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Veröffentlicht am 15.09.2016

Da hatte ich leider mehr erwartet

Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern
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Von „Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern“ hatte ich mir eindeutig mehr versprochen. Nicht nur, dass ich von Liebe nichts gespürt habe, nein, darüber hinaus hatte ich den Eindruck, in einer Kunststunde ...

Von „Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern“ hatte ich mir eindeutig mehr versprochen. Nicht nur, dass ich von Liebe nichts gespürt habe, nein, darüber hinaus hatte ich den Eindruck, in einer Kunststunde zu sitzen – eine von der trockenen Sorte.

Schon der Einstieg ist mir extrem schwer gefallen, weil ich so meine Probleme mit dem Schreibstil der Autorin hatte. Zum einen ist die Sprache schon fast philosophisch (was ich mochte) und zum anderen mit Kunstbegriffen und Malernamen der Sezession durchsetzt (was zwar wegen dem Thema notwendig war, ich aber weniger mochte). Auch das Schreiben in der Er-Perspektive hat eine zusätzliche Distanz zur Protagonistin und dem Text geschaffen.

Bei Clara bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, wie ich über sie denken soll. Ich kann absolut nachvollziehen, warum sie ihren Mann immer noch liebt und ihn nicht verlassen möchte. Auch kann ich verstehen, warum sie sich zu Jasper hingezogen fühlt. Allerdings bleibt ihre Gefühlswelt dem Leser vollkommen verschlossen. Sie wirkt teilweise sogar richtig kalt. Wie schon gesagt, könnte das eventuell an der Erzählperspektive liegen. Ihre Handlungen als Mitarbeiterin des Museums, also ihre professionelle Seite in der Kunstszene, konnte ich ihr hingegen voll abkaufen. Hier wirkt Clara überaus kompetent.

Die Nebencharaktere waren für mich deutlich authentischer. Besonders die Kollegen im Meseum haben ein insgesamt stimmiges Bild abgegeben. Mein Liebling ist allerdings der alte Blumenverkäufer Engels, den man einfach in sein Herz schließen muss, da er eine unglaubliche Wärme ausstrahlt.

Die Hintergrundthematik an sich ist spannend, da es um Raubkunst aus der Nazizeit geht. Allerdings ist mir die Umsetzung hier von zu vielen Zufällen geleitet. Auch das Kunstthema an sich ist eher trocken. Ganz oft musste ich Fachbegriffe sogar nachschlagen, weil ich gar nicht wusste, was gemeint war.

Die Spannung ist so leider ein wenig auf der Strecke geblieben, weil man sich eher dazu aufraffen musste, weiterzulesen. Noch dazu kommt, dass ich spätestens ab der Hälfte der Lektüre wusste, worauf es hinausläuft und lediglich auf die Bestätigung meiner Vermutung gewartet habe.

Ingesamt eine mittelmäßige Story, die mich nicht vollkommen überzeugen konnte. Die Charaktere waren mir zu schwach ausgearbeitet, was wirklich schade war, denn vor der tollen Kulisse Hamburgs hätte man durchaus gut agieren können.

2,5 Sterne

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine berührende Familiengeschichte

Black Rabbit Hall - Eine Familie. Ein Geheimnis. Ein Sommer, der alles verändert.
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Wer die Bücher von Kate Morton liebt, wird bei dieser Lektüre voll auf seine Kosten kommen, denn wir haben es hier mit einem packenden, generationsübergreifenden Familiendrama zu tun, das mehr als ein ...

Wer die Bücher von Kate Morton liebt, wird bei dieser Lektüre voll auf seine Kosten kommen, denn wir haben es hier mit einem packenden, generationsübergreifenden Familiendrama zu tun, das mehr als ein Geheimnis für seine Leser parat hält.

Die Geschichte der Familie Alton bekommen wir aus zweierlei Perspektiven erzählt. Zum einen berichtet uns Amber aus ihrer persönlichen Sicht die Geschehnisse aus den Jahren 1968/1969 und zum anderen wird uns die Gegenwart von Lorna nähergebracht. Schon die verschiedenen Erzählstile machen klar, dass es Ambers Familiengeschichte ist, denn ihre Perspektive ist direkt, während Lornas Story distanziert von einem allwissenden Erzähler geschildert wird. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und zugleich den Personen der jeweiligen Zeit angepasst. Sie schafft es mit ihren Schilderungen eine unglaubliche Atmosphäre zu erschaffen. Gerade das Anwesen Black Rabbit Hall ist sprichwörtlich vor meinem inneren Auge zum Leben erwacht. Ich konnte den Regen durchs Dach in die Blecheimer tropfen hören ud habe den modrig-feuchten Geruch wahrgenommen. Trotz allem hat man als Leser nicht das Gefühl, mit ewig langen Beschreibungen überfallen zu werden.

Amber hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, weil sie die Situation stets unter Kontrolle hat. Egal, was passiert ist, sie ist immer über sich selbst hinausgewachsen und für ihre Geschwister eingestanden. Das Sympathische ist, dass Amber oft selbst nicht weiß, wie stark sie überhaupt ist. Das macht sie vertrauenswürdig und authentisch. Auch ihr Zwillingsbruder Toby war sehr realistisch. Generell hatte man als Leser das Gefühl, dass die Autorin hier einen „guten“ und einen „bösen“ Zwilling erschaffen hat. Amber zieht Toby immer wieder die helle Seite, während er permanent in die Dunkelheit abdriftet.

Alle Charaktere waren für mich super ausgearbeitet. Ich hatte bei keiner Person den Eindruck, dass sie aus ihrer Rolle fällt. Selbst der kleinste Nebencharakter war so lebendig, dass ich dies einfach positiv erwähnen muss.

Die Spannung war nicht zum Aushalten. Am liebsten hätte ich das Buch in einem Rutsch verschlungen, da die Perspektivenwechsel schon unheimlich fesselnd waren. Jedes Mal hat das Kapitel mit einem Cliffhanger aufgehört und generell gab es einige Geheimnisse aufzudecken, mit denen man in dieser Form gar nicht gerechnet hat. Besonders das letzte Drittel muss man am Stück lesen, weil es hier sehr emotional wird. Auch ich musste einige Tränchen verdrücken.

Insgesamt hat mich „Black Rabbit Hall“ bestens unterhalten und ich wäre froh, wenn die Autorin bald etwas Neues auf den Markt bringen würde. Drama, Liebe, Zusammenhalt, Wut, Sehnsucht und Enttäuschung – all das kann man mit der Alton-Familie erleben. Ein gelungenes Debut, das süchtig macht.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine nette Geschichte, die mich nicht vollkommen überzeugen konnte

Der Glasmurmelsammler
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Da ich schon einige Romane von Frau Ahern gelesen habe, musste natürlich auch dieses Buch sofort unter die Lupe genommen werden. Vor allem, weil sie mit diese Geschichte mal etwas Neues versucht hat. Leider ...

Da ich schon einige Romane von Frau Ahern gelesen habe, musste natürlich auch dieses Buch sofort unter die Lupe genommen werden. Vor allem, weil sie mit diese Geschichte mal etwas Neues versucht hat. Leider hat mich diese neue Herangehensweise nicht vollkommen überzegen können, denn im Vergleich zu ihren anderen Storys hat mir hier eindeutig das Gefühl gefehlt.

Wir bekommen diese Familiengeschichte abwechselnd aus Sicht von Tochter Sabrina und Vater Fergus erzählt. Dabei sind die Abschnitte von Fergus meistens Rückblenden, damit der Leser die Zusammenhänge besser versteht, denn wir werden im ersten Kapitel direkt mitten ins Geschehen katapultiert. Auch sind die beiden Ich-Perpektiven durch die jeweiligen Überschriften klar zu trennen. Bei einem Murmelspiel-Kapitel handelt es sich um Fergus`Sichtweise und bei den Badeordnungs-Kapiteln um Sabrinas. Ich mache das hier so deutlich klar, weil mir das am Anfang nicht aufgefallen ist und ich mir mit der durchgängigen Ich-Erzählung wechselnder Charaktere schwer getan habe (bis der Groschen dann endlich gefallen ist). Noch dazu ist der Einstieg etwas schwieriger, weil wir es direkt mit vielen verschiedenen Personen zu haben, die man erst einmal einordnen muss. Ein Nebencharakter nach dem anderen wird benannt, obwohl er für den Verlauf der Geschichte eigentlich weniger interessant ist. Noch dazu kommt die große Familie von Fergus und Sabrina.

Die Charaktere haben mir dieses Mal mittelmäßig gut gefallen. Weder Sabrina noch Fergus waren für mich richtig rund – auch nicht, nachdem sich einige Geheimnisse gelüftet haben. Mir hat irgendwie das Besondere gefehlt. Gerade Sabrina war absolut austauschbar. Bei Fergus habe ich noch ein bisschen mehr Nachsicht, da er als Charakter einfach sehr verschlossen und geheimnisvoll sein soll, weswegen man als Leser deshalb vermutlich keinen direkten Zugang zu ihm bekommt. Aber bei Sabrina fehlt mir irgendwie so jeglicher Antrieb oder Motivation. Ich weiß oft nicht, warum sie etwas tut. Über ihre Familie erfährt man im Grunde nichts. Auch sie hat Problme, aber woher sie genau kommen, bleibt doch irgendwie ungewiss.

Auch die Nebencharaktere sind blass und dünn gezeichnet. Gerade die Brüder von Fergus, die für ihn eine große Rolle spielen, werden gar nicht weiter beschrieben. Sie tauchen natürlich überwiegend in den Rückblenden auf, aber über ihren Charakter wird so gar nichts näher ausgeführt. Der Leser muss hier sehr viel Fantasie mit einbringen oder ein psychologisches Studium besitzen, um herauszufinden, warum jetzt jemand so oder so gehandelt hat. Das finde ich wirklich schade, denn die Geschichte lebt eigentlich von den Charakteren.

Die Spannungskurve ist relativ flach, da es keine wirklichen Highlights im Verlauf der Handlung gibt. Natürlich möchte man von Anfang an wissen, welche Geheimnisse Fergus Boggs sein Leben lang gehütet hat, weswegen ich letztendlich auch am Ball geblieben bin. Leider musste ich mich doch öfter mal motivieren, um weiterzulesen.

Insgesamt waren das Setting Irland, die Idee und der Handlungsverlauf stimmig und auch die rückblendenartige Erzählweise hat mir gut gefallen. Ebenso das Thema Murmeln war gut recherchiert und wurde dem Leser auf eine spielerische Art nähergebracht. Allerdings hat mir einfach das Gefühl gefehlt. Ich bin es von Frau Ahern einfach gewohnt, dass ich mindestens ein Taschentuch zum Ende hin brauche und das war bei dieser Lektüre überhaupt nicht der Fall. Die Charaktere sind einfach lieblos aufeinander losgelassen worden und haben dann versucht, das beste aus der Situation zu machen. Wirklich schade.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein toller Auftakt!

Die Verratenen
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Da ich bisher noch nie von Frau Poznanski enttäuscht wurde, haben es auch „Die Verratenen“ letztendlich in meine Hände geschafft. Der packende Auftakt einer neuen Dystopie-Trilogie mit starken Charakteren ...

Da ich bisher noch nie von Frau Poznanski enttäuscht wurde, haben es auch „Die Verratenen“ letztendlich in meine Hände geschafft. Der packende Auftakt einer neuen Dystopie-Trilogie mit starken Charakteren und einem unglaublichen Setting.

Wir bekommen diese spannende Geschichte aus Sicht der Protagonistin Eleria (Ria) erzählt. Ihre Perspektive ist besonders lesenswert, da sie die Dinge meist nüchtern betrachtet, im richtigen Moment aber dennoch Gefühle zeigt. Gerade das Überdenken der Situation ist daher interessant für den Leser, weil Ria ein vorsichtiger und in sich gekehrter Mensch ist.

Der Schreibstil von Frau Poznanski ist wie immer fesselnd und flüssig. Besonders die Beschreibungen der Umgebung sind super gelungen. Auf der einen Seite sind sie sehr detailliert, aber lassen trotzdem Platz für die eigene Fantasie.

Ria hat mir als Protagonistin unglaublich gut gefallen, weil sie äußerst robust und anpassungsfähig ist. Egal, wie schlimm die Situation auch sein mag, Ria gibt sich weder geschlagen, noch zeigt sie Schwäche. Im Gegenteil, sie macht sogar noch eine stetige Entwicklung durch und ist für mich die geborene Anführererin. Ich konnte ihre Handlungen zu jeder Zeit nachvollziehen und habe sie als authentisch empfunden. Auch Aureljo hat einen soliden Job geleistet. Er war überzeugend, aber trotzdem geheimnisvoll. Obwohl er der männliche Prota ist, haben wir wenig über ihn erfahren, was eventuell an der Perpektive lag.

Die Nebencharaktere sind vielzählig, aber toll und liebevoll ausgearbeitet. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mir mit den besonderen Namen zu Beginn etwas schwer getan habe. Die Idee dahinter ist, dass die Personen aus den Sphären nach bekannten Persönlichkeiten benannt sind, die ähnliche Fähigkeiten hatten.

Da ich das Buch fast in einem Rutsch gelesen habe, kann man wohl von einer packenden Story sprechen. Natürlich darf der Cliffhanger am Ende nicht fehlen, aber zum Glück sind ja bereits Teil 2 und 3 erschienen, sodass dem weiteren Lesevergnügen nichts im Wege steht. Die Geschichte hält während ihres Verlaufs mehr als eine Wendung parat und sorgt immer wieder für Überraschungen.

Gerade die erschaffene dystopische Welt hat mir richtig gut gefallen. Ich habe mich dort von Anfang an zurechtgefunden. Die Beschreibungen der technischen Einrichtungen, der neuen Welt an sich und auch der „alten Dinge“ (Dinge, die gerade modern sind, aber in der erfundenen Zukunft von Frau Poznanski nicht mehr vorkommen) waren mehr als gelungen. Ich konnte aus den Augen von Ria zum Beispiel einen Topf ganz neu entdecken, weil er für sie gänzlich unbekannt war. Das Hintergrundszenario, wie die Welt so wurde, wie sie nun ist, wird zwar nur angedeutet, aber ich bin mir sicher, dass wir hier noch genauere Informationen erhalten werden. Ein paar Geheimnisse müssen ja auch für die Folgebände aufgespart werden.

Für mich hatte dieser Roman alles, was ein packendes Abenteuer braucht: eine Flucht, Liebe und Freundschaft, Verrat und Musstrauen sowie eine realistisch dagestellte dystopische Welt, die mir mehr als einmal eine Gänsehaut bereitet hat.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Da hatte ich leider mehr erwartet

Die Blutschule
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Max Rhodes „Die Blutschule“ ist ein kurzweiliger Psychothriller, der mich leider nich vollkommen überzeugen konnte. Individuelle Charaktere treffen auf ein interessantes Setting, allerdings hat mir das ...

Max Rhodes „Die Blutschule“ ist ein kurzweiliger Psychothriller, der mich leider nich vollkommen überzeugen konnte. Individuelle Charaktere treffen auf ein interessantes Setting, allerdings hat mir das gewisse Etwas gefehlt.

Wir bekommen diese brutale Geschichte aus Sicht des Protagonisten Simon erzählt, der hierfür eine Tagebuchvariante gewählt hat. Die Perspektive war besonders spannend, weil wir so direkt am Geschehen dran waren und auch die Gedankengänge von Simon unmittelbar mitbekamen. Oft war das hilfreich, weil Simon ein eher in sich gekehrter Junge ist. Da es ja kein Geheimnis mehr ist, dass hinter Max Rhode kein geringerer als Sebastian Fitzek steckt, ist der Schreibstil wieder gewohnt spannend und flüssig.

Der Protagonist der Geschichte lässt mich ein bisschen ratlos zurück. Die Schilderungen und sein Verhalten in den Rückblenden sind absolut authentisch und ich habe ihm zu dieser Zeit auch jede Handlung abgekauft. Allerdings fehlt mir zum „heutigen“ Simon ein bisschen der Übergang. Für mich sind das quasi zwei verschiedene Personen, die so nichts miteinander zu tun haben. Insgesamt ist seine Jugend super geschildert und ich hatte tatsächlich einen pubertierenden 13jährigen vor Augen, der von seinem Gefühlsleben hin und her gerissen ist.

Die Nebencharaktere waren gut ausgearbeitet. Gerade in Simons Familie hat jeder seine Rolle gespielt und war für die ein oder andere Überraschung gut. Ich hatte das Gefühl tatsächlich etwas über die Familienmitglieder zu erfahren, obwohl eigentlich nur an der Oberfläche gekratzt wurde, was die Vergangenheit und Motivation der jeweiligen Personen angeht. Auch bei den anderen Charakteren (Sandy, Stotter-Peter, Raik) hat mir so das gewisse Etwas gefehlt, obwohl sie die Geschichte durch ihre pure Anwesenheit abrunden und gestalten.

Die Hintergrundstory an sich war spannend gesaltet und da das Buch auch nicht allzu vele Seiten umfasst, lässt sich die Lektüre recht flott weglesen. Zwischendurch gab es ein paar spannende Entwicklungen, aber zu Beginn hat es etwas gedauert, bis die Story in Gang gekommen ist. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen. Auf einmal ging alles sehr schnell und generell war die zweite Hälfte des Buches eigentlich nur noch von Gewalt und Folter geprägt. Mir persönlich war der Anteil zu groß, bzw. nicht optimal genug verteilt im Vergleich zur ersten Hälfte.

Ich würde sagen, dass es sich um ein typisches Buch der Kategorie „Kann man lesen, muss man aber nicht“ handelt. Definitiv nicht Fitzeks Meisterstück, aber auch nicht grundlegend langweilig. Für mich waren die Hintergründe zu konstruiert, was wohl Absicht gewesen ist. Aber das ist wohl einfach Geschmackssache.