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Veröffentlicht am 30.05.2018

Leider nichts Neues..

Der emotionale Rucksack
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Vivian Dittmar hat mit „Der emotionale Rucksack“ ein Buch verfasst, das auf den ersten Blick recht interessant klingt und leider doch hinter meinen Erwartungen zurückblieb.
Ballast, den man mit jedem ...

Vivian Dittmar hat mit „Der emotionale Rucksack“ ein Buch verfasst, das auf den ersten Blick recht interessant klingt und leider doch hinter meinen Erwartungen zurückblieb.
Ballast, den man mit jedem neuen Lebensjahr anhäuft, der umso schwerer wiegt, wenn er durch ‚traumatische‘ oder prägende Situationen und Erlebnisse entstanden ist. Ist er einmal da, wird man ihn nur schwerlich wieder los, diesen unnützen und erdrückenden Ballast. Die Frage ist also, wie man sich denn, wenn nötig, von unschönen Emotionen befreien und mit belastenden Erinnerungen besser umgehen kann. Hierzu gibt die Autorin vielfältige Erklärungen und Tipps. Trotzdem war ich vom eigentlichen Inhalt des Buches eher enttäuscht. Vivian Dittmar scheitert meiner Meinung nach u.a. oftmals daran, ihre Erläuterungen ausreichend allgemein zu halten. Auch die Verhaltenstipps und Ratschläge ergeben im Kern einfach ebenfalls nichts Neues. Ich persönlich habe mich von den Beispielen jedenfalls kaum angesprochen gefühlt und fand auch die Darstellungsweise mit häufigen Wiederholungen einiger Phrasen oder Themenschwerpunkten nicht sonderlich packend und teilweise sehr langatmig oder sogar unnötig. Da helfen auch Begrifflichkeiten und Leitsätze wie „Bedürfnis“, „Der Weg ist das Ziel“ und „Der Rucksack ist ein Geschenk“ nicht wirklich weiter.
Der Schreibstil an sich ist dagegen sehr eingängig und das Buch lässt sich sprachlich leicht und flüssig lesen. Fremdworte, Fachbegriffe oder Ähnliches kommen so gut wie nicht vor. Auch der strukturelle Aufbau ist eigentlich gut gelungen und das Buch wirkt durch kurze Kapitel mit diversen grafischen (Schwarz-Weiß-) Darstellungen ziemlich übersichtlich.
Ansonsten dreht sich das Buch meines Erachtens zu häufig im Kreis und war mir zudem auch im Ganzen zu laienhaft geschrieben. Es gab zwar einige wenige interessante Ansätze (z.B. zur „emotionalen Aktivierung“, kurz gefasst also zu Trigger- oder Reizpunkten / Auslösern), doch den Großteil der restlichen Inhalte fand ich vorwiegend langweilig und nichtssagend – leider!
Insgesamt würde ich sagen, dass man das Buch zwar lesen kann, ich es aber nur sehr eingeschränkt empfehlen mag. Deshalb 2 Sterne in der Gesamtbeurteilung.

Veröffentlicht am 21.09.2017

Thematisch packend, Schreibstil sehr enttäuschend..

Underground Railroad
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Ich war auf dieses Buch unglaublich gespannt, immerhin hat Colson Whitehead mit seinem Roman "Underground Railroade" den Pulitzer Preis 2017 gewonnen. Immer wieder las man, dass der Autor der schreckliche ...

Ich war auf dieses Buch unglaublich gespannt, immerhin hat Colson Whitehead mit seinem Roman "Underground Railroade" den Pulitzer Preis 2017 gewonnen. Immer wieder las man, dass der Autor der schreckliche Geschichte Amerikas, bzw. der Geschichte der Sklavenhaltung bis ins 19. Jahrhundert auf großartige Art und Weise ein neues Gesicht gegeben hätte. Somit waren meine Erwartungen hoch!
Doch schon auf den ersten Seiten wird dem Leser möglichst deutlich dargelegt, wie man den Inhalt zu verstehen habe - mitsamt ausführlicher Erklärung der geschichtlichen Hintergründe zum "Underground Railroad". Das mag hilfreich sein, mich hat es jedoch bereits sehr gestört. Meiner Meinung nach sollten sich die Inhalte und eine entsprechende Meinung dazu aus den Verläufen selbst ergeben, schließlich ist man ein "mündiger", im besten Fall reflektierender Leser. Somit fand ich persönlich die Erläuterungen und Whitehead's Ausführungen zu Anfang des Buches auch denkbar ungünstig platziert und hätte sie mir (ggf. mit einem Vermerk) eher am Ende des Romans gewünscht.

Zudem muss ich ehrlich gestehen, dass sich meiner Meinung nach die arg erläuternde Art auch im Schreibstil wiederfinden ließ. Für meinen Geschmack gab es zu viele recht plakative Sätze oder Aussagen ("Jeder wusste, dass Nigger keinen Geburtstag hatten."), damit der Leser auch ja den geschichtlichen Hintergrund und die grausamen Zustände zu verstehen weiß. Vielleicht lag es am jeweiligen Kontext, aber ich fand den Stil des Autors eher anstrengend zu lesen. Vielmehr hätte ich gehofft, dass sich die Emotionen aus dem Text und aus den Schilderungen selbst heraus gestalten, statt dass Whitehead immer wieder auf die Gräueltaten der Sklavenhalter und der damaligen Umstände hinweist. Trotz der wirklich vielversprechenden Buch-Besprechungen fand ich die Art und Weise, wie die Zeit und auch die Protagonisten dargestellt waren absolut enttäuschend. Die Figuren waren zwar authentisch dargestellt, der Rest wirkte auf mich extrem erzwungen.

Ich habe das Buch letztlich nicht zu Ende gelesen. Meine Bewertung: 2 Sterne. Sehr schade!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Überladen, langatmig und in sich nicht ganz schlüssig!

Extinction
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"Extinction" von Kazuaki Takano, ein vermeintlicher Thriller - für mich ein recht überladen wirkender Sci-Fi-Roman, der zudem teilweise langatmig und in sich nicht immer authentisch scheint.
Ein Söldner-Trupp ...

"Extinction" von Kazuaki Takano, ein vermeintlicher Thriller - für mich ein recht überladen wirkender Sci-Fi-Roman, der zudem teilweise langatmig und in sich nicht immer authentisch scheint.
Ein Söldner-Trupp wird in ein abgelegenes Dorf im afrikanischen Busch geschickt, um dort einen vermeintlich "mit einem für die gesamte Menschheit tödlichen Virus" infizierten Stamm auszulöschen. Der Auftrag ist klar! Doch bei Ankunft des Trupps bei den Mbutis kommen den Männern Zweifel an ihrem Auftrag. Und auch an ihren Auftraggebern.
Japan. Ein junger Wissenschaftler wird nach dem überraschenden Tod seines Vaters in ein nebulöses und gefährlich anmutendes Projekt hineingezogen, an dem auch der Vater schon lange verdeckt gearbeteitet zu haben scheint. Es geht sich um die Entwicklung eines sehr heilsamen Medikaments, durch das viele Kinder gerettet werden könnten. Doch ist die Umsetzung tatsächlich möglich? Und wieso hängen sich plötzlich dubiose Personen an die Fersen des Wissenschaftlers und überwachen all seine Kommunikation?
USA. Der Präsident gerät in staatseigener Sache in Zugzwang. Die Erdbevölkerung scheint bedroht durch eine neue menschliche Spezies. Experten werden hinzugezogen, Beratungen und Lage-Beurteilungen gehalten, Handlungsziele gesetzt. Die neue Spezies muss ausgerottet werden. Zum Schutz der Menschheit. Doch ist das überhaupt umsetzbar?
Egal in welchem Handlungsstrang sich der Leser gerade befindet: Werden tatsächlich die richtigen Entscheidungen getroffen? Wem kann man trauen, was ist die Wahrheit hinter allem?
Meiner Meinung nach hat das Buch sein Potenzial ein wenig verfehlt. Grundsätzlich gab es einige wirklich spannende und unerwartet fesselnde Passagen und Kapitel. Doch finden sich diese Szenen erst im letzten Drittel des Buches. Zuvor wirkt es einfach nur langatmig und überladen. Man liest über viele Seiten von DNA-Strukturen, Aminosäure-Ketten halt, deren Mutationsfähigkeiten und sehr detaillierte medizinische Abhandlungen. Große Teile der ersten Kapitel handeln von mathematischen Gesetzen, Verschlüsselungstechniken oder Primfaktorzerlegung. Es macht das Verständnis der Gesamtgeschichte vielleicht verständlicher, lässt sich aber für den Laien nicht flüssig oder interessant lesen. Zudem fand ich die Idee der neu entdeckten Spezies, die übernatürlich intelligent scheint und durch eine spontane Mutation der Gene der Elternpaare zustande kommt nicht besonders überzeugend. Dass ein Wesen mit übergroßer Stirnpartie geboren wird, das schon als Kleinstkind „hoch-höchst-super-intelligent“ ist und durch besondere mathematische Fähigkeiten alle möglichen Dinge auf der Erde manipulieren kann, wirkte an mancher Stelle auf mich sogar leicht lächerlich. Ich fand die Inhalte an mancher Stelle stark an den Haaren herbeigezogen und habe somit viele Seiten einfach „überlesen“.. Mein Fall war das Buch, das auch sprachlich eher nicht eingängig auf mich wirkte, eher nicht! Die Verknüpfung der einzelnen Erzähl- und Handlungsstränge waren mit viel gutem Willen akzeptabel. Aber insgesamt hat der Autor meiner Meinung nach zu viel des Guten gewollt und sich in Details und Lächerlichkeiten verrannt. Leider überhaupt nicht meins... 2 Sterne für die doch noch überraschend spannenden Kapitel oder Absätze im letzten Drittel des Romans. Sorry...

Veröffentlicht am 15.09.2016

Zu viel des Guten....

Flüstern mit Megafon
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Ich finde, die Autorin ist hier mit ihrem guten Ansatz über's Ziel hinaus geschossen.
Das Buch liest sich zwar flüssig. Allerdings ist es eine endlose Aneinanderreihung von Gesellschaftskritik, Psycho-Problemen ...

Ich finde, die Autorin ist hier mit ihrem guten Ansatz über's Ziel hinaus geschossen.
Das Buch liest sich zwar flüssig. Allerdings ist es eine endlose Aneinanderreihung von Gesellschaftskritik, Psycho-Problemen und sexueller Neigungen der Protagonisten.. Im Grunde gibt es keine "normale" Figur in diesem Roman. Die Protagonisten wirken am Ende völlig überladen und unglaubwürdig. Hinzu kommen die mehr als problematischen Beziehungen der Figuren untereinander, geprägt durch langatmige "Selbstfindungswege" sexueller oder alltäglicher Art.
Insgesamt hat mich das Buch wirklich aufgeregt! Man ärgert sich teils sehr über die Protagonisten oder deren Verhaltensweisen (die definitiv oft weit hergeholt sind..) und fragt sich beim Lesen permanent: "Na, was kommt als Nächstes?! Das ist jetzt doch ZU NORMAL!" Zumindest erging es mir beim Lesen so...
Ich weiß nicht, ob es nur mein Eindruck war.. Aber ich denke, die Autorin hätte diese vielfältigen Themenblöcke auf mehrere Bücher / Romane verteilen sollen. So, wie "Flüstern mit Megafon" nun vor mir liegt, kann ich es leider nicht weiterempfehlen! Ich bewerte es noch mit 2 Sternen, weil ich anfangs die einzelnen Protagonisten witzig fand und erpicht darauf war, zu erfahren wie es weiter geht. Ab Buch-Mitte konnte / wollte man es eigentlich nicht mehr wissen.. Sorry!

Veröffentlicht am 22.05.2020

Kein klassischer "Gerritsen-Thriller" und für mich leider eine echte Enttäuschung...

Das Schattenhaus
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Ein altes Kapitänshaus, mysteriöse Vorkommnisse und zudem noch ungeklärte Todesfälle.. „Das Schattenhaus“ von Thriller-Königin Tess Gerritsen ließ zunächst einmal wieder viel Nervenkitzel und Spannung ...

Ein altes Kapitänshaus, mysteriöse Vorkommnisse und zudem noch ungeklärte Todesfälle.. „Das Schattenhaus“ von Thriller-Königin Tess Gerritsen ließ zunächst einmal wieder viel Nervenkitzel und Spannung erhoffen. Doch für mich persönlich war es eher eine Enttäuschung - und zudem definitiv kein klassischer Gerritsen-Thriller.
Die Food-Autorin Ava zieht an der Küste Maines in ein altes Kapitänshaus, in dem es vom ersten Tag ihres Aufenthaltes an zu spuken scheint. Es erscheint ihr des Nachts der Erbauer des Hauses, Kapitän Brodie – der eigentlich seit rund 150 Jahren tot sein müsste. So weit so gut, entwickelt sich der Roman meines Erachtens genau wegen dieses Plots in die falsche Richtung. Die Story erinnerte mich weniger an einen packenden Thriller, sondern vielmehr an Schmachtfetzen aus der Sado-Maso-Sparte à la „50 Shades of Grey“… Leider überhaupt nicht mein Fall. Fessel- und Sexspielchen hat die Autorin meiner Meinung nach wirklich nicht nötig für ihre eigentlich immer äußerst stimmigen Thriller, denen es an Spannung nie mangelt. Authentische Charaktere, ausgefeilte Plots mit Nervenkitzel auf allerhöchstem Niveau und atmosphärische Schausplätze.. Auch „Das Schattenhaus“ hatte grundsätzlich viel Potenzial, doch Tess Gerritsen ist hier zu früh falsch abgebogen. Eine Hauptfigur, die dem Alkohol sehr zugetan ist, sich von einem Geist oder was auch immer verführen lässt, sich in ihren persönlichen Dramen verliert.. Zudem unglaubwürdige Inhalte und wenige schlüssige Verläufe. Schade, vielleicht wäre ein wenig „Mystery“ noch passend gewesen, doch die wenig authentischen und eher langweiligen Charaktere, sowie zu viele unnötige Sexszenen stampfen das Potenzial meiner Meinung nach ein. Für mich wie gesagt eine Enttäuschung, deshalb nur 1 Stern.

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