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Nadines_Buecher

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2020

Genau so ist sie, die erste Liebe

Sweet Sorrow
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David Nicholls nimmt uns mit - emotional und inhaltlich. Wir erleben den Beginn der ersten Liebe von Charlie Lewis, gerade mit der Schule fertig, perspektivlos, in jeder Hinsicht Mittelmaß, mit schwierigen ...

David Nicholls nimmt uns mit - emotional und inhaltlich. Wir erleben den Beginn der ersten Liebe von Charlie Lewis, gerade mit der Schule fertig, perspektivlos, in jeder Hinsicht Mittelmaß, mit schwierigen Familienverhältnissen und von Testosteron und Gewalt geprägten Jungsfreundschaften. Zufällig - oder sollte man von Schicksal sprechen - begegnet er auf der täglichen Flucht vor seinem depressiven Vater und den deprimierenden Verhältnissen zuhause Fran Fisher. Sie hat sich einem Theater-Workshop angeschlossen, soll die Hauptrolle in der Shakespeare-Aufführung - was kann es anderes sein als Romeo und Julia - spielen. Ist sie das Gegenstück zu Charlie, weil sie eine Privatschule besucht hat, ein nettes und unterstützendes Elternhaus hat und ihr aufgrund guter Noten die Berufswelt offensteht? Da Charlie Fran nicht aus dem Kopf geht, schließt er sich tatsächlich der Theatergruppe an. Auch wenn er täglich mit dem "ich geh' nicht mehr hin" kämpft. Ähnlich muss man bei der Lektüre mit den detaillierten Beschreibungen der Tage und Übungen des Workshops und Shakespeares Stück kämpfen. Bis man zu den eingeschobenen, erlösenden Zwischenkapiteln kommt, die uns einen Blick in Charlies Zukunft werfen lassen.
Schließlich kommt man zu dem Schluss, dass alles gut ist so wie es ist. Und das ist schön. Ein hoch auf die erste Liebe und unterstützende, bedingungslose Freundschaften, die das Beste aus dem Ich herausholen und Leben verändern können.
Das Cover mit der Sommerwiese und Schmetterlingen unterstützt das, ebenso wie der aus auf den ersten Blick gegensätzlichen Worten bestehende Titel.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2019

Romantisches Abenteuer in den Highlands

Die englische Lady und der Rebell
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Englische Pastorentochter trifft Highlander – und schon wird’s interessant. Denn sie hält ihn für einen ungehobelten Bauern, er ist sich nicht sicher, ob sie nicht doch eine englische Spionin ist. Trotz ...

Englische Pastorentochter trifft Highlander – und schon wird’s interessant. Denn sie hält ihn für einen ungehobelten Bauern, er ist sich nicht sicher, ob sie nicht doch eine englische Spionin ist. Trotz ihrer Bildung und der oftmals hervortretenden Lehrerinnenhaftigkeit kann Prudence jedoch auch anpacken, zeigt sich robust und mutig. Lachann ist geschickt und nimmt seine Aufgabe, Prudence bei ihrem Onkel heil abzuliefern, durchaus verantwortungsbewusst wahr. Noch dazu ist er ein guter Gesprächspartner, wenn er nicht gerade wachsam die Umgebung im Auge behält. Denn schließlich ist er ein aus dem Gefängnis geflohener und gesuchter Aufständischer. Auf der Reise gibt es die ein oder andere prickelnde Situation, die beiden kommen sich nah. Denn Prudence ist von dem Kilt tragenden Naturburschen ebenso begeistert wie er von ihren rosaroten Seidenstrümpfen und dem Inhalt ihres Mieders. Doch Prudence weiß, dass sie sich zurückhalten muss. Denn Lachann ist mit der Frau verheiratet, die Prudence, nachdem ihre Reisebegleiter sie im wahrsten Sinne des Wortes entsorgt hatten, wochenlang gesund pflegt. Und so gibt es Missverständnisse, gefährliche, heikle, aber auch urkomische Situationen vor dem Hintergrund der Jakobitenaufstände.

Einzig die an einigen Stellen merkwürdige Wortwahl, historisches Setting hin oder her, wie das oft verwendete „Sapperment“, verwirrt. Nichts desto trotz habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.

  • Gefühl
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2019

Blick in eine Künstlerseele

Die Dame hinter dem Vorhang
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Kann man es über dreißig Jahre als Hausmädchen an der Seite einer exzentrischen Dichterin aushalten? Was treibt Jane Banister an, diesen Job so lange Zeit durch alle emotionalen und finanziellen Höhen ...

Kann man es über dreißig Jahre als Hausmädchen an der Seite einer exzentrischen Dichterin aushalten? Was treibt Jane Banister an, diesen Job so lange Zeit durch alle emotionalen und finanziellen Höhen und Tiefen hinweg durchzustehen? Das Erbe ihrer Mutter Emma, als Kind Freundin von Edith Sitwell und später Vorgängerin als vertrautes Hausmädchen? Die Bewunderung gegenüber einer schillernden und zugleich traurigen Persönlichkeit, die es ermöglicht, um die Welt zu reisen, sowohl Europa als auch die USA und seine ebenso exzentrischen Künstler kennenzulernen? Oder lediglich die Profane Hoffnung, endlich zu erfahren wer der eigene Vater ist? Nun, von allem ein wenig und ganz viel Zuneigung zu einer Künstlerseele, deren Portrait uns aus Janes Sicht gezeichnet wird. Von Kindheit an über den künstlerischen Erfolg, den Auswirkungen von Alkohol und nicht erwiederter Liebe bis hin zu Krankheit und Verfall. Gleichzeitig wird ein Bild einer Epoche, vor, während und nach den Weltkriegen geliefert und Einblick in die Welt des Adels, der Hausangestellten und der Künstlerszene in dieser Zeit gegeben. Dies alles niemals voyeuristisch, sondern immer wertschätzend und gelassen. Das macht die Lektüre beeindruckend, ebenso wie es die beiden Hauptcharaktere, zwei Frauen unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten, sind. Allerdings muss man sich auf die Story einlassen, beizeiten staut der Lesefluss.

Veröffentlicht am 07.09.2019

Legenden aus dem Kalten Krieg

Dead Lions
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Jackson Lamb, Leiter der "Zweigstelle" des MI5, der gescheiterte Existenzen und verbrannte Agenten verwaltet, wird merkwürdig lebendig, als ein unbedeutender Ex-Teilzeit-Spion aus dem Kalten Krieg ermordet ...

Jackson Lamb, Leiter der "Zweigstelle" des MI5, der gescheiterte Existenzen und verbrannte Agenten verwaltet, wird merkwürdig lebendig, als ein unbedeutender Ex-Teilzeit-Spion aus dem Kalten Krieg ermordet wird. Was steckt hinter dem Tod des unbedeutenden Ex-Kollegen? Die Slow Horses nehmen die Fährte auf, beweisen auch in ihrem zweiten "richtigen" Fall an vielen Stellen jedoch erneut, warum sie auf der Strafbank sitzen, aber auch, was Teamarbeit bewirken kann. Denn nach wie vor hegt jeder von ihnen die Hoffnung, sich zurück in das Hauptquartier am Regents Park zu dienen. Was der dortige Emporkömmling Webb weidlich ausnutzt. Doch geht er einem russischen Schwarzen Schwan auf den Leim und empfiehlt er sich damit selbst als Slow Horse? Ein weiterer, bereits bekannter lahmer Gaul muss auch in diesem Band sein Leben lassen. Was hoffentlich die Anzahl der Fortsetzungen nicht vorhersehbar macht. Wieder ein Krimi, der Spaß macht. Durch die kurzen Szenenwechsel entsteht Tempo und Spannung an genau den richtigen Stellen.

Veröffentlicht am 17.08.2019

Krimi: Krasse Einsätze / Persönlichkeitsstory: Blendung und Einsicht

Geblendet
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Elite-Ermittlerin Jenny Aaron will wieder sehen, fünf Jahre der Erblindung endlich hinter sich lassen. Das allein meint sie sei der Schlüssel, wieder glücklich sein zu können. Spezialist Prof. Reimann ...

Elite-Ermittlerin Jenny Aaron will wieder sehen, fünf Jahre der Erblindung endlich hinter sich lassen. Das allein meint sie sei der Schlüssel, wieder glücklich sein zu können. Spezialist Prof. Reimann könnte es ihr ermöglichen, wenn sie sich seiner Therapie überlässt. Doch ein krasser Einsatz für "die Abteilung" kommt dazwischen. Jenny muss auf die harte Tour und durch große Verluste zu der Erkenntnis kommen, was wirklich für sie zählt. Der Fall, an dem die Sondereinheit diesmal arbeitet, betrifft die nationale und internationale Politik und ihre Verstrickung in kriminelle Machenschaften gleichermaßen wie Jennys eigene Familiengeschichte. Die Auftragskillerin, die es zu jagen gilt, hat einen ähnlichen Lebenslauf wie Jenny selbst, bezeichnet sich als ihre Schwester. Doch sie scheint der Ermittlerin einen Schritt der Erkenntnis voraus zu sein. Bis hin dazu, dass das Hauptquartier der Abteilung mit einer Bombe in die Luft gejagt wird, die Chefin auf das politische Glatteis gerät und aus den ersten beiden Bänden bekannte Charaktere ihr Leben lassen müssen. Der Autor bearbeitet dies mit einem interessanten Kniff. Wie auch in den Storys zuvor sind wir ganz nah an den, teils kaputten, Menschen dran, die zum Töten ausgebildet wurden, um ein höheres Gutz zu schützen - ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben und ihre Familien. Wieder ein kraftvoller Kriminalfall. Hoffentlich nicht der letzte der Reihe.
Das Cover reiht sich exzellent nach "Endgültig" und "Niemals" ein: auffällige Farbe, Titel über die gesamte Vorderseite hinweg gesetzt, in Braille-Schrift ausgegeben, schwarz umrandete Seiten.