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Luthien_Tinuviel

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Veröffentlicht am 27.06.2021

Unfokussiertes Werk, aber angenehmer Schreibstil

Echo des Schweigens
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Echo des Schweigens ist ein Werk, dem ich zwiegespalten gegenüberstehe. Auf zwei Zeitebenen geht es einmal im 21. Jahrhundert um Hannes, der in einem Strafprozess einen Polizeibeamten vertritt, der einen ...

Echo des Schweigens ist ein Werk, dem ich zwiegespalten gegenüberstehe. Auf zwei Zeitebenen geht es einmal im 21. Jahrhundert um Hannes, der in einem Strafprozess einen Polizeibeamten vertritt, der einen Asylanten im Gewahrsam angezündet haben soll, sowie um Sophie, Hannes' neue Liebesbekanntschaft und Gutachterin in eben jenem Verfahren, die auf der Spur ihrer Wurzeln ist. In der Zeit 1933-1945 geht es um die Jüdin Lea Rosenbaum und ihr Schicksal.


Was mir gefallen hat:



- Das Werk ist in einem sehr angenehm lesbaren Schreibstil geschrieben.
- Der Autor bemüht sich, dem Leser und juristichen Laien das deutsche Strafrechtssystem näherzubringen.
- Das Werk thematisiert wichtige rechtspolitische und ethisch-moralische Fragen, mit denen Juristen, insbesondere Strafverteidiger, häufiger konfrontiert werden und weist die Allgemeinheit auf diese hin.

Damit tat ich mich schwer:



- Die Geschichte mit den zwei Zeitebenen wirkt nicht wirklich fokussiert. Der Zusammenhang beider Ebenen ist eher lose. Es wirkt, als habe der Autor zwei Werke in einem verfassen wollen und daher die eigentlich wichtigen Fragen, die er aufwerfen möchte, lieber etwas vernachlässigt und weniger tiefgehend behandelt, was sehr schade ist.
- Zwar bemüht sich der Autor, und hier durchaus nah an der Realität, dem Leser das Strafrechtssystem nahezubringen, aber er erlaubt sich auch einige kreative Freiheiten, wodurch auch schnell ein falscher Eindruck entstehen kann. Zumindest im Nachwort, in welchem er durchaus einige Dinge klarstellt, hätte ich m ir auch bezüglich seiner juristischen Darstellungen eine Klarstellung gewünscht. Teile der juristischen Handlung sind schlicht unnötig amerikanisiert dargestellt (wenn auch nicht so extrem wie in manch anderem Werk) und dadurch unnötig unrealistisch. Aus meiner Sicht hätte es dieser Abwandlungen schlicht nicht bedurft.

Fazit: Interessanter Roman. Okay, aber für mich nicht mehr.

3-3,5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.12.2020

Ich bin zwiegespalten ob dieses Werkes...

Mortal Engines - Die verlorene Stadt
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Ich weiß auch jetzt, nachdem ich das Werk zu Ende gehört habe, noch nicht, was ich von diesem halten soll.

Inhalt: Da dies Band 4 einer Reihe ist will ich nicht spoilern, daher keine Inhaltsangabe, nur ...

Ich weiß auch jetzt, nachdem ich das Werk zu Ende gehört habe, noch nicht, was ich von diesem halten soll.

Inhalt: Da dies Band 4 einer Reihe ist will ich nicht spoilern, daher keine Inhaltsangabe, nur kurz eine grobe Beschreibung der Welt. Die Welt von Mortal Engines ist eine zukünftige Welt, die durch Kriege weitestgehend verändert wurde. Viele unserer heutigen Technologien existieren nicht mehr. In der Welt gibt es im Wesentlichen zwei politische Strömungen- die Antitraktionisten-Menschen wie wir es heute sind, und Traktionisten- Menschen in mobilen Städten, die zum Teil andere Städte fressen können.

Das hat mir gefallen: Die Welt von Mortal Engines ist einfach genial und faszinierend. Ich mochte die ganzen veresteckten Easter Eggs, beispielsweise eine FIgur mit Vornamen Ford Anglia, weil ihr Vater dieses Fahrzeug, von dem er gelesen hatte faszinierend fand. Der Schreibstil ist auch ganz angenehm.

Phasenweise ist das Werk wirklich spannend.

Damit tat ich mich schwer: Teilweise war die Handlung zwar spannend, dennoch ist das Endergebnis für mich nicht wirklich ein rundes Ding. Ganz unabhängig von dem Fantasyaspekt sind manche Wendungen und Entwicklungen einfach unrealistisch bzw. teilweise auch einfach medizinisch widerlegbar. Gerade bei Science Fiction, zu der ich dieses Werk doch irgendwie zählen würde, erwarte ich schon naturwissenschaftliche Genauigkeit in Aspekten, die nach der Weltdarstellung nicht anders sein können als in unserer Realität.

Auch die Charaktere haben mir ein ums andere Mal Kopfzerbrechen bereitet, weil sie doch teilweise in ihrer Entwicklung oder eben auch Nichtentwicklung unrealistisch auf mich gewirkt haben.

Das Ende ist seltsam.

Fazit: Tolle Welt, aber Handlung doch logikfehlerbehaftet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2020

Schwieriges Werk

Nur der Tod vergisst
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Ein für mich schwieriges Werk, das vor allem für historisch interessierte Personen durchaus interessant ist.

Ich habe mich beim Lesen mehrfach schwergetan. Wir haben als Protagonisten ein Mitglied der ...

Ein für mich schwieriges Werk, das vor allem für historisch interessierte Personen durchaus interessant ist.

Ich habe mich beim Lesen mehrfach schwergetan. Wir haben als Protagonisten ein Mitglied der Waffen-SS in den letzten Kriegstagen, dem man seine Naivität und seinen Idealismus durchaus anmerkt, zugleich muss man sich aber auch einfach vor Augen halten, dass er an unfassbaren Kriegsverbrechen beteiligt war und über seine Freunde und deren Taten möchte man am Liebsten gar nicht nachdenken.
Man möchte Mitleid mit ihm haben an manchen Punkten, aber es geht einfach nicht.
Das Werk wirft einen als Leser wirklich in einen moralischen Zwiespalt: Kann man Menschen bei aufrichtiger Reue ihre Verbrechen, so schlimm sie auch gewesen sein mögen, vergeben?
Die Frage muss, glaube ich, jeder Leser für sich selbst beantworten.

Das Werk ist mit seiner Wahl des historischen Umfeldes und seinem Protagonisten in jedem Fall ungewöhnlich gerade dadurch interessant. Es wirkt historisch sauber eingeordnet. Der Schreibstil ist sehr neutral, fast sachbuchartig gehalten, was ich aber vor dem Hintergrund der Person des Protagonisten ganz angenehm finde.

Fazit: Für historisch interessierte Personen sicher einmal ein interessantes historisches Werk, es ist jedoch nicht wirklich tiefgehend und auch eher nicht unterhaltsam aufgrund der Thematik.

Zur E-Book- Ausgabe: Ich kann ja nichts zur gedruckten Ausgabe sagen, aber was mir bei der E-Book-Ausgabe negativ aufgefallen ist, sind Absätze an unpassenden Stellen. Ich mag Absätze durchaus sehr gerne, um den Text übersichtlicher zu gestalten, aber hier waren teilweise mitten in Szenen und Gesprächen Absätze drin, die für mich schlicht nicht logisch positioniert haben und den Lesefluss erheblich gestört haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2019

An sich spannend geschrieben, aber...

Die Eishexe (Ein Falck-Hedström-Krimi 10)
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... "Die Eishexe" von Camilla Läckberg konnte mich trotzdem nicht ganz zufrieden stellen.

Worum geht es?
In einem kleinen schwedischen Dorf verschwindet die vierjährige Linnea vom Hof ihrer Eltern. Das ...

... "Die Eishexe" von Camilla Läckberg konnte mich trotzdem nicht ganz zufrieden stellen.

Worum geht es?


In einem kleinen schwedischen Dorf verschwindet die vierjährige Linnea vom Hof ihrer Eltern. Das Mysteriöse: vor 15 Jahren ist genau dasselbe bereits einmal. Ein Mädchen in Neas Alter verschwand und wurde bald darauf tot im Wald gefunden. Damals gestanden zwei junge Mädchen die Tat, um das Geständnis kurz darauf zu widerrufen. Und beide Mädchen befinden sich jetzt, Jahre später, wieder vor Ort. Sowohl die Polizei, als auch die Schriftstellerin Erika ermitteln...

Meine Meinung:


Dies ist mein erstes Werk von Camilla Läckberg und nicht zwingend das Letzte. Die Autorin hat einen angenehmen, eingängigen Schreibstil und braucht nur punktuell tatsächlich Action in der Handlung, um mich an das Werk zu fesseln.

Auch die Handlung ist interessant, wenn es auch sehr, sehr viele Seitenstränge und Nebenthemen gibt: Hass gegen Flüchtlinge, Mobbing, Trauerbewältigung... es wurden wirklich viele, teilweise aktuelle Themen abgehandelt, für mich fast zu viele. Ich bezweifle, dass es die alle für die Auflösung des Falles gebraucht hat oder dass sie uns Lesern wirklich einen Mehrwert gegeben haben. Dazu gehört auch der Abstecher ins 17. Jahrhundert, dessen Bedeutung für die Geschichte, ebenso wie im Übrigen auch der Buchtitel, gar nicht bis nur kurz abgehandelt wurden.

Für Leute, die es gerne haben, wenn alles irgendwie zusammenhängt und sich am Ende der Fall aus den Einzelteilen der Handlungsstränge zu einem Ganzen zusammensetzt: Ihr werdet mit diesem Werk definitiv nicht glücklich.


Die Charaktere wiederum waren sehr gut gezeichnet, man hat sie relativ schnell kennengelernt, auch wenn manche schlicht zu überzeichnet waren. Manches wirkte dadurch schlicht konstruiert.

Und wenn wir schon bei Charakteren sind: Was wirklich schwer für mich war, war die Vielzahl verschiedener Charaktere, die in dem Buch auftreten. Annika, Eva, Erika, Marie, Hellen, Peter- und wie sie alle heißen.

Bei jedem Abschnittwechsel, die da häufig vorkommen, lief das bei mir dann in etwa so ab: Ah ja es geht um Basse... ratter, ratter, ratter.... wer war das nochmal... ratter, ratter, ratter... ah, jetzt kommt Nils vor, an den erinnere ich mich noch grob, dann hat der wohl was mit der Generation zu tun.

Die Zahnräder meines Hirns wurden beim Hören ganz schön gefordert, weshalb ich irgendwann aufs Buch gewechselt habe, auch wenn selbst das nur bedingt helfen konnte. Unglaublich viele Personen und keinen wirklichen Protagonisten. Einerseits toll für die Schaffung eines umfassenden Bildes, aber definitiv nichts, bei dem man beim Lesen/Hören auch mal unaufmerksam sein kann.

Das bearbeitete Hörbuch selbst ist an sich gut gesprochen, das Werk selbst ist indes nicht unbedingt für dieses Medium prädestiniert wegen besagtem Namenproblem. Auch waren die Pausen zwischen den Szenewechseln beim Sprechen immer recht kurz.

Fazit: Ein an sich guter Krimi, jedoch für mich von allem zu viel... zu viele Personen, unzusammenhängende Themen, zu viele verschiedene offene Baustellen. Eher nichts für das Medium Hörbuch. Und am Ende die Frage: Wo war die Eishexe?

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.10.2019

Anfang hui, Ende ???

Vanitas - Schwarz wie Erde
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Sie blickte nach oben, ins Dunkel. Den linken Arm spürte sie kaum, doch jedes Mal, wenn sie versuchte, ihn unter ihrem Körper hervorzuziehen, war es, als stieße man ihr einen glühenden Spieß in die Schulter. ...

Sie blickte nach oben, ins Dunkel. Den linken Arm spürte sie kaum, doch jedes Mal, wenn sie versuchte, ihn unter ihrem Körper hervorzuziehen, war es, als stieße man ihr einen glühenden Spieß in die Schulter. Der rechte Arm war heil geblieben. Der Kopf... Es war eng hier... S. 7

Inhalt:



Die Frau, die sich Carolin nennt, ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, untergetaucht in Wien auf dem Zentralffriedhof. Sie ist offiziell tot, doch dann wird sie gegen ihren Willen wieder ins Leben gerufen für eine verdeckte Ermittlung. Im Baugewerbe gab es mehrere Unfälle auf Baustellen in München. Und alles dreht sich um drei Famililen und ein Großprojekt...

Meine Meinung:



Das Werk ist zwar einerseits vom Schreibstil her ruhiger, zugleich kommt aber dennoch Spannung auf. Man begleitet Caro bei ihren Ermittlungen und erfährt zugleich etwas über ihre Vergangenheit und psychischen Probleme. Die Idee überzeugt durchaus und auch das Werk auf weiter Strecke, doch wirken gerade durch die Wechsel von Gegenwart und Erinnerung Teile lückenhaft. EInerseits erzeugt es Spannung, man möchte Caros Verhalten verstehen, andererseits wirkt es so, als ob es einen Vorgängerteil gibt, den man nicht gelesen hat und fürs bessere Verständnis ihrer Person und Ängste aber durchaus brauchen könnte.


Und was ist das denn bitte dann für ein Ende???


Fazit:



Einerseits habe ich das Werk gerne gelesen, der Schreibstil liest sich gut und es gibt interessante Verschachtelungen. Andererseits wirkt das Werk irgendwie unvollständig, als gäbe es einen Vorgängerteil, den man nicht gelesen hat.