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Nikola

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Veröffentlicht am 03.07.2020

Süß wie Kirschtee. Jeder braucht einen Mantovana, aber vorher eine Geschichte mit jenem.

True Love
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Lockerleicht, berührend, strahlend. Eine regelrechte Feel-Good-Story mit Eigenheiten, die nicht jeder mag.

Amy hat mit Zitronen gehandelt und das nicht nur für die Pasta al Limone, auch ihre Beziehung ...

Lockerleicht, berührend, strahlend. Eine regelrechte Feel-Good-Story mit Eigenheiten, die nicht jeder mag.

Amy hat mit Zitronen gehandelt und das nicht nur für die Pasta al Limone, auch ihre Beziehung zum pastaliebenden Lorenzo offenbart dies. Nach zehn Jahren Beziehung steht der hochzeitsbegeisterten Amy kein Heiratsantrag bevor sondern eine schmerzhafte Trennung. Dabei fällt sie aus allen Wolken und muss sich fragen, wer sie eigentlich ist und was sie eigentlich möchte. Schneller als sie sich versehen kann ist sie mit ihrer Zufallsbekanntschaft Aiden auf dem Weg nach Pisa. Zurück zu jenen Sommern auf dem Weingut, bei denen sie zuletzt sie selbst und glücklich war.

Erstmals bin ich auf der Instagramseite der Coverdesignerin auf das Buch aufmerksam geworden. Das Cover strahlte regelrecht und wärmte so das Herz, ließ auf eine solche Geschichte schlussfolgern.
Amy mag anfangs vielleicht etwas unsympathisch erscheinen. Auch wenn ich ihre anfänglichen Aktionen nicht unbedingt gutheißen, war sie mir dennoch nicht unsympathisch. Vielmehr hatte sie sprichwörtlich ihre rosarote Brille auf, wirkte in Teilen eher immer noch fünfzehn als fünfundzwanzig. Ihre regelrechte Besessenheit nach ihrer im Kindsalter erträumten Traumhochzeit, stellte vieles andere in den Hintergrund. So agiert sie sehr naiv und manchem gegenüber auch recht grob. Lorenzos Aktion half ihr dabei, das selbst zu erkennen und man erlebt eine Entwicklung, die manchem vielleicht zu schnell geht, mir jedoch vollkommen angemessen erschien. Bereits in ihren naiven Anfängen lässt sie durchblicken, dass sie keinesfalls dumm ist und ihr Handeln sehr wohl einzuschätzen weiß. Allerdings ignoriert sie das, sodass sie nicht sie selbst ist, es regelrecht verlernt hat, ihren Interessen zu folgen. Plötzlich ist da eine intelligente, recht gefasste, manchmal sogar bescheidene Frau, die eigentlich einfach nur ein viel zu großes Herz, mit einer viel zu großen Narbe in sich trägt und die auch ordentlich Temperament besitzen kann. Dabei geht sie ihren eigenen Weg, wird unabhängig und so auch vielleicht glücklich.
Lorenzo war für mich ein typischer italienischer Gigolo. Zunehmend fand ich seine Aktionen einfach nur noch amüsant und Amys Reaktionen dazu erst. Er ist kein nachhaltiger Antagonist, aber auf jeden Fall eine schlechte Altlast.
Aiden, ach ja, Aiden. Stets zur Stelle, liebevoll, verständnisvoll, aber auch geheimnisvoll. Seine Auftritte gefielen mir sehr und seine Affinität für Kuchen erst. Die entstehende Liebesgeschichte war zuckersüß, das A-Team habe ich schon gesehen, aber vielleicht kommt ja doch alles anders? ;)
Die Handlung war für mich in sich stimmig, gewiss sprunghaft, aber das ist auch das, was Amy ausmacht. Klar ist sie recht klischeebehaftet und einiges eher weniger realistisch, aber darum geht es in dieser Geschichte auch nicht. Für mich ist es ein Feel-Good-Roman, der das Herz erwärmt. Klar, gibt es auch Drama, aber die Charaktere sind oftmals sehr positiv gesinnt und das gefällt mir, denn neben den sehr tiefgründigen Geschichten, braucht es auch leichtere, die eine andere Ecke des Herzens berühren, erwärmen.
Neben der Liebe, auch der zu sich selbst, ist auch die Freundschaft ein tragender Teil der Geschichte. Eventuell mag das zu Beginn anders erscheinen, doch letztlich zeigt dieses Buch, dass man seine Freunde und/oder die Familie braucht und nicht vernachlässigen sollte. Sie ist da und hilft, wenn man allein nicht weiterkommen würde. Ohne Freunde kann das Leben sehr trist sein, das sollte man nicht vergessen. Eine echte Freundschaft übersteht auch längere Trennung, es wird sich wie heimkehren anfühlen.

Der Schreibstil macht das alles erst möglich. Er ist leicht und bedacht. Kapitel flog nur so an Kapitel vorbei und manchmal musste man sich regelrecht bremsen, um das Gelesene erst einmal zu verarbeiten, bevor es weitergeht. Langweilig war es keineswegs und auch sehr verständlich. Wie sonst kann man einen Charakter verstehen, der vollkommen anders agiert als man selbst. Ein gewisser Humor war so auch immer wieder gegeben. Vielleicht kein schwarzer, aber das würde auch nicht zur strahlenden Amy und Geschichte passen.

Bei dieser Zusammenfassung ist klar, worauf es hinausläuft, oder? ;)
5/5 für die wahre Liebe und Selbsterkenntnis.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.06.2020

Deeper. Darker. DMon. Das Autorenduo macht diesem Slogan alle Ehre. Lies es nicht, wenn du Dark Romance abgeneigt bist.

Angels deserve to die
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Der Narbensohn hat auch eine Narbenschwester. Bist du auch diesen Wundmalen gewappnet?

Die Narbensohn-Reihe rund um Helena und Liam wird mit diesem Buch mit der Geschichte über Anna und Vice ergänzt. ...

Der Narbensohn hat auch eine Narbenschwester. Bist du auch diesen Wundmalen gewappnet?

Die Narbensohn-Reihe rund um Helena und Liam wird mit diesem Buch mit der Geschichte über Anna und Vice ergänzt.
Anna hat einiges erlebt. Eher selten etwas Gutes.
So steht sie eines Tages vor Vice und bittet ihn um Asyl. Sie flüchtet sich wohlweislich in die Arme des selbsternannten Teufels, vor dem selbst Liam sie gewarnt hat.
Aber Liam ist nicht da. Nach und nach entwickelt sich immer mehr eine Beziehung, die nicht normal sein kann, Anna ins Verderben stürzen könnte, denn er ist ebenso Teil einer düsteren Welt und nicht gewillt seinen Engel gehen zu lassen, das wusste er bereits bei ihrer Bitte.

Der Leser wird direkt in eine Szene hineingeworfen, die aufzeigt, dass hier ganz und gar nichts niedlich werden wird, bevor wir am Anfang beginnen.
So war gleich eine Spannung da, eine Stimmung entstand, die man für dieses Buch auch braucht.
Anna ist zutiefst gebrochen, man leidet mit ihr und dies hemmungslos. Dass Vice, der so kaltherzig anderen gegenüber ist, sich um sie kümmern zu beginnt, ihr auch hilft, weiterzumachen, egal, wie verkorkst seine Hilfe zu sein scheint, ist dabei ein Lichtblick.
Beide führen uns in ihre Welt ein und nehmen uns mit auf ihren Weg. Anna ist dabei ein absoluter Engel, verständlich, dass Vice sie als diesen betrachtet. Sie hat so ein großes Herz, auch an Punkten, bei denen man eigentlich nicht mehr könnte. Dabei beweist sie, wie stark sie eigentlich ist, auch wenn es selbstverständlich nicht spurlos an ihr vorbeigeht.
Wie nah Liebe und Hass beieinander liegen demonstriert sie nur zu gut und immer wieder lässt sie Gedanken zu, die man vorher vielleicht nicht gehabt, beziehungsweise nicht nachvollzogen hätte.
Vice entpuppt sich als zweischneidige Person. Ohne Anna kennt er keine Emotionen, erfreut sich an den grausamsten Dingen, bei Anna jedoch tritt er völlig anders auf, was ihn selbst überrascht. Er ist wahrlich vernarrt in sie und würde alles für sie tun, wirklich alles.
Vice ist ein Soziopath durch und durch. Irgendwie stehen einem beim Lesen die Nackenhaare zu Berge, wenn man seine Kapitel liest, oder auch sein Verhalten in den anderen, aber irgendwie mag man ihn auch sehr. Er ist angsteinflößend und gleichzeitig versteht man, dass Anna ihn in ihr Herz schließt.

Zwei geschundene Seelen finden hier ihr Gegenstück und den Leser erwartete eine Geschichte, die anders ist als andere. Ich habe zwar im Vorfeld schon gehört, dass die Geschichten dieser Autoren etwas besonderes sind, es dann aber wirklich zu lesen, etwas völlig anderes.
Die Geschichte und auch Charaktere sind unberechenbar und doch machen sie einem oftmals verständlich, warum sie so agieren, auch wenn man es nicht immer gutheißt.
Ich war oftmals an dem Punkt, an dem ich mich fragte, wo es noch hinführen soll. Anna und Vice haben mich hierbei jedoch nicht enttäuscht. Es kommt vielleicht anders als erwartet, aber in dem Fall war die Erwartung im Nachhinein auch unpassend.

Es wird unglaublich emotional und zwar in vielerlei Hinsicht. Und es ist definitiv anders. So ist manches in der Geschichte auch süß und romantisch, aber eben auf die Anna-und-Vice-Art. Für manche mag das unverständlich sein, für andere, wie auch mich ist es irgendwie auch eine Horizonterweiterung. An dem Punkt bin ich sehr froh, dieses Buch in einer Leserunde mit den Autoren gelesen zu haben.
Klar geht es in diesem Buch um menschliche Abgründe und zwar auch auf sehr derbe Weise. Sehr schockierend und vor allem auch sehr bildlich erlebt man die Geschichte der beiden.
Manchmal fragt man sich, ob einem das nicht sogar zu viel wird, so detailliert und brutal geht es hier zu.
Andererseits ist der Schreibstil absolut fesselnd und verlangt den Leser mitzudenken, genauestens zu lesen und so auch vieles, was zwischen den Zeilen steht zu finden, denn es ist alles sehr durchdacht und nicht nur oberflächlich. Das fängt schon bei der Liederwahl an, hört hier jedoch noch längst nicht auf.

Lest es, aber nur, wenn ihr die Triggerwarnung auch ernst nehmt. Dieses Buch wühlt auf, es schmerzt, es lässt einen so einiges Hinterfragen, liefert aber auch Lichtblicke. Es ist eine Tortur, bereut habe ich sie jedoch zu keinem Zeitpunkt.
Dieses Buch hält, was andere in diesem Genre nur Versprechen und erfüllt sogleich deren Versprechungen mit. Es ist viel, für manchen vielleicht auch zu viel.
Ich habe es geliebt, liebe es noch und werde die beiden nicht vergessen.

Angels deserve to die. Der Titel sagt schon alles, aber gilt das auch für gefallene Engel?
Wer Vice…

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.06.2020

Anders als erwartet und dabei umso berührender.

Scherben spiegeln das Licht
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„Wenn alles um dich herum zerbricht, denk daran: Scherben spiegeln das Licht.“

April lebt in Boston. Ihre beste Freundin Bean bedeutet ihr alles, denn ohne sie gäbe es da wohl niemanden, der sich wirklich ...

„Wenn alles um dich herum zerbricht, denk daran: Scherben spiegeln das Licht.“

April lebt in Boston. Ihre beste Freundin Bean bedeutet ihr alles, denn ohne sie gäbe es da wohl niemanden, der sich wirklich für sie zu interessieren scheint.
So ist es nicht verwunderlich, dass das Geburtagsgeschenk ihrer Eltern die Information über ihre Adoption ist.
Plötzlich stehen April alle Türen offen, vielleicht gibt es da draußen ihre Familie, die sie liebt, wie sie ist und nicht als Plage betrachtet.
In New York erhofft sie sich Neuigkeiten zu erfahren und begegnet dabei neuen Personen und eventuell auch ein bisschen mehr sich selbst.

Von Anfang an wird deutlich, dass Aprils Leben alles andere als einfach ist, umso mehr versteht man, dass sie sich danach sehnt, entfliehen zu können. New York, die Stadt der Träume, erscheint dabei wie geschaffen. So mancher Traum geht dabei in Erfüllung, aber auch so einiges anderes.
Es läuft eigentlich nichts nach Plan.
Vielmehr muss sie darum bangen, von Tag zu Tag leben zu können. Hilfe gibt es zwar, doch wird irgendwie alles eher komplizierter als leichter.

April ist ein sechzehnjähriges Mädchen, das des Öfteren etwas unbedacht agiert und sich von ihren Gefühlen leiten lässt. Aber wer kann ihr das verübeln? Neben der Suche hat April auch einige andere Dinge, wie auch Selbstzweifel, im Gepäck. Dabei erkennt man nicht immer, was wichtig und unwichtig erscheint. Jeder macht Fehler und so macht auch April welche. Sie ist ehrlich und direkt, was mir sehr gefallen hat. Der Leser erfährt so immer sofort, was in ihr vorgeht und kann mit ihr Mitfühlen.
Man hat das Gefühl, mit April ein bisschen erwachsener zu werden, auch wenn sie schon einiges durchmachen muss, dass man ihr gerne ersparen würde.

Neben April runden die energetische Bean, ihre sich, soweit es ihr eben möglich ist, um sie kümmernde Tante Ferra und der hilfsbereite Eli die Geschichte ab. Als dann auch durch Zufall Chase, dem sie immer wieder ungeplant begegnet, und sein jüngerer Bruder Sam dazustoßen, entpuppt sich manches als bloßer Schein.

Die Geschichte lebt von Wendungen, manches kann man eventuell erahnen, aber in diesem Alter agiert man mitunter doch etwas naiver, besonders in den Situationen, in denen sich April manchmal befindet, was sie jedoch oft auch selbst feststellt und wieder hervorhebt, dass sie kein naives Dummchen ist. Vielleicht manchmal eher etwas verzweifelt.
Aufgrund der Wendungen findet sich der Leser zusammen mit April immer wieder in neuen Konstellationen wieder und so ist die Geschichte auch nicht wirklich vorhersehbar, was sie umso spannender macht.

In der Stadt, die niemals schläft und demnach immer hell erstrahlt, kann der Himmel, die Zukunft auch düster sein. Vielleicht ist dieses Leuchten aber auch nur eine Reflektion, was dieses wahnsinnig schöne Cover in der Geschichte verankert.
Wie die Stadt pulsiert, pulsiert auch die Geschichte. Manche Fragen bleiben so auf der Strecke, aber das bringt Schnelllebigkeit eben mit sich. Ein paar mehr Antworten hätte ich mir manchmal jedoch schon noch gewünscht.

Eines ist in dieser Geschichte deutlich geworden. Am Ende des Tunnels kann Licht sein. Vielleicht anders als erwartet, aber deshalb nicht unbedingt schlechter.
Über einen langen Weg mit zahlreichen Facetten an Emotionen, Zwiespälten, Freundschaft, Liebe und der Suche nach dem eigenen Glück, versucht April dieses zu finden, vielleicht sogar in sich selbst?
Bis zum Schluss wirst du dich fragen, ob es düster bleibt, oder wieder heller werden kann.

So lande ich bei 4/5 Sternen für diese mit Höhen und Tiefen versetzte Suche nach der Wahrheit, die zum Nachdenken anregt. Bist du bereit, diesen Weg mit April zu gehen, auch wenn er nicht immer einfach wird?

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.05.2020

Durchweg mysteriös, wendungsreich und neben zahlreichen anderen Elementen sehr spannend

Erweckte Kräfte
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Wenn ein Tanz dein Leben verändert und eisige Augen in eine ungewisse Zukunft führen…

Ein bisschen chaotisch und allein nach dem Auszug bei den Eltern beschreibt Katys Leben ganz gut.
Von der schwülen ...

Wenn ein Tanz dein Leben verändert und eisige Augen in eine ungewisse Zukunft führen…

Ein bisschen chaotisch und allein nach dem Auszug bei den Eltern beschreibt Katys Leben ganz gut.
Von der schwülen Hitze und dem Stau genervt beschreibt Zoe ganz gut.
Bald jedoch wird sich Zoe genau in diese Situation zurückwünschen.
Bald schon werden sich beide und auch noch andere Personen begegnen. Sie alle scheinen miteinander verbunden sein, denn tief im Dschungel lauert etwas und es scheint nach Katy zu rufen. Nur weiß sie das noch nicht so recht.
Katy mag anfangs schnell etwas überfordert wirken, in den folgenden Kapiteln beweist sie jedoch das Gegenteil. Der Leser entdeckt mit ihr zusammen immer wieder neue Dinge über sich selbst, aber auch Zoe, Alayca und später auch Lefko als auch Arman tun ihr dies gleich und plötzlich scheint man sich vielleicht doch nicht mehr so fremd.
Die Charaktere sind dabei alle auf ihre eigene Weise ein tragender Teil der Geschichte und halten auch die ein oder andere Überraschung bereit, auf die man als Leser nicht vorher kommen würde.
So ist Zoe das Teenagermädchen, demnach auch sehr misstrauisch gegenüber Erwachsenen, hat im Grunde aber ein sehr gutes Herz. Alayca ist das kleine Mädchen, das Schutz braucht. Sie öffnet sich altersgerecht deutlich schneller als Zoe ist aber auch naiver. Arman ist für sein Alter erfahrungsbedingt schon sehr reif und verschmitzt.
Lefko ist der harte Kopfgeldjäger, der die beiden Mädchen an seinen Auftraggeber übergeben soll und gleichzeitig immer noch mit einem gebrochenen Herzen versucht, weiter zu arbeiten. Seine Sonnenbrille, die er selbst nachts trägt, macht ihn sehr mysteriös und lässt ihn gefährlich wirken.
Bei den Charakteren liegt definitiv eine bunte Mischung vor, die zu keiner Zeit überzeichnet wirkt. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass die Autorin sehr real Protagonisten kreiert, die demnach auch entsprechend ihres Alters, etc. handeln. Es gibt definitiv mehr neben der Tänzerin und dem Eisprinz.

Niemand weiß so wirklich, was vor sich zu gehen scheint und so wird man als Leser in eine Geschichte voller Ungewissheiten geführt, wobei der Sog eher zu-, als abnimmt je weiter man in der Geschichte versunken ist.
Dabei ist keineswegs nur die Spannung zentral, auch Spaß, Selbstzweifel, aber auch gewisse Begierden finden sich in dieser Geschichte einmal mehr oder weniger auf, womit die Autorin sich nicht auf eine Schiene festlegt und eine viel umfassendere Geschichte bietet als so manch anderer. Gleichzeitig zeichnet sie sich so auch keine Schranken auf, wodurch wirklich alles passieren kann.
Ich bin von der Handlung wirklich sehr begeistert. Den Klappentext fand ich im Bezug zum Titel und dem neu gestalteten, wunderschönen Cover schon sehr spannend. Erste Schnipsel deuteten bereits daraufhin, dass diese Geschichte mehr zu bieten hat, als ich annahm und ich wurde keinesfalls enttäuscht, eher noch mehr positiv überrascht.

Der Schreibstil ist dabei relativ nüchtern und durch einen Er/Sie-Erzähler aus allen fünf Perspektiven der Figuren wird dies eher noch verstärkt. Nichtsdestotrotz ist dieser jedoch im Stande die Innenperspektive der Figuren zu präsentieren und so wird trotz einer recht geringen Seitenzahl eine exzellente Geschichte erzählt. Am Ende fragt man sich regelrecht, ob das Buch nicht doch mehr Seiten hat, so viel hat man auf diesen Seiten mit den Charakteren erlebt.

Eigentlich wollte ich dem Buch nur 4/5 Sternen geben, da mir die Szenen manchmal zu schnell abgehandelt werden, gewiss mehr darüber erzählt werden könnte. Andererseits ist in der Geschichte vieles prägnant und auf den Punkt gebracht, was wiederrum nur bedeutet, dass die Autorin meiner Meinung nach auch gerne ausführlicher ihre Geschichten schreiben kann. Da jedoch nicht wirklich etwas fehlt deutet es eher darauf hin, dass mir die Charaktere inzwischen ans Herz gewachsen sind und ich mir deshalb einfach mehr Seite wünsche, um mehr Zeit bei ihnen verbringen zu können.
Am Ende dieses Bandes hatte ich kurz Sorge, dass es keine Fortsetzung gibt, denn das Ende ist nicht schlecht keine Frage, aber ich möchte einfach noch sehr viel mehr über die fünf und auch andere, möglicherweise neue Charaktere erfahren.
Erweckte Kräfte sind ja schließlich erst der Anfang. ;)

Alles in allem lande ich also doch bei 5/5 Sternen und spreche hiermit eine klare Leseempfehlung aus.
Vielleicht erweckt dieses Buch ja auch eure Lesekraft/Motivation für gute mysteriöse Bücher.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2020

Trust her, die Autorin weiß, was sie tut. Auch aus der Sicht eines männlichen Protagonisten versprüht die Autorin Funken.

Trust her
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Paul und Ella, Ella und Paul. Wie das wohl enden wird?

Liebe auf den ersten Blick ist ein Märchen. Das denkt zumindest Paul.
Dann begegnet ihm Ella und er erfährt, dass es Liebe auf den ersten Blick wirklich ...

Paul und Ella, Ella und Paul. Wie das wohl enden wird?

Liebe auf den ersten Blick ist ein Märchen. Das denkt zumindest Paul.
Dann begegnet ihm Ella und er erfährt, dass es Liebe auf den ersten Blick wirklich gibt, oder ist es doch nur eine Illusion?
Schön und gut, wenn es keine ist. Das hilft jedoch nicht, wenn die Angebetete unerreichbar scheint und zudem noch vergeben ist, alles andere als einfache Umstände für den zudem sehr schüchternen Paul.

Von Anfang an wird Pauls Schüchternheit deutlich. Bei Band eins habe ich die Charaktere bereits als Zucker umschrieben, Paul setzt dem ganzen aber noch eine Niedlichkeitsstufe oben drauf, da man eben genau mitverfolgt, wie gerne er doch manchmal agieren würde, seine Schüchternheit jedoch im Weg steht.
Aber auch Ella ist eigentlich nicht immer so extrovertiert, wie man es vielleicht denken könnte. Nicht nur Paul blüht in ihrer Nähe auf, auch sie zeigt eine neue, verletzliche Seite.
Während Paul ein Träumereien ist, ist sie manchmal etwas oberflächlich und verschließt sich vor anderen.

Zwei Gegensätze also, die trotzdem eine gemeinsame Chemie besitzen.
Paul ist unglaublich romantisch und Ella liebt Überraschungen. Beide haben also doch mehr gemein als anfänglich gedacht.
Und ja, Ella hatte definitiv Interesse an Paul, aber jemand sehr Zurückhaltendes ist besonders am Anfang einfach schwer einschätzen.
Auch hier erlebt man wieder eine New-Adult-Geschichte, die ihrem Namen auch treu bleibt. Zu alten Gesichtern kommen einfach neue hinzu.
Zudem bekommt man einen neuen Blickwinkel auf die Erlebnisse der Clique, der die Charaktere noch näher bringt und Lust auf weitere Geschichten macht.
Paul selbst umschreibt noch kindlicher zu sein als Melinda und ja sie ist mitunter wirklich schon abgebrühter. Trust Her ist einfach eine völlig andere Geschichte, ohne dabei den Abschied liebgewonnener Charaktere zu beinhalten.
Es wird eher noch intensiver.

Auch dieser Band verspricht wieder eine schöne, leichte Liebesgeschichte, die jedoch trotzdem schon genug schwierige Themen beinhaltet.
Die Charaktere sind auch hier sehr authentisch gezeichnet und versprechen süße Lesestunden.
Paul beginnt Ella zu vertrauen und wir als Leser können ebenso auf die Autorin und ihre Schreibkunst vertrauen.

Wer nach einer Geschichte mit Jugendlichen im Abschlussjahr sucht, die ihr Leben leben und dabei Neues über sich selbst, aber auch andere erfahren und auch mit den ein oder anderen Unvollkommenheiten, eben auf ganz normalem Wege erwachsen werden, sollte die Perspektive des Jungen mit den braunen Augen einnehmen.
Ich lande bei 4/5 Sternen und freue mich auf weitere Geschichten der Truppe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere