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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2021

Wunderbare Unterhaltung

Die große Lombarden-Box
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Die große Lombarden-Box von Petra Schier enthält die Lombarden-Trilogie „Das Gold des Lombarden“ Der Ring des Lombarden“ und „Die Rache des Lombarden“. Die Hauptprotagonistin ist die wohlhabende Witwe ...

Die große Lombarden-Box von Petra Schier enthält die Lombarden-Trilogie „Das Gold des Lombarden“ Der Ring des Lombarden“ und „Die Rache des Lombarden“. Die Hauptprotagonistin ist die wohlhabende Witwe Aleydis de Bruinker, die sich nach dem mysteriösen Tod ihres Mannes Nicolai Golatti mit seinen Schattengeschäften konfrontiert sieht und sich gleichzeitig in einer Welt von einflussreichen Männern behaupten muss. Der Gewaltrichter Vinzenz van Clewe unterstützt sie und gemeinsam versuchen sie nicht nur den Tod von Nicolai aufzuklären, sondern auch Licht ins Dunkel der Schattengeschäfte zu bringen.

Die Autorin entführt den Hörer ins mittelalterliche Köln und gibt Einblicke in den historischen Alltag und lässt belegte Orte in ihren fiktiven Romanen mit einfließen, so dass Bilder vor den Augen entstehen und man sich als stiller Beobachter fühlt. Es sind aber nicht nur historische Romane gepaart mit etwas Liebe, sondern sie beinhalten auch kriminalistische Elemente. Mir hat gefallen, dass der Spannungsbogen auf jeder CD bis zum Schluss gehalten wurde, so dass ich mir Gedanken darüber machen konnte wie alles zusammenhängt. Dem Handlungsverlauf konnte ich sehr gut folgen, was mir gerade bei einem Hörbuch sehr wichtig ist.

Die ungekürzte Lesung von der Hörbuchsprecherin Brigitte Carlsen haucht der Geschichte zusätzlich viel Leben ein, so dass ich als Zuhörerin in den Bann gezogen wurde und fasziniert dem Geschehen folgte.
Die Lombarden-Box hat mir 37 Stunden wunderbare Unterhaltung geboten und ich kann sie nur weiterempfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2021

Die Suche nach Antworten

Klaras Schweigen
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Miriam hat ein sehr enges Verhältnis zu ihrer Großmutter Klara, da sie ihre Eltern bereits im Alter von zwei Jahren durch einen Autounfall verloren hatte. Doch nun hat Klara einen Schlaganfall erlitten ...

Miriam hat ein sehr enges Verhältnis zu ihrer Großmutter Klara, da sie ihre Eltern bereits im Alter von zwei Jahren durch einen Autounfall verloren hatte. Doch nun hat Klara einen Schlaganfall erlitten und keiner rechnete damit, dass sie wieder sprechen konnte. Erfreut fuhr Miriam ins Krankenhaus als sie den Anruf bekam, dass Klara erste Wortfetzen versucht zu artikulieren. Ganz langsam registrierte Miriam, dass ihre Großmutter dialektgefärbtes Französisch sprach. Wie konnte dieses sein, denn Klara hatte diese Sprache nie gelernt? Die Suche führt Miriam in die Bretagne und offenbart ein lang gehütetes Familiengeheimnis.

Der Roman spielt überwiegend auf zwei Zeitebenen. Der Vergangenheitsstrang beginnt im Jahr 1948 und führt uns nach Freiburg sowie Konstanz zur Zeit der französischen Besatzung, wo wir die junge Klara begleiten. In der Gegenwart treffen wir auf Miriam, die nach Antworten sucht, so dass ich als Leserin Schritt für Schritt in das Familiengeheimnis eingeweiht wurde und Miriam einen Teil der Last einer Nachgeborenen abnehmen konnte. Ich wurde in die Geschichte hineingeworfen und fühlte mich sogleich mittendrin. Bettina Storks hat die Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen so genau beschrieben, dass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Ich habe die Ängste und Probleme von Klara verstanden und konnte ihre Handlungsweise nachvollziehen.

Auch mit ihrem neuen Roman hat Bettina Storks es wieder geschafft mich auf eine Reise durch ein Stück Zeitgeschichte mitzunehmen und durch ihren wunderbaren Erzählstil fesselnde Lesestunden bereitet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2021

Gelungener Ostfriesenkrimi

Wenn Wattwürmer weinen
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Neuharlingersiel hat eine neue Touristenattraktion, am Strand steht ein Übernachtungsstrandkorb. Auf seiner Jogging-Tour will Postbote Henner einen Blick in das Innere des Strandkorbes werfen. Überraschend ...

Neuharlingersiel hat eine neue Touristenattraktion, am Strand steht ein Übernachtungsstrandkorb. Auf seiner Jogging-Tour will Postbote Henner einen Blick in das Innere des Strandkorbes werfen. Überraschend liegt dort der Tourismusmanager Ulfert Johannsen und reagiert auf die Ansprache von Henner nicht. Schnell stellt sich heraus, dass Ulfert tot ist. Bei der Feststellung der Ursache geht man von keinem natürlichen Todesfall aus, deshalb rückt die Kripo Wittmund an. Wie ein Lauffeuer breitet sich in Neuharlingersiel aus, dass Ulfert durch vergifteten Rotwein getötet wurde. Oberkommissar Schnebel und der Dorfpolizist Rudi konzentrieren sich auf die Frauen in der der Umgebung des Tourismusmanagers. Als ein weiterer Mann durch Gift ums Leben kommt, ist auch die Neugier von Rosa geweckt.

Ebenso wie die Vorgängerbände ist auch dieser Ostfriesenkrimi absolut lesenswert. Mit jedem Band aus der Feder von Christiane Franke und Cornelia Kuhnert reise ich gern wieder nach Neuharlingersiel. Die Charaktere sind mir mittlerweile ans Herz gewachsen, so dass ich die Lehrerin Rosa, den Postboten Henner und den Dorfpolizisten Rudi gern bei den Ermittlungen über den Zeitraum von gut einer Woche begleite. Im Laufe der Reihe haben sich die Personen weiterentwickelt. Aber auch die anderen Charaktere sind toll beschrieben und passen zur Geschichte. Es gibt überraschende Ereignisse, so dass die Suche nach dem Täter nie langweilig wurde, diese gestaltet sich eher gemütlich, bleibt aber trotzdem bis zum Schluss spannend. Am Ende des Buches gibt es noch ein Personenregister und einige friesische Rezepte, die Appetit auf mehr machen.

Der Ausflug an die ostfriesische Küste hat mir wieder gefallen und mir unterhaltsame sowie spannende Lesestunden bereitet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2021

Eine mitreißende hanseatische Familiensaga

Elbleuchten
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In ihren historischen Roman entführt Miriam Georg die Leser nach Hamburg Ende des 19. Jahrhunderts. Die junge Lily Karsten stammt aus einer reichen Reederfamilie. Sie ist bereits Henry versprochen, aber ...

In ihren historischen Roman entführt Miriam Georg die Leser nach Hamburg Ende des 19. Jahrhunderts. Die junge Lily Karsten stammt aus einer reichen Reederfamilie. Sie ist bereits Henry versprochen, aber enttäuscht darüber, dass er sich keine Mühe gibt, ihr den Hof zu machen. Obwohl sie sehr privilegiert aufgewachsen ist, scheut sie nicht davor zurück, Konventionen zu brechen. Als bei einer Schiffstaufe ihr Hut ins Wasser geweht wird, soll der Hafenarbeiter Paul Herder diesen heraus holen. Doch er gerät zwischen Hafenmauer und Schiffsrumpf. Paul Herder verliert seinen Fuß und kann nicht mehr arbeiten. Sein Freund Jo Bolten bittet die reiche Reederfamilie Karsten um Hilfe, doch er wird gefühllos abgewiesen. Einzig Lily Karsten zeigt Herz und so führt Jo Bolten sie zu Paul in das Gängeviertel von Hamburg, um ihr zu zeigen wie die Menschen dort leben. Er will ihr die Augen für das echte Leben öffnen. Langsam kommen sich die beiden näher, doch eine Verbindung scheint unmöglich. Zusätzlich verbirgt Jo ein Geheimnis, von dem Lily niemals erfahren darf.

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr gut gelungen. Es ist alles sehr bildhaft beschrieben, so dass ich das Gefühl hatte, wirklich dabei zu sein. Ich begleitete Lily zu ihrer Villa an der Bellevue und ging durch das Hamburger Gängeviertel mit all ihrem Elend. Einmal angefangen, mag man das Buch kaum zur Seite legen. Der leichte Schreibstil hat mich angesprochen und die Geschichte von der ersten Seite gefesselt. Der Autorin gelingt es vergangene Momente aufleben zu lassen, so dass man sich in eine andere Zeit versetzt fühlt. Sehr gekonnt wurden die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen der arbeitenden Bevölkerung und der reichen Reederfamilie dargestellt. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der historische Romane liebt. Nun fiebere ich der Fortsetzung schon entgegen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 04.02.2021

Zeit des Umbruchs

Glückskinder
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Der Krieg ist zu Ende, in München haben die Amerikaner das Ruder übernommen und alle beginnen Pläne für die Zukunft zu schmieden. Antonia Brandl ist gemeinsam mit ihrer Mutter Rosa und der kleinen Schwester ...

Der Krieg ist zu Ende, in München haben die Amerikaner das Ruder übernommen und alle beginnen Pläne für die Zukunft zu schmieden. Antonia Brandl ist gemeinsam mit ihrer Mutter Rosa und der kleinen Schwester Bibi bei ihrer Tante Vev in der Wohnung untergekommen. Es wird immer enger, denn auch Rosas Schwester zieht gemeinsam mit ihrem erwachsenen Sohn Benno ein, nach dem ihre Wohnung ausgebombt ist. Als dann auch noch der ehemals Gefangenen Griet ein Zimmer zu gewiesen wird, spürt Antonia ihr gegenüber eine tiefe Abneigung. Doch alle müssen das Beste aus dieser Situation machen. Die Lebensmittel sind knapp und die Menschen versuchen auf dem Schwarzmarkt der Möhlstraße sich das Leben durch Tauschgeschäfte angenehmer zu gestalten. Doch sind sie auch bereit, sich gegenseitig zu helfen?

Es gibt Bücher, die lassen einen Zeit und Raum vergessen, so dass man sich in die Geschichte hineingezogen fühlt. Auch mit ihrem neuen Roman „Glückskinder“ konnte Teresa Simon durch die wunderbare Art zu erzählen, dieses wieder erreichen.

Der Schauplatz des Buches führt nach München. Der Krieg ist beendet. Die Amerikaner haben viele Positionen eingenommen bis es wieder deutsche Organe gibt, die diese Tätigkeiten übernehmen können, damit in der Zwischenzeit kein rechtsfreier Raum entsteht. Erste Beziehungen werden wieder geknüpft. Wer überlebt hat, schätzt sich glücklich, wenn er ein Dach über den Kopf, noch Gegenstände zum Tauschen hat, um die kargen Lebensmittelrationen aufzustocken oder gute Verbindungen zu den Besatzungsmächten, um an Arzneimittel wie Penicillin zu gelangen. Die beiden Hauptprotagonisten die Münchnerin Antonia und die Holländerin Griet sind sehr sympathische Charaktere, die eine positive Ausstrahlung haben und Hoffnung auf bessere Zeiten geben. Aber auch die kleine Bibi konnte mich begeistern.

Geschickt hat die Autorin tatsächliche Ereignisse mit der Geschichte verknüpft, so dass ich von Beginn an gefesselt war und die Zeit des Umbruchs der Menschen hautnah miterleben konnte.

Ein historisches Nachwort und Originalrezepte aus dem Kochbuch von 1946 „Gute Kost in magerer Zeit“ runden den Roman ab, der mir angenehme Lesestunden bereitet hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere