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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2020

Ein spannender Thriller

Abzweigungen
1



Vom Polizeidienst suspendiert richtet sich Cornell Rohde ein neues Leben in Salzburg ein.
Mit seiner Freundin Mia ist er glücklich, bis er Zeuge bei einem Banküberfall wird.
Dabei geschieht etwas Merkwürdiges ...



Vom Polizeidienst suspendiert richtet sich Cornell Rohde ein neues Leben in Salzburg ein.
Mit seiner Freundin Mia ist er glücklich, bis er Zeuge bei einem Banküberfall wird.
Dabei geschieht etwas Merkwürdiges und lässt ihm keine Ruhe.
Bei seinen Recherchen stößt er auf eine Gruppe von Verschwörungstheoretikern und schließt sich ihnen an. Sie kommen einem Geheimnis auf die Spur.
Dabei geraten alle ins Visier von Interpol.
Ab da ist nicht nur sein Leben in Gefahr und eine Hetzjagd beginnt.

Dies ist der Debüt-Roman von Roland Hebesberger.
Anfangs dachte ich, das ist zu futuristisch, aber das gehört zur Geschichte einfach dazu.
Es beginnt spannend, ganz kurz lässt sie nach, um dann mit Volldampf zum Finale zu kommen.
Heftige Szenen gibt es mitunter auch.
Mit Cornell leidet man von Anfang bis Ende.
Vom Leben gebeutelt, gelinkt und hereingelegt, baut er sich ein neues Leben auf, dass noch schlimmer wird, als vorher.
Er ist sehr gut dargestellt, aber auch die Nebencharaktere sind authentisch.
Anfangs gefielen mir die die Verschwörungstheoretiker nicht, diese werden nach und nach sympathischer.
Das Buch lässt sich gut lesen und die Story gut durchdacht. Ab der Mitte möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Ich hatte spannende Lesestunden und empfehle das Buch sehr gerne weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.11.2019

Eine wahre und erschreckende Geschichte

Poppy
1

Von einer heruntergekommenen Wohnung ziehen an ihrem 6. Geburtstag Poppy und ihre Mutter Patrizia zu Pick-up in sein großes braunes Schloss.
Ein tolles Fahrrad und viele Geschenke warten auf sie, aber ...

Von einer heruntergekommenen Wohnung ziehen an ihrem 6. Geburtstag Poppy und ihre Mutter Patrizia zu Pick-up in sein großes braunes Schloss.
Ein tolles Fahrrad und viele Geschenke warten auf sie, aber nicht nur die Geschenke.
Pick-up ist in Wirklichkeit nicht an Patrizia interessiert, sondern nur an Poppy.
Von nun an werden Poppy am Mittwoch Freitag und Sonntag die Haare gewaschen.
Immer mehr fürchtet sie sich vor diesen Tagen. Auch vor den gemeinsamen Autofahrten mit Pick-up graust ihr.
Ihre Mutter interessiert sich nur für sich selbst und für ihre Shoppingtouren.
Das Haus verlassen darf Poppy für Schulbesuche. Diese sind auch ihre einzigste Lichtblicke.
Immer wieder möchte sie sich ihrem Lehrer anvertrauen, aber kann es nicht. Mit 14 Jahren schafft sie es endlich sich jemanden anzuvertrauen. Aber für was einen Preis?

Wow, was für ein unendlich trauriges Buch und es wurde von Astrid Korten nach einer wahren Begebenheit geschrieben.
Man leidet und fühlt von der ersten Seite an mit Poppy und möchte ihr helfen.
Es wird aus der Sicht der 6 jährigen Poppy erzählt, als der Missbrauch begann. Mit ihrer kindlichen Sprache schildert sie die Vorgänge ohne sie richtig zu begreifen.
Manchmal ist sie nahe dran, ihre Mitschüler zu fragen, ob sie sowas auch erleben.
Die Erzählung passt sich altersgerecht an und man wird immer fassungsloser.
Auch wie die Familie sich verhält, als alles ans Licht kommt, ist so widerwärtig.

