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Veröffentlicht am 09.07.2020

Orangenträume

Orangenträume
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Es ist der zweite Teil der Reihe „Kalifornische Träume“ und nach dem mich der erste Band „Wintervanille“ nicht zu 100% überzeugen konnte, war ich erst ein wenig skeptisch. Doch gerade in der heutigen Zeit ...

Es ist der zweite Teil der Reihe „Kalifornische Träume“ und nach dem mich der erste Band „Wintervanille“ nicht zu 100% überzeugen konnte, war ich erst ein wenig skeptisch. Doch gerade in der heutigen Zeit wollte und brauchte ich einen leichten Roman, mit dem ich wo ganz andern hinträumen und ein wenig abschalten konnte.

Also griff ich dann doch zu, als ich den farbenfrohen Roman mit dem sehr schönen Cover im Buchladen liegen sah.

Schon nach wenigen Seiten war mir dann klar, dass der Roman anders war als erwartet. Tiefgründiger, emotionsvoller als gedacht. Besonders die ruhigen Szenen, die mehr in die Tiefe gehen und einen auch mal fassungslos, geschockt oder traurig zurücklassen, haben mich begeistern können.

Vier Freundinnen treffen sich einmal im Jahr auf der Orangenfarm von Lucinda in Kalifornien, so auch in diesem Jahr. Auch wenn sie seit vielen Jahren befreundet sind, so merkt man schnell, dass sie nicht wie angenommen alles voneinander wissen, sondern jede so ihre kleinen Geheimnisse hat. Sie erzählen sich, aus den unterschiedlichsten Motiven, doch nicht alles. Aber es ist wie immer – es kommt dann doch ans Licht, der Schockmoment ist groß und dann wird mit angepackt.

Natürlich geht dann alles sehr schnell sehr gut aus – es immerhin ein Liebes-Wohlfühlroman – doch meiner Meinung nach kommt es auf das „Wie“ an. Und das hat die Autorin Manuela Inusa sehr gut gelöst wie ich finde.

Alle vier Handlungsstränge, alle vier Sichtweisen sind so geschrieben, dass man gut folgen kann, sich in die handelnden Personen gut hineinversetzen kann. Der Autorin gelingt es, sowohl den Charakteren als auch den Handlungsorten an sich durch gekonnte Beschreibungen Leben einzuhauchen und die Wortgewandtheit so zu beschreiben, dass man als Leserin mittendrin ist.

Mit diesem Buch konnte mich die Autorin überzeugen, auch wenn da mit Sicherheit noch ein wenig mehr drin gewesen wäre. Ich hätte mir zum Ende hin noch ein wenig mehr „Ruhe“ gewünscht, es wirkte gerade im letzten Teil, als sich die Sache mit Michelle, die mir am meisten am Herzen lag, in die richtigen Bahnen lenkte, doch ein wenig überhastet.

Pluspunkt im Buch noch: die interessant klingenden Rezepte. Von denen werde ich auf alle Fälle die Kekse ausprobieren – mal ehrlich: Orangen-Schoko-Kekse klingen doch auch lecker, oder?

Alles in allem aber ein sehr schönes Buch, dem ich von Herzen gerne 4 von 5 Sternen gebe.

Veröffentlicht am 09.07.2020

Dünensommer

Der Dünensommer
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Mit dem Roman „Dünensommer“ legt die Autorin Sylvia Lott einmal mehr einen berührenden Roman vor. Dieser hier führt uns nach Norderney und lässt uns, auf zwei Zeitebenen spielend, die wunderschöne Insel ...

Mit dem Roman „Dünensommer“ legt die Autorin Sylvia Lott einmal mehr einen berührenden Roman vor. Dieser hier führt uns nach Norderney und lässt uns, auf zwei Zeitebenen spielend, die wunderschöne Insel erkunden.

Im Mittelpunkt des Romans steht natürlich die Liebe, aber für mich punktet der Roman hauptsächlich mit den detailreichen und sehr bildhaften Beschreibungen der Landschaft, der immer wieder eingeflochtenen sprachlichen Besonderheiten der Inselbewohner auf der einen und der damaligen Zeit auf der anderen Seite.

Ein Punkt, der mir ebenfalls sehr gut gefällt: die Autorin schafft es einmal mehr, in ihrem berührenden Roman nicht nur ein heimeliges, romantisch-wohligen Gefühl in mir hervorzurufen. Wie scheinbar nebenbei verpackt sie außerdem interessante Informationen zu historischen Ereignissen im Allgemeinen und ganz speziell auch bezogen auf die Schauplätze ihres Romans.

