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Veröffentlicht am 09.02.2018

Väter, Söhne und Frauen im Verlauf der Generationen

Die Herzen der Männer
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Über eine Zeitspanne von drei Generationen und ebenso vielen Kriegen erkundet dieser Roman die Herzen der Männer: ihre Schwächen und Geheimnisse, ihre Bedürfnisse und Werte. Damit legt Nickolas Butler ...

Über eine Zeitspanne von drei Generationen und ebenso vielen Kriegen erkundet dieser Roman die Herzen der Männer: ihre Schwächen und Geheimnisse, ihre Bedürfnisse und Werte. Damit legt Nickolas Butler nach »Shotgun Lovesongs« ein vielschichtiges und sensibles Epos über die Verletzungen, die Männer einander und anderen zufügen, vor. (Quelle: Klappentext)
Im Sommer 1962 fährt Nelson, der zu dem Zeitpunkt 13 Jahre alt ist, mit seinem Vater ins Pfadfinderlager Camp Chippewa. Nelson hat keine Freunde und sein Vater hat auch kein wirkliches Interesse an ihm. Der Lagerleiter Wilbur sieht in dagegen mit anderen Augen und erkennt sofort, dass in Nelson etwas Besonderes steckt. Im Lager wird Nelson gemobbt und muss Schikanen erleben, niemand mag ihn.
Es vergehen viele Jahre, Nelson war im Krieg und Jonathan hat mittlerweile Karriere gemacht und sich ein gutes Leben aufgebaut. Jonathan führt die Tradition fort und fährt auch mit seinem Sohn Trevor in das Pfadfinderlager Camp Chippewa, in dem er schon viele Ferienzeiten erlebt hat. Auf dem Weg dahin lernt Trevor seinen Vater jedoch von einer ganz anderen Seite kennen…
Meine Meinung
Nickolas Butler beschreibt in seinem Roman in einem Zeitraum von über 57 Jahren die Sorgen, Erlebnisse, Lasten aber auch geheimen Wünsche der Männer in unterschiedlichen Generationen. Der Leser erlebt, wie sich die Gesellschaft und Einstellungen über Jahre verändert und wandeln und manches unverändert bleibt. Die Szenen der Pfadfinderbewegung im Lager sind sehr authentisch beschrieben, sodass man sich die Orte gut bildlich vorstellen kann. Als Pfadfinder haben sie Ihre Regeln, jedoch jeder geht jeder anders mit diesen um. Der eine lebt die Regeln und versucht sich Abzeichen für Abzeichen nach oben zu arbeiten, anderen sind die Regeln der Gemeinschaft nahezu egal. Hier muss man leider auch immer wieder erleben, wie grausam Menschen mit ihren Mitmenschen umgehen, was für Narben, Wunden, Verletzungen innerlich und äußerlich entstehen.
Meine anfängliche Begeisterung kippte leider Richtung Buchmitte und ab da konnte ich auch nicht mehr wirklich die Begeisterung zurückgewinnen. Dies ist zum einen an Butlers direktem, ausdrucksstarkem Schreibstil geschuldet andererseits in der Art und Weise, wie frauenfeindlich vieles geschieht, was in den Jahren dort immer wieder passiert und Frauen erleben müssen. In der zweiten Passage sank dann für mich die Spannung und es wurde sehr langatmig. Sehr testoteronlastig zieht es sich durch das gesamte Buch.
Der Roman soll zeigen, wie Männer denken fühlen und handeln. Jedoch werden hier zu viele Klischees bedient und Männer eigentlich als gänzlich schlechte Kreatur gegenüber dem weiblichen Geschlecht dargestellt. Das Thema Mobbing sowie der Umgang mit den Frauen hat mich schon wirklich emotional mitgenommen. Anfangs hatte ich wirklich Mitleid mit Nelson, die Ausgrenzung die er überall erfahren musste hat mich sehr getroffen. Im späteren Verlauf wandelte sich mein Gefühl jedoch eher in Kopfschütteln und Wut über die Art wie Männer mit Frauen als Sache oder Ding meinen umgehen zu können.
Abschließend bleibe ich eher unzufrieden, nachdenklich aber auch traurig zurück. Ich hatte andere Erwartungen. Auch wenn einige unvorhergesehene Ereignisse mich kurzweilig gefesselt haben, hat mich das Buch nicht überzeugen können.

Veröffentlicht am 05.01.2019

Eva und Eldur

Mein Feuerpferd - Ritt im Nordlicht
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Die 10 jährige Eva soll 6 Wochen in Island bei Ihrem Vater verbringen, den sie seit der Trennung ihrer Eltern sehr vermisst. Jedoch gibt es da Hrönn, die neue Frau in seinem Leben und Eva kann sie schon ...

Die 10 jährige Eva soll 6 Wochen in Island bei Ihrem Vater verbringen, den sie seit der Trennung ihrer Eltern sehr vermisst. Jedoch gibt es da Hrönn, die neue Frau in seinem Leben und Eva kann sie schon aus Prinzip nicht leiden.
Dort angekommen, entdeckt sie eine Herde Islandpferde des Nachbarn und ist sofort von ihnen in den Bann gezogen. Sie baut schnelle eine Beziehung zu ihnen auf, da sie gerne die Koppel besucht. Besonders der braune Eldur wächst ihr immer mehr ans Herz und wir ihr zu einem wahren Freund.
Ihr Traum geht in Erfüllung als sie Salka, die Tochter der Nachbarn, näher kennenlernt und mit ihr gemeinsam Ritte durch die freie Natur genießen kann. Doch kaum hat sie Eldur ins Herz geschlossen, droht es sie auch schon ihn für immer zu verlieren…
Meine Meinung

Für uns war dies das erste Buch der Autorin Chantal Schreiber aber es wird sicher nicht das letzte sein. Schon das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und spiegelt wieder, worum es in der Geschichte geht.
Die Geschichte ist großartig für pferdeverrückte Mädels, die Augen meiner Tochter haben beim Lesen durchweg gestrahlt und sie wünscht sich unbedingt eine Fortsetzung. Aber als Leser hat man nicht nur an der Pferdegeschichte teil, sondern auch an Evas Familiengeschichte. Ihre Eltern sind getrennt und man erlebt den Verlauf alltäglicher Probleme, die durch Trennungen der Eltern geschehen. Da dies viele Kinder heutzutage erleben und selbst verarbeiten müssen, finde ich es gut, dass dies mit in dieser Geschichte verwebt ist. Vielleicht hilft es auch dem einen oder anderen Kind, das selbst in der Situation ist, damit besser umzugehen.
Ich habe das Buch mit meiner Tochter gemeinsam gelesen bzw. vorgelesen im Wechsel. Was einen dabei sehr stört, sind die schwierigen unaussprechbaren Namen und Wörter Das ist natürlich anders, wenn man selber für sich alleine einfach nur liest.
Davon abgesehen, fanden wir die Geschichte wirklich toll und ich denke jedes pferdeverrückte Mädchen wird sich in die Geschichte von Eva und Eldur verlieben. Der Schreibstil ist einfach fesselnd und auch total kindgerecht für die Altersklasse. Daher gibt’s von uns eine absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 31.12.2018

ein wundervoller Auftakt der Trilogie

Gut Greifenau - Abendglanz
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Downton Abbey in Hinterpommern von 1913 bis 1919 – ich muss ehrlich sagen ich habe es sehr genossen und freue mich auf mehr davon…
„Gut Greifenau – Abendglanz“ ist der erste Teil der Trilogie und beginnt ...


