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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2019

Zu schön, um aufzuhören

Alles auf Liebe
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Vorsicht: Spoiler :)


Inhaltsangabe
Zwei Wochen vor ihrer Hochzeit einen Seitensprung gestanden zu bekommen, lässt Lindsey Hilliard aus ihrem behüteten Leben in New York nach Malibu fliehen, wo sie sich ...

Vorsicht: Spoiler :)


Inhaltsangabe


Zwei Wochen vor ihrer Hochzeit einen Seitensprung gestanden zu bekommen, lässt Lindsey Hilliard aus ihrem behüteten Leben in New York nach Malibu fliehen, wo sie sich selbst finden möchte.
Ihr Nachbar Levi Hardy, der sie Jahre zuvor tief gedemütigt hat, weiß dagegen, wer er ist und welches Leben er führen möchte. Ein Leben ohne das „Gefängnis“, das echte Freundschaften und vor allem Liebe darstellen. Für die „verwöhnte naive Prinzessin“ hat er wieder nur Unverständnis übrig – aber die Anziehungskraft ist nicht verflogen …

Persönliche Meinung


Jamie Beck hat wieder sowohl bei der Handlung als auch bei allen Charakteren den goldenen Mittelweg gefunden. Zur Handlung möchte ich meine ausführliche Meinung ausnahmsweise mal komplett für mich behalten – 'Alles auf Liebe' ist einfach zu schön für Spoiler.
Mit Levis und Lindseys Geschichte hat sich Jamie Beck jedenfalls endgültig bei meinen Lieblingsautoren eingereiht, weil ich ihre Romane und ihren Schreibstil nicht vermissen wollen würde. :)

Levi und Lindsey haben beste Chancen auf den Titel Protagonisten des Jahres. :)
Die Nebencharaktere haben mich ebenfalls nicht enttäuscht, alle sind authentisch und auf ihre Weise perfekt.
Inbesondere Levis Mama lässt mich keine Freudensprünge machen, klar, aber ich rechne es Jamie Beck hoch an, dass seine Mutter nicht nur für ihre Entscheidung bestraft worden ist und doch ein glückliche(re)s Leben führen kann.
Von Lindseys Ex-Verlobtem Rob hätte ich mir gerne ein noch deutlicheres Bild gemacht, wobei 'Alles auf Liebe' in Bezug auf ihn aber keine Fragen offen lässt, nur Raum für eigene Interpretation – was selbstverständlich positiv ist. (Der Vollständigkeit halber meine Erklärung: Mir ist nicht klar, welche Bedeutung seine Affäre wirklich für ihn hat und welche seine Beziehung mit Lindsey. Sollte in ihm doch ein guter Kern stecken, was mich nicht überraschen könnte, und Lindsey nur die Falsche für ihn gewesen sein – tja, ich würde es gerne erfahren und träume nun von einer Fortsetzung, in der Rob um sein Glück kämpfen darf. ^^)

Veröffentlicht am 18.03.2019

Überzeugende Umsetzung

Berühre mich. Nicht.
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Klappentext
Sie dachte, dass sie niemals lieben könnte.
Doch dann traf sie ihn.

Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, ...

Klappentext
Sie dachte, dass sie niemals lieben könnte.
Doch dann traf sie ihn.

Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht.
So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt das ihr Herz gefährlich schneller schlagen …



- Ab hier beinhaltet meine Rezension Spoiler. -

Persönliche Meinung
Allein schon für den Titel möchte ich mich von Herzen bei Laura Kneidl bedanken. Perfekt getroffen. Bedanken muss ich mich auch dafür, dass der Liebesgeschichte nicht mehr als der meinem Empfinden nach angemessene Raum gegeben wird.
Am Schreibstil habe ich nur eines auszusetzen: Zeitangaben wie „am nächsten Morgen“, „am Abend“ sind mir ein Dorn im Auge, gerade, wenn mitten in Kapiteln ein Zeitsprung stattfindet. Laura Kneidl hat mir in „Berühre mich. Nicht.“ aber auch bewiesen, dass sie auf bessere Lösungen zurückgreifen kann – Stichwort 'Show, don't tell' ('Zeigen, nicht erzählen'). Daher kann ich hoffen, bezüglich Zeitangaben in Zukunft seltener auf 'tell' zu treffen.

