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Nadines_Buecher

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2020

Von Vätern und Töchtern

Blutroter Schatten
1

Die Tochter eines in Sicherungsverwahrung befindlichen Serienmörders soll die einzige sein, die dazu beitragen kann den Schlitzer von München zu fassen. Ebenfalls ein Serientäter, der bei seinen Opfern ...

Die Tochter eines in Sicherungsverwahrung befindlichen Serienmörders soll die einzige sein, die dazu beitragen kann den Schlitzer von München zu fassen. Ebenfalls ein Serientäter, der bei seinen Opfern eine Empfehlung des Vaters Thomas Rohde hinterlässt. Die junge Frau bringt dies an die Grenzen, denn nicht nur Vergangenheitsbewältigung sondern auch persönliche Verwicklungen der ermittelnden Kommissare zum Fall Rohde oder Kämpfe mit der mehr als aufdringlichen Presse flankieren die Ermittlungen von Nadine Herfurth. Dass Rohde nur seiner Tochter Sam den Namen des Schlitzers verraten will, dies jedoch von Treffen zu Treffen mit ihr hinauszögert, scheint einem perfiden Plan zugrunde zu liegen. Blutig wird es, bis zur Katharsis, und einem Twist, der das Böse in der Welt lässt. Mal ein solider deutscher Thriller, der mit dem Zweifel an so manchem Protagonisten spielt. Der Fall nach einem Traum Sams benannt, die Kommissarin nachvollziehbar, die Charaktere gut durchleuchtet. Denn neben Sam, der Polizei und Rohde wird auch dem Schlitzer ein Erzählstrang gewidmet, um zu erzählten wie er wurde was er ist.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 11.09.2020

Gute Krimi-Unterhaltung für Zwischendurch

Bunburry - Nur das Schaf war Zeuge
1

Ein Reigen an sehr eigenen aber umso liebenswerteren britischen Charakteren aus dem Dörfchen Bunnbury, die den Kriminalroman ausmachen: Start-Up-Multimillionär Alfie und die beiden legendäres Karamell ...

Ein Reigen an sehr eigenen aber umso liebenswerteren britischen Charakteren aus dem Dörfchen Bunnbury, die den Kriminalroman ausmachen: Start-Up-Multimillionär Alfie und die beiden legendäres Karamell herstellenden älteren Damen Marge und Liz lösen im beschaulichen England Kriminalfälle, dies zusammen mit Polizistin Emma, gleichzeitig Marges Nichte. Hinzu kommen je nach Fall weitere Figuren aus dem Dorf oder dem Bekanntenkreis der Protagonistinnen und Protagonisten: Pubbesitzerin Edith, ihr Sohn William und die vegane Schwiegertochter, ein aufdringlicher und schlecht zitierender Journalist, ein moderner Oscar Wilde, ein Druide und eine ganze Reihe an Chefs, die eher schlecht wegkommen, da sie Arbeit gerne und grundsätzlich ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern überlassen. Hinzu kommt dieses Mal noch eine Detektivin, von Alfie beauftrag seinen Vater zu finden, der angeblich eine Affäre mit seiner Erbtante und Freundin von Marge und Liz hatte. Der Mord, den es aufzuklären gilt, ist in einer Survival-Training-Gruppe passiert, der Tote wurde von einem Schäfer in einem Steinbruch gefunden. Also liegt es nahe, dass Londoner Alfie sich der Gruppe anschließen soll. Wie ein Vorabend-Krimi im Fernsehen in idyllischer Gegend bietet der Kriminalroman kurzweilige Unterhaltung und besticht, wie bereits mehrfach erwähnt, durch die handelnden Personen. Mehr über diese erfährt man, wenn man die gesamte Buchreihe verfolgt. Denn neben der jeweiligen Aufklärung gibt es auch Erzählstränge, die sich über mehrere Bände erstrecken, so wie die Suche nach Alfies Vater. Die Buchcover sind hübsch gestaltet, englisch-idyllisch, mit jeweils einer anderen Blüte, die den Titel der Reihe begleitet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2020

Vernissage einer Familiengeschichte

Die Galerie am Potsdamer Platz
1

Die Geschichte einer Tochter aus ungewöhnlichen Lebensverhältnissen, die von ihrer Großmutter aus gutsituiertem Berliner Hause erfahren möchte, was ihrer Mutter einst das Herz brach. So macht sich Alice ...

Die Geschichte einer Tochter aus ungewöhnlichen Lebensverhältnissen, die von ihrer Großmutter aus gutsituiertem Berliner Hause erfahren möchte, was ihrer Mutter einst das Herz brach. So macht sich Alice nach dem frühen Tod ihrer Mutter auf zu deren Familie nach Berlin, wo sie von der ebenfalls von der Großmutter leidlich geduldeten Tante herzlich aufgenommen wird in die Galeristenfamilie Waldmann. Geprägt durch ihren Künstlervater, mit abgebrochenem Kunsthistorik-Studium und Spaß an der Fotografie lebt sich Alice auch mithilfe ihrer beiden Onkeln, die unterschiedlicher nicht sein könnten - der Professor und der Nachtclub-Besitzer, recht gut ein. Doch Großmutter Helena bleibt Eisblock und Sphinx in Personalunion. Ihre Enkelin kommt ihr nur so nah, als dass die alte Dame sie bei der Arbeit mit ihren Fotografien beobachtet. Natürlich dürfen eine komplizierte Liebe sowie die Versuchungen der wilden 20er Jahre im Sündenbabel Berlin nicht fehlen. Doch die gesamte Geschichte bleibt recht harmlos, oberflächlich und fasst zu blass. So richtig skandalös wird es diesbezüglich nicht. Vielleicht, um die eigentliche Pikanterie innerhalb der Familie nicht zu verwässern. Das wiederum wäre ein gelungener Kniff. Schöne Lektüre, schöne Geschichte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2019

Nachgestellter Film-Mord für ein neues Ermittler-Duo

Tödlicher Schnitt
1

Was passiert, wenn ein bekannter amerikanischer Serienschauspieler tot in einem Berliner Pool treibt? Neben allerlei Eitelkeiten, schmutziger Wäsche und Assoziationen zu einer bekannten Filmszene ruft ...

Was passiert, wenn ein bekannter amerikanischer Serienschauspieler tot in einem Berliner Pool treibt? Neben allerlei Eitelkeiten, schmutziger Wäsche und Assoziationen zu einer bekannten Filmszene ruft dies neben der Berliner Polizei auch Verstärkung aus Los Angeles auf den Plan. Kommissarin Lenz, Einzelgängerin und auf den ersten Blick sozial schwierig, wird von Detective Cassidy unterstützt, unkomplizierter US-Amerikaner mit deutscher Mutter, dem der Kontinentwechsel auch aus privaten Gründen gut tut. Doch das ist noch lange nicht alles. Schauspielerei, psychische Störungen, falsche Spuren, ein Fall mit fremdem Ermittlungs-Partner, Berliner Schauplätze und schließlich interessant umgesetzte Motive hinter einem abgründigen Mordmotiv machen die Story zu einem spannenden, einem Vorabend-Krimi gleich kommenden Lesevergnügen.
Ich würde gerne mehr vom deutsch-amerikanischen Ermittler-Duo lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Spannung
Veröffentlicht am 04.03.2017

Erfindergeist, Geld und Macht - die Erleuchter der neuen Welt

Die letzten Tage der Nacht
1

Ein historischer Roman über die ausgetüftelten Patentstreitigkeiten der großen Erfinder Thomas Alva Edison und George Westinghouse, die schließlich ermöglichen dass sich der Wechselstrom durchsetzt und ...

Ein historischer Roman über die ausgetüftelten Patentstreitigkeiten der großen Erfinder Thomas Alva Edison und George Westinghouse, die schließlich ermöglichen dass sich der Wechselstrom durchsetzt und General Electric die Haushalte der USA erleuchtet.
Anstelle die beiden Erfinder zu Wort kommen zu lassen, ist der junge, unerfahrene Anwalt Paul Cravat Protagonist der Geschichte. Zunächst sieht es so aus, als würden die sich häufenden Klagen von Edison gegen seinen Klienten Westinhouse Paul zermürben, doch allmählich wächst er in die taktischen Begleitumstände seines Berufsstandes hinein und ermittelt selbst, ohne vor kleinen Einbrüchen, Spionage, Bestechung und Manipulation zurückzuschrecken. Dies jedoch nach wie vor liebenswert und charmant. Weibliche Hauptrolle spielt die Met-Sängerin Angnes, selbst Meisterin des Versteckspiels, clever und interessant, aber schließlich Vertraute des jungen Anwalts. Neben den Erfindern sind Protagonist und kongeniale Heldin jedoch nicht die einzigen interessanten Charaktere der Geschichte, die mit altertümlichen und modernen Zitaten genialer Erfinder und Visionäre vor den Kapiteln eingeleitet werden. Weitere Erfinder, Investoren und historische Persönlichkeiten treten auf und verleihen dem Roman seine ganz eigene Note.
Intelligent geschrieben und ausgezeichnet formuliert ist der Roman kein Buch, das man "mal eben" liest. Vielmehr hat es, auch wegen seiner historischen Belege, verdient, dass jeder Satz genossen, ausgekostet und gewürdigt wird, so dass der Handlung optimal gefolgt werden kann.
Die Covergestaltung - eine Glühbirne inmitten der die Freiheitsstatue zu glühen scheint, dies vor nachtblauem Hintergrund - scheint flächig und einfach, ist aber ebenso genial wie der Inhalt des Buchs.

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