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Veröffentlicht am 02.07.2020

Ein guter King

Die Leiche
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Es ist lange her, dass ich Stephen King gelesen habe. Als Jugendlicher habe ich seine Werke verschlungen, aber irgendwann habe ich dann die Lust verloren und den Autor aus den Augen verloren.
In letzter ...

Es ist lange her, dass ich Stephen King gelesen habe. Als Jugendlicher habe ich seine Werke verschlungen, aber irgendwann habe ich dann die Lust verloren und den Autor aus den Augen verloren.
In letzter Zeit aber ist das Interesse wieder geweckt worden.
DIE LEICHE ist nicht neu, nur in dieser Ausgabe, aber es handelt sich auch nicht um eine Neuübersetzung (was man auch anhand der Sprache merkt. Ich glaube, wenn man die Geschichte heute neu übersetzen würde gäbe es manche Ausdrücke nicht mehr, da sie politisch wohl nicht mehr korrekt wären).
Die Geschichte wurde bereits (zusammen mit drei anderen großartigen Geschichten) 1982 in FRÜHLING, SOMMER, HERBST UND TOD veröffentlicht.
1986 erfolgte die Verfilmung als STAND BY ME.
Es ist eine sehr unblutige Geschichte des damals vor allem als HORRORAUTOR bekannten Stephen King. Aber es ist eine schöne ergreifende Geschichte über einen Sommer voller Ereignisse und verbindender Freundschaft.
Man fühlt sich selbst in die Zeit hinein versetzt, selbst als Europäer, der die damalige Zeit auch nicht miterlebt hat.
Hin und wieder erlaubt sich der Autor (Gordie, einer der Jungen) einen Blick in die Zukunft (seine Gegenwart) und wertet dadurch die Geschichte auf.
Zwei seiner Kurzgeschichten sind ebenfalls enthalten und auch wenn man am Anfang nicht verstehen mag, welchen Sinn und Zweck sie erfüllen, so passen sie doch in das Gesamtwerk von DIE LEICHE.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2020

Für Laien interressant

Die geheimnisvolle Nähe von Mensch und Tier
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Das Positive an diesem Buch: Es enthält viel Wissenswertes aus der Welt der Tiere und stellt Vergleiche zum Menschen an (und auch wenn ich weiß, dass der Mensch auch nur ein Tier ist und die Abgrenzung ...

Das Positive an diesem Buch: Es enthält viel Wissenswertes aus der Welt der Tiere und stellt Vergleiche zum Menschen an (und auch wenn ich weiß, dass der Mensch auch nur ein Tier ist und die Abgrenzung an sich nicht korrekt ist, werde ich auch weiter von Menschen und Tieren sprechen). Geballtes Wissen gut erklärt.
So erfährt der Leser etwas über das Schlafverhalten von Tieren, ob sie Lügen können, die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis besitzen oder wie weit sie fähig sind eine „Fremdsprache“ (in diesem Fall die menschliche) erlernen zu können.
Aber trotz dieses geballten Wissens, dass durch die eine oder andere Abbildung veranschaulicht oder durch Bilder aufgelockert wird, hat mir das Buch nicht gefallen.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich viele der Forschungserkenntnisse bereits an anderer Stelle gelesen habe (und manche nicht ganz so neu sind, wie es den Anscheine Erwecken mag, denn der berühmte sprachbegabte Graupapagei Alex verstarb bereits 2007 und auch die Erkenntnisse einiger Feldforscher wie etwa Jane Goodall sind schon einige Jahrzehnte alt). Für denjenigen, der sich nicht so intensiv mit der Welt der Tiere befasst mag vieles aber tatsächlich neu sein. Vielleicht bin ich aber auch nicht wirklich die Zielgruppe und das buch richtet sich an ein weniger spezialisiertes (aber nicht weniger interessiertes) Publikum.
Punkt zwei: Anfangs war ich überrascht, wie dick das Buch war, dann hat mich überrascht, dass die Kapitel doch sehr kurz (aber zahlreich) sind und viele interessante Erkenntnisse nur am Rande streifen. Zudem fehlen mir oft die Verbindungen zwischen Mensch und Tier, obwohl das ja angeblich der Zweck dieses Buchs war. Hin und wieder findet man sie, aber man muss sich meistens die Verbindungen selber suchen. Die besonderen Fähigkeiten der Tiere stehen im Vordergrund (und ich möchte sie in keiner Weise schmälern, aber ein Buch in dem es auch um Menschen gehen sollte, sollte dieser auch eine etwas größere Rolle haben).

Und eine Kleinigkeit hat mich extrem gestört: Die Konferenz der Tiere. Besonders herausragende Tierpersönlichkeiten (u. a. Graupapagei Alex, aber auch andere …) lauschen den Vorträgen des Autors mehr oder weniger begeistert. Im einleitenden Kapitel spielen sie noch eine große Rolle, danach dienen sie nur noch dem Abschluss der einzelnen Kapiteln, aber … der Sinn des Ganzen will sich mir nicht erschließen und besonders informativ finde ich das Geplänkel auch nicht. Es mag der Auflockerung dienen, aber ich finde es störend. Mehrwert keiner.

Wie bereits erwähnt: Mich hat das Buch enttäuscht, meine Kenntnisse über die besonderen Fähigkeiten der Tiere nicht weiter vertieft, eine geheimnisvolle Nähe zu Mensch und Tier habe ich nicht erkennen können.
Aus einer anderen Sicht mag das Buch informativ sein, aber … weniger wäre mehr gewesen.

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 24.06.2020

Kreativität und Stereotypen in einer amüsanten Mischung

Das Buch der gelöschten Wörter - Die letzten Zeilen
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Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht in die Welten seiner Lieblingsromane eintauchen zu können und die Abenteuer seiner Helden (oder eigene) zu erleben. Und wer STOLZ UND VORURTEIL Liebt will natürlich ...

Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht in die Welten seiner Lieblingsromane eintauchen zu können und die Abenteuer seiner Helden (oder eigene) zu erleben. Und wer STOLZ UND VORURTEIL Liebt will natürlich auch die Hauptpersonen (vor allem den anbetungswürdigen Mr Darcy) kennen lernen.
Romane, die in Bücherwelten spielen finde ich sehr faszinierend (und es gibt eine Reihe guter Beispiele wie DIE UNENDLICHE GESCHICHTE oder TINTENHERZ) und ich war neugierig, wie diesmal die Umsetzung funktioniert.

Und ich muss sagen: WOW. Ein Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen und fesseln kann und dabei nur vor Kreativität übersprüht.
Vor allem gefällt mir, dass die Protagonistin kein naives junges Mädchen ist, sondern eine Frau in den besten Jahren (mit Ecken und Kanten). Andererseits ... eine gewisse Naivität hat auch Hope Turner, wenn es um die Reise in die Bücher geht, aber vermutlich würde es jedem so gehen.
Mary E. Garner serviert eine interessante Welt, die man glaubt zu kennen, aber immer wieder wird man eines Besseren belehrt.
Es ist kein Roman für Jane Austen-Fans, wobei diese sicherlich auf ihre Kosten kommen, aber auch Tolstojs Anna Karenina oder Lassie werden erwähnt und haben ihre mehr oder weniger bedeutenden Rollen.
Neben einer spannenden Handlung und Reisen in unterschiedliche Romane gibt es ein paar unterhaltsame Seitenhiebe auf diverse Romanfiguren (von anderen Romanfiguren), eine sich anbahnende Liebesgeschichte (der dramatischen Art, wie es scheint) und natürlich Gute, Böse und Zwielichte Gestalten in Massen.
Es gibt ein paar Klischees und Stereotypen aber ich finde das passend, denn dadurch fallen die kreativen Einfälle der Autorin besser auf.
Außerdem ist es für die Leseratte ein großes Vergnügen bekannte Personen aus Büchern in einem anderen Blick zu sehen.
Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und freue mich auf die Fortsetzungen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2020

Großartige Fantasy

Battle Mage - Rückkehr des Drachen
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Die Rückkehr des Drachens ist eine rasante, spannende Fortsetzung, die man nur lesen sollte, wenn man auch den ersten Teil kennt.
Mehrere Schauplätze vertiefen das Kriegsgeschehen, die persönlichen Intrigen ...


Die Rückkehr des Drachens ist eine rasante, spannende Fortsetzung, die man nur lesen sollte, wenn man auch den ersten Teil kennt.
Mehrere Schauplätze vertiefen das Kriegsgeschehen, die persönlichen Intrigen und fördern die Charakterentwicklung. Selbst das Böse bekommt seinen Auftritt und vertieft den Schrecken des Kriegs. Mit Sidian taucht ein neuer interessanter Charakter auf und vielleicht entwickelt sich die Beziehung zwischen Falco und seinem Drachen etwas schnell, aber ... Lesenswert.
Wenn man das Buch in drei Teile zerlegen würde bekommt man einen spannenden, sehr emotionalen Anfang, der mit einigen Überraschungen endet.
Den Mittelteil könnte man als Ruhe vor dem Sturm bezeichnen, das ist wohl auch eine Art Durststrecke ... leitet aber dann in eine großartig beschrieben Schlacht (Gemetzel?) über, das einigen der Protagonisten sehr viel abverlangt.
Und ja, das Buch ist seitenstark, aber so spannend, dass es schwer fällt es aus der Hand zu legen.

Freunde von epischen Fantasyschlachten werden ihre Freude haben, aber BATTLE MAGE ist so viel mehr: Natürlich gibt es Drachen (ein Grund für viele Fantasybücher zu lesen ...), aber es macht auch Spaß der Charakterentwicklung der Protagonisten zu folgen.
FANTASY wie sie sein sollte ... (und das sage ich, der normalerweise kein Freund ewiger Schlachten ist ...)

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Veröffentlicht am 28.05.2020

Wer die Vogelwelt nicht kennt wird Neues erfahren

Das wilde Leben der Vögel
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Das wilde Leben der Vögel ist ein Buch für Vogelfreunde, die noch nicht viel über die Welt der gefiederten Freunde wissen. Trotzdem hat man das Gefühl, dass sich das Buch nicht an den Laien wendet, auch ...

Das wilde Leben der Vögel ist ein Buch für Vogelfreunde, die noch nicht viel über die Welt der gefiederten Freunde wissen. Trotzdem hat man das Gefühl, dass sich das Buch nicht an den Laien wendet, auch wenn eingefleischte Birder einen Großteil der Informationen bereits kennen dürften. Allerdings gebe ich auch zu, dass ich die eine oder andere Sache auch nicht wusste, verdrängt habe oder veraltete Kenntnisse erneuern durfte (ich hätte nicht gedacht, dass ich der Brutpflege des heimischen Kuckucks noch etwas abgewinnen kann)
Das Buch ist sachlich, leider etwas trocken im Text, aber informativ und stellt Forscher und ihre Arbeiten vor, natürlich auch die eigentlichen Akteure des Buchs: Kuckuck, Star und andere… heimische und nicht heimische …
Der Laie wird vielleicht etwas überfordert mit Namen und Forschungsergebnissen, aber trotz aller Sachlichkeit ist der Text verständlich und auch der beginnende Vogelliebhaber wird die Zusammenhänge verstehen und eine interessante Welt vorfinden. Der langjährige Vogelbeobachter und -liebhaber wird wenig Neues erfahren. Zu wenig, um sich das Buch anschaffen zu müssen.

Empfehlenswert für jene, die die Vogelwelt (auszugsweise, denn es gibt noch so viel mehr interessantes) auf sachliche Art kennen lernen wollen.

  • Cover
  • Erzählstil