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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2021

Speziell - nicht mein übliches Genre

Bock
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Inhalt:
„Männlichkeitsrituale, Potenzdruck, Übergriffigkeit – das Mannsein ist in die Krise geraten; das Schlagwort der »toxischen Männlichkeit« macht ebenso die Runde wie das des »alten weißen Mannes«. ...

Inhalt:
„Männlichkeitsrituale, Potenzdruck, Übergriffigkeit – das Mannsein ist in die Krise geraten; das Schlagwort der »toxischen Männlichkeit« macht ebenso die Runde wie das des »alten weißen Mannes«. Katja Lewina wollte wissen, was mit dem Mann los ist, und vor allem: wie es ihm wirklich geht im Bett. Sie ist losgezogen und hat mit Männern über ihre Sexualität, ihre Sehnsüchte und Geheimnisse gesprochen, mit normalen Typen ebenso wie Experten: vom Orgasmus-Coach bis zum Priester, vom trans Mann bis zum Urologen, vom Paartherapeuten bis zum Philosophen.
In ›Bock‹ zeigt sie, wie viele Ängste und Verunsicherungen mit dem Mannsein verbunden sind und wie Sozialisierung und gesellschaftliche Erwartungen das Verhalten der Männer beeinflussen.
Das Ende des Patriarchats können die Frauen nicht allein ausrufen, deshalb ist es höchste Zeit für dieses Buch, das Stereotype zerschießt und Alternativen aufzeigt.“


Schreibstil/Art:
Der Aufbau des Buchs ist schlüssig; ein ganzes Männerleben zieht am Leser:in vorbei. Es fängt mit dem ersten Schrei an und endet mit dem Ende im Altersheim. Katja Lewina schreibt einfach frei, offen und ehrlich. Es werden unglaublich viele Facetten des Mannseins aufgegriffen und freiheraus beschrieben. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund, damit muss man umgehen können. Ja, es ist interessant und aufschlussreich, denn hier wird man in so einige Themenbereiche involviert, die uns Frauen vielleicht gar nicht so bewusst sind. Ich muss aber gestehen, dass mir das oftmals ein wenig zu extrem und einige Beschreibungen doch zu intensiv gewesen sind. Zitate aus unterschiedlichen Ratgeberbüchern untermauern die Aussagen der von Katja Lewina interviewten Männer.


Fazit:
Ein Buch das Geschlechtsgenossen und Frauen die Chance gibt Männer besser zu verstehen. Denn auch sie können Komplexe, Ängste, Druck und Kontrollverlust empfinden und erleben. Katja Lewina gibt ihren Interviewpartnern eine Stimme, denn sie alle wollen nur eins: sie finden es nämlich wichtig, dass Sex normalisiert wird. Und das geht nun mal mit Ehrlichkeit!

In „Bock“ dreht sich nicht alles rundum Penisse und deren Größe, nein, hier geht es auch um die Selbstfindung des Mannseins. Sei es darum, dass ein Junge seine ersten Erfahrungen nicht mit einem Mädchen macht oder ein Mann bereits in seiner Jugend wusste, dass er in einem falschen Körper geboren wurde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.08.2021

Gefangen in einer dunklen Spirale

Sei still, mein Kind
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Inhalt:
„Hinter der Idylle wartet das Grauen

Kinderpsychologin Robin Löf kehrt nach zwölf Jahren zurück an den Ort, an dem sie aufgewachsen ist: Vråkören, eine abgelegene Villenkolonie vor den Toren Helsinkis. ...

Inhalt:
Hinter der Idylle wartet das Grauen

Kinderpsychologin Robin Löf kehrt nach zwölf Jahren zurück an den Ort, an dem sie aufgewachsen ist: Vråkören, eine abgelegene Villenkolonie vor den Toren Helsinkis. Seit Robins Bruder Lukas unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen ist, hat sie ihre Mutter hier nicht mehr besucht. Robin bemerkt rasch, dass die Anwohner ihrer Mutter feindselig gegenüberstehen. Auch im Wald, der die Siedlung umgibt, scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen: Robin fühlt sich verfolgt. Als ein Unbekannter versucht, sie zu ermorden, überschreitet sie alle Grenzen, um die Wahrheit herauszufinden.“


Schreibstil/Art:
An Robins Seite zu sein, war nicht durchgehend einfach. Ihre Ansichten konnte ich nicht immer nachvollziehen und trotzdem ihre Ängste förmlich spüren, aber auch den Drang verstehen endlich Klarheit zu verschaffen. 

Alte, erschreckende und mysteriöse Geheimnisse werden von ihr ausgegraben. Nicht jeder ist mit ihrer Anwesenheit einverstanden. Die rätselhaften Bewohner von Vråkören untermauern die ständige Bedrohungslage.


Fazit:
Jeder hat eine Maske auf, Robin. Fast ununterbrochen.“



Die unfassbar gut beschriebenen Details, egal ob von den Landschaften, den Bewohnern selbst oder dem seltsamen Verhalten ihrer Mutter, haben den Spannungsbogen immer wieder nach oben gepusht. Actionreiche, dramatische Szenen sind zwar vorhanden, die Spannung selbst, lebt aber davon, dass vieles psychologisch gut durchdacht ist.

Die ungewisse Entwicklung verrät anfangs noch nicht viel, erst zum Schluss entsteht ein grauenhaftes Bild. Meine Ahnungslosigkeit bescherte mir viele nervenaufreibende Lesestunden.

Als Kritikpunkt muss ich nur anmerken, dass mir die Zeitenwechsel innerhalb eines Kapitels manchmal zu plötzlich waren.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.08.2021

Kettenreaktion schrecklicher Ereignisse

The Call
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Inhalt:
„Kennst du die Wahrheit?

Stumm starrt die Tote sie an. Charlotte kennt die Frau, die in der Gerichtsmedizin liegt, nicht. Jetzt sitzt sie bei der Polizei, weil die unbekannte Tote ihre Kontaktdaten ...

Inhalt:
Kennst du die Wahrheit?

Stumm starrt die Tote sie an. Charlotte kennt die Frau, die in der Gerichtsmedizin liegt, nicht. Jetzt sitzt sie bei der Polizei, weil die unbekannte Tote ihre Kontaktdaten bei sich trug und wünscht sich, sie wäre nie ans Telefon gegangen. Die Frau wurde ermordet, und Charlotte ist die Hauptverdächtige. Sie setzt alles daran, ihre Unschuld zu beweisen. Doch die Tote hat eine Verbindung zu ihrer eigenen dunkeln Vergangenheit. Je tiefer Charlotte gräbt, desto mehr gerät sie in den Sog der Ereignisse und plötzlich ist ihr Leben in Gefahr …“


Schreibstil/Art:
Unterteilt ist dieses Buch in insgesamt 3 Teile und dann anschließend nochmal vereinzelt in viele kleine Kapitel. Dynamik bringen die verschiedenen Perspektiven mit sich. So lernen wir nicht nur Charlotte besser kennen, sondern auch ihre beste Freundin Rachel und die beiden Detectives Silvestri und seinen Partner Wolcott.

Der erster Teil ist quasi zum warmwerden, ab der Hälfte gehts richtig los. Charlotte selbst ist der Meinung: „Das ganze letzte Jahr hindurch habe ich in einer ausgefeilten, tödlichen Illusion gelebt. Sogar noch länger. Wann hat all das wirklich angefangen?“. Und tatsächlich ist hier nichts wie es scheint. Häppchenweise erfährt der Leser mehr über Charlottes Vergangenheit und diese spielt die ausschlaggebende Rolle. 
Unzusammenhängende Chatprotokolle einer Traumagruppe werden relativ spät aufgeklärt.


Fazit:
Der Alptraum scheint nicht aufhören zu wollen und es kommen immer mehr erschreckende Details ans Licht, die ein verstörendes Gesamtbild ergeben. Die unbekannte Drohung kommt immer näher und zum Schluss ergibt auch endlich alles eine Sinn.

Mit Charlotte konnte ich mich nicht immer anfreunden. Die persönlichen Einblicke hinter ihre Fassade waren daher sehr sinnig und aufschlussreich.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2021

Aufnahme läuft …

Ex Talk – Liebe live auf Sendung
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Inhalt:
„Love is ON the AIR

Shay Goldstein arbeitet seit fast zehn Jahren bei ihrem Lieblingsradiosender in Seattle. Aber seit Kurzem gerät sie immer wieder mit ihrem neuesten Kollegen aneinander, Dominic ...

Inhalt:
Love is ON the AIR

Shay Goldstein arbeitet seit fast zehn Jahren bei ihrem Lieblingsradiosender in Seattle. Aber seit Kurzem gerät sie immer wieder mit ihrem neuesten Kollegen aneinander, Dominic Yun, der meint, alles besser zu wissen. Als sie ihrem Boss ein Konzept für eine Talkshow vorschlägt, ist der begeistert. In ›Ex Talk›‹ soll ein ehemaliges Paar miteinander plaudern und Beziehungstipps geben. Nur kommt ihr Boss dann auf die wirklich blöde Idee, Shay und Dominic als dieses Ex-Paar auszugeben. Die Hörer lieben Shay und Dom. Und Shay und Dom verlieben sich ineinander. Doch wie können sie ein Paar sein, wenn sie für die Öffentlichkeit ein Ex-Paar sind? Ein Versuch, die Sache aufzuklären, endet jedenfalls nicht nur mit dem Rausschmiss von Shay.“


Schreibstil/Art:
Shay selbst schildert uns den holprigen Weg zum Happy End. Mich mit ihr anzufreunden fiel mir anfangs noch recht schwer. Ich fand sie nervig und Ich-bezogen. Ihre Wandlung hat mich aber überrascht. Die Fassade fiel später in sich zusammen und es kam die wahre, verletzliche und einfühlsame Shay zum Vorschein.
Dominic hingegen lernt man nur durch Shays Augen kennen. Ihn hat die Autorin dennoch gut beschreiben können. Beide machten auf mich einen sehr authentischen und lebendigen Eindruck.

Die Art und Weise der Erzählung fand ich unheimlich witzig, sexy und unterhaltsam zugleich. Vor allem mochte ich die Vielfalt an Themen; Trauerbewältigung, Religionen, Rassismus sowie Sexismus am Arbeitsplatz. Aufgefrischt wurde das Ganze u.a. mit Ausschnitten aus den Transkripten der Sendung „Ex-Talk“. Diese fand ich besonders einfallsreich.


Fazit:
Ich muss sagen, dass mir die Idee wirklich gut gefallen hat. Dass die Autorin selbst mal jahrelang Radiosendungen produziert hat, überrascht mich keinesfalls. Einblicke hinter die Kulissen sind mit viel Liebe zum Detail dargestellt.

Etwas irritierend und einen touch zu dirty fand ich die Sexszenen. Für junge Leser:innen könnte die eine oder andere Stelle zu ausführlich beschrieben sein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.08.2021

Ein Kriminalroman mit gut verwobenen Handlungssträngen

Spätsommermord
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Inhalt:
„Im August 1990 zelten fünf Jugendfreunde an einem stillgelegten Steinbruch in Süd-Schweden. Sie haben die Schule beendet, heute Nacht wollen sie zum letzten Mal diesen Sommer baden und dann erwartet ...

Inhalt:
„Im August 1990 zelten fünf Jugendfreunde an einem stillgelegten Steinbruch in Süd-Schweden. Sie haben die Schule beendet, heute Nacht wollen sie zum letzten Mal diesen Sommer baden und dann erwartet sie das richtige Leben. Aber als der Morgen graut und der erste Herbst-Regen fällt, liegt einer der Freunde tot im dunklen Wasser. Ein tragischer Unfall, lautet das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen … aber viele in der kleinen Kommune Nedanås zweifeln daran.

Als siebenundzwanzig Jahre später Anna Vesper von der Mordkommission Stockholm, auf der Flucht vor einer ganz persönlichen Tragödie, nach Nedanås zieht, setzen sich die Dinge wieder in Bewegung. Ein neuer, makaberer Todesfall ereignet sich, der eine Verbindung zu den Ereignissen im Steinbruch zu haben scheint, und bald werden Anna und ihre Teenager-Tochter in den alten Konflikt hineingezogen. Während Anna zugleich verzweifelt versucht, ihr eigenes Geheimnis zu wahren, nimmt sie die Ermittlungen auf. Was sie herausfindet, ist ebenso erschütternd wie gefährlich für ihr eigenes Leben …“


Schreibstil/Art:
Die zwei Erzählstränge; einmal aus der Gegenwart, sowie dem Abend des tragischen Unfalls August 1990, sind sehr gut ineinander verwoben und ergänzen sich perfekt in Gänze zusammen. Die Sprünge sind in den richtigen Momenten eingesetzt und schaukeln die Spannung ein wenig hoch. Diese gehen allerdings nur bis zur Mitte des Buches.

Die Handlungsorte sowie andere Charaktere sind unfassbar gut und lebendig beschrieben. Mir persönlich wurde es im Verlauf ein wenig zu viel mit den ganzen Namen. Bei längeren Lesepausen musste ich mich erst wieder in die Geschichte einlesen.


Fazit:
Die leicht bedrohliche Atmosphäre und das ständige Vertuschen von Fakten liest sich zwischen den Zeilen besonders gut. Manche Situationen hätten für mich allerdings etwas knapper und nicht ganz so ausführlich sein können.

Annas ersten Fall als Leiterin der Dienststelle in Nedanås hab ich gerne mit begleitet. Vertiefte zwischenmenschliche Beziehung machen es ihr nicht einfach. Der Kriminalroman dreht sich nicht ausschließlich um die Aufklärung von Verbrechen, sondern auch um den Punkt wie Anna Vesper ihre privaten sowie beruflichen Probleme zu lösen bekommt. Tolle Kombination!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere