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Veröffentlicht am 16.06.2026

Lebenstraum

Das Rad der Welt
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Hendrik Lambertus zeichnet in seinem historischen Roman ‘Das Rad der Welt‘ das Bild einer faszinierenden jungen Frau, die sich durch ihren unbändigen Wissensdrang, die Welt um sich herum und noch viel ...

Hendrik Lambertus zeichnet in seinem historischen Roman ‘Das Rad der Welt‘ das Bild einer faszinierenden jungen Frau, die sich durch ihren unbändigen Wissensdrang, die Welt um sich herum und noch viel weiter zu erkunden, in arge Schwierigkeiten bringt. Als Tochter des Landesherrn von Lüneburg, dem Herzog Otto, ist ihr vorbestimmt, den machthungrigen Interessen ihres Vaters zu dienen, sich als wohlerzogenes, züchtiges Burgfräulein zu präsentieren und sich darüber hinaus dem ausgewählten Bräutigam zu unterwerfen. Doch das entspricht so gar nicht Agnes` Naturell. Nachdem sie den lustigen und lebensklugen Wandergesellen Liudger kennengelernt hat, beschließt sie mit ihm ferne Landstriche zu erkunden und diese als Weltkarte, heute noch bekannt als Ebstorfer Weltkarte, festzuhalten, im Sinne einer menschenverbindenden friedlichen Botschaft und lehrendes Anschauungswerk für all jene des Lesens Unkundige, die es zu jener Zeit um 1300 in der Überzahl gab.
Doch ihr Plan scheitert und Agnes wird in ein Kloster abgeschoben, enterbt und ohne Titel. Ungebrochen bleibt ihr Wissensdrang und mit ihrer forschenden Art auf Menschen zuzugehen, kommt sie Stück für Stück ihrem Lebenstraum näher, wenn auch anderes als ursprünglich gedacht.
Der Autor vermag es um ein historisches Ereignis herum eine fein ausgearbeitete Geschichte zu weben, die den Leser in das tiefste Mittelalter eintauchen lässt. Er bewegt sich zwischen Fiktion und historisch belegten Tatsachen mit hohem Sachverstand als auch erzählerischem Geschick, was eine fesselnde Wirkung hervorruft und trotz des gewaltigen Umfangs des Romans eine kurzweilige, stets interessante Unterhaltung bietet.

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Berührende Familiengeschichte

Die vergessene Tochter
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‘Die vergessene Tochter‘ von Soraya Lane ist der siebente Teil, der geplant achtteiligen Saga um ‘Die verlorenen Töchter‘. Wiederum erleben wir eine mitreisende Geschichte, die sich über zwei Zeitstränge ...

‘Die vergessene Tochter‘ von Soraya Lane ist der siebente Teil, der geplant achtteiligen Saga um ‘Die verlorenen Töchter‘. Wiederum erleben wir eine mitreisende Geschichte, die sich über zwei Zeitstränge entwickelt und ein Familiengeheimnis aus längst vergangenen Zeiten lüftet. Natürlich löst erneut der Inhalt eines kleinen Kästchens, welches den weiten Weg von London aus Hope`s House nach Oslo zu Amalie findet. Charlotte, ihre Urenkelin, ist die Botin und weckt damit ungeahnt äußerst berührende Erinnerungen bei ihrer betagten Urgroßmutter, die beginnt ihre Lebensgeschichte zu erzählen, eine Geschichte, die zu Herzen geht, die unglaubliche Begebenheiten offenbart, die von großer Liebe als auch Zuneigung geprägt ist.
Charlotte selbst kehrt nach vielen Jahren, die sie in London als erfolgreiche Küchenchefin in renommierten Restaurants verbracht hatte, zurück in ihre Heimatstadt Oslo, um einem verlockenden Arbeitsangebot zu folgen. Hier lernt sie den gefeierten Architekten Harrison kennen, der trotz einer gewissen Anziehung zwischen beiden, immer wieder reserviert reagiert.
Es ist ohne weiteres möglich in den Roman einzusteigen, ohne die vorangegangenen Teile gelesen zu haben. Schicksalhaft und romantisch präsentiert ein fesselnder Schreibstil mit lebensnah dargestellten Charakteren einen packenden Liebesroman, der die Herzen dieses Genres höherschlagen lässt und gleichzeitig eine große Vorfreude auf den in Kürze folgenden die Saga abschließenden Roman schafft.

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Eine starke Frau geht ihren Weg

Gretas Männer
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Judith Reusch schenkt uns Lesern mit ‘Gretas Männer‘ einen ausdrucksstarken, kraftvollen Roman, der eine weit über achtzigjährige Frau und ihre Lebensgeschichte in den Mittelpunkt der Handlung stellt. ...

Judith Reusch schenkt uns Lesern mit ‘Gretas Männer‘ einen ausdrucksstarken, kraftvollen Roman, der eine weit über achtzigjährige Frau und ihre Lebensgeschichte in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Greta war Zeit ihres Lebens ein Mensch, der sich dem Notwendigen fügte, der sein Herz öffnete für Bedürftige, jedem seine Rolle im Leben gern überlies, sich nie in den Mittelpunkt drängte und stets pflichtbewusst handelte, ohne den Spaß am Leben zu vernachlässigen. Frühzeitig war sie mehr oder weniger auf sich allein gestellt, musste für ihren Lebensunterhalt stets arbeiten. Frei und unbeschwert fühlte sie sich, als sie ihren ersten Mann kennenlernte, der ihr schon bald wieder genommen wurde, wie die folgenden drei Ehemänner. Greta sorgte sich nicht um das Gerede der Leute, sondern verfolgte ihren Weg, auch wenn schmerzliche Momente sie plagten.
Als Greta in der Zeitung eine Geburtsanzeige ihrer Urenkelin liest, schreibt sie einen Brief an das Kind und Maja, die Mutter, sucht daraufhin den Kontakt zu ihrer Großmutter, die von der Familie wegen ihrer vielen Männer ausgegrenzt wird. Maja fragt nach bei Greta und so erfahren wir eine unglaublich berührende Lebensgeschichte.
Die Autorin vermag es, menschlichen Schicksalen durch authentische Charaktere das wahre Leben einzuhauchen und diesen Roman durch seinen fesselnden Schreibstil, der eine enorme Sogwirkung besitzt, zu einem einzigartigen Leseerlebnis zu gestalten. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen treibt die Geschichte geschickt voran und sorgt gleichzeitig für spannende Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Kindheitserinnerungen

Tanzende Frau, blauer Hahn
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Dana Grigorcea lässt in ihrem Roman ‘Tanzende Frau, blauer Hahn‘ Kindheitserinnerungen ihrer Protagonistin aufleben. In den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts verbringt Roxana gemeinsam mit ...

Dana Grigorcea lässt in ihrem Roman ‘Tanzende Frau, blauer Hahn‘ Kindheitserinnerungen ihrer Protagonistin aufleben. In den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts verbringt Roxana gemeinsam mit ihrer Großmutter und deren Schwester jedes Jahr aufs Neue ihre Ferien in dem kleinen Dorf rumänischen Busteni. Dort lernt sie Camil kennen, mit dem sie viel Zeit verbringt. Was die beiden verbindet, wird angedeutet.
In kleinen ausgewählten Episoden lernt der Lesende den ein oder anderen Dorfbewohner und seine Gewohnheiten kennen. Die Lebensart wird vorgestellt und ein pittoreskes Landschaftsbild am Fuße der Karpaten gemalt. Die politischen Verhältnisse haben gerade gewechselt, der totalitäre Staat ist abgeschafft. Doch die alten Strukturen mit dem Gedankengut ist in den Köpfen noch verankert.
Die Geschichte wird einem Puzzle gleich erzählt, deren Einzelteile aneinandergereiht werden möchten. Das bindende Glied sucht man zwischen den Zeilen, so dass ein ganz persönliches Gesamtkonstrukt entsteht. Der Sprachstil ist anspruchsvoll und erfordert Konzentration.

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Der Wahrheit auf der Spur

Feine Risse
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Nach ‘Dunkle Momente‘ präsentiert uns Elisa Hoven ‘Feine Risse‘, einen Roman, der sich mit Recht und Gerechtigkeit als auch der herausfordernden Suche nach der Wahrheit in acht ausgewählten Straffällen ...

Nach ‘Dunkle Momente‘ präsentiert uns Elisa Hoven ‘Feine Risse‘, einen Roman, der sich mit Recht und Gerechtigkeit als auch der herausfordernden Suche nach der Wahrheit in acht ausgewählten Straffällen auseinandersetzt, wobei der ein oder andere bereits in ähnlicher Form enormes öffentliches Interesse in der Vergangenheit weckte. Die Autorin selbst ist Proffesorin für Strafrecht und Richterin am sächsischen Verfassungsgerichthof, kennt sich also bestens aus in dem Metier, über welches sie fesselnd schreibt.
Immer wieder lässt sie ihre engagierte Protagonistin Eva Herbergen als Strafverteidigerin agieren, eine Frau, die sich stets selbst auf die Suche nach der Wahrheit begibt, mit ausgeprägter Menschenkenntnis ihre Gespräche führt und dennoch nicht von Selbstzweifeln und Niederlagen befreit ist. Die intensive Auseinandersetzung damit, welche Wahrnehmungen der Täter, Zeugen und ggf. auch Opfer dem eigentlichen Tathergang am nächsten kommen könnten, fordert ihren ganzen, im Laufe der vielen Berufsjahre angeeigneten Sachverstand. Die Beschäftigung mit ihren aktuellen Fällen zieht sich bis in ihre Privatsphäre. So sucht sie den Austausch mit ihrem Mann Peter, der kurz vor seiner Pensionierung steht und dessen Familiengeschichte droht, feine Risse zu bekommen.
Geschickt verwebt die Autorin das persönliche familiäre und freundschaftliche Umfeld ihrer Hauptperson mit spannenden kriminellen Handlungen, die immer wieder aufs Neue überraschende menschliche Abgründe zum Vorschein bringen. Der Roman überzeugt durch seine moderne, kluge Sprache und fordert zum Nachdenken auf.

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