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Veröffentlicht am 26.09.2019

Midnight Blue - eine überraschende Bad Boy Geschichte

Midnight Blue
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„Midnight Blue“ klang für mich irgendwie magisch… als ich den Titel gelesen habe, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, was sich hinter dem mysteriösen Cover verbirgt, aber meine Neugier und meine ...

„Midnight Blue“ klang für mich irgendwie magisch… als ich den Titel gelesen habe, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, was sich hinter dem mysteriösen Cover verbirgt, aber meine Neugier und meine Lesesucht haben gesiegt und ich habe mich auf den Roman von L.J. Shen eingelassen.
Die Geschichte von Alex, einem Sänger, der frisch aus dem Entzug kommt, und Indigo, einer jungen Frau, welche die Schulden ihrer Familie abgleichen will, beginnt in Los Angeles. Indigo soll während seiner Welttournee auf Alex achten, damit er nicht erneut auf die schiefe Bahn gerät. Natürlich lässt sich Alex nicht auf einen „Babysitter“ ein, und so beginnt eine spannende und reizende Reise für die Zwei und die restlichen Bandmitglieder (und natürlich auch für uns als Leser).
L.J. Shen nimmt einen mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Im Vordergrund immer die Frage: Was passiert zwischen Alex und Indigo? Ich für meinen Teil konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, bis ich die Antwort auf diese und noch viel mehr Fragen gefunden hatte.
Besonders gefallen hat mir an „Midnight Blue“ der mitreißende Schreibstil. Ich habe auf jeder Seite mit Indigo mitgefiebert, habe ihr die Daumen gedrückt und sie in Gedanken auch mal angeschrien, warum sie dies und das gemacht hat oder warum eben nicht. Beim Lesen hatte ich tatsächlich das Gefühl, als säße ich neben ihr im Hotelflur oder würde mit ihr gemeinsam Alex Konzerten zuhören.
Ein anderer Punkt, bei welchem ich immer etwas hin und her gerissen bin, sind die verschiedenen Perspektiven, aus welchen der Roman geschrieben ist. Mal wird ein Kapitel aus Alex Sicht und mal aus Indigos Sicht geschrieben, was ich zwar gut finde, aber trotzdem kritisch betrachte. Die Idee, das Buch aus zwei verschiedenen Sichtweisen zu schreiben finde ich sehr gut und äußerst interessant. Dennoch hatte ich zu Beginn mancher Kapitel das Gefühl, ein bisschen aus meinem Lesefluss zu kommen, da ich mich neu auf eine andere Sicht einlassen musste. Allerdings kann ich dazu aber sagen, dass ich dieses Gefühl nicht durchgehend hatte und ich mich schnell daran gewöhnen konnte. Alles in allem find ich diesen Perspektivenwechsel also nicht störend, sondern eine gute Ergänzung zum Rest des Romans. Diejenigen, die den Nervenkitzel jedoch brauchen, nicht zu wissen, was der andere über die Protagonistin denkt, muss ich jedoch leider enttäuschen.
Zu der Storyline kann ich sagen, dass ich oft überrascht wurde, weil ich viele Dinge nicht im Entferntesten geahnt habe.
Abgesehen von den Überraschungen finde ich gut, dass in dem Buch der Alkohol- und Drogenkonsum, genauso wie das „Berühmt-Sein“ immer mit einem kritischen Auge betrachtet werden. Oft werden in solchen Büchern nur die guten Seiten des Promidaseins beschrieben und dies ist hier absolut nicht der Fall und deshalb eine gelungene Abwechslung.
Allgemein war ich sehr überrascht von dieser eigentlich typischen Bad Boy Geschichte. Der Schreibstiel, das kritische Auge der Autorin und die Überraschungen im Handlungsverlauf konnten mich letztendlich schnell überzeugen, weshalb ich „Midnight Blue“ wärmstens empfehlen kann.