Profilbild von Nadines_Buecher

Nadines_Buecher

Lesejury Profi
offline

Nadines_Buecher ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Nadines_Buecher über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2020

Lese- und Entdeckungsspaß

Einfach alles!
0

14 Millionen Jahre Erdgeschichte auf 339 Seiten - dass eine solche Darstellung möglich ist, zeigt Historiker Christopher Lloyd erneut in einem Buch, diesmal aufbereitet für Kinder. So werden Geschichte ...

14 Millionen Jahre Erdgeschichte auf 339 Seiten - dass eine solche Darstellung möglich ist, zeigt Historiker Christopher Lloyd erneut in einem Buch, diesmal aufbereitet für Kinder. So werden Geschichte und Geschichten vom Urknall bis zur Klimaerwärmung, den Lebewesen auf der Erde, Hochkulturen, Erfindungen, Kriege und auch allerlei Grausames mit gut gewählten Bildern, Zeichnungen und Zitaten bunt und in angenehmer Sprache großartig dargestellt. Besonders schön, dass die Geschehnisse auf verschiedenen Erdteilen und ihre Konsequenzen miteinander in Beziehung gesetzt werden - etwas, was mir persönlich im Geschichtsunterricht immer fehlte. Studierte Historiker mögen die ein oder andere Unschärfe kritisieren, doch das Publikum ist hier eben ein anderes. Wenn das Buch Lust machen soll, etwas über die Erdgeschichte zu erfahren, dann ist dies fabelhaft gelungen. Schön die Ankündigung des Autors, dass ein weiteres Buch über die gezeigte Zeitspanne, "Einfach alles weitere", zu Musik, Literatur, weiteren berühmten und bekannten Persönlichkeiten usw. vorstellbar ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2020

Psycho-Krimi: Annahmen und ihre Folgen

LITTLE LIES – Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht
0

In der amerikanischen Provinz, einem durch die IT-Branche gerade wieder aufstrebenden Kleinstädtchen, wird eine Frau lebensgefährlich verletzt, die der Protagonistin und Ich-Erzählerin Leah Stevens ähnlich ...

In der amerikanischen Provinz, einem durch die IT-Branche gerade wieder aufstrebenden Kleinstädtchen, wird eine Frau lebensgefährlich verletzt, die der Protagonistin und Ich-Erzählerin Leah Stevens ähnlich sieht. Die geschasste Ex-Journalistin und Neu-Lehrerin ist sich sicher, dass der Schul-Coach sie gestalkt hat, folglich er die beiden Frauen verwechselt und somit für den Überfall verantwortlich ist. Während sich die Polizei mit dem Fall und damit auch mit Leah beschäftigt, läuft im Hintergrund ein typisches Szenario von ursprünglichen Städtern und Zugezogenen, die jeweils Partei ergreifen. Dies zeigt sich insbesondere auch an Leahs Schülerinnen und Schülern, ihren Reaktionen im Klassenraum. Nachdem kurz darauf Leahs Mitbewohnerin Emmy Grey verschwindet und Häppchenweise aus Leahs Journalisten-Vergangenheit und der Aktion, die sie beruflich zu Fall gebracht hat, erzählt wird, ist man sich plötzlich nicht mehr so sicher, ob Emmy tatsächlich eine real existierende Person oder ein Hirngespinst Leahs, vielleicht ihr Alter Ego ist. Obwohl Polizist Kyle ein Verhältnis mit Leah beginnt, wird aufgrund fehlender Spuren in jeglicher Richtung immer zweifelhafter, ob sie tatsächlich glaubwürdig ist. Also forscht Leah, ganz jagende und getriebene Journalistin, in Emmys, ihrer persönlichen und in ihrer journalistischen Vergangenheit nach, um sich über sich selbst klar zu werden. Schließlich folgt Erkenntnis auf Erkenntnis, Wendepunkt auf Wendepunkt - und der Psycho-Krimi wird zum Pageturner, da man wissen möchte, was zur Katharsis mit Showdown in der amerikanischen Provinz führte, und warum alles so kommen musste, wie es kam. Wahrheit und Objektivität, deren leichte Beeinflussbarkeit, sind großes Thema der Story.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2020

Genau so ist sie, die erste Liebe

Sweet Sorrow
0

David Nicholls nimmt uns mit - emotional und inhaltlich. Wir erleben den Beginn der ersten Liebe von Charlie Lewis, gerade mit der Schule fertig, perspektivlos, in jeder Hinsicht Mittelmaß, mit schwierigen ...

David Nicholls nimmt uns mit - emotional und inhaltlich. Wir erleben den Beginn der ersten Liebe von Charlie Lewis, gerade mit der Schule fertig, perspektivlos, in jeder Hinsicht Mittelmaß, mit schwierigen Familienverhältnissen und von Testosteron und Gewalt geprägten Jungsfreundschaften. Zufällig - oder sollte man von Schicksal sprechen - begegnet er auf der täglichen Flucht vor seinem depressiven Vater und den deprimierenden Verhältnissen zuhause Fran Fisher. Sie hat sich einem Theater-Workshop angeschlossen, soll die Hauptrolle in der Shakespeare-Aufführung - was kann es anderes sein als Romeo und Julia - spielen. Ist sie das Gegenstück zu Charlie, weil sie eine Privatschule besucht hat, ein nettes und unterstützendes Elternhaus hat und ihr aufgrund guter Noten die Berufswelt offensteht? Da Charlie Fran nicht aus dem Kopf geht, schließt er sich tatsächlich der Theatergruppe an. Auch wenn er täglich mit dem "ich geh' nicht mehr hin" kämpft. Ähnlich muss man bei der Lektüre mit den detaillierten Beschreibungen der Tage und Übungen des Workshops und Shakespeares Stück kämpfen. Bis man zu den eingeschobenen, erlösenden Zwischenkapiteln kommt, die uns einen Blick in Charlies Zukunft werfen lassen.
Schließlich kommt man zu dem Schluss, dass alles gut ist so wie es ist. Und das ist schön. Ein hoch auf die erste Liebe und unterstützende, bedingungslose Freundschaften, die das Beste aus dem Ich herausholen und Leben verändern können.
Das Cover mit der Sommerwiese und Schmetterlingen unterstützt das, ebenso wie der aus auf den ersten Blick gegensätzlichen Worten bestehende Titel.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2019

Romantisches Abenteuer in den Highlands

Die englische Lady und der Rebell
0

Englische Pastorentochter trifft Highlander – und schon wird’s interessant. Denn sie hält ihn für einen ungehobelten Bauern, er ist sich nicht sicher, ob sie nicht doch eine englische Spionin ist. Trotz ...

Englische Pastorentochter trifft Highlander – und schon wird’s interessant. Denn sie hält ihn für einen ungehobelten Bauern, er ist sich nicht sicher, ob sie nicht doch eine englische Spionin ist. Trotz ihrer Bildung und der oftmals hervortretenden Lehrerinnenhaftigkeit kann Prudence jedoch auch anpacken, zeigt sich robust und mutig. Lachann ist geschickt und nimmt seine Aufgabe, Prudence bei ihrem Onkel heil abzuliefern, durchaus verantwortungsbewusst wahr. Noch dazu ist er ein guter Gesprächspartner, wenn er nicht gerade wachsam die Umgebung im Auge behält. Denn schließlich ist er ein aus dem Gefängnis geflohener und gesuchter Aufständischer. Auf der Reise gibt es die ein oder andere prickelnde Situation, die beiden kommen sich nah. Denn Prudence ist von dem Kilt tragenden Naturburschen ebenso begeistert wie er von ihren rosaroten Seidenstrümpfen und dem Inhalt ihres Mieders. Doch Prudence weiß, dass sie sich zurückhalten muss. Denn Lachann ist mit der Frau verheiratet, die Prudence, nachdem ihre Reisebegleiter sie im wahrsten Sinne des Wortes entsorgt hatten, wochenlang gesund pflegt. Und so gibt es Missverständnisse, gefährliche, heikle, aber auch urkomische Situationen vor dem Hintergrund der Jakobitenaufstände.

Einzig die an einigen Stellen merkwürdige Wortwahl, historisches Setting hin oder her, wie das oft verwendete „Sapperment“, verwirrt. Nichts desto trotz habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.

  • Gefühl
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2019

Blick in eine Künstlerseele

Die Dame hinter dem Vorhang
0

Kann man es über dreißig Jahre als Hausmädchen an der Seite einer exzentrischen Dichterin aushalten? Was treibt Jane Banister an, diesen Job so lange Zeit durch alle emotionalen und finanziellen Höhen ...

Kann man es über dreißig Jahre als Hausmädchen an der Seite einer exzentrischen Dichterin aushalten? Was treibt Jane Banister an, diesen Job so lange Zeit durch alle emotionalen und finanziellen Höhen und Tiefen hinweg durchzustehen? Das Erbe ihrer Mutter Emma, als Kind Freundin von Edith Sitwell und später Vorgängerin als vertrautes Hausmädchen? Die Bewunderung gegenüber einer schillernden und zugleich traurigen Persönlichkeit, die es ermöglicht, um die Welt zu reisen, sowohl Europa als auch die USA und seine ebenso exzentrischen Künstler kennenzulernen? Oder lediglich die Profane Hoffnung, endlich zu erfahren wer der eigene Vater ist? Nun, von allem ein wenig und ganz viel Zuneigung zu einer Künstlerseele, deren Portrait uns aus Janes Sicht gezeichnet wird. Von Kindheit an über den künstlerischen Erfolg, den Auswirkungen von Alkohol und nicht erwiederter Liebe bis hin zu Krankheit und Verfall. Gleichzeitig wird ein Bild einer Epoche, vor, während und nach den Weltkriegen geliefert und Einblick in die Welt des Adels, der Hausangestellten und der Künstlerszene in dieser Zeit gegeben. Dies alles niemals voyeuristisch, sondern immer wertschätzend und gelassen. Das macht die Lektüre beeindruckend, ebenso wie es die beiden Hauptcharaktere, zwei Frauen unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten, sind. Allerdings muss man sich auf die Story einlassen, beizeiten staut der Lesefluss.