Downton Abbey in Hinterpommern von 1913 bis 1919 – ich muss ehrlich sagen ich habe es sehr genossen und freue mich auf mehr davon…
„Gut Greifenau – Abendglanz“ ist der erste Teil der Trilogie und beginnt im Jahre 1913 mitten in Hinterpommern. Die Geschichte hat mich von Anfang an in Ihren Bann gezogen und die Spannung hielt für mich bis zum Ende, da sich vieles ja auch erst in den weiteren Buchteilen auflösen wird. Das macht die Spannung dann nochmal besonders.
Man taucht ein in die Geschichte der Gutsbesitzerfamilie von Auwitz-Aarhayn. Aber auch an dem Leben der Dorfbewohner und deren Geschichte hat man als Leser teil. Die Charaktere sind wundervoll ausgearbeitet. Konstantin, Katharina und auch Rebecca mag ich hier ganz besonders und bin gespannt, was das Schicksal für sie bereithalten wird.
Bei dem Vater, Adolphis von Auwitz-Aarhayn, da würde ich mir wünschen, dass er sich mehr um seine Familie und deren Probleme kümmert. Was seine Familie betrifft, da ist er jedoch ganz außen vor. Seine Frau Feodora geht einem schon sehr auf die Nerven und man würde sie am liebsten schütteln, aber was wäre ein Downtown Abbey ohne Thomas Barrow – genauso kommt mir Feodora hier in dem Roman teils etwas vor. Man mag sie nicht, aber sie braucht ihre Rolle unbedingt, um der Geschichte mit Spannung zu verleihen und somit hat sie ihre volle Daseinsberechtigung.
Konstantin ist immer für eine Überraschung gut und hat einen sehr vielschichtigen Charakter ich bin gespannt, wie es mit ihm weiter geht.
Man erfährt neben der Handlung auch die Sorgen und Nöte, die die Menschen zu der damaligen Zeit beschäftigten, es war keine einfache Zeit, im Dienste eines Gutsherrn zu stehen und auf diesen angewiesen zu sein. Viele leben und arbeiten unter großem Druck und auch Angst, bei einem Fehler die Arbeit zu verlieren und dann mittellos da zu stehen.
Auch die Kinder der Gutsherrenfamilie haben Angst, wie sie dastehen, wenn sie öffentlich zu ihren Entscheidungen in Bezug auf die Liebe stehen und leben jeder für sich in Heimlichkeit und führen aus dieser Angst heraus teils ein Doppelleben. Auch Katharina, die mit einem der von Preußens verheiratet werden soll, versucht sich mit allen Mitteln gegen den Zwang ihrer Mutter zu wehren. Doch wird sie Erfolg haben? Da bin ich wirklich sehr gespannt auf die Fortsetzung…
Das Geschichte hat für mich alles, was für mich einen rundum guten Roman vereint: eine historische Liebesgeschichte, spannend und zugleich dramatisch inmitten der Zeit des herankommenden 1. Weltkrieges aber auch mit einer passenden Portion Humor.
Ich bin mir sicher, wer Downton Abbey so liebt wie ich, wird sich hier in der Geschichte voller Intrigen, Machenschaften und Geheimnissen pudelwohl fühlen und genauso wie ich den anderen beiden Teilen der Trilogie entgegensehnen.

Veröffentlicht am 16.12.2018

Spiele, Ideen und Geschichten

Voll Weihnachten
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In dem Buch „Voll Weihnachten für Kinder“ findet man eine bunte Mischung aus kurzen Geschichten, Ideen, Spiele, Rätsel und Geschichten. Sie alle sollen Kindern im Alter von 9-12 Jahren helfen, damit sich ...

In dem Buch „Voll Weihnachten für Kinder“ findet man eine bunte Mischung aus kurzen Geschichten, Ideen, Spiele, Rätsel und Geschichten. Sie alle sollen Kindern im Alter von 9-12 Jahren helfen, damit sich die Zeit bis Weihnachten nicht allzu lange hinzieht, etwas Abwechslung in die Adventszeit zu bringen.

Die kurzen Geschichten haben mir gut gefallen. Auch die Quizideen fand ich gut. Bei den Spielen und Rätseln ist es so, dass jeder einfach schauen muss, was zu ihm und seinen Kindern passt. Was dem einen gefällt, gefällt dem anderen wieder nicht so. Da muss man einfach nach den Interessen der Kinder etwas aussuchen. Da hier aber eine gute Mischung vorhanden ist, findet jeder mit Sicherheit einige gute Anregungen und Spiele, um seine Kinder zu beschäftigen.
Was mir als einziger Punkt aber sehr negativ aufgefallen war, sind die Ideen bzw. die Spiele mit Feuer. Zum Beispiel ein Spiel in dem den Kindern die Augen verbunden werden, damit sie dann während die Augen verbunden sind, versuchen eine Kerze anzuzünden. Für mich gilt ganz klar: mit Feuer spielt man nicht und da finde ich auch so eine Idee nicht gerade sehr förderlich, auch wenn das Buch eine Anleitung für Eltern sein soll, so möchte man doch Weihnachten in seiner Wohnung sitzen und nicht auf der Straße, weil diese beim Spielen abgebrannt ist. Das fand ich im Zusammenhang mit Ideen für Kinder gar nicht passend, sondern eher am Ziel vorbei.
Davon abgesehen gefällt mir die Zusammenstellung wirklich gut, auch sind viele Ideen recht kurz und ohne großen Aufwand umzusetzen, sodass man viele Anregungen einfach einmal ausprobieren kann, um zu schauen, ob es einem gefällt.
Gut gefallen haben mir auch die Infos „ schon gewusst...?“ dort durfte ich einige Interessante Dinge erfahren, die ich selbst noch nicht wusste.
Die Adventszeit ist für Kinder ja immer mit höchster Aufregung und Ungeduld verbunden. Um da diese Zeit etwas angenehmer zu gestalten, gemeinsam schöne Momente zu haben und auch einmal bei einer Geschichte zur Ruhe zu kommen, finde ich diese Mischung sehr gelungen und kann dieses Buch abgesehen von den bereits genannten Feuerspielen weiter empfehlen.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Ein Roman mitten aus dem Leben

Das Motel der vergessenen Träume
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Für mich war dies der erste Roman aus der Feder von Katie Ganshert, es wird aber sicher nicht der letzte sein.
Die Geschichte wird im Wechsel aus der Perspektive von Carmen und Gracie erzählt. Jeder Abschnitt ...

Für mich war dies der erste Roman aus der Feder von Katie Ganshert, es wird aber sicher nicht der letzte sein.
Die Geschichte wird im Wechsel aus der Perspektive von Carmen und Gracie erzählt. Jeder Abschnitt ist auch von dem erzählenden Protagonisten überschrieben. Bereits nach dem Prolog war ich sehr gespannt auf die weitere Geschichte. Der Schreibstil ist sehr fließend und einfühlsam, auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Die Protagonisten erleben alle Facetten des Lebens; Höhen und Tiefen, Verletzungen und Enttäuschungen. Aber es gibt auch Hoffnung. Das Geschehene ist sehr plausibel und nachvollziehbar dargestellt. Auch die Gefühlswelt, die die Personen durchleben, kann man gut nachvollziehen.
Gut gefällt mir, dass der christliche Glaube eine große prägende Rolle spielt. Auch, dass Carmen mit Gott hadert, ist sehr plausibel zum reellen Leben beschrieben, denn man kann Carmen gut in ihren Gedanken nachvollziehen, wie sehr sie mit Gott hadert, weil ihr großer Wunsch sich nicht erfüllt.
Auf sehr einfühlsame Art geht die Autorin auch schwierige Themen an, wie Fehlgeburt und Alkoholabhängigkeit. Und es dreht sich um Beziehung, Familie und wie der Titel schon sagt „vergessene Träume“.
Das Cover des Buches finde ich sehr passend gewählt, auch die Farbgestaltung ist sehr stimmig.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen besonders auch durch die christlichen Aspekte.