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Veröffentlicht am 28.09.2019

So berührend und tiefgründig

Alles okay
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Inhalt:
„Ein Roman über das Erwachsenwerden, so berührend und großartig, dass man kaum atmen kann. Eine schmerzlich schöne Darstellung von Trauer und ein Lobgesang auf die Kraft der Wahrheit. Marin hat ...

Inhalt:
„Ein Roman über das Erwachsenwerden, so berührend und großartig, dass man kaum atmen kann. Eine schmerzlich schöne Darstellung von Trauer und ein Lobgesang auf die Kraft der Wahrheit. Marin hat alles hinter sich zurückgelassen, ist Tausende Kilometer geflohen vor ihrem alten Leben, vor dem Verlust ihres geliebten Großvaters. Doch eines Tages steht plötzlich ihre beste Freundin Mabel vor der Tür. Und mit ihr all die Erinnerungen an zu Hause, an Sommernächte am Strand. Mit ihrer Beharrlichkeit gelingt es Mabel, Marin aus ihrem Kokon der Einsamkeit zu befreien. Und Marin begreift, dass sie eine Wahl hat: weiter im Verdrängen zu verharren oder zu ihren Freunden und ins Leben zurückzukehren.“

Schreibstil/Art:
Diese emotionale Geschichte wird aus Marins Sicht erzählt. Die Sprache ist einfach, allerdings ist es empfehlenswert jedes Kapitel aufmerksam zu lesen und sich Zeit zu nehmen.
Die Autorin, Nina LaCour teilt dem Leser klar und deutlich mit, dass eigentlich nichts Okay ist.
Die Handlung ist voller Trauer, Einsamkeit und viel Gefühl. Bei diesem Buch kommt es mehr auf den Inhalt an bzw. die Tiefe, manches muss man selbst interpretieren, sich in Marins Lage versetzen und die Gefühle zulassen.

Fazit:
Eine sehr bewegende und tiefgründige Erzählung über Tod, Freundschaft, Angst, Einsamkeit und so vieles mehr. Dadurch, dass es nur 208 Seiten sind, ist es ein eher kompaktes Buch aber mit so vielen Facetten; man muss sie nur erkennen. Anfangs habe ich mich gar nicht getraut meine Gefühle zuzulassen, hatte Angst davor, dass mich der Inhalt zu sehr berührt.
Als ich es tat und mich in Marin reinversetzen konnte, konnte ich gar nicht anders und die Tränchen kommen lassen.
Zum Ende hin hat mich Marins Schicksal trotzdem noch positiv und glücklich gestimmt.
Ich bin froh, dass die melancholische Stimmung sehr authentisch rüberkommt und es auch viele schöne und innige Momente gibt.

Definitiv eine Leseempfehlung! Zurecht so hochgelobt.

Veröffentlicht am 23.09.2019

Machtspielchen vom feinsten

Meine wunderbare Frau
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Inhalt:
„Unsere Geschichte ist wie die von vielen anderen.
Ich bin einer wunderbaren Frau begegnet. Wir haben Kinder bekommen und sind in die Vorstadt gezogen. Wir haben uns von unseren größten Träumen ...

Inhalt:
„Unsere Geschichte ist wie die von vielen anderen.
Ich bin einer wunderbaren Frau begegnet. Wir haben Kinder bekommen und sind in die Vorstadt gezogen. Wir haben uns von unseren größten Träumen und unseren dunkelsten Abgründen erzählt. Und dann ist uns langweilig geworden. Wir sehen aus wie ein ganz normales Paar. Wir sind die netten Nachbarn, zu denen die Kinder zum Spielen kommen und die man gerne zum Essen einlädt. Aber wir haben ein Geheimnis, um unsere Ehe lebendig zu halten. Eine ganz besondere Vorliebe. Eine, die uns die Macht gibt, über Leben und Tod zu entscheiden...“

Schreibstil/Art:
Wie man dem Klappentext bereits entnehmen kann, ist der Psychothriller ausschließlich in der Ich-Perspektive des namenlosen Protagonisten, dem Ehemann geschrieben. Von Anfang an wird dem Leser deshalb auch nur seine Sichtweise preisgegeben. Dadurch entsteht zwar eine gewisse Distanz zu all den anderen Charakteren aber auch von vornherein viel Spielraum für eigene Gedankengänge und Interpretationen.
Jedes einzelne Kapitel sollte daher achtsam gelesen werden. Zum Ende hin ergänzen sich die fehlenden Puzzleteile und es wird richtig spannend.


Fazit:
Meiner Meinung nach ein total raffinierter und gut durchdachter Psychothriller.
Eine totale Überraschung für mich, vor allem, weil mich das Cover überhaupt nicht anspricht und ich mich auf ein eher weniger spannendes Buch eingestellt habe.
Gut gefallen haben mir unter anderem die Einblicke in die Vergangenheit. Man versucht herauszufinden was die beiden dazu treibt so zu sein, versucht zu verstehen, sich hineinzuversetzen.
Gibt es wirklich so abgebrühte Menschen?
Ich hätte oftmals gerne die Gedanken der Ehefrau, Millicent gelesen bzw. einen Einblick in ihre Psyche gehabt.
Nichtsdestotrotz habe ich mich nicht nur einmal als ein fünftes Familienmitglied gesehen.

Die relativ kurzen Kapitel, die unterwartenden Wendungen, der Nervenkitzel und natürlich der Thrill geben dem Buch den Rest. Ein erstklassiger Pageturner!

Veröffentlicht am 16.09.2019

Freundschaft, Trauer und Zusammenhalt

Es wird Zeit
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Inhalt:
„«Was soll jetzt noch kommen?» Judith ist fast fünfzig, und auf diese Frage fällt ihr leider keine zufriedenstellende Antwort ein. Die Kinder sind groß, ihr Mann ist in die Jahre gekommen und das ...

Inhalt:
„«Was soll jetzt noch kommen?» Judith ist fast fünfzig, und auf diese Frage fällt ihr leider keine zufriedenstellende Antwort ein. Die Kinder sind groß, ihr Mann ist in die Jahre gekommen und das Leben auch. Von der Liebe und dem Bindegewebe mal ganz zu schweigen. Dann stirbt ihre Mutter, und Judith kehrt nach zwanzig Jahren in die alte Heimat zurück, wo sie ein gut gehütetes Geheimnis, ein leeres Grab und einen Haufen Hoffnungen, Träume und Albträume zurückgelassen hat. Und plötzlich gerät alles aus den Fugen. Eine lebenslange Lüge stellt sich als Wahrheit heraus. Eine wiedergefundene Freundin hofft, den nächsten Sommer noch zu erleben, und will endlich wissen, was damals wirklich passiert ist. Eine Jugendliebe funkelt vielversprechend, eine Urne macht Umwege, und Judith stellt fest, dass es besser ist, sich zu früh zu freuen, als überhaupt nicht.

«Es wird Zeit» ist eine Geschichte von Schuld und Freundschaft, vom Älterwerden und vom Jungbleiben, es geht um die Heimat, die Liebe und den Tod und darum, dass am Ende nichts verlorengehen kann.“

Schreibstil/Art:
Erzählt wird auf eine humorvolle, ironische aber auch ernste Art und Weise ausschließlich aus Judith´s Perspektive. Dadurch habe ich mich ihr näher gefühlt, ihr Handeln und ihre Gedanken noch besser verstanden. Von Anfang an war sie mir direkt sympathisch. Ihre hilfsbereite und herzliche Art stellt eine greifbare und realitätsnahe Protagonistin dar.
Die Nebencharaktere sind super beschrieben.
Mit einigen konnte ich mich sehr gut identifizieren, weil von jedem Charakterzug jemand dabei war.
Ildikó von Kürthy schreibt mit vielen Emotionen, intensiven Gefühlen, ehrlichen Worten sowie einigen Höhen und Tiefen.


Fazit:
Eine Geschichte über eine Frau, die mich beeindruckt hat. Obwohl mir noch über 20 Jahre fehlen bis ich 50 werde und möglicherweise dieselben Probleme haben könnte wie Judith, habe ich mich dennoch sehr unterhalten gefühlt. In dieser Geschichte dreht sich nicht alles nur ums Älterwerden, sondern auch um Freundschaft, Trauer, Liebe, Schicksal und Zusammenhalt.
Die Message, dass man jeden Tag so leben sollte wie man´s für richtig hält, ist angekommen.
Als Kritikpunkt möchte ich nur hinzufügen, dass mir die Zeitsprünge in die Vergangenheit zu spontan waren. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten zu unterscheiden wo sich der Leser gerade befinden sollte.
Sobald man sich dran gewöhnt hat, ist aber auch dieses Problem verflogen.

Ansonsten eine klare Leseempfehlung meinerseits. Ein Buch zum Nachdenken, Schmunzeln und Genießen.

Veröffentlicht am 12.09.2019

Gefährdete Feuerwehrarbeit

Die Asche bleibt
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Inhalt:
„»Das Feuer reinigt und lässt nur Asche zurück –
Doch das abgrundtief Böse hat es auch für sich entdeckt«

Während die tapferen Einsatzkräfte der Feuerwache ihr Leben aufs Spiel setzen, um Menschen ...

Inhalt:
„»Das Feuer reinigt und lässt nur Asche zurück –
Doch das abgrundtief Böse hat es auch für sich entdeckt«

Während die tapferen Einsatzkräfte der Feuerwache ihr Leben aufs Spiel setzen, um Menschen vor dem Tod zu bewahren, lebt ein Psychopath seine kranken Leidenschaften aus, folgt dem Trieb, unvorstellbar grausam töten zu müssen.
Immer mehr verdichtet sich der Verdacht, dass dieser Wahnsinnige nicht nur medizinische Grundkenntnisse besitzen muss. 
Nein – es könnte ein Feuerteufel sein, der sogar aus dem engeren Umfeld der Feuerwehr kommt. Jeder ist plötzlich verdächtig. 
Ein Psychokampf beginnt und gefährdet Freundschaften. 

Das Ermittlerduo Liebig und Momsen steht vor dem bisher rätselhaftesten Fall, der sie selbst in tödliche Gefahr bringt.“

Schreibstil/Art:
Der Schreibstil ist zwar etwas eigen aber gut.
Der Autor verzichtet bewusst auf zu viele Beschreibungen und konzentriert sich mehr auf den Inhalt und das Erzähltempo. Das Buch ist kompakt gehalten, dafür wird der Leser relativ schnell mit dem ersten Mord konfrontiert.

Fazit:
Das Buch und somit auch die Message, wie hart unsere Feuerwehrmänner arbeiten und welche Schattenseiten ihr Job hat, haben mir sehr gut gefallen.
Gut vermittelt wird auch leider die Respektlosigkeit gegenüber über den Einsatzkräften.
Besonders gefallen haben mir zum Ende hin zwei Cliffhanger, da ich es vorher von dem Autor so nicht gekannt habe und ich finde, dass es nochmal richtig Schwung und Spannung mit sich brachte.

Überrascht wurde ich vom Ende…ein Täter mit zwei Gesichtern.
Ein Thriller in dem viele falsche Fährten gelegt werden, man tiefe Einblicke in das Leben der Feuerwehrmänner bekommt und man das Ermittlerduo „Momsen & Liebig“ immer sympathischer findet.

Veröffentlicht am 27.08.2019

Am Thema vorbei?!

Mittwoch also
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Inhalt:
„Jung, ledig, selbstbestimmt - und ungewollt schwanger.
Hedda ist nach einem One-Night-Stand ungewollt schwanger und möchte schnellstmöglich abtreiben. Doch sie hat die Rechnung ohne das norwegische ...

Inhalt:
„Jung, ledig, selbstbestimmt - und ungewollt schwanger.
Hedda ist nach einem One-Night-Stand ungewollt schwanger und möchte schnellstmöglich abtreiben. Doch sie hat die Rechnung ohne das norwegische Gesundheitssystem gemacht, das eine mehrtägige Bedenkzeit vorsieht. Und die setzt ihr unerwartet zu ...
Die 33-jährige Hedda, Journalistin in Oslo, hat eine Lebenskrise: Ihr wird gekündigt, und ihre Langzeitaffäre (und heimliche große Liebe) Lukas macht Schluss mit ihr. Sie wählt die große Geste und bricht zu einer Irrfahrt quer durch Europa auf, die mit einem Fast-Flugzeugabsturz über Sarajewo beginnt und mit einem One-Night-Stand mit dem Aussteiger Milo in Berlin endet. Zurück in Oslo stellt sie fest, dass sie ungewollt schwanger ist. Sie ist sich sicher, dass sie das Kind nicht behalten und eine schnelle Abtreibung möchte. Doch gar so einfach macht man es ihr nicht, denn der Arzt eröffnet ihr, dass sie zunächst eine mehrtägige Bedenkzeit einhalten muss. Und diese bringt Hedda ins Grübeln.
Lotta Elstad gelingt ein ungewöhnlicher, sehr unaufgeregter, sehr heutiger Blick auf einen wichtigen Aspekt weiblicher Selbstbestimmung, und sie schafft eine toughe, unabhängige Protagonistin mit bissigem Humor, der unsere Sympathien jederzeit sicher sind.“

Schreibstil/Art:
Geschrieben ist der Roman ausschließlich aus Hedda´s Perspektive. Der Schreibstil ist hektisch und irgendwie zu modern. Zu dem mit vielen Anspielungen auf das aktuelle Geschehen - was für mich persönlich allerdings schon zu viel gewesen ist. 
Literaturzitate: dessen Bedeutung nicht relevant für die geworbene Thematik ist, ohne Kontext und Bezug zu der Protagonistin und ihre Situation.
Einige Kapitel sind sehr sprunghaft geschrieben. Hätte mir eine klare, gerade Linie gewünscht.

Fazit:
Leider hat mir das Buch von Lotta Elstad überhaupt nicht gefallen. Als 33-jährige Journalistin habe ich Hedda nicht gesehen. Ihr fehlte es an Selbstreflexion und Verantwortungsvermögen. 

Der vermittelte Charakter passte einfach nicht zu ihrer Handlungen. 

Meine Erwartungen, dass sich das Thema mehr um das Hier und Jetzt dreht und die Autorin die drei Tage Bedenkzeit ausnutzt, wurden leider nicht getroffen. 
Stattdessen wird schwankend über die Beziehung zu ihrem Ex und ihrer jetzigen Affäre geschrieben.

Die Schwangerschaft, ihr Gewissen, ihr Gefühlschaos, ihre Gedankenwelt - all das wird so gut wie gar nicht erwähnt, leider. Denn genau darauf hab ich mich eingestellt, zumindest hat mir das Gefühl der Klappentext vermittelt.

Meiner Meinung nach sehr enttäuschend und nicht wirklich aufschlussreich.