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Manasa

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2021

Mehr erwartet

Der Klang der Wälder
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Als der junge Japaner Tomura eher zufällig das Stimmen eines Klaviers beobachtet und belauscht, steht seine Berufung fest: Auch ehr möchte Stimmer werden. Fortan dreht sich sein Leben darum, immer besser ...

Als der junge Japaner Tomura eher zufällig das Stimmen eines Klaviers beobachtet und belauscht, steht seine Berufung fest: Auch ehr möchte Stimmer werden. Fortan dreht sich sein Leben darum, immer besser zu werden, doch stetig plagen ihn Zweifel: Ist er gut genug? Hat er genug Talent?

Das Cover dieses Buches hat mich auf Anhieb verzaubert: Ein wunderschönes Aquarell, das eine Landschaft in die Tasten eines Klaviers verlaufen lässt. Auch die Zusammenfassung hat mich neugierig gemacht, zudem wurde das Buch hoch gelobt und prämiert, was meine Erwartungshaltung enorm gesteigert hat.

Leider konnte die Geschichte mich jedoch nicht überzeugen. Mit den Charakteren wurde ich nicht warm, mit dem Protagonisten konnte ich in keiner Weise mitfiebern. Er ist eine recht farblose Gestalt, ständig von Selbstzweifeln geplagt und entwickelt sich im Laufe der Geschichte nur professionell, jedoch kaum persönlich weiter. Es trifft die Beschreibung einer "stillen, ruhigen" Erzählung voll und ganz zu - in diesem Fall habe ich das jedoch nicht positiv empfunden, sondern mich gelangweilt. Ein Großteil des Textes handelt vom Stimmen von Klavieren, zwar immer so, dass dies dem Leser verständlich ist, aber auf Dauer ist es doch zu viel an Info diesbezüglich. Ich hatte mich auf wunderschöne Umschreibungen gefreut, auf ein akustisches Pendant zum olfaktorischen Lesevergnügen von "Das Parfum", wurde jedoch herb enttäuscht.

All jenen, die das Buch in den Himmel loben, kann ich leider nicht zustimmen. Ich finde es weder sehr poetisch, noch tiefgründig und war froh, dass nach gut 200 Seiten zu Ende war.

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Veröffentlicht am 24.06.2020

Konnte nicht mitreißen

Die Perlenfarm
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Kiona lebt auf einer der Cook Inseln und arbeitet dort im familiären Betrieb als Perlentaucherin. Sie kann den Tod ihrer Schwester, für den sie sich schuldig fühlt, nicht verwinden, findet jedoch einen ...

Kiona lebt auf einer der Cook Inseln und arbeitet dort im familiären Betrieb als Perlentaucherin. Sie kann den Tod ihrer Schwester, für den sie sich schuldig fühlt, nicht verwinden, findet jedoch einen Lichtblick in Erik, der mit seinem Segelboot in einem Sturm vor der Insel auf Grund läuft und dabei schwer verletzt wird. Zwischen den beiden entwickelt sich Liebe und Erik bleibt auf der Insel. Alles ändert sich jedoch, als er einige Jahre später von bewaffneten Männern abgeholt wird. Eine Verfolgungsjagd um die ganze Erde beginnt.

Mich haben von Anfang an Cover und Titel des Buches angesprochen, auch der Klappentext hörte sich spannend an – eine Liebesgeschichte mit ein wenig Action. Auch hat mir das Setting gefallen, und ich habe mich auf eine Sommerlektüre gefreut, die einmal nicht an den bereits tausendfach (literarisch) erkundeten Schauplätzen wie London, Paris, New York usw. spielt.

Allerdings merkte ich recht schnell, dass das Buch nicht meinem Geschmack entspricht. Der erste Teil behandelt die Liebesgeschichte zwischen der Protagonistin und dem Gestrandeten, allerdings relativ platt und farblos. Dabei hätte es gerade dort aufgrund der Verschiedenheit der Charaktere ein großes Potential dafür gegeben, in die Tiefe zu gehen.

Nach diesem ersten Teil versucht Kiona, Erik zu finden und reist ihm dabei um die ganze Welt nach. Auch dieser Part der Story konnte mich nicht überzeugen. Zum einen stellt sich die Protagonistin teilweise wirklich dumm an und ich kann ihre Handlungen in keiner Weise nachvollziehen. Zum anderen beginnt die Autorin hier, sehr verwirrend zu schreiben, springt in der Handlung hin und her und wirft Informationen in die Geschichte, die unnötig sind und die Erzählung nicht weiterbringen, sondern nur sinnlos aufblasen.

Ich habe mich bis zum Ende durchgekämpft, doch selbst das konnte mich nicht überzeugen. Was sich mir als interessanter Genremix angekündigt hat, hat mich leider enttäuscht zurückgelassen, da es zwar Elemente von Liebes- und Spannungsliteratur enthält, diese jedoch nicht überzeugen können.

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Veröffentlicht am 30.03.2020

Erwartungen leider nicht erfüllt

Die Bagage
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Josef und Maria leben mit ihren Kindern am hintersten Ende eines Vorarlberger Dorfes. Sie sind arm und leben ein Außenseiterdasein, lediglich eine Freundschaft mit dem Bürgermeister verbindet sie mit dem ...

Josef und Maria leben mit ihren Kindern am hintersten Ende eines Vorarlberger Dorfes. Sie sind arm und leben ein Außenseiterdasein, lediglich eine Freundschaft mit dem Bürgermeister verbindet sie mit dem Rest des Dorfes. Dann bricht der Erste Weltkrieg ein und Josef wird einberufen. Der Bürgermeister verspricht, sich um die schöne Maria und die Kinder zu kümmern, bis der Vater wieder zurück ist.

Grundsätzlich liebe ich Geschichten, die ein Szenario wie dieses aufweisen - das Leben von Außenseitern in ländlicher Gegend, daraus kann man in meinen Augen sehr viel machen. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an das Buch, welche die Autorin dann leider nicht erfüllen konnte.

Die Sprache ist realtiv schwer zu erfassen, was den Lesefluss teilweise verlangsamte, zudem verwirren Zeitsprünge zusätzlich. Außerdem hat es mich gestört, dass sich Phrasen, Sätze, Aussagen realtiv häufig wiederholt haben.

Die Geschichte hat in mir leider keine Spannung erzeugt, ist so dahingeplätschert. Ich hatte gehofft, dass am Schluss noch etwas passiert, was mir das ersehnte Aha-Erlebnis beschert, aber auch das war leider nicht der Fall.

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