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Veröffentlicht am 24.10.2020

Ein romantischer Frauenroman

White Christmas - Das Lied der weißen Weihnacht
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„Wer hätte damals gedacht, dass aus dem singenden Zeitungsverkäufer der beste und erfolgreichste Songwriter Amerikas werden würde?“ (Zitat Pos. 127)

Inhalt
Der erfolgreiche amerikanische Komponist Irving ...

„Wer hätte damals gedacht, dass aus dem singenden Zeitungsverkäufer der beste und erfolgreichste Songwriter Amerikas werden würde?“ (Zitat Pos. 127)

Inhalt
Der erfolgreiche amerikanische Komponist Irving Berlin, Sohn russischer Einwanderer, ist sechsunddreißig Jahre alt, als er die junge Millionenerbin Ellin Mackay kennenlernt. Doch für ihre traditionsgebundene, irisch-katholische Familie ist dieser fünfzehn Jahre ältere, jüdische Broadway-Komponist absolut keine passende Wahl und ihr Vater verbietet ihr, diesen Mann weiterhin zu treffen. Daran erinnert sich Irving Berlin, als er auf Grund eines Filmprojektes die Weihnachtstage 1937 nicht zu Hause verbringen kann. Für sein neues, modernes Stück fehlt ihm noch ein Weihnachtslied. Im warmen Kalifornien, unter Palmen am Pool des Beverly Hills Hotels in Hollywood, statt im kalten, leicht verschneiten New York, fehlt ihm vor allem die richtige Stimmung. So beginnt eines der berühmtesten, erfolgreichsten Weihnachtslieder mit einigen satirisch gemeinten Textzeilen.

Thema und Genre
In dieser romantischen Geschichte mit biografischem Hintergrund geht es um die erfolgreichen Kompositionen von Irving Berlin, vor allem jedoch um die Liebe zwischen ihm und der jungen Ellin Mackay. Kernthemen sind Herkunft, Gesellschaftsschichten und Religion. Der berühmte Song selbst und Weihnachten sind nur Randthemen.

Charaktere
Ellin Mackay schwankt zwischen der Liebe zu ihrem Vater, der beharrlich seine Einwilligung zu einer Ehe mit dem in seinen Augen absolut unpassenden Broadway-Komponisten verweigert, und ihrer Liebe zu Irving Berlin. In diversen Biografien und Zeitungsartikeln wird sie als selbstbewusste, moderne junge Frau beschrieben, im vorliegenden Roman wirkt sie zögerlich und unsicher.

Handlung und Schreibstil
Die Rahmenhandlung spielt Weihnachten 1937 in Hollywood, doch den Hauptteil nehmen die Erinnerungen Irvings und vor allem die Rückblenden aus der Sicht von Ellin ein, die mit einer Dinner-Einladung im Jahr 1924 beginnen, auf welcher sie den charmanten Songwriter kennenlernt. Die Musik des erfolgreichen Musical- und Filmkomponisten zieht sich zwar durch die Ereignisse, bleibt jedoch im Hintergrund, was ich mir auf Grund des Titels des Romans anders vorgestellt hatte. Die Fakten sind gut recherchiert, gehen aber nicht über die bekannten Informationen hinaus. Generell wird hauptsächlich Ellins Gefühlslage geschildert, während ich ausführlichere Beschreibungen der prächtig bunten, schillernden, packenden Künstlerszene im New York dieser Zeit erwartet hatte. Die Sprache liest sich leicht und rasch, teilweise erinnern die Szenen an den Stil der klassischen Rührstücke des 19. Jahrhunderts.

