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Veröffentlicht am 29.08.2017

Wenn Gerechtigkeit zum Luxus wird

Marthas Widerstand
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Martha lebt in einer Welt in der Gerechtigkeit nicht mehr zählt. Hier zählt vor allem macht und Geld. Die Gerichte wurden abgeschafft. Zuschauer bestimmen, ähnlich wie in Big Brother oder anderen Shows ...

Martha lebt in einer Welt in der Gerechtigkeit nicht mehr zählt. Hier zählt vor allem macht und Geld. Die Gerichte wurden abgeschafft. Zuschauer bestimmen, ähnlich wie in Big Brother oder anderen Shows über die Zukunft der vermeintlichen Schuldigen ab. Per kostenpflichtigem Telefonvoting. 7 Tage lang sitzen die Beschuldigten in Zellen und das ganze Land kann zusehen. Nun sitzt Martha in der Zelle. Erstmals eine Minderjährige. Wie werden die Zuschauer abstimmen? Ist sie wirklich schuldig und spielt das überhaupt noch eine Rolle?

Zunächst finde ich das Cover als auch den Titel passend gewählt. Beides fällt sofort auf, hat mich persönlich angesprochen und dazu gebracht dieses Buch zu lesen bzw. mich für die Leserunde zu bewerben.
Der Schreibstil ist flüssig. Kurze und einfache, unverschachtelte Sätze runden das Lesevergnügen ab. Die Geschichte wird größtenteils im personalen Stil erzählt. Der Blickwinkel ist dabei immer auf die verschiedensten Protagonisten gelegt, sodass man die Geschichte aus fast allen Seiten erzählt bekommt. Nur Marthas Kapitel werden in der Ich-Form erzählt. Auch dies spricht für mich für dieses Buch. Es hält das ganze spannend und ich konnte mich dadurch gut in Marthas Reaktionen, Gefühle und Situationen in den sieben Zellen hineinversetzen. Mir war sie von Anfang an sympathisch. Ebenfalls hat man schnell gemerkt, dass sie von jetzt auf gleich erwachsen werden und mir ihrem Leben klarkommen musste. Hilfe anderer annehmen fällt ihr schwer, will sie doch nicht auffallen. Dennoch baut sie Nähe zu einer anderen Protagonistin auf: Eve, ihre soziale Betreuerin. Von ihr hätte ich persönlich noch sehr gern mehr gelesen.
Die Autorin versteht es die Protagonisten mit ihren Eigenarten, ihren Ängsten und sowohl mit ihren guten als auch total schlechten Eigenschaften gekonnt darzustellen. Es wirkte nichts übertrieben dargestellt, es war alles nachvollziehbar und schlüssig.

Ich hätte keine bessere Dystopie als erste Dystopie meines Lebens wählen können als diese hier. Auch, wenn man nur hoffen kann, dass es solch eine Welt niemals geben wird, so ist es dennoch nicht zu unrealistisch. Es werden zudem extrem wichtige politische und auch moralische Themen angesprochen. Die Geschichte hallt noch nach und regt sehr zum Nachdenken an.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen, und zwar nicht nur Jugendlichen. Zudem kommt ein für mich sehr überraschendes Ende, das neugierig auf den nächsten Band macht.

Veröffentlicht am 20.08.2017

Ein Ausflug nach Mallorca

Meeresblau & Mandelblüte
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Leonie hat ihr Leben fest im Griff. Sie ist erfolgreich in ihrem Job, in dem sie schwache Firmen saniert und hat einfach kein Privatleben. Aber auch das ist für Leonie völlig logisch, denn wie soll sie ...

Leonie hat ihr Leben fest im Griff. Sie ist erfolgreich in ihrem Job, in dem sie schwache Firmen saniert und hat einfach kein Privatleben. Aber auch das ist für Leonie völlig logisch, denn wie soll sie sonst ihren Job so gut machen können? Und plötzlich findet sich sich auf einer Beerdigung auf Mallirca wieder und erbt eine Finca. Ihr Plan ist es, die Finca, so wie die maroden Firmen in ihrem Job, zu sanieren und gewinnbringend zu verkaufen. So schwer sollte das ja wohl nicht sein, wären da nicht die vier Senioren, die ihr lebenslanges Wohnrecht nicht aufgeben wollen.

Ein traumhafter Sommerroman, der einem das Gefühl gibt, selbst auf Mallorca zu sen. Zunächst einmal gefällt es mir auch sehr gut, wie die Personen beschrieben und dargestellt werden. Die Figuren geben sofort ein Gesamtbild in meinem Kopf ab. Sicherlich vom Charakter her nicht immer meine besten Freunde, aber wer ist schon ohne Vorurteile?

Der Schreibstil ist flüssig, nicht zu verblumt und realistisch nachvollziehbar. Super! Eine leichte, kurzweilige Sommerlektüre, die in ihrer Handlung an Spannung aufbaut, gewinnt und dann leider ein ganz wenig zu plötzlich endet. Ein oder zwei Kapitel mehr wären nicht zu viel gewesen, hätten die Story vielleicht noch mehr abgerundet. Aber dennoch ist das Ende gut, denn irgendwann muss ein Buch ja leider zu Ende sein.

Ich lege diesen Roman jedem ans Herz, der gerne mal lacht, aber auch mit ernsten "Alltagsproblemen" kein Problem hat. Ich war begeistert und die Fortsetzung würde ich auch sofort lesen wollen!

Veröffentlicht am 09.06.2017

Prima!

Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt
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Bei dieser kurzweiligen Liebeskomödie geht es um die durchaus naive Bea, die um ihren kleinen Braunschweiger Verlag zu retten, die persönliche Anstandsdame von dem verworrenen Bestseller-Autor Tim wird ...

Bei dieser kurzweiligen Liebeskomödie geht es um die durchaus naive Bea, die um ihren kleinen Braunschweiger Verlag zu retten, die persönliche Anstandsdame von dem verworrenen Bestseller-Autor Tim wird und damit überraschend den Weg zu sich selbst findet.

Zunächst möchte ich auf das meiner Meinung nach sehr gelungene, wenn auch schlichte, Cover eingehen, welches mich überhaupt erst auf das Buch hat aufmerksam werden lassen. Das Cover ist lustig, unkonventionell und macht Lust auf mehr. Gerade auch das goldene Konfetti, was auf den ersten Blick nicht so richtig ins Bild passen will, hat dafür gesorgt, dass ich neugierig wurde.

Aufgrund meiner Teilnahme an einer Leserunde habe ich das Buch in drei Abschnitten gelesen. Hätte ich nur für mich gelesen, hätte es passieren können, dass ich das Buch in einem Rutsch verschlungen hätte. Prima! Der Lesestil ist flüssig, alltagstauglich und auf den Punkt gebracht. Bei diesem Roman handelt es sich um leicht bekömmliche Lesekost. Gleichzeitig bin ich auch überrascht. Es ist mein erstes Buch von Kristina Günak und ich kann nicht beurteilen, ob das in all ihren Geschichten so ist, aber ich bin sehr angetan davon, dass hinter dieser Liebesgeschichte so viel mehr steckt. Realistische Figuren, die einem in Braunschweig (oder sonst wo) in die Arme laufen können. Trotz einer Ernsthaftigkeit der Vergangenheit der Protagonisten verliert die Geschichte nicht an Fahrt und auch nicht an Humor.

„Ich gebe zu, diese hochengagierte Rede auf dem Weg im Auto geübt zu haben. Mein Auto war auch ganz beeindruckt. Tim Bergmann nicht.“

In jedem Kapitel zaubert Kristina Günak ein Lächeln auf die Lippen, welches auch schnell zu einem lauten Auflachen ausarten kann. Genauso kann man im nächsten Abschnitt wieder Tragik und Trauer verspüren und miterleben. Alles meiner Meinung nach jedoch realitätsnah und nicht überheblich. Durchaus werden Klischees in dieser Geschichte bedient. Gerade, wenn es um die naive Bea geht. Aber auch dies macht das Ganze für mich unterhaltsam, lesenswert und abwechslungsreich und alles in allem zum Glück nicht typisch Liebesroman.

Die Protagonisten verändern sich im Laufe der Geschichte und man glaubt jeden Gedanken, jedes gesagte Wort sofort. Ich bin wirklich tief beeindruckt, wie sehr dieser Roman gefesselt und die Lachmuskeln angeregt hat. Vielen Dank!

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen und ans Herz legen, der kurzweilige Unterhaltung sucht und auch gerne mal lacht. Nur darf nicht erwartet werden, dass es nur um das Verlieben der zwei Protagonisten geht, am Ende eine Hochzeit gefeiert wird und die achte Schwangerschaft ansteht. Hier bekommt man nämlich Tiefgang und Bauchmuskeln inklusive!

Veröffentlicht am 11.06.2018

Nicht schlecht, aber auch nicht überzeugend!

Tote Mädchen lügen nicht
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Eigentlich lese ich selten noch Jugendliteratur. Das Thema muss mich schon sehr interessieren, oder aber eben - so wie hier - in aller Munde sein, sodass ich neugierig wurde.

Bevor der Hype um die Serie ...

Eigentlich lese ich selten noch Jugendliteratur. Das Thema muss mich schon sehr interessieren, oder aber eben - so wie hier - in aller Munde sein, sodass ich neugierig wurde.

Bevor der Hype um die Serie zu dem Buch aufkam, muss ich gestehen, von diesem Buch noch nichts gehört zu haben. Immer öfter wurde mir jedoch empfohlen die Serie zu gucken, wo doch nun schon die zweite Staffel erschienen ist. Aber so wie ich nun mal bin, musste erst mal das Buch her.

Was soll ich sagen? Die Geschichte ist für mich typisch amerikanisch. Wie man es eben aus Buch und TV kennt mit Partys, Cliquen, Status an der Schule.

Dennoch habe ich das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen, was nicht nur am vereinfachten und sehr flüssigem Schreibstil lag. Zum einen, wollte ich wissen, was Clay mit der Sache zu tun hat, zum Anderen - als ich dann wusste welche Rolle Clay spielt, oder eben welche Rolle nicht - wollte ich wissen, wer nunmehr noch zum Tod von Hannah beigetragen hat. Was letztendlich der Auslöser war und ob das "Warum" wirklich geklärt wurde.

Zunächst gefällt mir der Schreibstil sehr gut. So wird die Geschichte aus Clays Sicht erzählt, aber auch aus Hannas in Form von Kassetten. Man liest, was Hannah auf der Kassette sagt und sofort Clays Reaktion darauf. Dies finde ich spannend umgesetzt und hat mich die Geschichte weiterlesen lassen. Clays Reaktionen und Gefühle werden immer wieder schnell greifbar. Hannah bleibt mir leider total fremd. Ich kann vieles nicht nachvollziehen, manche Geschichten wirken auf mich auch völlig fremd und fiktiv, auch Hannas Reaktionen. Sie wirkt anfangs stark, selbstbewusst. Der wirkliche Auslöser für ihren Schritt in den Selbstmord bleibt für mich einfach nicht greifbar. Auch manche Punkte der Geschichte sind für mich nicht rund, lassen sich nicht nachvollziehen, sind quasi ein bisschen viel auf einmal um wirklich zu sein. Liegt vielleicht aber auch an mir, nicht unbedingt an der Geschichte selbst.

Fazit: Aus emotionaler Sicht ist die Geschichte schwere Kost. Man liest die depressiven Gedanken eines jungen Mädchens, von dem man weiß, dass es bereits gestorben ist. Auch Clays Reaktionen lassen einem dem Atem stocken, man leidet mit. Dennoch hapert es für mich an der Umsetzung der Geschichte. Das Thema finde ich jedoch nach wie vor wichtig und hoffe, dass viele Jugendliche und gern auch Erwachsene anfangen über ihr Handeln, ihr Mobbing o. ä. nachzudenken, denn alles hat Konsequenzen.

Veröffentlicht am 10.06.2018

Spannend bis zur letzten Seite!

Kate Burkholder ermittelt / Blutige Stille
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Bei Blutige Stille handelt es sich um den zweiten Band der Reihe rund um die Ermittlerin und Polizeichefin Kate Burkholder. Das besondere daran ist nicht nur, dass diese Reihe rund um die amische Gemeinde ...

Bei Blutige Stille handelt es sich um den zweiten Band der Reihe rund um die Ermittlerin und Polizeichefin Kate Burkholder. Das besondere daran ist nicht nur, dass diese Reihe rund um die amische Gemeinde in Painters Mill spielt, sondern Kate selbst einmal Mitglied dieser Gemeinde war, was u. a. wieder zu persönlichen Aspekten in den Ermittlungen rund um den Mord an der Familie Plank führt.

Die Geschichte wird in Form der Ermittlungen erzählt. Am Rande erfahren wir aber sowohl etwas über das Leben der Amischen als auch das Privatleben von Kate und ihrer mehr als komplizierten Beziehung zu Tomasetti. Für mich sehr positiv: Raum für das Privatleben der beiden wird eingeräumt, ist aber nicht Hauptbestandteil dieser Geschichte, es ist schließlich ein Thriller.

Trotz anfangs schleppender Ermittlungen lässt Linda Castillo den Spannungsbogen nicht fallen. Im Gegenteil. Die Spannung ist dennoch von Kapitel zu Kapitel spürbar, baut sich langsam auf und wird über mehrere Kapitel gehalten. Die Kapitel in sich sind kurz gehalten, haben meiner Meinung nach genau die richtige Länge (praktischer Weise um auch mal während einer Fahrt in der Straßenbahn oder Ähnlichem zu lesen). Immer wieder fallen die Würfel neu, es tauchen neue Verdächtige auf und bis kurz vor dem Ende ist nicht klar, wer nun wirklich der Mörder ist.

Die Protagonisten sind lebensnah dargestellt, haben Ecken und Kanten - wie Menschen nun einmal sind - und ihre Handlungen sind für mich nachvollziehbar.
Auch ohne den ersten Band gelesen zu haben, kann man "Blutige Stille" lesen.

Fazit: Ein kurzweiliger, wirklich spannender Thriller mit interessanten Nebenthemen, den man bedenkenlos auch als einzelnen Thriller und nicht nur Bestandteil einer Reihe lesen kann.