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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.08.2018

und sie fiel....

Ein Song bleibt für immer
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Zunächst macht das liebevoll gestaltete Cover auf sich aufmerksam: Eine blaue Schalplatte mit heller Mitte auf der sich eine Zeichnung eines Mädchens befindet, die mich selbst stark an Alice im Wunderland ...

Zunächst macht das liebevoll gestaltete Cover auf sich aufmerksam: Eine blaue Schalplatte mit heller Mitte auf der sich eine Zeichnung eines Mädchens befindet, die mich selbst stark an Alice im Wunderland erinnert. Ein Song bleibt für immer. Das Cover spiegelt diesen Titel sehr gut wieder. Es geht also um Musik. Und um so viel mehr.

Das Buch mit einem Tagebucheintrag von Mary aus dem August 1972 in dem sie von der „dramatischen“ Geburt ihrer Tochter und der Mitteilung der Diagnose Mukoviszidose.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr emotional, von Anfang an, was mir sofort gefallen hat. Die Emotionen werden so gut dargestellt, dass ich automatisch mitgefühlt habe.
Die Geschichte wird Kapitelweise aus mehreren Sichten erzählt: Zum einen Marys Tagebucheinträge, aus denen hervorgeht, was es auch als Mutter bedeutet ein Kind mit solch einer schweren, nahezu immer tödlich endenden Krankheit aufwachsen und leben zu sehen. Weitere Kapitel werden aus Toms Sicht erzählt. Der sich in Alice auf den ersten Blick verliebt, sich mit ihrer Krankheit auseinandersetzt und ihr sodann nicht mehr von der Seite weicht. Trotz Höhen und Tiefen. Und zu guter Letzt natürlich auch aus Alice Sicht. Alice die Kämpferin, die im Hier und Jetzt lebt. Alice, die einfach nur ein normales Leben haben und ihren Traum verwirklichen möchte: Sängerin werden! Sie setzt alles daran und wir dürfen sie auf diesem Weg begleiten.

"Wir lachen uns [...] unseren Weg durch dieses verrückte, wundervolle Leben, weil es die einzige Möglichkeit ist, nicht in Schockstarre zu verfallen."

Die Geschichte ist schlüssig, die Krankheit wahrheitsgemäß geschildert. Man merkt, dass die Autorin sich wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Im Nachwort erfährt man auch, dass es Alice wirklich gab. Die Autorin durch Medienberichte auf Alice aufmerksam wurde und den Kontakt zu ihr aufgenommen hat. Die Geschichte hat sie selbst nie losgelassen, sodass das Buch zwar eine fiktive Geschichte ist, diese jedoch auf der wahren Alice Martineau basiert.

Diese Geschichte wird mich noch lange begleiten. Sie behandelt unter anderem auch wichtige Themen, mit denen man sich zumindest einmal auseinandergesetzt haben sollte: Organspende zum Beispiel. Außerdem wird mich Alice in Gedanken eine Weile begleiten. Alice nicht nur als Mukoviszidose-Patientin, sondern vor allem als zielstrebiges, willensstarkes und vor allem tapferes Mädchen.

Fazit: Das Buch strotzt nur so vor Lebenswillen, Mut und Kampfgeist. Alice ist eine launische, aber sehr willensstarke Person und lässt sich trotz Krankheit nicht unterkriegen. Die Geschichte fesselt, sodass ich – wenn ich es nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen hätte – das Buch in einem Rutsch gelesen hätte.
Also, lest dieses Buch: Es ist mehr als lesenswert. Und wenn ihr mir einen weiteren Gefallen tut, setzt euch mit dem Thema Organspende auseinander. D. h. nicht, ihr sollt alle Organspender werden, aber bitte, beschäftigt euch damit, damit ihr diese Frage für euch beantwortet könnt.

Veröffentlicht am 29.08.2017

Wenn Gerechtigkeit zum Luxus wird

Marthas Widerstand
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Martha lebt in einer Welt in der Gerechtigkeit nicht mehr zählt. Hier zählt vor allem macht und Geld. Die Gerichte wurden abgeschafft. Zuschauer bestimmen, ähnlich wie in Big Brother oder anderen Shows ...

Martha lebt in einer Welt in der Gerechtigkeit nicht mehr zählt. Hier zählt vor allem macht und Geld. Die Gerichte wurden abgeschafft. Zuschauer bestimmen, ähnlich wie in Big Brother oder anderen Shows über die Zukunft der vermeintlichen Schuldigen ab. Per kostenpflichtigem Telefonvoting. 7 Tage lang sitzen die Beschuldigten in Zellen und das ganze Land kann zusehen. Nun sitzt Martha in der Zelle. Erstmals eine Minderjährige. Wie werden die Zuschauer abstimmen? Ist sie wirklich schuldig und spielt das überhaupt noch eine Rolle?

Zunächst finde ich das Cover als auch den Titel passend gewählt. Beides fällt sofort auf, hat mich persönlich angesprochen und dazu gebracht dieses Buch zu lesen bzw. mich für die Leserunde zu bewerben.
Der Schreibstil ist flüssig. Kurze und einfache, unverschachtelte Sätze runden das Lesevergnügen ab. Die Geschichte wird größtenteils im personalen Stil erzählt. Der Blickwinkel ist dabei immer auf die verschiedensten Protagonisten gelegt, sodass man die Geschichte aus fast allen Seiten erzählt bekommt. Nur Marthas Kapitel werden in der Ich-Form erzählt. Auch dies spricht für mich für dieses Buch. Es hält das ganze spannend und ich konnte mich dadurch gut in Marthas Reaktionen, Gefühle und Situationen in den sieben Zellen hineinversetzen. Mir war sie von Anfang an sympathisch. Ebenfalls hat man schnell gemerkt, dass sie von jetzt auf gleich erwachsen werden und mir ihrem Leben klarkommen musste. Hilfe anderer annehmen fällt ihr schwer, will sie doch nicht auffallen. Dennoch baut sie Nähe zu einer anderen Protagonistin auf: Eve, ihre soziale Betreuerin. Von ihr hätte ich persönlich noch sehr gern mehr gelesen.
Die Autorin versteht es die Protagonisten mit ihren Eigenarten, ihren Ängsten und sowohl mit ihren guten als auch total schlechten Eigenschaften gekonnt darzustellen. Es wirkte nichts übertrieben dargestellt, es war alles nachvollziehbar und schlüssig.

Ich hätte keine bessere Dystopie als erste Dystopie meines Lebens wählen können als diese hier. Auch, wenn man nur hoffen kann, dass es solch eine Welt niemals geben wird, so ist es dennoch nicht zu unrealistisch. Es werden zudem extrem wichtige politische und auch moralische Themen angesprochen. Die Geschichte hallt noch nach und regt sehr zum Nachdenken an.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen, und zwar nicht nur Jugendlichen. Zudem kommt ein für mich sehr überraschendes Ende, das neugierig auf den nächsten Band macht.

Veröffentlicht am 20.08.2017

Ein Ausflug nach Mallorca

Meeresblau & Mandelblüte
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Leonie hat ihr Leben fest im Griff. Sie ist erfolgreich in ihrem Job, in dem sie schwache Firmen saniert und hat einfach kein Privatleben. Aber auch das ist für Leonie völlig logisch, denn wie soll sie ...

Leonie hat ihr Leben fest im Griff. Sie ist erfolgreich in ihrem Job, in dem sie schwache Firmen saniert und hat einfach kein Privatleben. Aber auch das ist für Leonie völlig logisch, denn wie soll sie sonst ihren Job so gut machen können? Und plötzlich findet sich sich auf einer Beerdigung auf Mallirca wieder und erbt eine Finca. Ihr Plan ist es, die Finca, so wie die maroden Firmen in ihrem Job, zu sanieren und gewinnbringend zu verkaufen. So schwer sollte das ja wohl nicht sein, wären da nicht die vier Senioren, die ihr lebenslanges Wohnrecht nicht aufgeben wollen.

Ein traumhafter Sommerroman, der einem das Gefühl gibt, selbst auf Mallorca zu sen. Zunächst einmal gefällt es mir auch sehr gut, wie die Personen beschrieben und dargestellt werden. Die Figuren geben sofort ein Gesamtbild in meinem Kopf ab. Sicherlich vom Charakter her nicht immer meine besten Freunde, aber wer ist schon ohne Vorurteile?

Der Schreibstil ist flüssig, nicht zu verblumt und realistisch nachvollziehbar. Super! Eine leichte, kurzweilige Sommerlektüre, die in ihrer Handlung an Spannung aufbaut, gewinnt und dann leider ein ganz wenig zu plötzlich endet. Ein oder zwei Kapitel mehr wären nicht zu viel gewesen, hätten die Story vielleicht noch mehr abgerundet. Aber dennoch ist das Ende gut, denn irgendwann muss ein Buch ja leider zu Ende sein.

Ich lege diesen Roman jedem ans Herz, der gerne mal lacht, aber auch mit ernsten "Alltagsproblemen" kein Problem hat. Ich war begeistert und die Fortsetzung würde ich auch sofort lesen wollen!

Veröffentlicht am 09.06.2017

Prima!

Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt
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Bei dieser kurzweiligen Liebeskomödie geht es um die durchaus naive Bea, die um ihren kleinen Braunschweiger Verlag zu retten, die persönliche Anstandsdame von dem verworrenen Bestseller-Autor Tim wird ...

Bei dieser kurzweiligen Liebeskomödie geht es um die durchaus naive Bea, die um ihren kleinen Braunschweiger Verlag zu retten, die persönliche Anstandsdame von dem verworrenen Bestseller-Autor Tim wird und damit überraschend den Weg zu sich selbst findet.

Zunächst möchte ich auf das meiner Meinung nach sehr gelungene, wenn auch schlichte, Cover eingehen, welches mich überhaupt erst auf das Buch hat aufmerksam werden lassen. Das Cover ist lustig, unkonventionell und macht Lust auf mehr. Gerade auch das goldene Konfetti, was auf den ersten Blick nicht so richtig ins Bild passen will, hat dafür gesorgt, dass ich neugierig wurde.

Aufgrund meiner Teilnahme an einer Leserunde habe ich das Buch in drei Abschnitten gelesen. Hätte ich nur für mich gelesen, hätte es passieren können, dass ich das Buch in einem Rutsch verschlungen hätte. Prima! Der Lesestil ist flüssig, alltagstauglich und auf den Punkt gebracht. Bei diesem Roman handelt es sich um leicht bekömmliche Lesekost. Gleichzeitig bin ich auch überrascht. Es ist mein erstes Buch von Kristina Günak und ich kann nicht beurteilen, ob das in all ihren Geschichten so ist, aber ich bin sehr angetan davon, dass hinter dieser Liebesgeschichte so viel mehr steckt. Realistische Figuren, die einem in Braunschweig (oder sonst wo) in die Arme laufen können. Trotz einer Ernsthaftigkeit der Vergangenheit der Protagonisten verliert die Geschichte nicht an Fahrt und auch nicht an Humor.

„Ich gebe zu, diese hochengagierte Rede auf dem Weg im Auto geübt zu haben. Mein Auto war auch ganz beeindruckt. Tim Bergmann nicht.“

In jedem Kapitel zaubert Kristina Günak ein Lächeln auf die Lippen, welches auch schnell zu einem lauten Auflachen ausarten kann. Genauso kann man im nächsten Abschnitt wieder Tragik und Trauer verspüren und miterleben. Alles meiner Meinung nach jedoch realitätsnah und nicht überheblich. Durchaus werden Klischees in dieser Geschichte bedient. Gerade, wenn es um die naive Bea geht. Aber auch dies macht das Ganze für mich unterhaltsam, lesenswert und abwechslungsreich und alles in allem zum Glück nicht typisch Liebesroman.

Die Protagonisten verändern sich im Laufe der Geschichte und man glaubt jeden Gedanken, jedes gesagte Wort sofort. Ich bin wirklich tief beeindruckt, wie sehr dieser Roman gefesselt und die Lachmuskeln angeregt hat. Vielen Dank!

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen und ans Herz legen, der kurzweilige Unterhaltung sucht und auch gerne mal lacht. Nur darf nicht erwartet werden, dass es nur um das Verlieben der zwei Protagonisten geht, am Ende eine Hochzeit gefeiert wird und die achte Schwangerschaft ansteht. Hier bekommt man nämlich Tiefgang und Bauchmuskeln inklusive!

Veröffentlicht am 03.07.2018

Spannung von Anfang bis Ende!

Das Haus der Mädchen
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Ein Krankenpfleger beobachtet zufällig eine Entführung und bezahlt dafür mit seinem Leben. Freddy - erst seit kurzem Obdachlos - beobachtet den Mord und ist seit dem auf der Flucht vor dem Mörder.
Fast ...

Ein Krankenpfleger beobachtet zufällig eine Entführung und bezahlt dafür mit seinem Leben. Freddy - erst seit kurzem Obdachlos - beobachtet den Mord und ist seit dem auf der Flucht vor dem Mörder.
Fast gleichzeitig strandet Leni in Hamburg um bei einem Verlag ein Praktikum zu absolvieren, freundet sich mit einer Mitbewohnerin in ihrer Unterkunft an und macht sich auf die Suche nach ihr als diese plötzlich spurlos verschwunden ist. Während Leni ihre Mitbewohner sucht und Freddy auf der Suche nach dem Mörder ist kreuzen sich ihre Wege und eine spannende Geschichte rund um die Ermittlungen von Komissar Jens Kerner bezüglich einiger Reihe verschwundener Mädchen nimmt ihren Lauf.

Ich muss gestehen, dies ist mein erstes Buch vom Autor Andreas Winkelmann, aber es wird definitiv nicht mein letztes sein.
Die Geschichte ist durch und durch spannend, ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand nehmen.
Der Schreibstil ist klar, verständlich, nachvollziehbar und beschreibend.
Die Erzählperspektive dieses Thrillers wechselt ständig zwischen den Protagonisten, baut damit Spannung auf, bleibt realitätsnah und schlägt immer wieder andere Richtungen ein.
Die Ermittlungen laufen schleppend, jeder Verdächtige rückt irgendwann in den Mittelpunkt und bis zu einer Wende der Erzählung, zum Glück weit am Ende der Geschichte, ist einem als Leser das Motiv der Morde als auch der Täter selbst unklar.

Ein gelungener deutscher Thriller, nicht typisch aber dafür spannend! Sehr zu empfehlen!