Sages Angst, ihr Gefühlsleben, ihre Wünsche und Hoffnungen, aber an erster Stelle ihr Kampf gegen die Angst sind und bleiben für mich greifbar. Ich bin sogar mit jeder Seite trauriger geworden – was in Anbetracht ihrer Missbrauchserfahrung selbstverständlich als Pluspunkt von „Berühre mich. Nicht.“ anzusehen ist.
Bis auf Alan habe ich alle Charaktere ins Herz geschlossen. Sage und Luca allerdings ganz besonders.
Luca hat eine angenehme Persönlichkeit, insbesondere, weil er Sages spürbare Grenzen von Beginn an respektiert. Für mich ist es eine Wohltat, dass er Ruhe in Sages Leben bringen kann, auch wenn er wie jeder Mensch seine Päckchen zu tragen hat und selbstverständlich nicht immer ausgeglichen sein kann.
Meine Lieblingsszene ist daher auch …
»Setz dich.«
Er klappte den Sitz nach unten und nahm Platz. Demonstrativ schob er dabei die Hände unter seine Oberschenkel.
Ich runzelte die Stirn. »Was soll das?«
Er zuckte mit den Schultern. »Das letzte Mal, als du an meinem Gesicht herumhantiert hast, wolltest du, dass ich mich auf meine Hände setze.«

(Berühre mich. Nicht, S. 271f.)

Glücklicherweise nimmt Luca aber nicht alles hin und lässt Sage nicht einfach in ihr Unglück rennen, wie er oft genug beweist.

Mit dem Ende von Band 1 komme ich (zur eigenen Überraschung) problemlos zurecht, da ich Sages Beweggründe schließlich nachvollziehen kann. Zum Teil liegt das aber selbstverständlich auch an meiner gerechtfertigten Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft für Sage.

Fazit
Zu bedauern ist nur, dass man früher oder später die letzte Seite gelesen hat … ^^ – aber dann wiederum gibt es ja den Abschlussband „Verliere mich. Nicht.“.
„Berühre mich. Nicht.“ werde ich zweifellos nicht vergessen.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Einzigartig und unvergesslich

Selection – Band 1 bis 3 im Schuber
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UM WAS GEHT ES? (Inhaltsangabe zu Band 1)
Illeá. Ein Königreich, von der Familie Schreave regiert, von zwei Rebellenzusammenschlüssen bedroht. Und „bedroht“ von der siebzehnjährigen America Singer, die ...

UM WAS GEHT ES? (Inhaltsangabe zu Band 1)
Illeá. Ein Königreich, von der Familie Schreave regiert, von zwei Rebellenzusammenschlüssen bedroht. Und „bedroht“ von der siebzehnjährigen America Singer, die von vornherein kein Interesse für die traditionelle Selection – ein Casting, in dem der nun volljährig gewordene Prinz Maxon Calix Schreave von Illeá seine Ehefrau und künftige Königin finden soll – aufbringen kann, aber, zum Missfallen König Clarksons, ihr Bestes gibt.
Leider gehört sie nun einmal zu den fünfunddreißig vermeintlich wohlüberlegt auserkorenen Erwählten. „Leider“ würde sie nie zulassen können, ihre Familie dem Schicksal zu überlassen. „Leider“ ist Prinz Maxon tatsächlich ein Freund, den sie nicht im Stich lassen kann. Leider … will sie gar nicht zurück, an den Ort, an dem sie nicht mehr zu Aspen, der sie aus gekränktem Stolz verlassen hat, gehört.
Vor allem aber Angriffe der Nordrebellen und Maxon lassen früh ernstzunehmende Zweifel in ihr aufkommen, ob sie nicht doch einfach für den Kampf um sein Herz und ihren Einsatz im Namen des Königreichs Illeá bestimmt ist …

PERSÖNLICHE MEINUNG
Den Grundgedanken der Reihe und dessen Umsetzung bewerte ich mit 5 von 5 Punkten. Es ist eine schöne Tradition, einer bürgerlichen Frau per Gesetz das Anrecht, ihre Heimat als Königin zu vertreten einzuräumen. Prinz Maxon hat auch nichts gegen diese – gegebenenfalls durchaus Schattenseiten aufweisende – Tradition einzuwenden.
An dieser Stelle komme ich gleich auf den unter dem Strich einzigen „Negativpunkt“ zu sprechen: das Genre (gemeint ist Liebesroman, nicht Jugendbuch). Ich persönlich liebe die Reihe, wie sie von Kiera Cass geschrieben worden ist und respektiere daher ihre Entscheidung, Americas und Maxons Liebesgeschichte in den Mittelpunkt gestellt zu haben. Dennoch muss ich mir eingestehen, dass manche der fesselnden Handlungssträngen abseits ihrer Liebesgeschichte noch etwas mehr ausgebaut werden können hätten. Ich bin mir sicher, auch andere Fans hätten gerne mehr Zeit mit der Trilogie verbracht – und diese Zeit bekommen können.

Nicht vollkommen glücklich (also, zu 99% habe ich nichts zu meckern – insbesondere beim ersten Band fühle ich mich während des Lesens wunderbar leicht) bin ich außerdem mit dem Schreibstil, der der Trilogie aufgrund einer bestimmten … Schwäche ein wenig von ihrem Zauber nimmt: Detailtreue muss ich einfach vermissen. Während Americas Zeit daheim in Carolina sehe ich bei beiden Gelegenheiten alles im Kopfkino vor mir, aber mit der Ankunft im Palast von Angeles verliert sich das leider bereits. Kiera Cass' Stärke liegt meiner Auffassung nach eindeutig darin, die Charaktere zum Leben zu erwecken und deren Beziehungen authentisch aufzubauen. Für die Charaktere verleihe ich ebenfalls 5 von 5 Punkten.


FAZIT


Einziges Manko sind die eher oberflächlichen Umgebungsbeschreibungen, wodurch leider nichts am Abzug eines Sterns vorbeiführt. Je nach persönlichem Geschmack könnten die Handlungsstränge neben Lady Americas und Prinz Maxons Zusammenfinden noch etwas mehr ausgeleuchtet werden, aber gerade, da der gesamten Geschichte ein runder Abschluss gegeben worden ist bin ich vollkommen zufrieden.
Mit 'Selection' bietet Kiera Cass eine einzigartige unvergessliche Geschichte, in der auch die Charaktere einzigartig und unvergesslich sind – und ich hätte nichts dagegen, bis in die Ewigkeit Geschichten aus Illeá zu lesen. :)

Veröffentlicht am 06.02.2019

Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten! Grace und James' Gefühle füreinander könnten aber greifbarer sein ...

Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten
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Überwiegend kommt es mir so vor, dass die Kapitel nach dem Grundsatz 'In der Kürze liegt die Würze' geschrieben worden sein könnten – aber die richtigen Zeitpunkte sind meinem Gefühl nach noch nicht erreicht ...

Überwiegend kommt es mir so vor, dass die Kapitel nach dem Grundsatz 'In der Kürze liegt die Würze' geschrieben worden sein könnten – aber die richtigen Zeitpunkte sind meinem Gefühl nach noch nicht erreicht gewesen. Dementsprechend bin ich auch erst spät mit den Charakteren und der Geschichte selbst warm geworden: ab Kapitel 21.

Leider berührt mich „Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten“ aufgrund des Schreibstils nicht so, wie es sein sollte. Da der Funke nicht übergesprungen ist, ist das Mitfiebern ausgeblieben. Zum Glück bleibt der Schreibstil eine Frage des Geschmacks.
Gelegentlich bin ich aber tatsächlich enttäuscht gewesen, wie beispielsweise bei «Stimmt», nickte ich [...] ¹. In einem verlegten Buch kann ich schwer über diesen Stil hinwegsehen.
Oder: Der Mann an der Bar schob ihm ein Pint Bier zu ², nicht 'der Barkeeper' oder eine sinngemäße Alternative, falls der Protagonistin Grace die Bezeichnung 'Barkeeper' nicht geläufig ist – was ich ihr ja keinesfalls verübeln würde.


SPOILER
Doch man muss bis auf Heather alle Charaktere ins Herz schließen. James, der nicht gleichzeitig denken und blinzeln kann (), ist allerdings meine unerreichbare Nummer 1. Grace folgt direkt auf ihn, denn ich habe es doch immer wieder geliebt, zu lesen, dass sie aus Nervosität redet und redet und redet, was letztendlich einfach nur unterhaltsam sowie einnehmend ist. Ihrer Küchenuhr-Anekdote, wie James sagt, spende ich Applaus.
SPOILER ENDE


Ja, ich habe mir gewünscht, dass im Roman Bezug auf den Titel „Die Liebe schreibt die Geschichten“ genommen wird. Ein ganz subtiler hätte mir schon gereicht. Nur ist der Originaltitel „You Are Loved“ (Du wirst geliebt), der perfekt zur gesamten Geschichte passt! Für den Abschluss habe ich mir dann erhofft, dass wenigstens noch auf Grace als Schriftstellerin eingegangen wird – so bedeutungslos kann ihre schriftstellerische Zukunft nun wirklich nicht sein, nachdem sie Rose als Haushaltshilfe vertreten hat, um bitter nötigen Abstand zu ihrem tatsächlichen Beruf zu gewinnen.

¹ Jo Platt: Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten, Rowohlt Verlag GmbH, 2018
² Jo Platt: Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten, Rowohlt Verlag GmbH, 2018


Fazit
Unter dem Strich bin ich nie zum Umblättern verleitet worden, bin ich nicht Teil der Geschichte gewesen. „Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten“ ist ein bodenständiger, authentischer Roman, was mir zusagt. Etwas Prickeln hätte aber nicht geschadet: von der Anziehungskraft zwischen Grace und James spüre ich nichts.
3 Sterne mit einem aufrichtigen Dank an die Autorin Jo Platt für die Charaktere an sich und den Verzicht auf unnötige überzogene Dramen.