgestellt hatten.
Die Autorin schafft es, die Figuren authentisch und liebevoll darzustellen. Zweifel, Gefühle und Gedanken werden anschaulich und nachvollziehbar geschildert und es fällt dem Leser leicht, sich in die Protagonisten hineinzudenken und mit ihnen mitzufiebern. Es wird großartig beschrieben, wie es sich für eine Familie anfühlen kann, wenn das eigentlich bereits großgezogene und selbstständige Kind ins Elternhaus zurückkehren und erneut unterstützt muss. Glücklicherweise sind Annies Eltern bereit, ihre Tochter mit vollem Engagement zu unterstützen. Trotzdem ruft eine solch enge Verbindung natürlich Konflikte auf, die von Sandra Rehle toll beschrieben werden.
An „Winterzauber auf Gracewood Hall“ hatte mich gestört, dass die Geschichte zu kurz und zu konstruiert auf einen sehr kleinen Zeitraum (Weihnachten) gepresst wurde. Dieses ist hier in Band 2 besser gelöst. Annie und Matt kennen sich schon seit ihrer Kindheit, die Gefühle zueinander sind im Grunde schon lange da, treten aber erst jetzt an die Oberfläche. Dies hat mir sehr gut gefallen, denn es scheint mir realistisch und nachvollziehbar. Viele Beziehungen entstehen aus Freundschaften und wer kennt die Frage nicht: Ist es noch Freundschaft oder ist es doch mehr?
Sandra Rehle hat einen leichten und geradlinigen Schreibstil. Die Handlung folgt einem roten Faden und die Spannung und Konflikte steigen klassisch bis zum Höhepunkt an, um sich dann zum Ende nach und nach aufzulösen. Dies und die Erzählperspektive in Form des personalen Erzählers in wechselnder Rolle macht es dem Leser leicht, alles gut zu verfolgen und nachzuvollziehen.

Fazit: „Frühlingserwachen auf Gracewood Hall“ ist eine gelungene Fortsetzung der Gracewood Hall-Reihe. Mir hat der Roman sehr gut und sogar besser als Band 1 gefallen. Ich finde man merkt, dass Sandra Rehle mittlerweile schon mehr Erfahrung mit dem Autorenleben hat und vielleicht auch einige Anregungen nach Band 1 angenommen hat.
Ich freue mich sehr auf den dritten Teil der Reihe, ich habe diesen Band der Reihe verschlungen und mich in Gracewood Hall und seine Bewohner verliebt. Wenn ich könnte würde auch ich auf Gracewood Hall heiraten, wer weiß, vielleicht sogar den draufgängerischen Nick… ? Wer weiß. Ich vergebe jedenfalls 5 von 5 Sternen für einen fröhlichen und leichten Roman, der den Leser für ein paar Stunden in ein wunderschönes englisches Herrenhaus entführt.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Krass!

YOU – Du wirst mich lieben
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Wow. Also so einen guten Thriller habe ich lang nicht gelesen! Joe und Beck. Ein Paar, für das es keinen Vergleich gibt. Das Ende ist vorhersehbar und gleichzeitig auchnicht. Spannend bis zur letzten Seite ...

Wow. Also so einen guten Thriller habe ich lang nicht gelesen! Joe und Beck. Ein Paar, für das es keinen Vergleich gibt. Das Ende ist vorhersehbar und gleichzeitig auchnicht. Spannend bis zur letzten Seite und unglaublich gut geschrieben. Die Geschichte hat mich zu 100% überzeugt und in ihren Bann gezogen!
Genial!

Veröffentlicht am 08.03.2019

Zurecht gehypt???

Someone New
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Nun habe auch ich endlich Someone New von Laura Kneidl gelesen. Im Vorfeld hatte ich natürlich schon viel von dem Buch gehört und mir auch meine Gedanken darüber gemacht. Letztlich hatte ich dann zwar ...

Nun habe auch ich endlich Someone New von Laura Kneidl gelesen. Im Vorfeld hatte ich natürlich schon viel von dem Buch gehört und mir auch meine Gedanken darüber gemacht. Letztlich hatte ich dann zwar zu Beginn des Buches noch keine konkrete Idee, worauf es hinauslaufen könnte, diese festigte sich dann aber doch recht schnell und aus der Annahme wurde dann am Ende eine Tatsache.
Die Handlung ist wunderschön beschrieben und toll zu lesen. Man kann sich in die Figuren hineinfühlen und Micah und Julian waren mir von Beginn an sympathisch. Auch Cassie, Auri und Adrian sind authentische Figuren und toll dargestellt.
Insgesamt war es ein Buch mit vielen wichtigen Themen. Es wurde viel angerissen und auch von verschiedenen Standpunkten aus dargestellt. Leider waren es für meinen Geschmack zu viele ernste Themen nebeneinander. Diese Häufung lässt sie am Ende kleiner und nebensächlicher wirken, als sie es einzeln betrachtet sind. Zu viele Probleme, Vorurteile, Gesellschaftsunterschiede spiegeln sich in einer dann dafür doch zu kurzen Handlung und in einem zu kleinen Kreis an Figuren wieder.
Das finde ich wirklich schade. Letztlich hat auch der große Hype dem Buch nicht gut getan. Ich wäre vom Ende deutlich überraschter gewesen, wenn ich nicht ein "überraschendes" Ende bereits erwartet hätte.
Ich finde es gut, dass auch in New Age-Liebesromanen ernste Themen eine Rolle bekommen und fand die Geschichte wirklich gut lesbar. Sie hat mich gefesselt und gefangengenommen, ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen.
Trotzdem fällt es mir schwer, eine exakte Bewertung abzugeben. Ich entscheide mich letztlich aber für insgesamt nur 3 Sterne: Cover, Schreibstil, Basishandlung und Idee sind 5 Sterne wert. Die Umsetzung der Thematik finde ich allerdings leider zu vollgestopft mit weiteren wichtigen und ernsten Themen und der Hype hat die Überraschung leider genommen, sodass ich hierfür 2 Sterne wieder abziehen möchte.
Someone New ist aber insgesamt trotzdem ein gelungenes Buch. Ich habe es gern gelesen und freue mich auf die Fortsetzung Someone Else!

Veröffentlicht am 10.02.2019

Völlig anders als erwartet

Bleib an meiner Seite
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„Hunde lügen nie, wenn es um Liebe geht.“

„Bleib an meiner Seite“ ist ein christliches Buch von Dave Burchett. Es erschien erstmalig 2015 im Tyndales House Publishers Verlag und 2019 erstmalig auf Deutsch ...

„Hunde lügen nie, wenn es um Liebe geht.“

„Bleib an meiner Seite“ ist ein christliches Buch von Dave Burchett. Es erschien erstmalig 2015 im Tyndales House Publishers Verlag und 2019 erstmalig auf Deutsch im Gerth Medien Verlag.
Dave Burchett und seine Frau Joni sind mit Hunden aufgewachsen. Als ihr Hund Charlie älter wird, kommt die Frage auf, ob sie auch weiterhin einen Hund halten möchten, oder ob sie die Zeit zukünftig anders nutzen wollen. Ungeplant, andere würden sagen es war Schicksal oder eben göttliche Fügung, tritt dann allerdings kurz vor Charlies Tod die junge Hündin Hannah in das Leben der Burchetts. Von Anfang an ist klar, Hannah wird bleiben und als bei Joni Brustkrebs diagnostiziert wird, entpuppt sich die energiegeladene Labradorhündin als Fels in der Brandung. Sie ist Seelentrösterin, Begleiterin und Lehrerin und hilft Dave Burchett den Weg zu Gott zu finden.

Ich habe das Buch in einer Leserunde von Lovelybooks.de gelesen. Ich habe es heute beendet und bin, wie schon die ganze Zeit während des Lesens zwiegespalten in meiner Meinung. Ich hatte etwas komplett anderes von dem Buch erwartet, als ich beim Lesen erhalten haben. Das Buch wurde bzw. wird als Liebeserklärung an die Hündin Hannah und ihren Lebenslektionen an ihre Familie beschrieben. Dass es einen christlichen Bezug geben würde, hatte ich erwartet. Ich bin evangelisch erzogen, lebe meinen Glauben aber nicht aktiv und finde es auch schwierig genau zu betiteln, an was ich in dieser Hinsicht glaube oder eben auch nicht.
Dass dann aber nicht der Hund, sondern Gott, Jesus und die Bibel 80 % des Buches einnehmen würden und ca. 30 % des Buches nicht Hannah, sondern ihre Nachfolgerin Maggie beschreiben hatte ich einfach nicht erwartet…
Der Schreibstil ist während des gesamten Romans eingängig und leicht zu lesen.
Der Autor beschreibt, wie Hannah während einer der schwierigsten Phasen seines Lebens für ihn und seine Frau da ist. Er beschreibt, dass der Mensch vom Hund viel lernen kann. Es geht um Demut, Dankbarkeit, bedingungslose Liebe, Akzeptanz und Vergebung. Er zieht Vergleiche zwischen der Beziehung Hund – Mensch auf die Beziehung Mensch – Gott und findet in diesen viel Kraft und Gottesdemut. Dabei vergisst er, die Schattenseiten von bedingungsloser Liebe, von Vergebung ohne Erwartungen und genereller Akzeptanz aufzuzeigen. Die heutige Gesellschaft besteht meiner Meinung nach leider zu häufig aus Menschen, die genau diese Wesenszüge ausnutzen, weshalb sie sicherlich erstrebenswert, aber keinesfalls immer gültig sein können und dürfen. trotzdem regen die gezogenen Vergleiche und Aussagen zum Nachdenken an.
Auch das Fallenlassen der eigenen Maske wird thematisiert und trifft den Nagel wohl auf den Kopf. Wie oft verstellen wir uns, wie oft tun oder sagen wir etwas, damit wir anderen gefallen...? Wann sind wir wirklich wir? Dies ist bei Hunden niemals der Fall. Sie sind immer echt und immer sie selbst. Dafür lieben wir sie! <3
Im letzten Abschnitt des Buches geht es dann nur noch um Maggie. Dieser Umschwung gefiel mir leider gar nicht. Maggie ist ein völlig anderer Charakter als Hannah, dies ist gut, denn kein Hund ist wie der andere. Allerdings hätte es von Hannah noch deutlich mehr zu berichten gegeben und ich fand den Abschluss zu ihrem Tod zu abrupt. Maggie ist ein traumatisierter Hund, bei dem man nicht genau weiß, was sie in ihrem Lebensjahr bisher erlebt hat. Sie hat daher kaum Erziehung genossen und kennt es nicht, sich auf den Menschen zu verlassen. Die Burchetts suchen daher einen Tiertrainer auf. Die geschilderten Erziehungsmethoden und Verweise auf Cesar Milan widersprechen allem, was ich von Hundeerziehung weiß und woran ich in der Hundeerziehung festhalte bzw. glaube. Nun ist es kein Buch über Hundeerziehung, daher keine weitere Kritik an dieser Stelle dazu, denn das führt zu weit. Trotzdem gefällt mir die in diesem Zuge aufkeimende Vermenschlichung der Hunde nicht. So wird eine Episode erzählt, in der Maggie den Garten umgräbt und sich anschließend aus „Reue“ hinter einem Baum versteckt.
Dass sie sich aber hinter einem Baum versteckt, weil sie weiß, dass sie gesündigt hat ist meiner Meinung nach absurd. Etwas anderes hat zu dieser Reaktion geführt, aber definitiv kein schlechtes Gewissen. Dieses haben Hunde nicht. Sie reagieren einzig auf das Auftreten des Menschen ihnen gegenüber, dies kann man das als Reue werten, wenn man denn will. Eigentlich ist es diese aber bei Hunden nicht, denn sie leben – wie auch Dave Burchett anschaulich beschreibt – im Hier und Jetzt und zeihen keine Rückschlüsse aus ihren Handlungen wie wir Menschen.

Trotzdem konnte ich Lektionen oder Denkanregungen aus dem Buch ziehen und die Zusammenfassung am Ende über das, was man sich zu Herzen nehmen sollte, finde ich doch sehr gut gelungen... Sicherlich sollten wir alle versuchen mehr im Jetzt zu leben, als mit Zweifeln und Sorgen. Wir sollten häufiger das Gute sehen, als immer nur das Schlechte und wir sollten Dinge ablegen, die uns belasten. Den jeweiligen Gottesbezug lasse ich hierbei für mich außen vor.

Sehr gut gefallen hat mir aber die Buchaufmachung, das großartige Cover und die wunderschön ausgewählten Zitate über Hunde zu jedem Kapitelanfang. Außerdem niedliche Bilder von Hannah und Maggie, ebenfalls vor jedem Kapitel.

Fazit:
Insgesamt hat mich das Buch eher nicht überzeugt, ich hatte etwas anderes erwartet und die Geschichte konnte mich zu keiner Zeit vollends erreichen. Die Bibelzitate waren für meinen Geschmack zu präsent und nahmen zu viel Raum im Buch ein. Ich hätte mir mehr vom Hundeleben gewünscht, wenn auch die gezogenen Vergleiche und Denkanstöße durchaus nachvollziehbar und häufig einfach wahr sind.
Ich vergebe 3 von 5 Sternen und empfehle das Buch eher christlichen Menschen, die Hunde lieben und etwas von ihnen lernen möchten, anstatt Hundemenschen wie mir, die eine berührende Hundelebensgeschichte erwarten.