Die Lebens- und Liebesgeschichte der drei weiblichen Hauptfiguren Ulla, Inge und Kim auf der einen sowie von Julian, Hans und auch Will auf der anderen Seite ist sehr gut durchdacht und macht Spaß zu verfolgen. Besonders der „Benimmzwang“, dem Ulla als Verleger-Gattin, mit der ungeliebten Schwiegermutter im Nacken, sich unterordnen muss, ist gut beschrieben. Ich weiß nicht, ob ich in der damaligen Zeit hätte Leben wollen, mit solchen strikten „Regeln“, aber andererseits täte es manch einem in der heutigen Zeit tatsächlich gut.

Bei all den Punkten war es fast zweitrangig, dass ich momentan eigentlich Probleme mit den Romanen habe, die auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielen und immer hin und her wechseln.

Ein Zitat in dem Roman hat mir besonders gut gefallen und wird mich von nun ab begleiten:

Jede Begegnung, die uns berührt, verändert uns!

Wer also einen sommerlichen Roman sucht, der einen berührt und zudem geschichtliche Fakten vermittelt, sollte ganz einfach zugreifen und sich nach Norderney entführen lassen.

Ehe ich nun „kaffeesieren“ gehe – ein Wort das ich neu gelernt habe im Buch, vergebe ich noch 4 von 5 möglichen Sternen. Danke für den Sprung in den heißen Jahrhundertsommer, in die fünfziger Jahre – ich habe mich herrlich unterhalten gefühlt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.05.2020

Sommertraum

Heidesommerträume
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Wenn man derzeit nicht verreisen kann, träumt man sich gerne einmal an Orte, die man einmal unbedingt sehen will oder geht gedanklich zurück in die Orte, Landschaften, die man schon einmal bereist hat.

Die ...

Wenn man derzeit nicht verreisen kann, träumt man sich gerne einmal an Orte, die man einmal unbedingt sehen will oder geht gedanklich zurück in die Orte, Landschaften, die man schon einmal bereist hat.

Die Autorin Silvia Konnerth hat mich mit ihrem Buch „Heidesommerträume“ an eine Ort bzw. in dem Fall eher zu einem Landstrich geführt, den ich bereits einmal bereist habe und wo ich mich sehr wohl gefühlt habe. Ich bin ihr sehr gerne in die Lüneburger Heide gefolgt.

Dort lernte ich die Autorin Carolin kennen, die nach einem vernichtenden Gespräch mit ihrer Lektorin und der Trennung von ihrem Freund in die Lüneburger Heide gereist ist, um sich dort bei ihrer Schwester zu erholen, Kraft zu tanken und die Wunden zu lecken.

Dass das so einfach nicht werden wird, war sicherlich klar und so begleitete ich Carolin durch die Tiefen und die Höhen, welche der Aufenthalt im Hotel ihrer Schwester mit sich brachte. Ich war dabei, als alles zusammenbricht und als sich Carolin wieder aufrappelt, über ihren Schatten springt und über sich hinauswächst.

Was für einen wunderbaren Charakter hat die Autorin da geschaffen. Respekt. Ich glaube, durch Carolin habe ich die Ängste der Autoren ein wenig besser verstehen gelernt. Was, wenn man auf einmal nicht mehr Schreiben kann? Die Geschichte keinen Sinn ergibt, nicht fließen will. Das Hadern mit sich und seinen Ideen, mit dem was man schreibt … ich gehe fest davon aus, das ein kleiner (oder großer) Teil von Carolin in jedem Autoren schlummert.

Silvia Konnerth ist es gelungen, Charaktere zu erschaffen, die in ihrer Art und Weise, in ihrem Denken und Handeln, so authentisch rüberkommen, das man ihnen jede Äußerung abnimmt. Ich konnte mich in jede der Figuren gut reinversetzen – jede agierte menschlich und wenn man es zulässt, kann man auch im näheren Umfeld mit Sicherheit Vergleiche ziehen. Lebensecht trifft es glaube ich am besten.

Eine stimmige Geschichte voller Höhen und Tiefen, voller Freundschaft und Liebe, Verlust und Verlustangst wird dem Leser, gepaart mit stimmungsvollen Beschreibungen der Situationen und Landschaften – was will man als Leser mehr?

Ich fand die Nebencharaktere manchmal sogar noch einen winzigen Tick besser als den Hauptcharakter, gemessen an dem Raum, den diese einnehmen. Ole hat es mir angetan – so herrlich Teenagermäßig, dass es eine wahre Freude ist, seine Parts zu lesen.

Und Hannibal – ohne Worte. Den würde ich am liebsten auch ganz feste Knuddeln.

Das eigentliche Ende kann dann doch ein kleinwenig überraschend und überstürzt – das tut dem Lesegenuss keinen Abbruch. Ich hätte gerne gewusst, wie es weitergeht mit Carolin und ihren Lieben – bin aber versöhnt damit das das größte Fragezeichen in meinem Kopf quasi mit dem letzten Satz ausgelöscht wurde. Ein wenig geahnt hatte ich es beim Lesen, war mir aber nicht sicher.

Sicher bin ich mir bei der Bewertung: 5 von 5 Sternen – mein Herzensbuch des Monats Mai.

Veröffentlicht am 30.04.2020

Enttäuschend

Die Kreuzfahrer
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ch habe so viel schon von dem wunderbaren Autoren Wladimir Kaminer gehört, wie wunderbar er Humor und Ironie mischt und wie gut sich seine Bücher doch weglesen. Nicht umsonst ist er doch ein Spiegel-Bestseller ...

ch habe so viel schon von dem wunderbaren Autoren Wladimir Kaminer gehört, wie wunderbar er Humor und Ironie mischt und wie gut sich seine Bücher doch weglesen. Nicht umsonst ist er doch ein Spiegel-Bestseller – oder?

Es wurde also Zeit, dass auch ich mal zu einem Buch aus seiner Feder greife nd da ich mich in der aktuellen Zeit noch lieber als sonst in die Ferne träume, griff ich zum Buch „Die Kreuzfahrer“. Wladimir und seine Frau Olga gehen auf Kreuzfahrt, welche für sie noch kostenfrei sind da er ja da Lesungen hält. Soweit so gut. Auf den ersten Seiten fand ich seine Beobachtungen der Kreuzfahrtgäste – sowohl der anderen Nationen als auch der Russen – noch interessant und stellenweise (ansatzweise wenigstens) witzig.

Aber dann kam da nur noch eins: seitenweise tröge und uninteressante Reisebeschreibungen und natürlich wurde das Vorurteil des immer trinkenden Russen wieder gut genährt. Denn augenscheinlich sind der Autor und dessen Frau ständig auf der Suche nach der nächsten Bar. Humorvoll und witzig? Fehlanzeige. Eher mehr als plump und sehr schnell einfach nur noch eines: nervig.

Für mich war es mein erstes und zugleich auch letztes Buch von Wladimir Kaminier. In meinen Augen geht gute Unterhaltung anders. Für das Buch kann es von mir nur 2 von 5 Sternen geben.

Veröffentlicht am 30.04.2020

Gelungener Auftakt

Die Jägerin - Auftrag
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Auf den Thriller bin ich durch Zufall in einer Verlagsvorschau gestoßen und obwohl ich eher nicht der Thriller-Fan bin, wollte ich ihn lesen.

Gesagt getan. Das Buch landete bei mir und wurde trotz seiner ...

Auf den Thriller bin ich durch Zufall in einer Verlagsvorschau gestoßen und obwohl ich eher nicht der Thriller-Fan bin, wollte ich ihn lesen.

Gesagt getan. Das Buch landete bei mir und wurde trotz seiner etwa 440 Seiten recht schnell gelesen.

Mittlerweile weiß ich, das die Autorin selbst ausgebildete Kopfgeldjägerin ist. Das erklärt dieses fundierte Wissen, wie der Job funktioniert und wie die Abläufe sind. Das erklärt ihr Wissen über die Gefahren des Jobs, die Risiken. Und man versteht auch, warum sie eine weibliche Protagonistin gewählt hat.

Ich beim Lesen des Thrillers sehr viel über den Beruf der Kopfgeldjäger gelernt. Viel über die Gefahren, den Nervenkitzel und die Anspannung. Gut, die Kampf- und Actionszenen waren ein wenig übertrieben – wie man es eben aus Büchern, Filmen und Serien gewohnt ist. Aber der Rest?

Schreibstil? Sehr packend, sehr fesselnd und eine Sprache, mit der ich als Leserin gut klargekommen bin.

Protagonisten? Sympathisch, durchdacht und detaillreich beschrieben. Man hat so seine Lieblinge, mit denen man mitfiebert und mitleidet. Mein Liebling war Dakota. Sie hat eine Mutter mit einem sehr gefährlichen Beruf, eine schwere Krankheit und ist doch ein Sonnenschein. Eine wunderbare Tochter.

Story? Packend, rasant und schnell – dazu stimmig und ausgefeilt. Was will man mehr.

Da soll noch mal einer behaupten, dass Frauen nicht so gut packende Thriller schreiben können. Steph Broadribb kann genau dies und ich freue mich schon auf den zweiten Teil der Serie.

Meine Wertung: ein wenig Luft nach oben ist mit Sicherheit noch – daher 4 von 5 möglichen Sternen.