Fazit
Ein unterhaltsamer Roman mit biografischem Hintergrund, in dem die Liebe im Mittelpunkt steht und nicht, wie auf Grund des Titels zu vermuten, die Musik und Weihnachten. Meine persönlichen Erwartungen konnte dieses Buch nicht erfüllen, aber Fans von romantischen Liebesgeschichten werden von diesem gefühlvollen Frauenroman begeistert sein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.10.2020

Perfekt für die Vorweihnachtszeit

Englein, Mord und Christbaumkugel
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„Ich bin garantiert nicht als ständig einsatzbereiter Kripochef hier, versuchte er sich zu beruhigen. Offenbar will das Kind in mir sich von diesem Zauber ringsum berühren lassen.“ (Zitat Pos. 95)

Inhalt ...

„Ich bin garantiert nicht als ständig einsatzbereiter Kripochef hier, versuchte er sich zu beruhigen. Offenbar will das Kind in mir sich von diesem Zauber ringsum berühren lassen.“ (Zitat Pos. 95)

Inhalt
Es sind drei Geschichten aus dem weihnachtlichen Salzburg und Umgebung und sie haben eines gemeinsam: die schöne, fröhliche Weihnachtsstimmung wird durch eine sehr böse Tat gestört. Im Mittelpunkt steht jeweils ein Mitglied des Ermittlungsteams von Kommissar Merana: den ersten Fall untersucht Kommissar Merana, den zweiten Fall bearbeitet Chefinspektorin Carola Salman und für den dritten Fall ist Abteilungsinspektor Otmar Braunberger zuständig.

Thema und Genre
Dieser weihnachtliche Kriminalroman mit Regionalbezug spielt in Stadt und Land Salzburg. Stimmungsvolle Schilderungen von Weihnachtsmärkten und interessantes Wissen über die traditionellen Bräuche wie Glöckler, Herbergsuche und Krippenspiele ergänzen die mörderischen Ereignisse.

Handlung und Schreibstil

Süßer die Glocken nie bimmeln
Durch die Fenster der Orangerie des Schlosses Hellbrunn leuchtet der weihnachtlich geschmückte Park. Doch der Mann, der in der Mitte des Raumes liegt, kann sich daran nicht mehr erfreuen und mitten im stimmungsvollen Glöcklerlauf ertönt ein schriller Schrei. Gerade noch hatte Kommissar Merana entspannt Weihnachtslieder mitgesummt, doch nun ist er im Dienst.
„Eine wenigstens halbwegs erfolgversprechende Spur sah anders aus. Eine solche war bisher weit und breit nicht auszumachen. (Zitat Pos. 451)

Englein, Mord und Christbaumkugel
Notburga Englein ist Privatdetektivin und als ihr die Stelle als Warenhausdetektivin im mega-spleshigen Einkaufszentrum angeboten wird, sagt sie sofort zu. Dem freundlichen Manager ist ihr Name aufgefallen und er ist überzeugt, sie passt gut in das vorweihnachtliche Team. Doch plötzlich ist Englein die Hauptverdächtige in einem Mordfall und Chefinspektorin Carola ermittelt.
„Es war auch zu absurd. Vor nicht einmal einer Stunde hatte sie mit ihrer Tochter Weihnachtslieder geträllert und entzückende Zeichnungen in einem Bilderbuch bewundert – und jetzt stand sie einer Verdächtigen gegenüber, die ausgerechnet Englein hieß.“ (Zitat Pos. 1283)

Wer klopfet an?
Eine kleine Nachtschwalbe, die sich eigentlich im Herbst auf den Weg nach Afrika hätte machen sollen, wird durch eine Gruppe Anglöckler aufgestört. Singend machen sie in den Abendstunden dieses ersten Anglöckler-Donnerstags die Runde zu den einzelnen Höfen. Doch in einem der Anwesen werden sie nicht so erwartet, wie es üblich war. Hier hatte bereits jemand angeklopft, doch es wurde kein Herbergslied gesungen.
„Allerorts eine festliche, friedliche Stimmung. Freude auf allen Seiten. Nur er muss sich mit einem brutalen Mord beschäftigen. (Zitat Pos. 1941)

