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Veröffentlicht am 12.12.2019

La bruja. Die Hexe.

Hexenlied
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Das Cover ist einfach ein Traum und passt nicht nur aufgrund des Titels super in den Herbst. Das Mädchen auf dem Cover, die Flammen, das alles macht Lust auf so viel mehr. Und genau das war die Geschichte ...

Das Cover ist einfach ein Traum und passt nicht nur aufgrund des Titels super in den Herbst. Das Mädchen auf dem Cover, die Flammen, das alles macht Lust auf so viel mehr. Und genau das war die Geschichte auch!


Der Schreibstil von Antonia Michaelis ist sehr speziell, konnte mich allerding direkt fesseln. Ich war von Anfang an begeistert und komplett in die Geschichte versunken. Von Anfang an wird eine ganz besondere Atmosphäre zu spüren. Einfach wunderbar! Ich liebe so etwas, besonders, wenn sich die dunklere Jahreszeit nähert. Allerdings könnte ich mir auch vorstellen, dass dieser Schreibstil nicht für jeden etwas ist, deswegen würde ich euch empfehlen, vorab die Leseprobe zu lesen. :)


Die Geschichte erleben wir aus der Sicht des allwissenden Erzählers. Für mich hat es sich immer so angefühlt, als ob wir als Geist immer wieder neben dem Geschehen sind. Einfach mittendrin, aber irgendwie auch nicht aktiv, sondern nur als Zuschauer. Ein ganz besonderes Erlebnis.


La bruja. Die Hexe.


Besonders geprägt hat mich Tim, dessen Realität immer wieder mit dem Drehbuch des Theaterstücks "la bruja" verschwimmt. Ich war so fasziniert von Tims Sicht auf die Dinge, dass er und seine Gedankengänge mich einfach komplett abgeholt haben. Ich wollte wissen, was es mit Tims merkwürdiger Schwester auf sich hat, warum bei ihm die Realität so sehr verschwimmt und warum es einfach so ist, wie es eben ist. Super spannend! Allerdings habe ich einen Fehler gemacht: Ich habe die Geschichte pausiert, weil ich keine Zeit hatte weiterzulesen. Leider ging mir dadurch das Feeling etwas verloren, doch das ist für die Geschichte einfach super wichtig. Also wenn ihr es lest, dann am besten als first read, ohne andere Bücher nebenbei zu lesen. Naja, dass war auf jeden Fall mein Fehler. Leider kam ich danach nicht mehr ganz rein und musste sagen, dass die Geschichte für mich einige Längen bekam. Das ist einfach so schade, aber ich möchte euch ehrlich meine Meinung sagen.


Wie bereits gesagt, ich bin selbst Schuld, dass ich das Feeling der Geschichte mit meinen Unterbrechungen zerstört habe. Die Längen habe ich teilweise quer gelesen, weil ich einfach das Gefühl hatte, dass sich einiges wiederholt und die Geschichte nicht voran ging. Leider wurde es zum Ende hin erst wieder so richtig spannend für mich. Ich denke allerdings, dass dies an meinen Unterbrechnungen lag und möchte die Geschichte auf jeden Fall noch einmal am Stück lesen. :)


Ihre Hände waren Krallen, mit denen sie sich selbst umklammerte, ihr Gesicht ein blasses Oval zwischen dunklen Haarsträhnen.


Lilith, "la bruja", (dt. die Hexe), ist ein ebenso interessanter Charakter wie Tim. Sie ist auf ihre eigene Art merkwürdig und ich muss sagen, dass auch ich sie irgendwann nur noch als Hexe angesehen habe. Genrell haben mir die verschiedenen Charaktere in dieser Geschichte gut gefallen.


Zur Handlung mag ich gar nicht viel sagen, da die eigene Ungewissheit einen großen Einfluss auf eure Fantasie während des Lesens haben wird. Die Geschichte lebt wirklich von eurer eigenen Ungewissheit und Unsicherheit. Ich fand es wirklich spannend, trotz der Längen, selbst herauszufinden, was es jetzt nun mit "la bruja" auf sich hat. Das Ende hat mich aber umgehauen. Mehr mag ich nicht verraten

Übrigens ist das Buch in 2 Akte unterteilt, jedes Kapitel enthält eine eigene Überschrift und vorne im Buch ist eine Liste der Besetzung des Theaterstücks. Ich liebe solche Details!


Fazit

Nichts für zwischendurch! Eine wirklich spannende Geschichte poetisch und atmosphärisch erzählt. Für mich ein ganz besonderes Leseerlebnis, trotz einiger Längen. Solltet ihr euch für die Geschichte interessieren würde ich euch die Leseprobe ans Herz legen, da der Schreibstil der Autorin sehr speziell ist. Ich freue mich schon bald mehr von der Autorin zu lesen, denn mir hat der Stil von ihr sehr gefallen.


Vielen lieben Dank an den Oetinger Verlag für das Rezensionsexemplar!


Erhältlich im Buchhandel eures Vertrauens oder direkt beim Verlag.

Eure Neni ♥

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2019

Super spannender Abschluss!

Ophelia Scale - Die Sterne werden fallen
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Wieder einmal bin ich von dem Cover und dem Schreibstil einfach nur begeistert. Das Cover ist unfassbar schön, passt super zur Story und auch der emtionale Schreibstil von Lena Kiefer hat mich wieder völlig ...

Wieder einmal bin ich von dem Cover und dem Schreibstil einfach nur begeistert. Das Cover ist unfassbar schön, passt super zur Story und auch der emtionale Schreibstil von Lena Kiefer hat mich wieder völlig in seinen Bann gezogen. Ich liebe es!


Die beiden vorherigen Bände fand ich schon grandios und dieser Band war nun ein atemberaubendes Finale, auch wenn ich im tiefsten Herzen hoffe, dass es noch weiter geht. Man darf ja noch Träumen. Haha!


Zu den Charakteren brauche ich nicht viel sagen, denn diese sind uns bereits aus den vorherigen Bänden bekannt. Dennoch möchte ich auf die Omni eingehen. Die macht mich einfach fertig! Sie ist so unfassbar unheimlich, mächtig und ich hatte stellenweise wirklich Angst, was sie als nächstes im Schilde führt. Auf der anderen Seite tat sie mir auch sehr leid. Darauf werde ich nun aber nicht näher eingehen können, da ich nicht spoilern möchte.


Nichts auf der Welt war mir wichtiger als die Sicherheit dieses Mannes, der mir so grausam fehlte und den ich so unglaublich liebte.


Da Ophelia noch bei ReServe verdeckt ermittelt und Lucien auf den Thron sitzt, haben sie zunächst keinen Kontakt und beide leiden sehr darunter. Ich habe so mit Ophelia mitgelitten! Die Arme! Doch sobald die beiden sich wieder in den Armen lagen, war nichts mehr wie es war. Warum? Das müsst ihr ebenfalls selbst nachlesen. Dennoch möchte ich euch eines sagen: Die Liebe zwischen den beiden steht in dieser Geschichte immer mal wieder im Vordergrund. Mir hat das sehr gefallen, denn ich bin Fan von diesem Paar! Sie sind auf einer Wellenlänge und das gibt es im Jugendbuchbereich leider viel zu selten.

Ich würde wieder lügen müssen, wieder etwas verschweigen - vor jemandem, der mir unendlich viel bedeutete.

Das Setting war wieder einmal unglaublich. Lena Kiefer schafft es immer wieder, dass ich mich wie mitten im Geschehen fühle. Wir haben mehrere Settingwechsel, spannende und unerwartete Wendungen und auch das Ende hat mich überrascht. Es war wirklich bis zur letzen Seite ein Genuss. Die Handlung war wieder einmal so mega gut durchdacht und umgesetzt! Ich habe das Ende wirklich hinausgezögert und mir mit dem Lesen Zeit gelassen, da ich es so schade finde, dass nun alles vorbei ist.

Mich hat die Reihe definitiv überzeugt und dieser Abschlussband ist einfach mehr als gelungen! Ein richtiges Highlight!


Fazit

Für mich eine der besten Reihen im Jugendbuchbereich! Ich liebe die Charaktere, die Liebesgeschichte, die spannenden und unerwarteten Wendungen und bin nach jedem Band hin und weg gewesen. Nun schon wieder! Ich liebe die Reihe, ich liebe Ophelia und ich danke Lena Kiefer für ihre Ideen, die sie grandios umgesetzt hat.


Vielen lieben Dank an den cbj Verlag für das Rezensionsexemplar!


Erhältlich im Buchhandel eures Vertrauens oder direkt beim Verlag.

Eure Neni ♥

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.11.2019

Grandioses Finale

Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten
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Das Cover finde ich unglaublich gut gelungen. Wieder einmal sehen wir Citra, nun aber auch Rowan auf dem Cover. Dabei sind die zwei doch in Endura versunken, genau wie die Insel selbst, oder nicht? Was ...

Das Cover finde ich unglaublich gut gelungen. Wieder einmal sehen wir Citra, nun aber auch Rowan auf dem Cover. Dabei sind die zwei doch in Endura versunken, genau wie die Insel selbst, oder nicht? Was mir besonders gut am Cover gefällt ist, dass es in der Farbe von Citras Robe gehalten ist. Eine wirklich wunderbare Idee des Verlages!

Endura – Isle of the Enduring Heart – versank im Meer, und der Thunderhead erklärte alle Menschen zu Widerlingen. Punkt! Das ist der letzte Stand der Dinge. Tausende Scythe sind an diesem Tage von uns gegangen und auch Citra und Rowan sind mit der Insel versunken. Doch der Thunderhead hat einen Plan, denn er hat zwar alle Menschen zu Widerlingen erklärt, aber nicht Grayson! 🙂 Dennoch ist er für alle anderen verstummt. Ich liebe den Thunderhead. Haha! So ein Fuchs! Auch Scythe Faraday ist noch am leben und macht sich zusammen mit einer Angestellten der Bibliothek in Alexandria (wo die Scythe Tagebücher aufbewahrt werden) auf dem Weg zu einem Ort, den es nicht gibt. Zudem gab es die “Große Resonanz” ein Ton, auf den die Tonisten ihr ganzes Leben gewartet haben. Ihr erinnert euch nun langsam wieder? 😀
“So let’s escape, due South of Wake, and make for the Land of Nod”, zitierte Faraday das alte Kinderlied.

Der Schreibstil von Neal Shusterman hat mir mal wieder überragend gut gefallen. Dieser Mann schafft es einfach immer wieder mich von der ersten Seite an zu fesseln und mich emotional zu zerstören. Nach dem fiesen Cliffhanger im 2. Band war ich natürlich super gespannt, was nun geschehen wird. Aber Neal Shustermann holt erst einmal weit aus, bis man endlich das liest, was einem seit über einem Jahr nicht mehr aus dem Kopf geht! Ich liebe seinen Spannungsaufbau!

Die Geschichte besteht ab und an wieder aus verschiedenen Tagebucheinträgen, Reden von Scythe und auch Zeitungsausschnitten. Die Zeitungsausschnitte haben dazu noch Analysen, welche ich wirklich super interessant finde. Ein absolut tolles Leseerlebnis. 🙂 Zudem ist die Geschichte wieder aus der Sicht des allwissenden Erzählers geschrieben und spielt nicht nur 3 Jahre später, sondern wir bekommen auch immer wieder Einblicke in die vergangenen 3 Jahre. Mehr möchte ich dazu aber nicht verraten.

Das Worldbuilding ist für mich immer noch der Wahnsinn. Eine Dystopie in einer utopischen Welt! Man sollte meinen, dass man sich nach 3 Bänden und ‭1.680‬ Seiten daran gewöhnt hat, aber nein. In jedem Band gibt es so viel zu entdecken! Ich könnte mir vorstellen, dass wenn ich die Reihe noch einmal lese, ich wieder auf neues Stoße, was ich dann ganz anders wahrnehme. Besonders, da nun Scythe Goddard der Overblade (seine neue Bezeichnung, da High Blade ihm nicht ausreichte), nun an der Macht ist, verändert sich die Welt noch so extrem. Die Scythe sind sich nicht mehr einig, was nun richtig ist und was nicht. Doch werden sie sich gegen Goddard stellen? Fragen über Fragen!
“… Was dich betrifft, waren sie unschlüssig – aber jetzt passt du in ihre Lehre ‘Der Ton, der Toll und der Thunder’.”

Zum Toll und den anderen Charakteren mag ich überhaupt nichts verraten, da ihr ganz unvoreingenommen an die Geschichte rangehen solltet und euch nicht spoilern möchte, wer noch vorkommt und wer nicht. Glaubt mir, ihr werdet nach dem Lesen verstehen warum. 🙂 Aber eines sei gesagt: Die Handlung ist so spannend wie eh und je! Es ist so viel, was nach Band 2 noch offen ist. Das Neal Shusterman es überhaupt geschafft hat, all unsere offenen Fragen im letzten Band zu beantworten ist der absolute Wahnsinn! Ich bin schwer begeistert! Auch in diesem Band erwarteten auch super viele unerwartete Wendungen. Oft ganz nebenbei, sodass man umso geschockter ist. Ich als Vielleserin sehe vieles oftmals schon kommen, aber in diesem Buch? No Way! Ich habe absolut nichts vohergesehen und hätte im Leben nicht mit diesem Ende gerechnet! Es war so emotional, dass ich eventuell das ein oder andere Tränchen vergossen habe. Einfach perfekt!
Fazit

Jahreshighlight! Ein absolut grandioses Finale, dass euch den Atem rauben wird! Die Scythe Trilogie hat es nun auf Platz 1 meiner liebsten Buchreihen geschafft und ist absolut für Jeden zu empfehlen, der sich in den Genres Dystopie, Jugendbuch oder Scifi zu Hause fühlt. Für mich war dieser Band einfach atemberaubend gut und voller Spannung und Emotionen. Ich kann immer noch nicht fassen, dass nun alles vorbei sein soll.
Vielen lieben Dank an den Fischer Sauerländer Verlag für das Rezensionsexemplar!

Erhältlich im Buchhandel eures Vertrauens oder direkt beim Verlag.
Eure Neni ♥

Veröffentlicht am 25.11.2019

Lucien Folter is back!

Jagd auf die Bestie
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Das Cover gefällt mir sehr gut und ist mir auch direkt ins Auge gesprungen. Natürlich sind die Farben eher schlicht, aber dennoch finde ich es sehr aussagekräftig.  Es passt außerdem wunderbar zu den anderen ...

Das Cover gefällt mir sehr gut und ist mir auch direkt ins Auge gesprungen. Natürlich sind die Farben eher schlicht, aber dennoch finde ich es sehr aussagekräftig.  Es passt außerdem wunderbar zu den anderen Bänden. :)


Der Schreibstil von Chris Carter konnte mich auch in diesem Band mal wieder überzeugen. Aber nach dem 10. Band muss ich euch dazu nicht mehr viel sagen oder? Was mir allerdings aufgefallen ist: Man kann die Bände auch unabhängig voneinander lesen. Dies ist mir bei den letzten Bänden, und auch bei diesem, wieder bewusst geworden. Auch in diesem Band erfahren wir wieder wie hochintelligent Robert Hunter ist, woher er Lucien Folter kennt, das Robert Schlafstörungen hat und gerne Whisky trinkt. An sich habe ich auch gegen als das nichts, aber es in jedem Band immer und immer wieder zu hören ist ein wenig langweilig. Obwohl es auch toll ist, dass man die Bände so unabhängig voneinander lesen kann.


Lucien Folter is back! WOW! Bereits in Band 6 war ich von Lucien Folter mehr als fasziniert und ich habe mich irgendwie...nun ja... regelrecht gefreut wieder von ihm zu hören. Ich mag seine Art zu denken, er ist charmant, hochintelligent und seine Morde sind einfach so extrem! Und eines sei gesagt: In diesem Band hat er nicht nachgelassen! Leider war die Handlung aber dieses mal nicht so gut wie im 6. Band, welcher mir wesentlich besser gefallen hat. Es gab viel mehr Spannung, die mir nun leider gefehlt hat. Daher war dieses mal auch das Ende nicht so überragend, wie in den vorherigen Bänden.


Fazit

Leider nicht so spannend wie erwartet, aber dennoch ein tolles Leseerlebnis!


Vielen lieben Dank an den Ullstein Verlag für das Rezenionsexemplar!


Erhältlich im Buchhandel eures Vertrauens oder direkt beim Verlag.

Eure Neni ♥

Veröffentlicht am 10.11.2019

High Fantasy vom Feinsten!

Knochendiebin (Die zwölf Kasten von Sabor 1)
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In der Geschichte geht es um die 16-jährige Stur. Sie ist als Krähe geboren und aufgewachsen. Die Krähen haben kein Geburtsrecht und stehen ganz unten in der Ordnung der Kasten. Alle anderen Kasten stehen ...

In der Geschichte geht es um die 16-jährige Stur. Sie ist als Krähe geboren und aufgewachsen. Die Krähen haben kein Geburtsrecht und stehen ganz unten in der Ordnung der Kasten. Alle anderen Kasten stehen darüber und beherrschen jeweils eine ganz besondere Macht. Doch die Krähen sind für die anderen Kasten von Nutzen, denn nur sie können sich nicht an der Sündenseuche anstecken und verbrennen daher die Toten, welche an dieser Seuche gestorben sind. Soweit, so gut. Allerdings wird Sturs Rotte zu einer Bestattung in den Königspalast gerufen um dort den verstorbenen Prinzen Jasimir und seinen Beschützer Tavin zu beerdigen. Überraschenderweise stellt sich heraus, dass die beiden gar nicht tot sind. Sie wollen etwas ganz anderes: heimlich das Königshaus stürzen. Doch dabei brauchen sie die Hilfe der Krähen und Stur bzw. ihr Anführer Pah geht einen Eid mit den beiden ein. Ob sie das bereuen werden?


Der Schreibstil von Maragaret Owen ist der Wahnsinn. Ab dem ersten Satz war ich voll und ganz in dieser Geschichte versunken. Teilweise sehr poetisch und voller Gefühl, magisch und bildhaft erleben wir die Geschichte der Protagonistin Stur aus der Erzähl-Perspektive. Diese Perspektive hat einfach wunderbar gepasst und hat der Geschichte zusätzlich etwas märchenhaftes verliehen.


Mit Sturs Zorn war es so eine Sache, manchmal war war er so kühl und hart wie Stahl, manchmal so wild und stürmisch wie Blut, das aus einer verletzten Ader sprudelte.

Mit der 16-jährigen Stur haben wir einen zu Anfang sehr zurückhaltenden, aber auch loyalen Charakter an die Seite gestellt bekommen. Durch ihre schlechten Erfahrungen aufgrund ihres Daseins als Krähe wirkte sie etwas abgestumpft auf mich, denn sie musste bereits viel Leid über sich ergehen lassen, da das Leben als Krähe nicht einfach ist. Allerdings hat Stur während der Geschichte einen starke charakterliche Entwicklung durchgemacht, die mir sehr gefallen hat. Ich habe mit ihr gelitten, geliebt, mich gefreut oder auch geweint. Stur war für mich eine starke Protagonistin mit Ecken und Kanten, die mich komplett von sich überzeugen konnte. Ich habe sie sehr in mein Herz geschlossen.


Sabor ist ein ziemlich faszinierendes Land, allerdings ist es jetzt auch nicht ungewöhnlich beschrieben worden. Ich habe es mir mittelalterlich vorgestellt, da oft von Burgen und ähnlichem die Rede war. Was mich aber wirklich geflasht hat, ist der Weltenaufbau. Die Kaste, die Gaben, die Eigenheiten der Charaktere und der einzelnen Kasten. Ich bin immer noch hin und weg. Wie kann man so tolle Ideen haben? Wow! Ich liebe Welten in denen es für mich viel Neues zu entdecken gibt und genau so war es nun auch in dieser Geschichte. Zum ersten Mal Gänsehaut während des Lesens hatte ich zu Anfang, als die Krähen ihren Mammon-Tanz aufführten. Den Mammon-Tanz führen die Krähen auf, wenn jemand ihnen ihren "Lohn" für die Beerdigungen nicht zahlen will. Sie wollen die Preller so in Angst und Schrecken versetzen. Was für eine grandiose Idee, oder!? Mich hat dies total geflasht. Unter den Krähen gibt es auch besondere Hexer/innen, die sogenannten "Knochendiebe/innen". Solch eine ist natürlich auch Stur. Aufgrund der Zähne der Menschen aus den verschiedenen Kasten kann sie deren Geburtsrechte magisch hervorrufen. Ein Pfau gehört zum Beispiel zu den Hehren Kasten und hat das Geburtsrecht des Glanzes. Stur kann daher die Macht des Pfauenzahnes erwecken und somit das Geburtsrecht der Pfauen für sich nutzen. Sie "klaut" sozusagen das Geburtsrecht. Dies geht auch mit Knochen, egal ob Mensch oder Tier. Cool oder?


Jede Krähe, so hieß es, hatte in einem früheren Leben irgendeinen Riesenmist gebaut, so schlimm, dass sie von der Korona zuerst mit der Seuche geschlagen und danach dazu verdonnert worden war, diese als Buße ein Leben lang einzudämmen.

Auch die Handlung hat mich komplett überzeugt. Sie war komplex, kraftvoll und man musste sich schon sehr konzentrieren, aber es lohnt sich dranzubleiben. Die Geschichte ist halt nichts für Zwischendurch. Zudem ist es teilweise wirklich extrem hart zu Lesen, was den Krähen alles wiederfährt, sodass die Geschichte an manchen Stellen wirklich düster und nichts für schwache Nerven ist. Wie bereits erwähnt, habe ich mit Stur sehr mitgefiebert und konnte vor anhaltender Spannung das Buch kaum zur Seite legen, sodass ich es auch schnell beendet hatte. Apropos Ende: Es war spektakulär! Mehr verrate ich nicht. :)


Die Innen- und Außengestaltung des Buches hat mir ebenfalls gefallen. Es ist schön, dass sich das Cover ans Originalcover hält, aber auch mit der Karte im Inneren und der Kapitelgestaltung wurde sich sehr viel Mühe gegeben. Jedes Kapitel trägt eine eigene Überschrift in einer schönen Schrift und auch die Aufteilung des Buches (ich meine es waren drei Teile) war schön dargestellt.


Fazit

High Fantasy vom Feinsten! Ein gefühlvolles und spannendes Abenteuer mit einer Protagonistin, die über sich hinaus wächst. Stur konnte mich von Anfang an begeistern, genauso wie die komplexe Handlung und der besondere Weltenaufbau. Der Schreibstil war grandios, lies sich schnell lesen und war sehr bildhaft, sodass ich mir alles genau vorstellen konnte. Ein absolutes Must-Read für alle Fans von Leigh Bardugo!


Vielen lieben Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar!


Erhältlich im Buchhandel eures Vertrauens oder direkt beim Verlag.

Eure Neni ♥