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Veröffentlicht am 04.07.2020

Das Spiel der Königin

Das Spiel der Königin
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Handlung:
Katherine Paar ist einunddreißig Jahre alt und hätte nie gedacht, dass sie als Ehekandidatin für den alten und langsam dahinsiechenden König Heinrich den VIII. in Frage kommt. Doch genau sie ...

Handlung:
Katherine Paar ist einunddreißig Jahre alt und hätte nie gedacht, dass sie als Ehekandidatin für den alten und langsam dahinsiechenden König Heinrich den VIII. in Frage kommt. Doch genau sie erwählt er als seine sechste Frau und Catherine versucht, sich in ihre neue Rolle hineinzufinden. Sie lernt immer besser ihre Emotionen zu verbergen, kann die höfische Schmeichelei zwar nicht leiden, lernt aber, mit ihr zu leben und geschickt hilft sie ihrem Mann bei einigen Regierungsaufgaben. Und obwohl sich Katherine Parr mit der Situation arrangiert, gehört ihr Herz einem anderen. Niemand darf von dieser heimlichen Liebe wissen, ansonsten würde Katherine genau dasselbe Schicksal blühen, wie den anderen Ehefrauen von Heinrich dem VIII. Und noch dazu herrscht in England der Religionskrieg und auch Katherine muss darauf achten, dass sie in diesem immer geschickt handelt und ihr nichts angelastet werden kann...

Meinung:
Das Cover finde ich in Ordnung. Es haut mich nicht vom Hocker, ich finde es aber auch nicht komplett furchtbar. Es ist vielleicht etwas düster, doch das Mittelalter ist auch nicht die leuchtendste Zeit und daher passt es ganz gut. Zudem sind einige Details vorhanden, die das ganze Bild deutlich auflockern. Sowohl die prachtvolle Haube der Dame, als auch die goldene Schrift sind Blickfänger und bringen helle Akzente in das Bild. Ich bin ja nie so der Fan davon, dass Personen auf dem Cover den Betrachter so direkt anschauen. Auch hier ist das der Fall, ich störe mich aber diesmal nicht zu sehr daran, irgendwie stellt die Frau für mich Katherine Parr dar und ich hatte so ein Bild von der Hauptprotagonistin vor Augen.

Anfang letzten Jahres hatte ich das erste Mal einen Roman von Elizabeth Fremantle gelesen, der mich leider nicht ganz so überzeugt hat. Und dann habe ich diese Neuerscheinung bei Instagram gesehen und das Buch klang für mich sofort interessant. Ich habe schon einige Episoden zu Heinrich den VIII. und seinen zahlreichen Ehefrauen gehört und bereits wenige Bücher über ihn gelesen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir „Die zwölfte Nacht“ von Charlotte Lyne, ein ganz hervorragendes Buch, welches ich bald mal wieder lesen möchte. In diesem Roman steht Katherine Paar im Vordergrund und genau um ihre Ehe mit dem englischen König dreht sich das Buch. Ich habe mich riesig gefreut, das Buch vom Bloggerportal für Rezensionszwecke zu erhalten und möchte mich auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken.

Mit dem Lesen bin ich flüssig und einfach vorangekommen, was nicht nur an der interessanten Handlung, sondern auch an der sehr angenehmen Schreibweise lag. Ich konnte mir viele Situationen genaustens vorstellen und habe Einblicke in das Mittelalter gehabt, die mir vollkommen neu waren. Zudem wurde eine recht einfache, nicht zu komplizierte Sprache genutzt, die leicht verständlich war. Fachbegriffe kommen nur selten vor, weshalb das Buch auch für Laien oder Personen, die sich langsam an historische Romane trauen, geeignet ist.
Als Hilfestellung gibt es am Ende des Romans ein Personenverzeichnis, wo man bei Bedarf nachschauen kann, welche Person wer ist. Das habe ich nur selten genutzt, häufig konnte ich die Protagonisten gut auseinanderhalten. Ab und an warf ich einen Blick hinein, weil manche Personen ähnliche / gleiche Namen haben und das gelegentlich etwas verwirrend war.
Zudem gibt es am Ende des Romans eine Zeittafel, indem die wichtigsten Ereignisse der englischen Geschichte in den letzten 40 Jahren genannt werden. So kann man einiges nochmals Revue passieren lassen und das Buch wird abgerundet, Geburtsjahre werden genannt und man erhält einen Überblick, wann Heinrich mit welcher Dame verheiratet war und wie die politische Situation aussah.

Am Anfang neuer Kapitel gibt es stets die Nennung, in welchem Monat und Jahr die folgenden Ereignisse stattfinden. Zudem wird der Handlungsort genannt, was sehr hilfreich ist. Immerhin befindet sich der königliche Hof häufig auf Reisen und so erhält man einen kleinen Eindruck, wie oft der Hofstatt reist und die Umgebung wechselt. Vielleicht wäre eine kleine Karte noch nett gewesen, dass man besser nachvollziehen kann, welche Wege zurückgelegt werden, doch das ist nicht zwingend ein Kritikpunkt, sondern wäre lediglich ein netter Zusatz gewesen.
Auf jeden Fall war es immer möglich genau zu verfolgen, wie viel Zeit seit dem Beginn der Handlung vergangen ist, wie viele Jahre Heinrich und Katherine mittlerweile verheiratet sind oder um wie viele Jahre die Beiden gealtert sind. So hat man stets einen guten Überblick über die Zeit und kann die Entwicklungen in der Politik und in der Glaubensfrage verorten und Rückschläge, aber auch Fortschritte einschätzen.

Anhand verschiedener Details wird die umfangreiche Recherchearbeit der Autorin deutlich. Sei es anhand von politischen Diskussionen, Ränken, die hinter dem Rücken anderer Personen geschmiedet werden oder durch kleine Details wie die Kleiderfrage und die Ernährung. Es gibt viele verschiedene Aspekte, die zeigen, wie viel Arbeit hinter dem Werk steckt und beweisen, dass sich Elizabeth Fremantle genau in der von ihr beschriebenen Zeit auskennt. Und so erhält der Roman viel Wahrheitsgehalt und ich konnte gar nicht anders, als der Autorin komplett zu vertrauen. Nie habe ich Aussagen oder Fakten angezweifelt, alles wurde in einen sinnvollen Zusammenhang gepackt und hatte Hand und Fuß. In diesem Punkt gibt es absolut nichts zu beanstanden, der Autorin ist es gelungen, das längst vergangene Mittelalter zu neuem Leben zu erwecken und es für den Leser bildhaft und eindringlich zu schildern.

Als Setting dienen verschiedene Burgen und Schlösser, die teilweise auch unterschiedliche Stimmungen ausstrahlen. So kann man deutlicher nachvollziehen, wenn sich Katherine und ihr Hofstatt in manchen Gebäuden nicht wohlfühlen und sich lieber woanders aufhalten würden. Diese negativen und kühlen Eindrücke lassen sich mit jedem Wort erkennen und vermitteln auch bei mir einen schlechtes Gefühl. Natürlich ist auch das Gegenteil der Fall, wenn manche Örtlichkeiten freundlich und einladend beschrieben werden, würde ich diese selbst nur zu gerne mit eigenen Augen sehen. Doch ich finde, dass dieses positiven Empfindungen eher selten daherkommen und meist eher eine kühle und abstoßende Stimmung herrscht.
Ich finde, dass die Gebäude mal mehr, mal weniger lebendig beschrieben werden, bei einigen hatte
ich direkt ein Bild vor Augen und konnte mir viele Räume vorstellen. Andere waren eher schwach und sehr leicht gezeichnet, sodass man sich die Burg nur sehr leicht bis gar nicht vorstellen kann.
Auf diese Weise entsteht eine Mischung, das Setting nimmt nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Platz ein und die Schlösser, wo sich Katherine mit ihrem Hofstatt für eine längere Zeit aufhält, sind meist stärker gezeichnet und daher leichter vorstellbar. Ich finde, dass in diesem Punkt die Waage gut gefunden wurde und ein ausgewogenes Verhältnis entsteht. Das Setting bestimmt den Roman nicht und wartet immer mit neuen Details auf.

Lediglich anhand des Settings werden teilweise Stimmungen an den Leser übertragen. Ansonsten passiert dies sehr selten und ist auch nicht so stark, wie ich es aus anderen Büchern kenne. Oft fiel es mir daher sehr schwer, zu den Protagonisten eine Bindung aufzubauen. Zudem fehlte ihnen dadurch ein Hauch von Lebendigkeit, sie waren einfach nur geschichtliche Figuren, die mich nicht berührt haben. Ich habe ihre Geschichte gerne gelesen und fand sie auch interessant, aber sie haben mich in keiner Weise mitgerissen. Ich habe nicht mit ihnen mitgefiebert, mich gefreut oder war mit ihnen traurig. Schade, ein paar stimmungsreichere Szenen hätten mir wirklich gut gefallen und den Roman, sowie die Figuren mehr ins 21. Jahrhundert katapultiert, ihnen Lebendigkeit und Authentizität verliehen. Klar haben die Menschen damals häufig eine Fassade aufrecht erhalten und nur im stillen Kämmerchen ihren Emotionen freien Lauf gelassen, aber selbst in diesen Momenten hatte ich eine Distanz zu ihnen.

Nicht immer war die Geschichte voller spannungsreichen Szenen, immer wieder gab es Abschnitte, die einen ruhigeren Unterton hatten. Auf diese Weise entsteht eine angenehme Abwechslung und man erhält Einblicke in das normale Leben der Königin und ihres Hoftstaats.
Ich fand es besonders interessant, wie teilweise durch Blicke Spannung aufgebaut wurde und die Handlung somit eine neue Wendung bekommen hat. Oft habe ich gar nicht damit gerechnet und wurde vollkommen überrascht. Zudem war die Handlung nie vorhersehbar und ich wusste zwar ungefähr, wie die Geschichte und das Leben von Heinrich VIII. und seiner sechsten Gemahlin weitergeht, doch konnte mich nicht mehr an jedes Detail erinnern.
Je mehr die Geschichte sich dem Ende nähert, desto ruhiger wird die Geschichte für mich. Spannungsreiche Szenen sind rarer gesät und man merkt, dass das Buch langsam aber sich endet. Ich mag diesen Abschluss, es passt zu dem Leben von Katherine Parr, die nun ein deutlich ruhigeres und abgeschiedeneres Leben führt als noch zu ihren Zeiten als Gemahlin von Heinrich dem VIII.
Ich bin der Meinung, dass das Ende gut zu dem Buch passt. Es bringt die Handlung zu einem runden Abschluss und beantwortet alle offenen Fragen. Man erfährt dadurch, aber auch durch das Personenverzeichnis am Ende, was das Schicksal mit einigen Protagonisten vorhat und es gibt auch einen kleinen Ausblick in die Zukunft.

Eine Vielzahl der auftretenden Personen ist historisch verbürgt. Nur ganz wenige Protagonisten treten auf, die erfunden sind und auf keiner historischen Vorlage beruhen. So entsteht natürlich ein starkes Bild der Gesellschaft und ich hatte stets das Gefühl, dass sich die Ereignisse tatsächlich so hätten abspielen können. Auch anhand dessen ist die umfangreiche Recherchearbeit von Elizabeth Fremantle zu sehen. Ich kann sagen, dass mir die Darstellung der Protagonisten gut gefallen hat, sie verkörpern verschiedene Sichtweisen ihrer Zeit und wurden alle mit unterschiedlichen Charakteren, Zielen und Denkweisen ausgestattet. Das gilt sowohl für den König und Katherine Parr, als auch für verschiedene Adlige oder einfache Personen wie Dienstmädchen, Schreiber oder andere Figuren, die gesellschaftlich einem niedrigeren Stand angehören. Auf diese Weise entsteht ein breites Bild, man lernt die Protagonisten ganz gut kennen und mit der Zeit kann man sie auch besser einschätzen. Beim König tappt man häufig im Dunklen, er ist meist am schwierigsten zu bewerten und man weiß nie, welche Entscheidung er als nächstes trifft und in welcher Laune man ihn antrifft. Daher ist er der mysteriöseste Charakter, gleichzeitig fand ich ihn auch am unangenehmsten.

Fazit:
Wenn ihr einen spannenden, gut recherchierten und wunderbar zu lesenden historischen Roman sucht, dann kann ich euch dieses Buch nur empfehlen! Es hat mir interessante Lesestunden beschert und mir richtig gut gefallen. Die Geschichte wird mit lebendigen Worten erzählt, es gibt unheimlich viele Informationen und Fakten, ganz vieles war mir unbekannt und ich konnte einiges dazulernen. Außerdem lässt sich der Roman schnell und angenehm lesen und es hat mir sehr gut gefallen, was für ein breites Bild der Bevölkerung die Autorin gezeichnet hat. Lediglich für die fehlenden Stimmungen, als auch für die nicht sehr lebendigen Protagonisten ziehe ich einen halben Stern ab, ansonsten gibt es von meiner Seite nichts zu beanstanden. Ich freue mich schon auf weitere Romane der Autorin!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.07.2020

Sturm über Sylt

Sturm über Sylt
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Handlung:
Sylt 1914
Vor zehn Jahren hat Aletta die Insel heimlich verlassen. Sie hat ihre Familie und Freunde hinter sich gelassen, um sich ihren Traum zu verwirklichen: Aletta will Sängerin werden. Und ...

Handlung:
Sylt 1914
Vor zehn Jahren hat Aletta die Insel heimlich verlassen. Sie hat ihre Familie und Freunde hinter sich gelassen, um sich ihren Traum zu verwirklichen: Aletta will Sängerin werden. Und jetzt, nach fast genau zehn Jahren kehrt sie als erfolgreiche Sängerin auf die Insel zurück, um dort ein Konzert zu geben. Außerdem möchte Aletta Frieden mit ihrer Familie schließen und hofft, dass diese stolz auf die Tochter sein werden.
Aletta wird auf Sylt bejubelt, nur nicht von ihrer Familie. Die Mutter liegt im Sterben und schafft es nicht mehr, ihrer jüngeren Tochter ein Geheimnis anzuvertrauen. Und kurze Zeit später bricht der Erste Weltkrieg aus. Aletta beschließt auf der Insel zu bleiben und kommt nach und nach einem Geheimnis auf die Spur.

Meinung:
Das Cover gefällt mir deutlich besser als das des ersten Bandes. Es ist moderner, besser auf die Handlung zugeschnitten und wirkt auf mich einladender. Eine Dame, die recht schick gekleidet ist und für mich Ähnlichkeiten zu Aletta, der Hauptprotagonistin, hat. Sie befindet sich am Strand, im Hintergrund ist nicht nur das Meer, sondern auch die Weite des Himmels zu sehen. Ein sehr idyllisches Bild, ich gerate nur zu gerne in die Versuchung mir zu wünschen, selbst an dem Strand zu stehen. Auch die Schriftfarbe, sowie die Größe finde ich vollkommen in Ordnung, sodass insgesamt ein stimmiges und ansprechendes Bild entsteht.

Letzten Monat hatte ich den ersten Band der Sylt-Saga gelesen und wollte die zwei weiteren Bände innerhalb der nächsten Zeit lesen. Ich hatte gedacht, dass es kleine Gemeinsamkeiten gibt und manche Protagonisten aus dem ersten Band auch hier wieder auftreten. In älterer Version diesmal, schließlich gibt es knapp 35 Jahre Abstand zwischen den Teilen. Doch es gibt absolut keine Zusammenhänge, sodass man die einzelnen Bände auch gut unabhängig voneinander lesen kann. Trotzdem habe ich mir vorgenommen, dass ich den finalen Teil unbedingt im Juli lesen möchte, um die Reihe für mich zu beenden und auch um meinen Sub um ein weiteres Buch zu erleichtern!

Ich empfand die Sprache durchweg als einfach und leicht lesbar. Sie war mit nicht sehr viel Anspruch oder Hürden verbunden, es wurden nie Worte genutzt, die mir unbekannt waren. So ergibt sich ein stets gut verständlicher Sprachstil, der mir ein angenehmes und lockeres Lesen ermöglicht hat. Immer wieder gibt es kleine Rückblicke in die Vergangenheit und man kommt nach und nach einigen Heimlichkeiten auf die Spur. So blieb die Geschichte immer spannend und man kann gut überlegen, was noch alles passieren könnte und wie das große Geheimnis von Alettas Mutter am Ende ausfallen wird.

Und damit sind wir auch bei dem Punkt, den ich an dem Roman ganz hervorragend fand: die Spannung. Es werden ab und an einige Geheimnisse gelüftet und die Neugierde des Lesers wird so etwas befriedigt, doch ich hatte immer im Hinterkopf, dass es noch genügend unbeantwortete Fragen gibt. Der Geschichte ging also nie die Puste aus und sie konnte immer wieder überraschen.
Trotzdem gibt es regelmäßig Szenen, wo eine angenehme Ruhe herrscht und man auch als Leser besser entspannen und sich fallen lassen kann. Auf diese Weise entsteht eine angenehme Abwechslung, die mir beim Lesen viel Freude bereitet hat.
Es ist außerdem deutlich spürbar, wie die Handlung langsam aber sicher immer mehr Fahrt aufnimmt und die Spannung sich schrittweise erhöht. So läuft alles auf einen großen Höhepunkt am Ende hinaus, der zwar kommt, mir aber etwas zu schwach ist. Immerhin wird seitenlang auf das Ende hingearbeitet und mir ist es dann zu schnell und fast schon nebenbei gelöst. Ich kann mich an sich mit dem Schluss anfreunden, denn alle offenen Fragen sind geklärt und jede Ungereimtheit ergibt plötzlich einen Sinn. Aber es wurde halt ziemlich fix herbeigeführt und wurde etwas einfach gehalten, was mir nicht ganz so zusagt.

Tatsächlich fallen mir einige Gemeinsamkeiten mit dem ersten Band der Sylt-Reihe auf. Bei beiden Teilen gab es ein schnelles Ende, welches ziemlich abrupt kommt. Und auch die Protagonisten machen ähnliches durch, worüber ich aber nicht zu viel verraten möchte. Sonst würde ich der Handlung ein wenig vorwegnehmen, was ich natürlich nicht möchte.
Ich hoffe, dass mich der dritte und letzte Band mehr überraschen kann und nicht ähnliche Muster angewandt werden. Über mehr Abwechslung und weniger ähnliche Szenen würde ich mich freuen!

In meiner Rezension zu „Die Hebamme von Sylt“ habe ich noch das Setting bemängelt, welches mir hier um Welten besser gefällt. Ich empfand die verschiedenen Örtlichkeiten als viel lebendiger und besser vorstellbar. Ein jeder Ort hat eine stärkere Zeichnung erhalten und wirkte immer fassbar. Ich glaube, dass es dem Buch auch sehr geholfen hat, dass nur wenige Szenen in den Dünen stattfinden, sondern sich Aletta viel an öffentlicheren Plätzen aufhält und die Dimensionen daher einfacherer zu verstehen sind.
Teilweise haben die einzelnen Häuser eigene Stimmungen vermittelt und man hatte für den Ort einen positiven oder einen negativen Eindruck. Doch das kam nur selten mal vor, meist waren die Beschreibungen sehr schlicht und gaben nicht viel Platz für Emotionen.

Ab und an gibt es einen Hinweis darauf, wie viel Zeit seit dem Beginn der Handlung vergangen ist. Doch meistens hängt man schon ziemlich in der Schwebe und es ist nur schwer einzuschätzen, wie viel Zeit mittlerweile vergangen ist. Mal scheinen nur wenige Stunden zwischen einzelnen Szenen zu liegen, dann wieder mehrere Wochen. Doch genau sagen lässt sich dies nie. Genau das habe ich auch schon bei dem ersten Band bemängelt und auch hier hat mir eine Zeitangabe gefehlt.

Schon bei der Inhaltsangabe wird erwähnt, dass kurz nach Alettas Ankunft in Sylt der Erste Weltkrieg ausbricht. Und daher habe ich auch mit ein paar Informationen dazu gerechnet. Diese gab es tatsächlich auch, doch fielen recht klein auf. Gerade am Anfang gibt es einige Details zu der Politik und man kann genau nachvollziehen, welche Handlungen der Regierungen nötig waren, um den Krieg unvermeidbar zu machen. Nach diesen anfänglichen Informationen habe ich darauf gehofft, dass sich die Details zum Kriegsgeschehen und der politischen Lage fortsetzen. Doch ab einem bestimmten Punkt ist der Krieg vollkommen ausgeblendet und findet nur noch wenig Erwähnung. Es befinden sich zwar Männer der Armee auf der Insel, selten werden mal Sorgen genannt, mir ist das alles zu wenig. Scheinbar gibt es nur wenig Angst vor dem Kommenden und die Bevölkerung lebt fast so weiter, als hätte es das Einberufen von Männern, sowie die Kriegserklärungen nie gegeben. In dieser Hinsicht bin ich schon ein wenig enttäuscht und hatte mehr erwartet.

Die Protagonisten waren recht abwechslungsreich dargestellt. Es gibt Menschen mit verschiedenen Charakteren, Hoffnungen und Zielen, was ein breites Bild entstehen lässt. Viele haben ein paar Geheimnisse und nur selten täuscht man sich in einem Menschen. Und genau das hat mich etwas gestört. Es findet eine Einteilung in gut und böse statt, ein Zwischending gibt es nicht. Und es passiert auch nie, dass sich ein Protagonist stark verändert und eine Entwicklung durchläuft. Im Grunde gehen alle, bis auf eine Ausnahme, so raus wie sie schon am Anfang gestartet sind, nur gibt es plötzlich weniger Geheimnisse.
Lediglich die Hauptprotagonistin Aletta wird ein anderer Mensch und erlebt einiges, was sie noch stärker und reifer macht. Sie war auch mit Abstand der am kräftigsten gezeichnete Charakter und sie lernt man auf den 431 Seiten am besten kennen. Ich fand Aletta in Ordnung, sie ist ein sympathischer Charakter und entwickelt sich stetig weiter. Trotzdem fand ich zu ihr nie so einen Zugang, wie ich es mir gewünscht habe. Es hat sich ein wenig so angefühlt, als würde sie auf einem Podest stehen und ich schaue zu ihr hinauf. Was ich schade finde, denn ab und an taucht eine ganz andere, bodenständigere Seite auf, die mir deutlich besser gefällt.
Obwohl Aletta viel Wert daruaf legt, auf Sylt als eine normale Person angesehen zu werden, macht sie sich doch zu viele Gedanken über ihr Auftreten und die Wirkung auf andere. Und genau deshalb wirkt sie leider ab und an ein wenig abgehoben...

Fazit:
Im Grunde hat mir dieser zweite Band der Sylt-Reihe schon deutlich besser gefallen und ich habe das Buch auf jeden Fall mit mehr Interesse gelesen. Für mich hat es leider doch einige kleine Schwachstellen, die mich beim lesen regelmäßig gestört haben. Und aus diesem Grund kann ich auch hier leider nicht mehr als vier Sterne geben, was ja trotzdem gut ist. Aber es ist halt nicht perfekt. Ich bin gespannt auf den dritten Band, den ich sehr wahrscheinlich im Juli lesen werde und hoffe, dass er das Highlight der Reihe wird und mich vollkommen überzeugen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2020

Unter den Linden 6

Unter den Linden 6
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Handlung:
Berlin 1907
Lise, eine junge Wissenschaftlerin der Physik, will ihr Studium an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin fortsetzen. Sie möchte unter anderem Vorlesungen bei dem berühmten ...

Handlung:
Berlin 1907
Lise, eine junge Wissenschaftlerin der Physik, will ihr Studium an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin fortsetzen. Sie möchte unter anderem Vorlesungen bei dem berühmten Max Planck besuchen und hofft insgeheim, dass es ihr irgendwann möglich sein wird zu promovieren. Den noch ist sowohl dies, als auch ein Frauenstudium in Preußen verboten...
Die verheiratete Hedwig hat einen ähnlichen Wunsch. Sie möchte ganz offiziell Geschichtswissenschaft studieren. Um den Gaststatus zu erhalten, fälscht die junge Frau die Unterschrift ihres Mannes, denn ohne diese wäre ein Besuch der Uni gar nicht erst möglich. Hedwig wünscht sich, dass eines Tages jede Frau ohne Vorbehalte und kritische Stimmen studieren kann.
Die dritte Dame im Bunde ist das Dienstmädchen Anni. Heimlich liest sie sich durch die Bibliothek ihres Dienstherrn und sie saugt verschiedene Informationen wie ein Schwamm auf. Doch es scheint unmöglich, dass sie jemals eine andere Arbeit ausführen wird und ihren Träumen nachgehen kann.
Obwohl die drei Frauen unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Wünschen sind, werden sie zu Freundinnen. Und kämpfen dabei für mehr Rechte und Freiheiten und vor allem: für ein Recht auf Wissen und Bildung für ihr Geschlecht!

Meinung:
Einerseits mag ich das Cover, andererseits wieder nicht. Ich mag die zartgrüne Farbe und die weiße Schrift darauf sieht einladend und frühlingshaft aus. Im Hintergrund ist ein staatliches Gebäude zu sehen, vielleicht handelt es sich dabei um einen Gebäudekomplex der Friedrich-Wilhelms-Universität? Diese Komponenten finde ich gelungen und sie gefallen mir.
Mich stören ein wenig die drei Damen, die abgebildet sind. Ja, sie mögen zwar für Hedwig, Lise und Anni stehen, aber sie bringen Unruhe herein. Und ganz besonders stört es mich, dass der Kopf der obersten Frau einfach abgeschnitten ist und sie nur halb zu sehen ist. Das zerstört für mich die Ästhetik und macht das Cover nicht rund...

Wie so oft habe ich auch diesen Roman in der Vorschau gesehen und er wanderte direkt auf meine Wunschliste. Die Handlung klingt spannend, zudem lese ich immer wieder gerne von starken Frauen, die ihren Wünschen nachgehen und sich für ihre Rechte einsetzen. Somit passt dieses Buch genau in mein Beuteschema und ich habe mich sehr auf den Erscheinungstermin gefreut.
Wie schon neulich für den zweiten Teil von Corina Bomanns „Die Farben der Schönheit“ Reihe, bin ich auch diesmal extra munter geblieben, um mir sicher ein Exemplar bei Vorablesen mit Punkten zu sichern. Und das war es eindeutig wert!

Im Grunde war die Sprache durchweg einfach und locker gehalten. Es gibt nur wenige Fachbegriffe und diese tauchen stets im Zusammenhang mit der Physik auf. Dadurch kommt ein wenig Anspruch herein, es gibt ab und an mal eine Szene, in der bestimmte Zusammenhänge genauer erklärt werden. Das fand meist mit leichten Worten statt, sodass man auch als Laie versteht, was gerade besprochen oder beschrieben wird. Zudem tauchen diese Szenen nicht zu häufig auf und nehmen somit keinen zu großen Raum ein.
Insgesamt wird die Handlung recht lebendig, aber auch mit Abstand zum Geschehen beschrieben. Ich hatte stets eine gewisse Distanz zu den Ereignissen und es kam nur selten vor, dass sich die Stimmungen der Protagonisten auch nur ansatzweise auf mich übertragen haben. Trotzdem hat das meinem Lesefluss keinen Abbruch getan und ich habe das Buch gerne in die Hand genommen und es innerhalb von vielleicht vier Tagen ausgelesen gehabt.

Für mich hielt die Handlung jede Menge Überraschungen parat. Ich habe oft Tendenzen gehabt, in welche Richtung sich Beziehungen, berufliche Aussichten und weiteres entwickeln könnten, doch am Ende lag ich häufig falsch mit meinen Überlegungen. Immer wieder konnte die Geschichte mit neuen Wendungen aufwarten, die es nur schwer möglich machen, in die Zukunft zu schauen. So wird nichts von der Handlung vorweggenommen und der Roman blieb stets spannend.

Es lässt sich schon beim durchlesen der Inhaltsangabe erkennen: das Buch wird unterteilt in drei Erzählperspektiven. Jede der drei Frauen kommt abwechselnd zu Wort und man erhält einige Informationen darüber, was sie denken und was bei ihnen im Leben gerade passiert. Dabei werden die Ereignisse von einem allwissenden Erzähler beschrieben und man wahrt eine gewisse Distanz zu den Damen. Ab und an behält der Erzähler Geheimnisse eine ganze Zeit lang für sich und deutet lediglich immer wieder darauf hin. So ist es möglich, sich bereits einige Gedanken darüber zu machen und zu spekulieren, bevor Heimlichkeiten schließlich ans Licht kommen.
Ich fand diese Art der Erzählung sehr angenehm, man kann jede Frau kennenlernen und sich einen Eindruck von ihr machen. Zudem gibt es immer genügend Informationen, sodass es mir nie langweilig wurde, das Ende aber auch nicht vorhersehbar war. Oft passiert dann doch etwas überraschendes und auf diese Weise kommt neuer Schwung in die Geschichte.

