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Veröffentlicht am 27.02.2021

Spannung und Mystery im historischen London

Das Geheimnis der Themse
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In ihrem neuen Roman entführt uns Susanne Goga in das historische London von 1894. Seit zwei Jahren ist Charlotte mit Tom Ashdown verheiratet und vermisst ihre Arbeit. Sie stammt aus Deutschland und war ...

In ihrem neuen Roman entführt uns Susanne Goga in das historische London von 1894. Seit zwei Jahren ist Charlotte mit Tom Ashdown verheiratet und vermisst ihre Arbeit. Sie stammt aus Deutschland und war als Gouvernante tätig. Schon seit einiger Zeit spürt Charlotte, dass etwas zwischen ihr und Tom steht. Doch dann erhält Tom einen Auftrag für ein neues Buchprojekt. Er soll die okkulte Geschichte Londons aufschreiben und die Orte aufsuchen, die man mit dem Magischen in Verbindung bringt und diese mit historischen Fakten belegen. Dieses fesselnde Projekt bringt die beiden einander wieder näher. Sie entdecken nicht nur ägyptische Symbole an der Themse, sondern stoßen auch auf eine Geheimgesellschaft. Als eine Tote am Themseufer gefunden wird, geraten Charlotte und Tom ohne es zu ahnen in Gefahr.

Obwohl der Einstieg in die Geschichte mir leicht gefallen ist, musste ich erst die Erzählstränge richtig einordnen. Dank des angenehmen Schreibstils fiel mir dieses nicht schwer, da sich das Buch flüssig lesen ließ. Gespannt habe ich gerade Charlotte auf ihren Wegen begleitet, die sehr lebendig beschrieben waren, so dass man sich in die damalige Zeit hinein versetzt fühlte. Susanne Goga zeigt gekonnt auf wie die Themse eine magnetische Anziehungskraft auf alle ausübt, die sich mit Magie und Mystik beschäftigen. So kann man einige Geheimnisse entdecken, die das historische London wie ein Netz umspannen. Lange Zeit fühlte ich mich in den Geschehnissen verstrickt, dass ich nicht mehr überblicken konnte, wie die Fäden zusammen passen. Erst in den letzten Abschnitten rutschten die Puzzleteilchen auf ihren Platz, so dass ich zufrieden das Buch schließen konnte.
Der historische Roman mit einer Prise Mystery hat mir wunderbare Lesestunden bereitet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.02.2021

Sonne in den Alltag bringen

Als das Leben wieder schön wurde
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Hamburg 1954 – Nach 15 Jahren kam Greta Bergström nach Hamburg zurück. Sie war bei ihrer Großmutter in Stockholm aufgewachsen. Da diese nun verstorben war, stand sie unangemeldet bei ihrem Vater vor der ...

Hamburg 1954 – Nach 15 Jahren kam Greta Bergström nach Hamburg zurück. Sie war bei ihrer Großmutter in Stockholm aufgewachsen. Da diese nun verstorben war, stand sie unangemeldet bei ihrem Vater vor der Tür. Sie wollte Licht ins Dunkel bringen, weshalb ihre Mutter Linn 1941 plötzlich verschwand. Ihre Arbeitssuche in einem Kosmetiksalon gestaltet sich hoffnungslos. Doch das ändert sich, als sie Marieke, die aus Ostpreußen fliehen musste und ihren Nachbarinnen die Haare machte, kennenlernte sowie die junge Trixie aus Blankenese, die in einem amerikanischen Soldaten verliebt war. Alle drei hatten Träume, die im Laufe der Zeit auf der Strecke geblieben sind. Da in Hamburg Wohnraum und Läden knapp waren, hatten sie die Idee einen Lastwagen als mobilen Schönheitssalon umzubauen. Sie wollten ihren Kundinnen ein Stück Lebensqualität zurückbringen.

Als Leser begleiten wir die drei jungen Frauen, die von einem Neuanfang träumen. Greta begibt sich Stück für Stück auf die Suche nach ihrer Mutter und muss lernen mit der Wahrheit klar zu kommen. Auch Marieke kämpft um ihren kleinen Sohn Franz, der von den Behörden in ein Heim gesteckt wurde, weil sie unverheiratet war und als Kellnerin gearbeitet hat, die zum damaligen Zeitpunkt nicht gut angesehen waren. Auch Trixie hat ihr Päckchen zu tragen, sie kümmert sich rührend um ihre demente Mutter und ist auf der Suche nach einem amerikanischen Soldaten. Die Menschen kämpfen gegen die dunklen Jahre an und wollen wieder ein Stück Sonne sehen.

Obwohl mir das Buch gut gefallen hat, fühle ich mich ein wenig hin- und hergerissen. Auf der einen Seite wollte ich natürlich wissen wie die Suche nach Linn weitergeht und wie sich der Schönheitssalon entwickelt, auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass ich von den Protagonisten auf Distanz gehalten und nicht warm mit ihnen wurde.

Gleichzeitig tauchten in dem Buch viele Probleme der damaligen Zeit auf, die Behandlung von Geisteskrankheiten, Misshandlung von Kindern, die Verarbeitung von Kriegstrauma, die Rechte der Frauen und einiges mehr. Diese Themen wurden nur angerissen, besser wäre es gewesen, sich auf einige zu konzentrieren und diese ausführlicher zu beschreiben. Hier trifft es zu, wenn man sagt, weniger wäre mehr.
Trotzdem hat mir die Reise in die Vergangenheit angenehme Lesestunden bereitet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2021

Gelungener Ostfriesenkrimi

Wenn Wattwürmer weinen
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Neuharlingersiel hat eine neue Touristenattraktion, am Strand steht ein Übernachtungsstrandkorb. Auf seiner Jogging-Tour will Postbote Henner einen Blick in das Innere des Strandkorbes werfen. Überraschend ...

Neuharlingersiel hat eine neue Touristenattraktion, am Strand steht ein Übernachtungsstrandkorb. Auf seiner Jogging-Tour will Postbote Henner einen Blick in das Innere des Strandkorbes werfen. Überraschend liegt dort der Tourismusmanager Ulfert Johannsen und reagiert auf die Ansprache von Henner nicht. Schnell stellt sich heraus, dass Ulfert tot ist. Bei der Feststellung der Ursache geht man von keinem natürlichen Todesfall aus, deshalb rückt die Kripo Wittmund an. Wie ein Lauffeuer breitet sich in Neuharlingersiel aus, dass Ulfert durch vergifteten Rotwein getötet wurde. Oberkommissar Schnebel und der Dorfpolizist Rudi konzentrieren sich auf die Frauen in der der Umgebung des Tourismusmanagers. Als ein weiterer Mann durch Gift ums Leben kommt, ist auch die Neugier von Rosa geweckt.

Ebenso wie die Vorgängerbände ist auch dieser Ostfriesenkrimi absolut lesenswert. Mit jedem Band aus der Feder von Christiane Franke und Cornelia Kuhnert reise ich gern wieder nach Neuharlingersiel. Die Charaktere sind mir mittlerweile ans Herz gewachsen, so dass ich die Lehrerin Rosa, den Postboten Henner und den Dorfpolizisten Rudi gern bei den Ermittlungen über den Zeitraum von gut einer Woche begleite. Im Laufe der Reihe haben sich die Personen weiterentwickelt. Aber auch die anderen Charaktere sind toll beschrieben und passen zur Geschichte. Es gibt überraschende Ereignisse, so dass die Suche nach dem Täter nie langweilig wurde, diese gestaltet sich eher gemütlich, bleibt aber trotzdem bis zum Schluss spannend. Am Ende des Buches gibt es noch ein Personenregister und einige friesische Rezepte, die Appetit auf mehr machen.

Der Ausflug an die ostfriesische Küste hat mir wieder gefallen und mir unterhaltsame sowie spannende Lesestunden bereitet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2021

Eine mitreißende hanseatische Familiensaga

Elbleuchten
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In ihren historischen Roman entführt Miriam Georg die Leser nach Hamburg Ende des 19. Jahrhunderts. Die junge Lily Karsten stammt aus einer reichen Reederfamilie. Sie ist bereits Henry versprochen, aber ...

In ihren historischen Roman entführt Miriam Georg die Leser nach Hamburg Ende des 19. Jahrhunderts. Die junge Lily Karsten stammt aus einer reichen Reederfamilie. Sie ist bereits Henry versprochen, aber enttäuscht darüber, dass er sich keine Mühe gibt, ihr den Hof zu machen. Obwohl sie sehr privilegiert aufgewachsen ist, scheut sie nicht davor zurück, Konventionen zu brechen. Als bei einer Schiffstaufe ihr Hut ins Wasser geweht wird, soll der Hafenarbeiter Paul Herder diesen heraus holen. Doch er gerät zwischen Hafenmauer und Schiffsrumpf. Paul Herder verliert seinen Fuß und kann nicht mehr arbeiten. Sein Freund Jo Bolten bittet die reiche Reederfamilie Karsten um Hilfe, doch er wird gefühllos abgewiesen. Einzig Lily Karsten zeigt Herz und so führt Jo Bolten sie zu Paul in das Gängeviertel von Hamburg, um ihr zu zeigen wie die Menschen dort leben. Er will ihr die Augen für das echte Leben öffnen. Langsam kommen sich die beiden näher, doch eine Verbindung scheint unmöglich. Zusätzlich verbirgt Jo ein Geheimnis, von dem Lily niemals erfahren darf.

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr gut gelungen. Es ist alles sehr bildhaft beschrieben, so dass ich das Gefühl hatte, wirklich dabei zu sein. Ich begleitete Lily zu ihrer Villa an der Bellevue und ging durch das Hamburger Gängeviertel mit all ihrem Elend. Einmal angefangen, mag man das Buch kaum zur Seite legen. Der leichte Schreibstil hat mich angesprochen und die Geschichte von der ersten Seite gefesselt. Der Autorin gelingt es vergangene Momente aufleben zu lassen, so dass man sich in eine andere Zeit versetzt fühlt. Sehr gekonnt wurden die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen der arbeitenden Bevölkerung und der reichen Reederfamilie dargestellt. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der historische Romane liebt. Nun fiebere ich der Fortsetzung schon entgegen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 10.02.2021

Anders als erwartet

Das Einmaleins des Glücks
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Germaine ist ein Zahlenmensch und arbeitet schon seit Jahren als Mathematikerin in einer Versicherung. Als sie sich auf eine höher qualifizierte Stelle bewirbt, wird sie auch dieses Mal wieder übergangen. ...

Germaine ist ein Zahlenmensch und arbeitet schon seit Jahren als Mathematikerin in einer Versicherung. Als sie sich auf eine höher qualifizierte Stelle bewirbt, wird sie auch dieses Mal wieder übergangen. Erbost kündigt sie die Stelle. Als ihre Bewerbungen bei anderen Versicherungen keinen Rückruf erbringen, vermittelt ihre Cousine Kimberley ihr eine Stelle bei dem städtischen Beratungsdienst für Senioren. Gemeinsam mit der neuen Kollegin Eva soll sie den älteren Herrschaften mit Rat und Tat zur Seite stehen. Während Eva den Anrufern ihr Mitgefühl zeigt, bemüht sich Germaine die Leute zu belehren, damit sie nicht mehr anrufen. Doch je mehr Germaine die Senioren kennenlernt, desto weniger nervig empfindet sie die Anrufe. Als das Seniorenzentrum abgerissen werden soll, wird Germaine um Hilfe gebeten.

Für meinen Geschmack war das Buch etwas langatmig und zäh und nicht so beschwingt, witzig sowie erfrischend charmant wie ich es aufgrund des wunderschönen Covers und des Klappentextes vermutet habe. Bis auf den kleinen Charly konnte ich keine Bindung zu den Figuren aufbauen, sondern habe sie mit wachsender Distanz wahrgenommen. Es war für mich kein Buch, das ich nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen konnte und in einem Rutsch durchgelesen habe. Ich muss gestehen, dass ich mich manchmal zum Lesen aufraffen musste. Vielleicht hatte ich auch die falschen Erwartungen an das Buch.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere