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Veröffentlicht am 24.01.2018

Lebe nicht um zu arbeiten, arbeite um zu überleben!

Last Haven – Tödliche Geheimnisse
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"Last Haven-Tödliche Geheimnisse" von Lisbeth Jarosch ist ein dystopischer Jugendroman, dem ich im Vorhinein skeptisch gegenüber stand (schließlich gibt es heutzutage viele Dystopien), der mich jedoch ...

"Last Haven-Tödliche Geheimnisse" von Lisbeth Jarosch ist ein dystopischer Jugendroman, dem ich im Vorhinein skeptisch gegenüber stand (schließlich gibt es heutzutage viele Dystopien), der mich jedoch letzten Endes voll überzeugt hat.

Inhalt:
Aida lebt im Amerika der Zukunft: Das Land Last Haven, dem es als einzigem in der überbevölkerten Welt noch "gut" geht. Der Preis dafür ist eine strenge Limitierung der Bevölkerungszahlen und ein steter Beitrag aller Bürger zum Wohl der Gesellschaft durch Arbeit. Doch was passiert, wenn man einmal nicht mehr, etwa aufgrund eines Unfalls, in der Lage ist, seine zugedachten Tätigkeiten auszuüben?

Meine Meinung:
Heutzutage sind dystopische Romane sehr populär, es gibt viele Autoren, die auf dieses Steckenpferd setzen und nicht besonders viele, die nicht einfach Geschichten verwenden, die dem Leser aus anderen Büchern irgendwie bekannt kommen.

Daher war es für mich eine sehr positive Überraschung, mit "Last Haven" tatsächlich mal eine neue Idee zu lesen. Sicher finden sich in dem Werk einige Ideen, die bereits in anderen Romanen wie etwa "Brave New World" oder "Die Bestimmung" aufgegriffen wurden, jedoch schafft das Werk durch seine Gesamtkomposition eine komplett neue Welt, eine komplett neue Idee einer Geschichte, die trotz gewisser Ideenparallelen anders ist.

Ob ich die Welt von "Last Haven" mag? Das lassen wir mal dahinstehen. Jedoch ist sie als solche interessant und auch wenn es zu Beginn des Werkes schwer fällt, ein Leben in Last Haven nachzuvollziehen, erscheint es nach Ende des Buches doch nicht wirklich unrealistisch, dass die Gesellschaft sich möglicherweise in diese Richtung entwickelt. Last Haven lädt zur Auseinandersetzung über den Wert eines Menschen und andere ethische Streitigkeiten förmlich ein.

Durch seinen spannenden Schreibstil und die toll dargestellten Charaktere vermittelt das Werk die Gefühle Aidas in verschiedenen Situationen sehr plastisch und überträgt ihre (teilweise auch sehr depressive) Stimmung auf den Leser.

Fazit:

Auch wenn "Last Haven" teilweise mit "wie Tribute von Panem" beworben wird- die Geschichte ist trotz Parallelen zu "Brave New world" und "Panem" doch eine andere. Sie ist spannend geschrieben und vermittelt plastisch, wie eine Welt der Zukunft aussehen könnte.

Alles in allem, ein spannender Roman, der für Jugendliche ab 14 und junge Erwachsene sehr zu empfehlen ist.

Veröffentlicht am 08.01.2018

Das Ende einer High School Romanze- eine Retrospektive

43 Gründe, warum es AUS ist
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"43 Gründe, warum es AUS ist" von Daniel Handler konnte mich durch seinen innovativen Aufbau begeistern, leider hat mich jedoch die Geschichte des Werkes nicht wirklich fesseln können.

Inhalt:
Die "künstlerisch ...

"43 Gründe, warum es AUS ist" von Daniel Handler konnte mich durch seinen innovativen Aufbau begeistern, leider hat mich jedoch die Geschichte des Werkes nicht wirklich fesseln können.

Inhalt:
Die "künstlerisch geneigte" Min will ihrem Ex-Freund, Sportass Ed, eine Kiste mit Sachen zurückgeben, die sie als Andenken an besondere Momente ihrer Beziehung gesammelt hat. Auf dem Weg zu Eds Haus erklärt sie ihm in einem Brief 43 Gründe, warum es aus ist.

Meine Meinung:
Positiv: Begeistert hat mich an diesem Buch vor allem der Erzählstil. Wie oben angedeutet- Das Buch ist als Brief an Ed von Min ausgestaltet. In einer Retrospektive schreibt Min über den Anfang, den Verlauf und das Ende ihrer Beziehung und schreibt, warum es enden musste aus ihrer Sicht.
Ich kann mich an kein vergleichbares Buch erinnern, das ich bereits gelesen habe. Jedes Kapitel enthält eine Zeichnung des Gegenstands, den sie ihm mit diesem Abschnitt zurückgeben will, teilweise auch erst ganz am Schluss, was einen auf diesen hinfiebern lässt.
Gerade dieser Aufbau fesselt den Leser an das Buch und lässt ihn nicht los.

Negativ: Leider hat dieser Stil jedoch auch den Nachteil, dass man das Ganze sehr einseitig geschildert bekommt. Teilweise konnte ich Mins Argumente einfach nicht nachvollziehen und mich nicht wirklich in sie hineinversetzen, wie das Werk es erfordern würde. Auch passiert für mich zu wenig und das Ende war enttäuschend. Ich hätte etwas Kreativeres erwartet und es erschien mir auch nicht wirklich logisch.

Fazit:
Ich kann empfehlen, sich dieses Buch mal aufgrund seines Aufbaus und Erzählstils anzuschauen. Das Buch ist eindeutig an Jugendliche zwischen ca. 13 und 17 adressiert.
Für Erwachsene kann der Stil sehr interessant und faszinierend sein, mich haben leider das Ende und die Person Min nicht so ganz überzeugt, zudem war die Geschichte zu schlicht (da hätte ich irgendwie mehr erwartet).

Veröffentlicht am 10.12.2017

Solide, aber sehr von Längen geprägt

Totenfang
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Totenfang" ist der neuste Krmi aus der David Hunter-Reihe von Simon Beckett.

Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext.

Meine Meinung:
Die Grundgeschichte ist an sich gut, die Wendungen teilweise sehr ...

Totenfang" ist der neuste Krmi aus der David Hunter-Reihe von Simon Beckett.

Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext.

Meine Meinung:
Die Grundgeschichte ist an sich gut, die Wendungen teilweise sehr überraschend.
Leider hat mich die Ausführung der Geschichte nicht ganz überzeugt. Der Roman war deutlich von Längen geprägt. Ich nenne das den "englischen Stil". Ich kanns nur mit Vergleichen zum Fernsehen beschreiben: Wer einmal "Lewis" oder "Inspector Barnaby" gesehen hat, wird das Gefühl kennen- alles wunderschön geschrieben, aber irgendwie komplett unaufgeregt und eher emotional neutral. Das Buch hat mich irgendwie nicht fesseln können. Erst ab ca. Seite 300 war ich in der Geschichte angekommen, davor ist gefühlt fast nichts passiert.

Wer es jedoch eher unaufgeregt intelligent mag, ist bei David Hunter Band 5 definitiv richtig. Das Buch verbreitet durch sein Setting eine düstere Atmosphäre. Die Details zum Beruf des forensischen Antropologen sind wie gewohnt sehr genau beschrieben und erklärt. David Hunter ist David Hunter geblieben.

Ich habe das Buch gelesen, ohne vorher noch einmal in den vorherigen Teil der Reihe zu schauen. Vorab: Das klappt durchaus, teilweise versteht man aber den Ausgangspunkt der Geschichte nicht, weil der an einen der vorherigen Teile anknüpft. Im weiteren Verlauf der Geschichte spielt das jedoch eigentlich keine wirkliche Rolle mehr.

Fazit:
Alles in allem hat "Totenfang" eine gute Fallidee mit überraschendem Ende, die mich jedoch aufgrund ihrer Längen nicht ganz überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 10.12.2017

Solider Abschluss einer interessanten Fantasyreihe

Munditia
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"Munditia" ist der finale Teil einer Trilogie der Autorin Melanie Vogltanz um die Strigoi/Vampirin Elyssandra.
Der Roman spielt im historischen Florenz zur Zeit Cosimo de Medicis. Nach Funden mehrerer ...

"Munditia" ist der finale Teil einer Trilogie der Autorin Melanie Vogltanz um die Strigoi/Vampirin Elyssandra.
Der Roman spielt im historischen Florenz zur Zeit Cosimo de Medicis. Nach Funden mehrerer toter "Unsterblicher" kommt Elyssa mit Hilfe mehrerer aus den vorherigen Teilen bekannter und unbekannter Gesichter auf die Spur einer Verschwörung.

Meine Meinung:
Ich habe Munditia gelesen, ohne zuvor Teil eins und zwei der Trilogie zu kennen. Daher hat es zu Beginn etwas gebraucht, bis ich mit Elyssa als Hauptfigur warm geworden bin, auch wenn ich bis zum Ende ihre Denkweise teilweise nicht ganz nachvollziehen konnte.
Abgesehen von meinen Problemen, mit Elyssa zu sympathisieren, war es jedoch (vorausgesetzt, man kennt das Genre Vampir/Werwolf-Roman bereits) ohne Probleme möglich, der Geschichte zu folgen und das Buch hat Lust gemacht, auch die vorhergehenden Teile zu lesen.
Wie in jeder Vampirgeschichte haben die Geschöpfe in Munditia ihre Eigenheiten, doch passt die Geschichte sehr gut in das Genre.

Weniger präsent fand ich dagegen das Genre historischer Roman. Zwar spielt der Roman im historischen Florenz, jedoch spielt der historische Hintergrund und Ort meiner Meinung nach in dem Buch eine untergeordnete Rolle und ist fast beliebig austauschbar. Das fand ich etwas schade.

Dennoch hat Munditia einen sehr angenehmen Erzählstil, die Charaktere sind wunderbar detailliert (wenn auch mir teilweise nicht ganz sympathisch) beschrieben, sie sind teilweise geistreich und haben einen wunderbar trockenen Sinn für Humor.
Elyssa ist eine selbstständige, starke Frau, teilweise für mich jedoch ein bisschen zu gutgläubig.

Fazit:
Alles in allem hat Munditia eine sehr interessante Geschichte zu erzählen, die vor allem durch ihre Wendungen überzeugt. Im Rahmen einer Reihe ist das Buch ein guter Abschluss. Leider verstehe ich Elyssa als Person teilweise einfach nicht, weshalb ich Punkte abziehen musste.