Im Roman gibt es eine Einheit des Ortes, zumindest aus heutiger Sicht: jede einzelne Szene findet in Berlin statt. Zur Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg war noch nicht jeder Ortsteil eingemeindet und war noch ein eigenständiger Bezirk.
Ich bin der Meinung, dass auf das Setting ein nicht ganz so großer Wert gelegt wurde. Die Prioritäten lagen an anderen Stellen, was ich absolut in Ordnung finde. Wichtige oder häufiger auftauchende Orte konnte ich mir gut vorstellen. Die anderen Örtlichkeiten waren eindeutig zweitrangig und ich war mit der kurzen und einfachen Beschreibung vollkommen zufrieden. Ein größerer Fokus lag deutlich auf wahren historischen Begebenheiten, den Rechten der Frauen und der Charakterzeichnung.

Obwohl die Protagonisten verschiedene Emotionen durchlaufen und so unterschiedliche Stimmungen entstehen, haben sich diese nicht auf mich übertragen. An keiner Stelle im Roman habe ich mit irgendjemanden mitgefiebert, mich groß mitgefreut oder war mit ihnen zusammen traurig. Auf mich ist der Funke einfach nicht übergesprungen und ich behielt stets eine gewisse Distanz. Sowohl zu den Protagonisten, als auch zu den Geschehnissen im Roman. Das fand ich sehr schade, gerade weil mir die drei Damen Hedwig, Anni und Lise sehr sympathisch waren und ich sie mitreißend lebendig und bodenständig empfand. Es hätte dem Roman noch die Krone aufgesetzt, wenn einige stimmungsreiche Szenen bei gewesen wären. Einfach um die Distanz zu überbrücken und den Leser noch mehr in die Handlung einzubeziehen.

Ich muss zugeben, dass ich positiv überrascht bin, wie viele historische Details und Aussagen mit Wahrheitsgehalt in dem Roman untergebracht wurden. Nicht nur anhand von Persönlichkeiten, die in verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebieten geforscht haben, sondern auch durch die Beschreibungen diverser physikalischer Vorgänge. Allein diese Einbindung hat mir gefallen und ich hatte dadurch das Gefühl, dass die verschiedenen Schicksale noch lebendiger erscheinen.
Komplett überrascht war ich dann von der Tatsache, dass eine der drei Hauptprotagonistinnen, Lise Meitner, tatsächlich gelebt hat und große Erfolge auf dem Gebiet der Kernphysik verzeichnen konnte. Ich fand es faszinierend zu sehen, wie die junge Frau ihren Weg geht und sich von nichts und niemanden aufhalten lässt. Es hat mir richtig gut gefallen, dass sie eingebunden wurde und man beim Lesen nicht nur die Geschichten starker Frauen kennenlernt, sondern diese in einem Fall auf der Wahrheit beruhen!

Wie ich gerade schon angedeutet habe, gefällt mir die Darstellung der drei Hauptprotagonistinnen. Und auch die anderen Charaktere, die eine deutlich untergeordnete Rolle spielen und nicht ganz so stark gezeichnet sind, wie die drei Damen, fand ich angenehm. Ich bin mit dem Auftreten vollkommen zufrieden und finde es interessant, wie manche Charaktere täuschen können, wie sich andere weiterentwickeln und manche nur wenig einsichtig sind. Es entsteht auf diese Weise ein breites Bild der Bevölkerung, was mich vollkommen überzeugt hat.
Und auch Hedwig, Lise und Anni hatten komplett unterschiedliche Charaktere und Wünsche. Ich fand es toll zu sehen, wie unter den unterschiedlichen Frauen eine Freundschaft entstand und sie sich stets umeinander gesorgt haben. So wird auch gezeigt, dass es vollkommen unwichtig ist, welcher gesellschaftlichen Schicht man angehört, ob man Dienstmädchen oder die Tochter von reichen Eltern ist. Am Ende kommt es auf den Charakter an und alles andere spielt eine
keine Rolle.
Mir haben die drei Damen in ihrer Art gefallen, ich bin ihnen gerne durch ein Kapitel ihres Lebens gefolgt und empfand sie als sympathisch. Auch sie hatten ihre Macken und haben Fehlentscheidungen getroffen und nicht jede Aussage und Handlung hat mir gefallen. Sie hatten aber das Herz am rechten Fleck, was am Ende das Wichtigste ist.

Fazit:
Ich bin mehr als froh, den Roman gelesen zu haben. Bis auf einige Kleinigkeiten, die ich bereits angesprochen habe und für die ich einen halben Stern in meiner Bewertung abziehe, bin ich vollkommen zufrieden mit der Entwicklung. Ich wurde immer wieder überrascht, die Protagonisten haben mir gefallen und boten ein abwechslungsreiches Bild und die Schreibweise hat ihr übriges dazu getan, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Die zahlreichen historischen Details haben dem Buch viel Anspruch gegeben und es zu einer ernsthafteren Lektüre gemacht, als anfangs gedacht.
Ich kann das Buch ohne Vorbehalte weiterempfehlen, es ist spannend, gibt drei tollen Frauencharaktere Raum zur Entfaltung und es werden wichtige Themen angesprochen, die auch heute noch teilweise aktuell sind. Eine wunderbare Lektüre, die mir die letzten Tage definitiv verschönert hat!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.06.2020

Die Tribute von Panem X - Das Lied von Vogel und Schlange

Die Tribute von Panem X
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Handlung:
Die zehnten Hungerspiele stehen bevor. Und erstmals werden den Tributen Mentoren zur Seite gestellt, die diesen tatkräftig zur Seite stehen sollen. Nicht nur bei der Vorbereitung, sondern die ...

Handlung:
Die zehnten Hungerspiele stehen bevor. Und erstmals werden den Tributen Mentoren zur Seite gestellt, die diesen tatkräftig zur Seite stehen sollen. Nicht nur bei der Vorbereitung, sondern die Mentoren sollen ebenfalls helfen, dass die Zuschauer die Spiele mit mehr Interesse verfolgen.
Der 18-jährige Coriolanus Snow erhofft sich noch ganz anderes von den Hungerspielen und seiner Aufgabe als Mentor. Für die bekannte und mächtige Familie Snow sind die besten Zeiten vorüber und sie bangen um ihre Zukunft. Mithilfe seiner Aufgabe hofft Coriolanus nicht nur, dass er am Ende mit dem siegreichen Tribut dasteht, sondern auch einen Erfolg für seine Zukunft.
Doch seine Chancen scheinen schlecht zu stehen. Corionlanus bekommt Lucy Gray zugeteilt, die weibliche Tributin aus Distrikt 12. Sie kann singen, aber nicht kämpfen. Coriolanus muss die Sache geschickt angehen, um überhaupt eine Chance zu erhalten, denn jede falsche Entscheidung trägt weitreichende Folgen. Und so wütend der junge Snow anfangs über die Wahl seines Tributes ist, desto mehr erkennt er, dass Lucy Gray einen gewissen Charme hat.

Meinung:
Das Cover ist schlicht und schick. Ein schwarzer Hintergrund, lediglich durch die weiße Schrift und die goldenen Details entstehen Auflockerungen. Das goldene X wurde mit einer Schlange und einem Vogel in derselben Farbe verziert und vereint dadurch die Elemente des Untertitels. An sich finde ich das Bild recht stimmig und passend, vielleicht wäre es noch einen Tacken schöner gewesen, wenn die Schriftfarbe des Namen der Autorin, sowie des Untertitels ebenfalls in einem goldenen Farbton gewesen wäre. Oder zumindest in einer aufregenderen Farbe, die noch einen Hauch von Extravaganz hereinbringt. Genau das würde nämlich zu Coriolanus Snow und Lucy Gray passen. Ansonsten ein stimmiges Bild und bei einem solch bekannten Titel braucht es eigentlich auch nicht mehr, um die Aufmerksamkeit zu erregen.

Erstmals von den Tributen von Panem gehört habe ich durch eine Freundin. Wir sind dann zusammen zum zweiten Teil der Reihe ins Kino, der Film hat mir gefallen und daraufhin habe ich die drei Bände gelesen und natürlich auch die anderen Filme geschaut. Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, wie oft ich die Geschichten von Katniss und Peeta schon gelesen habe. Und daher war mir direkt klar, dass ich diesen neuen Band, der sich um den jungen Snow dreht, ebenfalls lesen möchte.
Mir war das große Glück vergönnt, dass ich das Buch bei einer Buchverlosung bei Lovelybooks gewonnen habe. Und das bei über 1000 Bewerbungen. Ich habe mich dementsprechend riesig gefreut und konnte es kaum erwarten, endlich selbst mit dem Lesen zu beginnen!

Ich finde, dass eine deutliche Weiterentwicklung bei der Sprache zu sehen ist. Sie war schon immer gut und leicht lesbar, aber bisher recht einfach gehalten. Ich bin der Meinung, dass sie diesmal anspruchsvoller ist und viel detailreicher ist. So gibt es für den Leser mehr Informationen und es wird stärker in die Tiefe gegangen. Nicht nur bei den Informationen rund um die Hungerspiele, sondern auch auf menschlicher Ebene gibt es mehr Abgründe, die sich teils eröffnen.

Nur ganz selten gab es eine stimmungsvolle Szene, in der man in irgendeiner Weise einen emotionalen Bezug zu den Geschehnissen oder den Protagonisten erhielt. Meist wird die Handlung in einer nüchternen und ernsten Sprache wiedergegeben, die zwar Gefühle von Coriolanus beschreibt, welche mich aber nie erreicht haben. Dafür war mir sein Charakter nicht sympathisch genug und stets hatte ich im Hinterkopf, wie seine Darstellung in den anderen Büchern ist.
Ich finde, dass genug Platz für ein bisschen mehr Emotionalität und Gefühlt gewesen wäre. Im Überfluss wäre es auch nicht passend gewesen, aber so war es mir zu wenig. Ich konnte nicht richtig mitfiebern und habe keinen Charakter auch nur ansatzweise ins Herz geschlossen.

Ich bin der Meinung, dass manche Szenen gerne ein wenig kürzer hätten ausfallen können. Gerade das letzte, dritte Buch finde ich etwas langweilig und es hatte für mich ein paar Längen. Ich habe gemerkt, dass ich diesen letzten Part, bis auf die letzten, finalen Seiten, nicht mehr mit so viel Interesse wie die anderen gelesen habe. Öfters habe ich mich gefragt, inwiefern das für den Fortgang der Handlung wichtig ist und ob jede Szene wirklich nötig war. Ein paar Kürzungen wären hier gut gewesen.

Bereits bevor ich mit dem Lesen begonnen habe, habe ich irgendwo gelesen, dass es allerhand Hintergrundinformationen über die Hungerspiele geben wird. Und genau das ist auch eingetreten. Man kann den ganzen Zusammenhang der Hungerspiele viel besser verstehen und es war interessant, in den Kopf eines Kapitol-Bewohners zu schauen und zu erfahren, was er über die Kriege, die Politik und die Distrikte denkt. Diesen Blick kennt man bisher nur von den Bewohnern der Distrikte und man kann sich eine andere Meinung bilden und erhält einen breiteren Blick auf die Denkweise der Bevölkerung.
Zudem fand ich es interessant, wie sich die Hungerspiele in knapp 60 Jahren geändert und entwickelt haben. Wie sie anfangs noch ursprünglich und einfach abgehalten wurden und mit welchem Aufsehen und welcher Reichweite sie viele Jahre später stattgefunden haben.
Außerdem haben mir die Blicke hinter die Kulissen gefallen, sei es über die Planung, die Ziele der Spielleiter oder das Einführen neuer Regeln. Die Hungerspiele sind für mich noch komplexer geworden und es gab mal eine Sicht aus einem anderen Blickwinkel.

Das Setting hat mir ebenfalls bis auf eine Ausnahme gut gefallen. Es war meist mit klaren Worten gezeichnet und ich konnte mir viele Örtlichkeiten ziemlich genau vorstellen. Gerade das Kapitol mit den verschiedenen Gebäuden strahlte etwas besonderes und extravagantes aus, ich bin gerne mit Coriolanus durch die Straßen gewandert.
Was ich etwas schwierig fand war die Darstellung der Arena. Ich konnte damit nur bedingt was anfangen. Die allgemeine Form war für mich gut vorstellbar und war auch leicht beschrieben. Doch die Details die noch hinzukommen, seien es Barrikaden oder ähnliches waren schon schwieriger. Das war alles etwas zu üppig und viel, mir wurde die Dimension der Arena zu groß. Mit dieser Darstellung bin ich nicht so zufrieden und finde, dass es durchaus ein paar Schwächen gibt. Und da ich den Vergleich zu den 74. und 75. Hungerspielen habe, muss ich sagen, dass mir die Be- und Umschreibung der Arenen dort deutlich besser gefallen hat. Sie wirkten begrenzter und nicht so umfassend und riesig.

Einerseits finde ich, dass die Protagonisten unglaublich interessante Charaktere haben und sehr komplex sind. Man weiß nie genau, was sie folgend für Handlungen und Aussagen vornehmen werden. Andererseits fehlen mir einige Emotionen. Zwar hat unter anderem Lucy Gray einige Momente, in denen sie nah am Wasser gebaut ist, doch ich kann nicht mitfühlen. Dafür fand ich zu schwer einen Zugang und ich konnte mich mit keinem so recht anfreunden. Was ich wirklich schade finde, für mich gab es keinen Charakter, der in diesem Zusammenhang mal aus der Reihe fällt und zu dem man eine Bindung aufbauen kann.
Coriolanus ist sehr interessant. Immerhin sieht man den späteren Präsidenten Snow hier in einem jugendlichen Alter und ich war gespannt darauf, ob er hier genauso schonungs- und gefühlslos auftritt wie in den späteren Bänden. Und ich muss sagen, dass eine Ähnlichkeit vorhanden ist. Er wirkt durchtrieben und macht sich eindeutig die Welt so, wie es ihm gefällt. Er ist von sich selbst eingenommen und oft muss ich über sein Auftreten schmunzeln, oft aber auch den Kopf schütteln. Coriolanus hat eine Art an sich, die ihn unsympathisch macht und zeigt, dass man sich vor ihm hüten muss. Nur ganz selten hat er einige Minuten, wo man eine ehrliche, aufrichtige Seite sieht, bevor er sich wieder in sein altes Ich verwandelt, welches weiß, wie er Menschen für sich gewinnt. Insgesamt finde ich seine Darstellung unglaublich interessant, er ist für mich nicht sympathisch, aber hat ein komplexes Wesen, dass Coriolanus zu etwas besonderem macht.

Fazit:
Ich habe sehr auf das Buch hingefiebert und hatte große Erwartungen. Nicht nur, weil mir die drei anderen Bände sehr gut gefallen haben, sondern auch weil das Buch schon einen großen Hype erfahren hat. Und ich hatte viele kurze Meinungen gelesen, die ziemlich positiv sind. Leider bin ich ein wenig enttäuscht. Das Buch ist nicht schlecht. Aber auch nicht richtig gut. Dafür fehlt mir ab und an ein bisschen was, seien es Emotionen oder eine bessere Umschreibung der Arena. Und ab und an entstanden leider im dritten Buch ein paar Längen, die mich auf das Ende hinfiebern lassen haben, damit die Handlung endlich zu einem Punkt kommt.
Das Buch ist wahrlich nicht schlecht und hat seinen ganz eigenen Reiz. Gerade die ganzen Hintergrundinformationen zu den Hungerspielen oder der spannende Charakter von Coriolanus Snow sind es wert, den Roman zu lesen. Aber es ist halt leider nicht perfekt und steht meiner Meinung nach eindeutig als Letztes in der Reihe der vier Panem-Bücher.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.06.2020

Die Farben der Schönheit - Sophias Träume

Die Farben der Schönheit - Sophias Träume
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Handlung:
New York 1932
Schon einiges musste Sophia in ihrem jungen Leben mitmachen und häufig war sie am Boden zerstört. Sie wurde von den Eltern verstoßen, hat ihr Kind verloren und beruflich eine schwierige ...

Handlung:
New York 1932
Schon einiges musste Sophia in ihrem jungen Leben mitmachen und häufig war sie am Boden zerstört. Sie wurde von den Eltern verstoßen, hat ihr Kind verloren und beruflich eine schwierige Phase hinter sich. Bis sie eine neue Anstellung bei Elizabeth Arden antritt und sich neue Chancen anbieten.
Doch Sophia ist sowohl privat, als auch beruflich nicht vollkommen glücklich, dafür gibt es noch zu viele ungeklärte Fragen. Und dann tritt plötzlich wieder Helena Rubinstein in ihr Leben und bietet ihr ebenfalls eine Möglichkeit, die verlockend klingt. Und irgendwann muss sich Sophia entscheiden: für die Karriere oder für die Liebe...

Meinung:
Ich bin etwas zwiegespalten vom Cover. Einerseits ist es auffällig und frisch, es zieht die Blicke auf sich und hat sehr gut miteinander harmonierende Farben. Andererseits sind es mir vielleicht ein wenig zu viele Farben, die hier um die Aufmerksamkeit konkurrieren. Da gibt es ein wunderschön strahlendes Blau, welches sich nicht nur in dem Kleid der Dame wiederfindet, sondern auch in der Randverzierung und dem Namen der Autorin. Im Hintergrund sind verschiedene Rot-Nuancen abgebildet, hier wurde ein atemberaubender Sonnenuntergang dargestellt. Und dann ist da auch noch die ebenfalls auffällige Farbe des Titels vorhanden. Einzeln sind die Elemente Top, zusammen betrachtet etwas zu viel.
Dabei gefällt mir die Szenerie eigentlich richtig gut. Ich mag es, dass die drei Cover der Reihe ähnlich aufgebaut sind und sich so ein Zusammenhang erkennen lässt. Und ich mag auch, dass die Dame dem Betrachter abgewandt ist. Das Hintergrundsetting hat ebenfalls etwas an sich, was mir richtig gut gefällt. Aber aufgrund der vielen strahlenden Farben bin ich zwiegespalten, einerseits mag ich das Gesamtbild, andererseits nicht so sehr...

Mitte März hatte ich den ersten Teil der Trilogie gelesen und war sehr gespannt auf Band zwei. Als ich dann gesehen hatte, dass auch dieser bei Vorablesen angeboten wird, stand für mich direkt fest, dass ich diesen gegen Punkte einlösen möchte. Dafür bin ich extra bis Mitternacht munter geblieben und konnte mir Montagmorgens direkt um 00:01 Uhr den zweiten Band sichern. Und dann ging das Warten los. Bis ich das Buch endlich mit lesen beginnen konnte!

Mir waren noch viele Ereignisse und Details aus dem ersten Band bekannt. Wenn ich doch mal was vergessen hatte, wurde dies anhand von kleinen Hinweisen direkt wieder aufgefrischt und ich hatte so auch absolut keine Probleme, um in die Handlung zu finden.
Mir hat es gefallen, dass es nicht erst seitenlange Wiederholungen und Aufarbeitungen gibt, sondern die Handlung im Grunde genau dort startet, wo sie geendet hat. So entsteht ein fließender Start und einige Informationen aus dem vorherigen werden gekonnt nebenbei eingestreut, ohne zu aufdringlich zu wirken.
Von Corina Bomanns Büchern bin ich eine angenehme und mitreißende Schreibweise gewöhnt und genau das gab es auch hier wieder. Ich hatte absolut keine Probleme damit, es gibt anschauliche Beschreibungen von Situationen, Personenoder des Settings.. Auf diese Weise entstand vor meinen Augen ein lebendiges Bild der Gesamtsituation und ich hatte schon nach wenigen Seiten keine Lust, das Buch überhaupt mal aus der Hand zu legen. Die Sprache ist einfach und eingängig. Nur selten tauchen Fachbegriffe auf, meist lässt sie sich locker und flott lesen und bleibt durchweg auf einem gleichbleibend starken Niveau.

Auch in diesem Band gibt es eine Erzählperspektive und zwar die von Sophia, der titelgebenden Hauptprotagonistin. Anhand eines allwissenden Erzählers folgt man der jungen Frau durch ihr Leben und es werden nie zu viele Informationen preis geben. So bleibt die Handlung stets spannend und nur selten sind die Ereignisse vorhersehbar.
Immer wieder gibt es einige Abschnitte, in denen es Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt von Sophia gibt. Auf diese Weise ist es möglich, sie noch besser kennenzulernen und sich ihrem Charakter näher zu fühlen. Diese Einblicke gibt es lediglich von der Hauptperson, bei anderen Protagonisten tappt man in dieser Hinsicht im Dunklen. Bei diesem Band hat mich das absolut nicht gestört, so steht Sophia stets im Vordergrund und es hat einfach gepasst.

In der Inhaltsangabe wird auf einen Puderkrieg hingedeutet, der zwischen Elizabeth Arden und Helena Rubinstein stattfinden wird. Dazu hatte ich mir schon vor dem Lesen einige Gedanken gemacht und sinniert, worauf dieser Puderkrieg hinlaufen könnte und inwiefern Sophia davon betroffen ist. Und während des Lesens ging dann das große Warten los. Wann dieser besagte Krieg richtig beginnen würde und welche Folgen er mit sich zieht.
Ich verstehe, dass hiermit die Feindschaft zwischen den Damen Arden und Rubinstein gemeint ist, mir wird das aber zu groß angekündigt und am Ende kommt zu wenig dabei raus. Ich hatte mir Wortgefechten gerechnet, mit Bloßstellungen der jeweils anderen oder mit heimlichen Plänen, die plötzlich an die Öffentlichkeit geraten. Ich hatte mir einige Szenarien bereits ausgemalt und am Ende tauchte nichts davon auf. Es gab keine Treffen der beiden Damen und Sophia sitzt auch nicht so richtig zwischen den Stühlen, so wie anfangs gedacht und angedeutet.

Da ich die ganze Zeit mit einem Szenario wie gerade angesprochen gerechnet habe, war für mich die Spannung auf einem guten Niveau. Ich hatte die ganze Zeit mit einem großen Knall gerechnet, der die gesamte Situation ändern wird und dieser kam auch. Zwar von anderer Natur als gedacht, doch er war da und gab der restlichen Handlung eine neue Wendung.
Ich fand es interessant, wie gleichzeitig eine gewisse Spannung zu spüren war, als auch ein ruhiger Unterton, der die Handlung bodenständig blieben ließ. Es gibt häufig Kapitel, in denen ein normaler Tag in Sophias Leben beschrieben wird, mit kleinen Sorgen und Problemen. Ihr Alltag gestalten sich nicht als sonderlich aufregend und bilden somit einen gelungenen Gegenpol zu einigen, sehr glamourösen Beschreibungen, u.a. denen von Elizabeth Ardens Salons.
Dieser zweite Band endet nicht mit so einem starken Cliffhanger wie der Erste, trotzdem ist noch viel Spannung vorhanden und viele Fragen ungeklärt. Am liebsten würde ich direkt wissen, wie die Geschichte von Sophia weitergeht und was das Schicksal noch so für sie bereithält. Schon jetzt fiebere ich auf den Erscheinungstermin des dritten Bandes hin und bin auf neue Erlebnisse von Sophia gespannt.

Nur selten gab es mal eine stimmungsreiche Szene, in denen auch an den Leser Gefühle und Empfindungen übermittelt wurden. Oft konnte ich mit den Protagonisten nicht mitfühlen, obwohl es im Grunde genügend Gründe dafür gab. Ich habe erst gegen Ende des Romans einen Zugang zu Sophia gefunden und habe mich für sie freuen können und ihr gerade während einer Szene heimlich zugejubelt. Das war übrigens auch der Moment, in dem die Handlung die angesprochene Wendung bekommen hat. Bis dahin hatte ich eine gewisse Distanz und es gab keinen Moment, in dem ich emotional in irgendeiner Weise berührt war.

Als Haupthandlungsort dient diesmal New York, außerdem unternimmt Sophia zwei Reisen nach Europa. Man lernt auf diese Weise unterschiedliche Kulturen kennen und eine jede Stadt zeichnet sich durch ihren eigenen Charme aus.
Ich finde es gerade anhand der Darstellung von Berlin interessant, wie sehr sich die Stadt verändert hat und was für eine andere Stimmung dort herrscht. Nicht nur Sophia fällt dies deutlich auf, sondern auch dem Leser und man fühlt sich dort nicht wohl. Gerade mit dem Wissen, was auf politischer Ebene in der Zukunft noch folgen wird, hinterlässt der Eindruck der Stadt einen ganz bösen Nachgeschmack.
Bei den Szenen in New York ist mir wiederholt aufgefallen, wie lebendig die Stadt wirkt. Es herrscht dort eine ganz gewisse Aura, die mitreißend ist und ein authentisches Bild der Stadt vor meinen Augen entstehen lässt. Und das, obwohl ich selbst noch nie in New York war.
Leider waren manche Örtlichkeiten immer noch recht vage beschrieben, allen voran die Wohnorte von Sophia. Das habe ich auch schon in meiner Rezension zu Band eins angesprochen, diesmal hat es mich nicht so sehr gestört. Es wurde besser die Waage gefunden und insgesamt konnte mich das Setting diesmal mehr überzeugen.

An Sophias Charakter finde ich es etwas schade, dass sie nur selten mal richtig auf den Tisch haut. Sie träumt von einigen Dingen, wünscht sich beruflich etwas anderes, traut sich aber nicht so recht mal etwas zu sagen. Stattdessen nimmt sich die junge Frau stets vor, wenn eine Aufgabe bewältigt wurde und ihre Chefin wieder bessere Laune hat, einen Sachverhalt anzusprechen. Erst mit der Zeit lernt Sophia dies und erst am Ende des zweiten Bandes zeigte sie eine neue, durchsetzungsfähige und noch stärkere Seite von sich. Bis dahin fand ich Sophia charakterlich etwas schwach und blass und jetzt konnte sie mich endlich überzeugen. Ich hoffe sehr, dass Sophia im nächsten Band weiterhin so überzeugend, willensstark und selbstständig auftritt.
Ich bin übrigens richtig froh, dass Sophia in diesem Band eine starke Entwicklung vollzogen hat. Anfangs fand ich sie noch etwas zu ernst und langweilig, am Ende zeigte Sophia richtig Feuer und war eine ganz andere Person als zu Beginn des Romans. Sie zeigt sich an verschiedenen Dingen interessierter, gibt nicht auf und tritt erwachsener, bestimmter und selbstbewusster auf. Noch immer würde ich ihr mehr soziale Kontakte außerhalb ihres Berufslebens wünschen, doch ich bin guter Dinge, dass sich genau dies im dritten Band ändern wird.
Mir ist Sophia deutlich sympathischer und angenehmer geworden, ich freunde mich langsam mit ihrem Charakter an. Ich wünsche mir von ihr noch mehr Selbstbestimmtheit und Stärke, ich denke, dass Sophia das Zeug zu einer wahren Power-Frau hat!

Die anderen Protagonisten hatten deutlich eine untergeordnetere Rolle und stehen nicht so stark im Mittelpunkt. Hat mich nicht gestört, so steht Sophia im Fokus und man kann sich mit ihrem Wesen besser bekanntmachen.
Zudem gibt es viele alte Bekannte aus dem ersten Band und nur wenige neue Protagonisten. So entsteht ein Wiedersehen mit bereits bekannten Protagonisten. Diese sind natürlich dementsprechend leicht im Gedächtnis geblieben und es war schön zu erfahren, was bei ihnen im Leben so passiert.

Fazit:
Bei dem ersten Band hatte ich ja noch einige Kritikpunkte, diese sind hier deutlich weniger geworden. Ich habe die Handlung mit viel Interesse verfolgt und, was ein ganz großer Pluspunkt ist, ich konnte mich besser mit Sophia anfreunden. Sie wirkt nicht mehr mechanisch, sondern menschlicher und gereifter. Ich mochte sie plötzlich und freie mich auf den letzten Band ihrer Reihe!
Für die Fortsetzung würde ich mir lediglich mehr stimmungsreiche Szenen, in denen auch mehr Gefühle an den Leser transportiert werden, wünschen, sowie eine durchweg starke und unabhängige Sophia. Ich hoffe, dass sie jetzt endgültig ihren Träumen folgt und sich nicht mehr von anderen Damen abhängig macht. Wenn das stimmt, dann kann ich dem finalen Band wohlverdiente fünf Sterne geben!

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