Fazit
Dieses Buch mit drei weihnachtlichen Kriminalfällen, die in der schönen Stadt Salzburg und Umgebung spielen, führte mich zurück in meine Kindheit in Salzburg und sofort habe ich mich an die beschriebenen Bräuche erinnert und die Lieder kenne ich immer noch. Ein sympathisches Ermittlerteam und treffend und humorvoll geschilderte Hauptfiguren ergänzen die Kriminalfälle und ihre Hintergründe zu einem unterhaltsamen, angenehmen vorweihnachtlichen Leseerlebnis.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2020

Ein packender Thriller und ein brisantes Thema

Todesfalter
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„Die Vergangenheit holt mich immer wieder ein, dachte David und spürte mit einem Mal die aufputschende Wirkung des Adrenalins, die er so lange verleugnet hatte.“ (Zitat Pos. 210)

Inhalt
Der Hundeflüsterer ...

„Die Vergangenheit holt mich immer wieder ein, dachte David und spürte mit einem Mal die aufputschende Wirkung des Adrenalins, die er so lange verleugnet hatte.“ (Zitat Pos. 210)

Inhalt
Der Hundeflüsterer David Stein lebt mit Leyla Khan auf Mallorca und hat mit seinen Einsätzen als ehemaliger BND Agent abgeschlossen. Doch dann bittet ihn Hanna Svenson, die Schwester seiner vor zehn Jahren bei einem Attentat ums Leben gekommenen ersten Frau Jana verzweifelt um Hilfe. Maja, ihre Tochter, arbeitet für Safe World, eine internationale Umweltorganisation, und hat zusammen mit ihrem Freund Jonas brisante Beweise gegen das Unternehmen FuturX in Riga gesammelt. FuturX entwickelt Nuklearbatterien für Elektroautos, unter Verwendung von hoch radioaktiven Brennstäben. Nun ist Jonas tot, ermordet, und Maja auf der Flucht vor Geheimdiensten und noch weit gefährlicheren Gegnern. In wenigen Tagen soll die EU-Zulassung für die Elektrofahrzeuge von FuturX erfolgen und nur Maja kann dies noch verhindern. Doch dazu muss David sie erst sicher und rechtzeitig aus Riga nach Les Deux Alpes bringen.

Thema und Genre
In diesem Thriller, dem Band 7 um den Ex-BND Agenten David Stein, geht es um das große Geschäft unter dem Deckmantel des Umweltgedankens, um Forschung, Umweltschutz, Politik und Geheimdienste.

Charaktere
David Stein und Leyla Khan freuen sich auf ihr erstes Baby, und doch kann er sich ein dauerhaft ruhiges Leben als Hundeflüsterer noch nicht wirklich vorstellen. Er sagt sofort zu, Maja zu helfen. Maja ist eine sehr mutige, entschlossene junge Frau, die diesen gigantischen Umweltskandal auch unter Einsatz ihres Lebens an die Öffentlichkeit bringen will. Auch die weiteren Protagonisten wie Leyla, Robyn, die IT Spezialistin des BND, die David von früher kennt, sowie der geheimnisvolle „Nachtfalter“, sind mit ihrer persönlichen Geschichte, ihren Eigenheiten und Handlungsweisen sehr gut und stimmig entwickelt.

Handlung und Schreibstil
Der straffe Zeitrahmen sorgt durchgehende Spannung, die unterschiedlichen Orte der Handlung von Riga über Berlin und Genf bis in die französischen Alpen machen, wie auch das brisante, aktuelle Thema, die Geschichte sehr interessant. Zusätzliche Spannungsmomente bringen die Ereignisse rund um den Besuch von Leyla in Beirut, der parallel zu Davids Einsatz stattfindet. Die Sprache ist so rasant und packend zu lesen, wie man es sich in diesem Genre erhofft.

Fazit
Ein brisantes, aktuelles Thema, ein Thriller mit einer sehr spannenden, aber realistischen und glaubhaften Handlung, dazu sympathische Charaktere: dies ergibt in der Summe ein sehr packendes, überzeugendes Lesevergnügen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.10.2020

Ein vielschichtiger Generationenroman

Zorn und Stille
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„Wenn du mittendrin in einer Geschichte steckst, ist es noch keine Geschichte, mehr ein Getöse, ein Rauschen. Es beginnt erst eine Geschichte zu werden, wenn du sie jemandem erzählst. (Zitat Pos. 49)

Inhalt
Biljana ...

„Wenn du mittendrin in einer Geschichte steckst, ist es noch keine Geschichte, mehr ein Getöse, ein Rauschen. Es beginnt erst eine Geschichte zu werden, wenn du sie jemandem erzählst. (Zitat Pos. 49)

Inhalt
Biljana Banadinović, Künstlername Billy Bana, ist vierzig Jahre alt und eine bekannte Fotografin. Im Grunde hasst sie das Reisen, hält es jedoch nie lange an einem Ort aus. Als Kind einer Gastarbeiterfamilie wächst sie in Wien auf. Schon seit sie siebzehn Jahre alt ist, führt sie ihr eigenes Leben und hat wenig Kontakt zu ihrer Familie. Nun ist der Vater verstorben und seine Anordnungen sind klar: er will in seinem alten Heimat in Serbien begraben werden. Die Reise nach Belgrad wird für Billy eine Erinnerungsreise in die Vergangenheit, denn ihr jüngerer Bruder Jonas Neven ist 2003 während einer Reise durch die neuen Länder Jugoslawiens spurlos verschwunden.

Thema und Genre
In diesem Familien- und Generationenroman geht es um Heimat, Herkunft, Identität, Kindheitserinnerungen, um die Problematik, in mehreren Ländern zu Hause und gerade deshalb nicht wirklich zu Hause zu sein, um Verlust, Trauer, um Familie und Beziehungen und um die Suche nach dem eigenen Platz in diesem Gefüge. Themen sind auch die Situation der frühen Gastarbeiterfamilien und der Zerfall des ehemaligen Staates Jugoslawien.

Charaktere
Als der Vater Billy seine Leica schenkt, weiß sie, dass sie Fotografin werden will. Sie sieht Momente und Situationen immer in Bildern, nicht alle fotografiert sie, sondern speichert sie in ihren Erinnerungen. In einer lockeren Beziehung mit der Galeristin Ira Goldfarb, ist Billy eine rastlos Reisende, die nie sesshaft wurde und von sich selbst vermutet, immer gerade dort glücklich zu sein, wo sie nicht ist. Eine gerade wegen ihrer Ecken und Kanten sehr sympathische Hauptfigur.

Handlung und Schreibstil
Die Geschichte wird in vier großen Abschnitten erzählt, wobei Billy in Teil I und IV die Ich-Erzählerin ist, während in Teil II ihre Mutter Azra im Mittelpunkt steht und in Teil III ihr Vater Sima. Die jeweils aktuellen Handlungsstränge umfassen unterschiedliche Zeitpunkte, Billy 2016 und 2018, Azra 2008 und Sima 1999 und werden nochmals von Erinnerungen unterbrochen und durch Rückblicke ergänzt. Der Prolog am Anfang des Buches schließt den Kreis in die Jetztzeit. Durch diese Schreibweise ergibt sich eine interessante, abwechslungsreiche und vielschichtige Familiengeschichte, die man gespannt miterlebt. Die in diesen Jahren wichtigen Ereignisse und die politischen Hintergründe ergänzen die Handlung. Die Sprache beschreibt lebhaft, schildert einfühlsam, die Bilder vor Billys Augen haben auch wir beim Lesen sofort vor Augen.

Fazit
Ein intensiver, großartig erzählter Roman einer Familie, der die wichtigen Fragen der heutigen Zeit aufgreift, die Träume jeder Generation und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Ein beeindruckendes Leseerlebnis, das mich begeistert hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2020

Erzählungen zum Nachdenken, Erinnern, Verstehen

Mäuseköttel
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„Dass das gute Stück eines Tages, ohne sein granadarotes Dach, als Blumenkübel im Vorgarten eines Einfamilienhauses im Rostocker Speckgürtel landen würde, dieser Anblick blieb der langjährigen Besitzerin ...

„Dass das gute Stück eines Tages, ohne sein granadarotes Dach, als Blumenkübel im Vorgarten eines Einfamilienhauses im Rostocker Speckgürtel landen würde, dieser Anblick blieb der langjährigen Besitzerin erspart. Er hätte geschmerzt. Verrückte Zeiten!“ (Zitat aus CVM – Claudias Volks-Mercedes, Seite 97)

Inhalt und Thema
Dieser Erzählband umfasst sechzehn Geschichten, die zwischen 1979 und 2019 spielen, immer irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern, oder mit einem Bezug dazu. Es geht um Ost, West und um den Übergang in ein gemeinsames Deutschland, um Verlust und Neubeginn. Vor allem jedoch geht es um die Menschen und manchmal steht auch ein legendäres Auto im Mittelpunkt. Ansprechende, mit leichter Hand skizzierte Illustrationen ergänzen die Texte und stammen, wie auch das Cover, von der Rostocker Innenarchitektin und Designerin Peggy Kastl.

Handlung und Schreibstil
Es sind Alltagsgeschichten, die hier erzählt werden. In der DDR hofft im Dezember 1979 eine Mutter auf Apfelsinen, die jedes Jahr auf den bunten Weihnachtsteller gehören. Im Dezember 2019 reist die Autorin mit ihrem Ehemann nach Potsdam, beobachtet und beschreibt das Heute, verknüpft es mit den Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend in Schwerin und besucht dann zum ersten Mal die russische Kolonie Alexandrowka, die so ganz anders ist, als sie es sich früher vorgestellt hatte. Eine Geschichte führt zurück in das Jahr 1991, die Währungsumstellung und ihre Folgen, die Treuhandgesellschaften und westliche Firmen auf Einkaufstour. Den Titel erhält dieses Buch von der Geschichte einer alten Dame, Kunsthistorikerin, die mit ihrem Testament das künstlerische Gesamtwerk ihres verstorbenen Ehemannes, eines bekannten Malers, erhalten will und die ehrwürdige Villa seit Jahrzehnten mit hartnäckigen Mitbewohnern teilt. In „Westreise“ besucht im September 1987 eine junge Frau aus Schwerin ihren alten Onkel im Westen und muss feststellen, dass auch im Westen nicht alles Gold ist, was glänzt. In der nachfolgenden, vorletzten, Erzählung unternimmt ein älteres Ehepaar aus einem Dorf in Mecklenburg, in dem er, wie vermerkt wird, als Wessie trotz seiner Ostfrau nie dazugehören eine Kurzreise nach London – im März 2019, wenige Tage vor dem Brexit-Termin.
Die kurze letzte Geschichte bringt es auf den Punkt, vereint die beiden Welten vom 4. November 1989 und 4. November 2019, als in einer Radiosendung ein Kind nach dem ‚Warum‘ fragt, ‚warum war die DDR gemein zu den Menschen‘ und von der Journalistin keine Antwort erhält, weil die Sendezeit beinahe zu Ende war. Die Autorin hätte eine Antwort gewusst. „Vier Minuten hätten also ausgereicht, um zu differenzieren.“ (Zitat Seite 184)

Fazit
Es sind vielschichtige Geschichten, die einfühlsam, ernst oder heiter, mit einem feinen Humor, die genauen Beobachtungen der Menschen in den Jahren zwischen damals und heute widerspiegeln. Ein Buch für angenehme Lesestunden zum Nachdenken, Erinnern, oder, für Zugezogene wie mich, eine Wienerin auf Rügen, eine interessante Möglichkeit, Mecklenburg-Vorpommern und seine Menschen besser zu verstehen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere