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Veröffentlicht am 12.12.2021

Kennt man eins, kennt man alle

Gentlemen of New York - William
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New York 1888:
William Sloane ist ein Eisenbahnmagnat und versucht nun auch noch eine Karriere in der Politik zu starten. Um dies zu gewährleisten braucht er die Hilfe und Unterstützung eines Mannes, der ...

New York 1888:
William Sloane ist ein Eisenbahnmagnat und versucht nun auch noch eine Karriere in der Politik zu starten. Um dies zu gewährleisten braucht er die Hilfe und Unterstützung eines Mannes, der sich leider sehr auf die Vorhersagen eines Mediums verlässt. Wenn dies an die Öffentlichkeit gerät, kann William den gemeinsamen Wahlkampf vergessen.
Ava Jones hält sich mit Tricksereien und Seancen über Wasser und versucht auf diese Art, sich und ihren Geschwistern ein Stück Land und ein eigenes kleines Haus zu erwirtschaften.
Als William sie davon abzubringen versucht, weiterhin seinem Partner im politischen Wahlkampf die Zukunft vorherzusagen, treffen zwei sehr starke und eigensinnige Charaktere aufeinander und lassen ordentlich die Fetzen fliegen.

Schnell merken beide trotz aller Streitigkeiten, dass sie mehr für den jeweils anderen empfinden und kommen sich zunehmen näher. Körperlich und leider auch emotional, was beide eigentlich lieber vermeiden möchten.

Band 1 dieser Reihe hat mir sehr gut gefallen, zumal die Autorin es schafft, starke Frauenfiguren zu zeichnen, die aber nichts von ihrer Weiblichkeit einbüßen und eher eine gesunde Vorbildfunktion erfüllen. Die romantischen Aspekte können sich durchaus auch sehen lassen.
Nur leider ist der Aufbau dieses zweiten Bandes dem ersten Band viel zu ähnlich.
Es kommt dadurch zu keinen echten Überraschungen und ich konnte mir oft schon denken, wie sich manche Situationen entwickeln werden und so kam es dann auch.

Die Autorin hat das Schema des ersten Bandes genommen und einfach ein paar andere handelnde Personen eingefügt.
Besonders einfallsreich ist dieses Vorgehen nicht und den dritten abschließenden Band dieser Reihe werde ich mir ganz sparen.

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Veröffentlicht am 12.11.2021

Missglückter Genremix

Layla
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Layla und Leeds lernen sich auf der Hochzeit von Laylas Schwester kennen und sind auf den ersten Blick schockverliebt. Leeds spielt als Bassist in einer Band, die er scheußlich findet und was Layla eigentlich ...

Layla und Leeds lernen sich auf der Hochzeit von Laylas Schwester kennen und sind auf den ersten Blick schockverliebt. Leeds spielt als Bassist in einer Band, die er scheußlich findet und was Layla eigentlich tut, erfährt man nicht. Ist wohl nicht so wichtig.

Die beiden frönen jedenfalls erst einmal ausgiebig der körperlichen Liebe und lernen sich besser kennen, ohne dass der Leser davon etwas mitbekommt.
Die Charaktere bleiben entsprechend farblos und schwer zugänglich.

Nachdem Leeds ein Foto von Layla und sich im Internet postet, wird Layla von seiner eifersüchtigen Ex-Freundin angeschossen, muss operiert werden, hat viele Monate Physiotherapie zu überstehen und ist anschließend irgendwie nicht mehr dieselbe.
Leeds kümmert sich natürlich aufopferungsvoll um sie und mietet das ehemalige Bed and Breakfast, in welchem die Hochzeit stattgefunden hat, um Layla eine Auszeit nach diesem schrecklichen Trauma zu ermöglichen.

Das war es dann auch schon mit der Liebesgeschichte und dem Thriller. Zwei Genres, die eigentlich gut zusammenpassen, aber von der Autorin nicht vernünftig verknüpft und ausgearbeitet worden sind.
Es kommen keine Gefühle und erst recht keine Spannung auf.

Und mit diesen zwei Genres wollte sich die Autorin auch noch nicht zufriedengeben, denn sie versuchte als nächstes, einen gewissen Mystery-Anteil hineinzumischen.
An dieser Stelle kann ich leider nicht besonders ins Detail gehen, da die Spoilergefahr zu groß ist und der werte Leser doch die Möglichkeit haben soll, sich überraschen zu lassen.
So viel sei gesagt: Es geschehen merkwürdige Dinge und Leeds schnallt erst einmal nichts und Layla bekommt überhaupt nicht mit, dass irgendwas komisch ist.
Nur der Leser ist permanent damit beschäftigt, genervt die Augen zu verdrehen.

Fazit:

Ein halbherziger Mix aus drei Genres, gespickt mit lieblos gezeichneten, blassen Charakteren und einer zeitraubenden, langweiligen Handlung.

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Veröffentlicht am 15.11.2022

Gute Idee, schlechte Umsetzung

Die Knochen-Schiffe
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Die Bewohner der Hundertinseln haben über Jahrhunderte ihre Schiffe aus Drachenknochen gebaut bis die riesigen Echsen scheinbar ausgestorben waren.
Als nun nach langer Zeit wieder ein Drache gesichtet ...

Die Bewohner der Hundertinseln haben über Jahrhunderte ihre Schiffe aus Drachenknochen gebaut bis die riesigen Echsen scheinbar ausgestorben waren.
Als nun nach langer Zeit wieder ein Drache gesichtet worden ist, beginnt ein Wettkampf um den Leib des magischen Tieres. Denn nicht nur die Bewohner der Hundertinseln sind auf der Jagd nach Drachenknochen.

Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn Autoren von High-Fantasy-Romanen sich nicht die Mühe machen, ihre Welt vernünftig zu erklären.
Und genau das ist hier mal wieder der Fall.
Der Autor wirft mit fantastischen Begriffen um sich und erklärt keinen davon.
Die nichtmenschlichen Figuren werden nicht ausreichend beschrieben und vorgestellt, so dass ich mir bei den meisten gar kein richtiges Bild machen konnte.
Gesellschaftliche und politische Zusammenhänge werden auch kaum erklärt.
Dann kommt noch erschwerend hinzu, dass die Handlung nur sehr langsam vorangeht.

Für mich ein absoluter Reinfall.
Ich konnte es nicht beenden.

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Veröffentlicht am 09.11.2022

Buchspringer springen und tun sonst nicht viel

Die Buchspringer
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Amy verbringt die Sommerferien mit ihrer Mutter auf einer der Shetlandinseln in dem riesigen Anwesen ihrer Großmutter. Dort erfährt Amy, dass alle Mitglieder ihrer Familie Buchspringer sind; so auch Amy ...

Amy verbringt die Sommerferien mit ihrer Mutter auf einer der Shetlandinseln in dem riesigen Anwesen ihrer Großmutter. Dort erfährt Amy, dass alle Mitglieder ihrer Familie Buchspringer sind; so auch Amy selbst.
Dies bedeutet, dass sie in jedes Buch hineinspringen und die jeweilige Handlung hautnah miterleben kann.
Auf diese Art lernt Amy Goethes depressiven und liebeskranken Werther, die drei Hexen aus Macbeth und den Tiger Schir Khan aus dem Dschungelbuch kennen. Und noch viele mehr.
Buchspringer sollen für Ordnung in der Welt der Bücher sorgen und die literarischen Figuren davon abhalten unsachgemäßes Verhalten an den Tag zu legen.
Zuerst ist auch noch alles im Lot und Amy verbringt ein paar tolle Stunden in der Buchwelt.
Doch plötzlich verändern sich die Geschichten. Manche gängigen Aspekte fehlen plötzlich und die literarischen Figuren können ihre Rollen nicht ehr erfüllen.
Scheinbar hat jemand dort seine bösen Finger im Spiel und Amy setzt zusammen mit Will, einem weiteren Buchspringer, alles daran, den Übeltäter zu finden.

Die Idee hinter diesem Buch hat mich sehr angesprochen und leider bin ich ein wenig von der Umsetzung enttäuscht.
Für meinen Geschmack ging Amy das ganze Buchspringen und die Orientierung in der Buchwelt zu leicht von der Hand und die Suche nach dem Bösewicht zog sich sehr in die Länge. Jedes Mal, wenn sie ihm näher kam stolperte sie natürlich und verlor ihn aus den Augen. Das ist gefühlt zwanzig Mal passiert und trug leider nicht zur Spannung bei, sondern kratzte sehr an meiner Geduld.

Die Charaktere sind so klischeehaft gezeichnet, dass es einerseits fast wehtat und andererseits schon wieder perfekt in dieses Buch passte.
Keine der Figuren war mir besonders sympathisch und echte Spannung kam zu keinem Zeitpunkt auf.

Sehr gute Idee, eher lasche Umsetzung.

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Veröffentlicht am 08.11.2022

Eine enttäuschende Reise nach Dänemark

Kopenhagen mon amour
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Brune ist 35 Jahre alt, seit Kurzem Single und wünscht sich ein Baby.
Mittlerweile spürt sie ihre biologische Uhr ticken und hat das Gefühl, dass ihr die Zeit weg läuft.
Doch wie soll sie sich diesen ...

Brune ist 35 Jahre alt, seit Kurzem Single und wünscht sich ein Baby.
Mittlerweile spürt sie ihre biologische Uhr ticken und hat das Gefühl, dass ihr die Zeit weg läuft.
Doch wie soll sie sich diesen Wunsch erfüllen, wenn sie keinen Mann hat, mit dem sie die Familienplanung in Angriff nehmen kann?
Brune erinnert sich daran, mal etwas über Kinderwunschkliniken in Dänemark gelesen zu haben und macht sich an die Recherche.
Ihr Herz schlägt immer höher für die Idee, ein Kind mit Hilfe einer solchen Klinik zu bekommen und dafür auf den Mann zu verzichten.
Ihre beste Freundin Justine ist da erst einmal ganz anderer Meinung, entscheidet sich letztlich jedoch dazu, Brune nach Dänemark zu begleiten und ihre Freundin dabei zu unterstützen, sich diesen besonderen Wunsch zu erfüllen.

Leider hat mich dieses Buch sehr enttäuscht.
Ich habe erwartet, dass mit den Themen Kinderwunsch und Kinderwunschklinik vernünftig und ernsthaft umgegangen wird.
Außerdem habe ich mich vor dem Lesen auf eine literarische Reise nach Dänemark gefreut, die im besten Fall noch mit einer glaubwürdigen Liebesgeschichte abgerundet wird.
Stattdessen hat sich die Autorin darauf versteift eine alberne slapstickartige Szene an die andere zu reihen und jeden Realitätssinn völlig über Bord zu werfen.

Brune und Justine benehmen sich in vielen Situationen völlig absurd und unglaubwürdig, sie sind beide auf ihre Art zunehmend anstrengend und die Sache mit der Kinderwunschklinik wurde zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Angriff genommen, geschweige denn, dass die Leser*innen auf eine vernünftige Art über dieses Thema informiert werden.

Der Aufenthalt in Dänemark wird sehr klischeehaft beschrieben. Alle Dänen sind blond und super nett. Es werden ein paar gängige Sehenswürdigkeiten genannt und das war es eigentlich auch schon.
Sehr enttäuschend.

Bei diesem Buch hat sich die Autorin ganz klar keine Mühe gemacht zu recherchieren und hatte scheinbar das Ziel, einen lockeren "Frauenroman" mit ernsthaftem Thema zu schreiben.
Sie hat es nur leider nicht besonders gut hinbekommen.

Leider für mich die größte Leseenttäuschung des Jahres.

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