Dieses Buch beinhaltet auch eine Botschaft: Schaut genau hin und wenn Euch etwas merkwürdig erscheint, geht dem auf den Grund.
An alle Poppys dieser Welt, versucht euch jemandem anzuvertrauen. Diese Poppy hier hatte 8 qualvolle Jahre.
Dieses Buch ist erschütternd, aufwühlend, erschreckend und unendlich traurig.
Es geht an die Substanz und lässt einen so schnell nicht wieder los.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.04.2021

Eine sehr gefühlvolle Geschichte

Wohin mein Herz dich trägt
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Nach einer gescheiterten Beziehung und der geplatzten Hochzeitsreise macht sich Elena alleine auf den Weg nach Sizilien. Ihre Verwandtschaft lebt dort und sie wird mit offenen Armen empfangen. Sie lernt ...

Nach einer gescheiterten Beziehung und der geplatzten Hochzeitsreise macht sich Elena alleine auf den Weg nach Sizilien. Ihre Verwandtschaft lebt dort und sie wird mit offenen Armen empfangen. Sie lernt in der Pension ihres Cousins den geheimnisvollen Gabriel kennen und lieben. Nach Ende seines Urlaubs nimmt er kurzerhand Elena mit nach Pozallo. Er arbeitet dort als Arzt und ist in erster Linie für die ankommenden Flüchtlinge verantwortlich. Elena lernt dort die Eritreerin Imani kennen, die bisher nur großes Leid erlebt hat. Nach einem schweren Vorfall und die gleichzeitige Geheimniskrämerei von Gabriel reist Elena vorzeitig ab. Was passiert ist und welches Geheimnis Gabriel birgt, müsst ihr unbedingt selbst lesen.

Jani Friese versteht es ausgezeichnet ein Liebesroman und gleichzeitig auf die Probleme und Nöten der ankommenden Flüchtige hinzuweisen und einzubinden.

Elena verliebt sich in Gabriel. Sie ist sehr hilfsbereit und verständnisvoll. Gabriel wirkt geheimnisvoll.
Imani hat im Krieg, auf der Flucht und im Lager sehr viel erlebt und sie ist bei Weitem kein Einzelschicksal. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und glaubwürdig.

Die Autorin besticht durch detaillierte Beschreibungen. Die beschriebenen Landschaften und Sehenswürdigkeiten lassen alles wundervoll vor Augen erscheinen. Ein beschriebenes Restaurant sieht genauso so aus. Dies habe ich gegoogelt.

Hier werden aktuelle Themen im richtigen Mittelmaß behandelt. Das Leid der Flüchtlinge, die entkräftet in Italien ankommen, ist sicher in Wirklichkeit noch viel schlimmer ist, als beschrieben.
Aber auch die Einheimischen haben Geldeinbußen, da der Tourismus dort ausbleibt.

Im Vordergrund steht aber die Liebesgeschichte und das Flüchtlingsthema ist nicht das Hauptthema. Der Autorin ist es gelungen, alles ins richtige Verhältnis zu setzen. Dabei ist es aber auch mit Dramatik verbunden.

Fazit: Tragik, Dramatik, Schicksalsschläge wurden in einer Liebesgeschichte vereint. Ich war manchmal zu Tränen gerührt.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2021

Ein spannender Auftakt einer neuen Reihe

Der Kryptologe
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Arne Stiller kehrt nach seiner Suspendierung wieder ins Kommissariat zurück. Ein spartanisch eingerichtetes Arbeitszimmer in einer Dachkammer erwartet ihn. Aber er bekommt gleich einen Fall. Annalena ...



Arne Stiller kehrt nach seiner Suspendierung wieder ins Kommissariat zurück. Ein spartanisch eingerichtetes Arbeitszimmer in einer Dachkammer erwartet ihn. Aber er bekommt gleich einen Fall. Annalena Winzer wurde ermordet. An ihrem Körper wurde eine Zahlenkombination hinterlassen. Ihre achtjährige Tochter Liliana wird vermisst. Zusammen mit Inge Allhammer finden sie eine erste Spur und diese führt in die Semperoper in Dresden.
Wird es ihnen gelingen, das Rätsel zu lösen und Juliana zu finden?

Dies ist der erste Fall mit dem Kryptologen Arne Stiller und Inge Allhammer. Mit den Beiden ist dem Autor ein eigenwilliges Ermittlerteam gelungen.
Arne ist nicht gerade ein Sympathieträger. Er ist eher rücksichtslos und auch seine Kollegin hat Altlasten. So nach und nach zeigt sie aber, was in ihr steckt.
Ich freue mich auf die weitere Entwicklung des Teams.
Der Fall entwickelt sich als sehr schwierig, aber die Intelligenz von Arno und das Zusammenspiel mit Inge tragen letztendlich zum Erfolg bei.
In Rückblicken wird auf das Leben des Täters genommen und bis zum Schluss ahnte ich nicht, wer dahinter steckt.
Begeistert hat mich Beghilos, sogenannte Taschenrechnercodes.
Auch die bildgewaltige Sprache hat mir sehr gut gefallen. Die Liebe des Autors zur Semperoper war spürbar.
Die Spannung zog sich konstant von Anfang bis Ende durch und endet in einem grandiosen Finale.

Fazit: ein neues Ermittlerteam, das mir immer sympathischer wurde, haben einen spannenden Fall gelöst. Ein absolutes Muss für alle Thrillerfans.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2021

Eine spannende Fortsetzung der Zons Thriller

Stummes Opfer: Thriller
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Zons 1502: Bastian Mühlenberger arbeitet bei der Stadtwache und sorgt für den Schutz in Zons. Er findet eine Kette von Getrude. Von ihr selber fehlt jede Spur. Kurz vorher hat er der Bettlerin noch ein ...



Zons 1502: Bastian Mühlenberger arbeitet bei der Stadtwache und sorgt für den Schutz in Zons. Er findet eine Kette von Getrude. Von ihr selber fehlt jede Spur. Kurz vorher hat er der Bettlerin noch ein paar Münzen geschenkt. Auch weitere Bettelweiber sind verschwunden. Dann wird eine tote Frau gefunden. Gleichzeitig stürzt immer wieder die neu errichtete Mauer an der Kirche ein, trotz der sehr guten Handwerker.
Wird es Sebastian gelingen, die Bettelweiber zu finden und was hat es mit der Mauer auf sich?

Gegenwart: Die Eröffnung des Stadtarchives hat sich erst durch Risse im Boden verzögert und bei der Einweihungsfeier bröckelt der Putz an den Säulen herab. Darunter finden sich zwei einbetonierte Leichen. Kriminalkommissar Oliver Bergmann und sein Partner Klaus ermitteln, aber es gestaltet sich schwierig. Weitere Toten werden aufgefunden und eine erste Spur führt zu den Pfadfindern.
Was dabei geschieht, müsst ihr unbedingt selbst lesen.

Dies ist der 11. Teil der Zonsreihe. Schon der Prolog war äußerst spannend und wurde im weiteren Verlauf stetig erhöht.
Wie in allen Zons Bücher wird zum einen in der Vergangenheit geschrieben.
Bastian Mühlenberger hat im Mittelalter mit vermissten Bettelweibern zu tun und dann mit Leichenfunden. Hier bringt die Autoren das Leben im Mittelalter sehr gut zur Geltung. Armut scheint vorherrschend zu sein. Schwere körperliche Arbeit ist an der Tagesordnung und kleinste Verfehlungen werden hart bestraft. Bastians Träume mit einer fremden Person geben dem Ganzen auch etwas mystisches.

In der Gegenwart hat es Oliver Bergmann mit einer perfiden Mordgeschichte zu tun.
Durch die wechselnden Kapitel, die Cliffhanger und die vielen Übereinstimmungen in den verschiedenen Zeitebenen wird die Spannung oben gehalten. Bei beiden Geschichten erfährt man erst zum Ende wer der Täter ist. Das gefiel mir sehr gut.
Der flüssige Schreibstil und die kurzen Kapitel halten das Tempo hoch.

Fazit: Die Autorin versteht es zwei Bücher in einem zu vereinen. Dieses mit Spannung und Thrill zu versetzen und dabei den Leser zu fesseln.
Im Nachwort nimmt sie noch Bezug auf Hitobashira, das ein grausames Ritual war.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere