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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2021

Bewährtes Konzept mit zeitgemäßen Charakteren

Neuschnee
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Der Hype auf instagram um "Neuschnee" hat mich neugierig gemacht und ich habe es nicht bereut das Buch gelesen zu haben!
Die Situation ist nichts wirklich Neues für Krimi/Thriller-Fans; neun Freunde, zwei ...

Der Hype auf instagram um "Neuschnee" hat mich neugierig gemacht und ich habe es nicht bereut das Buch gelesen zu haben!
Die Situation ist nichts wirklich Neues für Krimi/Thriller-Fans; neun Freunde, zwei weitere Hotelgäste und zwei Hotelangestellte finden sich eingeschneit abseits von jeglicher Zivilisation wieder. Dadurch, dass das Buch in zwei verschiedenen Zeitspannen spielt, vor dem Verschwinden einer Person und nachher, schafft es Lucy Foley die Spannung gut zu halten. Man weiß von Beginn an, dass etwas passiert ist, nur fehlen die Details.

Da es neun Freunde sind, hab ich mir am Anfang etwas schwer getan, alle auseinander zu halten. Da kommt es zu Gute, das man als Leser wirklich wissen will, wie es weitergeht, da man dadurch schnell weiterliest ohne große Pausen zu machen, um wieder jeden zu vergessen. Aber sobald man alle einmal kennengelernt hat, wird es besser. Die Autorin lässt einige weibliche Charaktere ihre Kapitel in der Ich-Form erzählen, während der männliche Part in der dritten Person erzählt wird und mehr Distanz aufgebaut wird. Dieser Erzählstil baut eine stärkere Bindung zu den weiblichen Charakteren auf. Ich habe mich auch beim Lesen gefragt, ob das mit der Geschichte zusammenhängt, oder ob die Autorin bewusst darauf verzichtet aus der männlichen Perspektive zu schreiben (manche männlichen Autoren können absolut keine Frauenperspektiven gut schreiben).

"Neuschnee" ist sicher nicht das spannendste Buch, das ich je gelesen hab, aber ich war gut unterhalten und wollte immer wieder weiterlesen. Die Autorin greift viele Themen auf, die uns in der heutigen Gesellschaft beschäftigen und macht dadurch die Story lebendiger und lebensnahe. Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen und werde auch den nächsten Thriller von Lucy Foley lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2020

Zwei "normale" Menschen

Normale Menschen
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Nachdem ich das Buch auf gefühlt jedem instagram und youtube channel gesehen habe, war die Entscheidung leicht was ich als nächstes lesen soll. Schon alleine das Cover ist ein Hingucker und das Buch ist ...

Nachdem ich das Buch auf gefühlt jedem instagram und youtube channel gesehen habe, war die Entscheidung leicht was ich als nächstes lesen soll. Schon alleine das Cover ist ein Hingucker und das Buch ist qualitativ einwandfrei gemacht, wirklich schön.
Connell und Marianne sind zwei komplizierte Menschen, die beide ihr "Päckchen" zu tragen haben und sich einfach nur im Leben zurechtfinden wollen. Man erfährt als Leser am Anfang wenig über die Beiden, aber im Laufe des Buches, wie auch im Leben, lernt man die beiden besser kennen und verstehen. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass die beiden "Harry & Sally" aus dem gleichnamigen Kinofilm ähneln, da man mitfiebert ob sie zusammenkommen/ -bleiben, oder nicht. Aber wenn, dann sind die beiden sehr verkorkste (oder auch sehr menschliche) Harry & Sally, perfekt für 2020.
Der Schreibstil war für mich am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Sally Rooney verzichtet darauf, Aussagen und Gespräche der Charaktere als solche zu kennzeichnen. Ich musste daher am Anfang ein paar Textstellen mehrmals lesen um zu wissen, dass etwas gesagt wurde und wer das jetzt gesagt hat. Aber ich habe mich im Laufe des Buches daran gewöhnt und nach ein paar Kapiteln flüssig gelesen.
Die Autorin beschreibt Situation alles sehr detailliert und das könnte langatmig wirken, tat es bei mir aber nicht. Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht und fand ihre Ausführungen hilfreich um mir alles gut vorstellen zu können und mitten in der Situation zu sein.
Normale Menschen ist sehr empfehlenswert und verdient den Hype! Eine Liebesgeschichte, die doch irgendwie keine ist, sondern mehr ein Ausschnitt aus zweier Leben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.10.2019

Die Zeugin sieht alles...

Melmoth
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Helen Franklins Leben nimmt eine jähe Wende, als sie in Prag auf ein seltsames Manuskript stößt. Es handelt von Melmoth - einer mysteriösen Frau in Schwarz, der Legende nach dazu verdammt, auf ewig über ...

Helen Franklins Leben nimmt eine jähe Wende, als sie in Prag auf ein seltsames Manuskript stößt. Es handelt von Melmoth - einer mysteriösen Frau in Schwarz, der Legende nach dazu verdammt, auf ewig über die Erde zu wandeln. Helen findet immer neue Hinweise auf Melmoth in geheimnisvollen Briefen und Tagebüchern - und sie fühlt sich gleichzeitig verfolgt. Liegt die Antwort, ob es Melmoth wirklich gibt, in Helens eigener Vergangenheit?

Melmoth ist, außer das ein wunderschönes Buch ist, auch eine wunderschöne Sprache. Sarah Perry schreibt unglaublich schöne, lyrische Sätze. Dies verlangt dem Leser zwar etwas an Konzentration ab, hat mir aber sehr gut gefallen, da es mal ein anderes Leseerlebnis war.

Die Story, an sich, ist sehr interessant und mystisch. Einzelne Kapiteln sind Erzählungen aus der Vergangenheit von Menschen die Melmoth gesehen haben und bietet einen "historischen" Hintergrund für die Geschehnisse in Helen Franklin's Zeit. Dieser Teil hat mir immer besonders gut gefallen, da es für mich persönlich etwas interessanter als Helen's Story war.

Helen war für mich leider etwas gewöhnungsbedürftig. Sie wird als ein tragischer Charakter dargestellt, die eine geheimnisvolle Vergangenheit hat. Ich bin irgendwie nicht mit ihr und ihrer Geschichte warm geworden. Zwischendurch habe ich auch gedacht, dass sie in der falschen Zeit platziert ist, da sie für mich sehr wie Charaktere aus den Anfängen des 20. Jahrhundert wirkte und ich mich manchmal erinnern musste, dass die Geschichte in der jetzt-Zeit spielt.

Ich kann dieses Buch Lesern empfehlen, die gerne tragische Charaktere lesen und die auch gerne etwas mystischere Bücher lesen. Das schöne Cover hilft auf jeden Fall bei der Kaufentscheidung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 29.03.2019

Ein Rendez-vous mit Edith Piaf im Nachkriegs-Paris

Madame Piaf und das Lied der Liebe
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In der Zeit nach der deutschen Besatzung Frankreichs wird Edith Piaf der Kollaboration angeklagt und ihr wird mit einem Auftrittsverbot gedroht. In ihrem Privatleben lernt sie den aufstrebenden Sänger ...

In der Zeit nach der deutschen Besatzung Frankreichs wird Edith Piaf der Kollaboration angeklagt und ihr wird mit einem Auftrittsverbot gedroht. In ihrem Privatleben lernt sie den aufstrebenden Sänger Yves Montand kennen und sie nimmt ihn unter ihre Fittiche.

Der Roman bietet einen sehr gut recherchierten, glaubhaften Einblick in das Leben Edith Piaf's und die Inspiration zu La Vie En Rose. Ich habe bisher nur eine Verfilmung über ihr Leben gesehen und höre ein paar ihrer Lieder gerne, so dass mich das Cover neugierig gemacht hat.

Die Geschichte ist gut erzählt und man möchte gerne weiterlesen. Der Schreibstil gefiel mir gut und ist flüssig. Ich mochte die Einteilung des Buches in verschiedene Abschnitte Piaf's Leben zu dieser Zeit. Es verleiht dem Leser einen guten Einblick in ihr Leben und ihre Persönlichkeit wirkt sehr authentisch. Ich bin kein großer Liebes-Roman-Fan, so dass mir die, manchmal sehr subtile, Liebesbeziehung in diesem Roman sehr gut gefiel und mit nicht zu viel geworden ist, da nicht nur die Liebesgeschichte im Vordergrund steht. Der Roman behandelt auch das Talent und die Stärke einer bewundernswerten Frau. Ich hatte ein sehr angenehmes Leseerlebnis und konnte komplett abschalten.

Die Umgebung ist so gut beschrieben, dass ich manchmal dachte einen Abstecher durch das Nachkriegs-Paris mit Piaf zu machen. Dieses Buch ist wirklich gut zum Abschalten geeignet und um in eine komplett andere Welt einzutauchen. Die ganze Buchreihe des Aufbau-Verlags finde ich sehr schön gemacht, wie auch diese Cover beweist, und ich werde sicher mir noch das ein oder andere zulegen müssen.

"Madame Piaf und das Lied der Liebe" ist etwas für Liebhaber historischer Romane und Liebhaber der Schönheit und dem Flair von Frankreich und seinen Chansons.

Veröffentlicht am 04.03.2019

Doyle vs. Sherlock-Fan: wer löst das Rätsel zuerst?

Der Mann, der Sherlock Holmes tötete
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London 1910: Arthur Conan Doyle versucht nach einem Attentat auf sein Leben den Tod eines Mädchens zu lösen.
2010: Herold wird in die "Baker Street Irregulars" aufgenommen und findet im gleichen Hotel ...

London 1910: Arthur Conan Doyle versucht nach einem Attentat auf sein Leben den Tod eines Mädchens zu lösen.
2010: Herold wird in die "Baker Street Irregulars" aufgenommen und findet im gleichen Hotel die Leiche von Alex Cale, der die verschwundenen Tagebücher Doyle's gefunden hat und auf der Konferenz der Irregulars vorstellen wollte.

Graham Moore's Roman spielt in diesen zwei Zeitsträngen und ergibt ein interessantes Bild eines Autors der Sherlock Holmes sterben lies um endlich seine Ruhe von ihm zu haben, und eines Sherlock-Fans, der sich manchmal mit Sherlock vielleicht zu sehr identifiziert.

Doyle's Zeitstrang gefiel mir sehr gut. Ich denke Moore hat gute Recherchearbeit geleistet und somit die Geschichte sehr glaubwürdig gemacht. Es tauchen auch einige Zeitgenossen Doyle's auf, und besonders Bram Stoker macht die Geschichte umso besser. Ich habe mich immer auf diese Kapitel gefreut, da sie auch, meiner Meinung nach, am spannendsten waren. Doyle's manchmal grimmige Art machten ihn sympathisch und menschlich. Der Mordfall und seine Ideen dazu waren gut gemacht.

Der Zeitstrang in 2010 fokussiert sehr stark Herold's Glaube daran so wie Sherlock denken zu können und den Mordfall so zu lösen. Herold war mir zwar sympathisch mit seiner Deerstalker-Jagdmütze, aber hatte manchmal einige Schwächen und ich war mir nicht immer einig mit seinen Entschlüssen.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und da die Zeitstränge abwechselnd in einem eigenen Kapitel abgehandelt werden, unterbricht es nicht den Lesefluss und man fühlt sich sofort in die richtige Zeit versetzt. Moore hat einige Parallelen in die Zeitstränge eingebaut und es hat mich immer gefreut diese zu finden und zu verknüpfen.

Fazit: Ein Spaß für jeden Sherlock Leser und die, die es vielleicht mal werden möchten. Der Zeitstrang mit Arthur Conan Doyle ist auf jeden Fall lesenswert und ein guter historischer Krimi.

  • Cover
  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Lesespaß