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Patricia_Wolkenspringerin

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Veröffentlicht am 08.02.2022

Verändere dich, um von den schmerzhaften Fesseln einer toxischen Beziehung frei zu sein

Das Libby Garrett Projekt
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Das Cover
Wie der erste Teil passt der zweite perfekt zu dem ausgewählten Farbschema. Die Knalleffekte der Farben vermitteln ein dynamisches Gefühl. Gleichzeitig ist das Cover nicht überladen, sondern ...

Das Cover
Wie der erste Teil passt der zweite perfekt zu dem ausgewählten Farbschema. Die Knalleffekte der Farben vermitteln ein dynamisches Gefühl. Gleichzeitig ist das Cover nicht überladen, sondern auf seine Art und Weise elegant und einzigartig. Die Covers dieser zweiteiligen Reihe ist definitiv etwas Neues und konnten mich in ihrer Farbbalance überzeugen.

Der Schreibstil
Wer Kelly Oram kennt und liebt, wird auch dieses Mal nicht enttäuscht werden. Sie schafft es, wie keine andere, die Charaktere zum Leben zu erwecken. Die Seiten fliegen nur so dahin und viel zu schnell hat man das Buch wieder beendet. Ich habe bis jetzt jedes ihrer Bücher gelesen und nie wurde ich von Kelly Oram enttäuscht. Ihre Fertigkeit die Leser in die Geschichte hineinzuziehen sind bemerkenswert und ich kann einfach nicht genug davon bekommen.

Die Charaktere
Die Geschichte handelt von Libby und Adam und wird aus deren Blickwinkel abwechselnd erzählt. Natürlich kommen auch die anderen Charaktere vor, die man bereits im ersten Teil kennen und lieben gelernt hat. Ich habe mich so gefreut, wieder ein wenig über sie zu lesen. Ich finde es schon fast ein wenig schade, dass kein weiterer Teil der Reihe herausgebracht wird.
Man sollte sich als Leser definitiv darauf einstellen, eine andere Libby kennenzulernen als im ersten Teil. War sie im ersten Teil noch quirlig und liebenswürdig, ist sie nun engstirnig, selbstsüchtig und unsensibel. Aber es kommt ganz klar heraus, wieso sie so ist und was sie so verändert hat. Der Wissenschaftsklub lässt es auch nicht zu, dass die „alte“ Libby verschwindet, sondern setzt alles daran, dass sie wieder zu sich selbst findet. Dabei soll das 12-Schritte-Projekt helfen. Und im Laufe dieses Projekts lernt man Libby viel besser und intensiver kennen.
Adam ist ein unglaublich faszinierender Mensch. Kelly Oram hat hier einen Charakter erschaffen, der Ecken und Kanten hat, aber zeitgleich extrem liebenswürdig, sexy und scharfzüngig ist. Von allen Charakteren dieser zweiteiligen Reihe ist Adam definitiv mein Favorit. Er hat einfach alles was einem vielschichtigen Menschen interessant macht.

Die Handlung
Wie bereits bei Teil eins geht es im zweiten Teil um ein wissenschaftliches Projekt, dass Libby verändern soll, um über Owen hinwegzukommen. Adam soll ihr dabei helfen, jedoch weiß er selbst nicht so recht, ob er tatsächlich der Richtige für den Job ist, da er in Libby verliebt ist. Die Handlung und die Themen, die hier vermittelt werden, sind tiefgründig und sehr wichtig. Zum Schluss hin wurde ich sogar richtig emotional und konnte es kaum glauben, wie feinfühlig die Autorin die Themen der Selbstliebe, Selbstwert und toxische Beziehung vermittelt hat. Für mich wurde der Spannungsbogen konstant aufrechterhalten und ich wollte immer wissen, wie es mit Libby (und Adam) weitergeht.

Das Fazit
Ich finde jeder sollte dieses Buch lesen, der vielleicht mit Selbstliebe und einer toxischen Beziehung zu kämpfen hat. Dieses Buch transportiert so wichtige Botschaften, ohne dabei an Romantik und Ernsthaftigkeit einzubüßen. Ich bin wirklich beeindruckt von Kelly Oram und ihrer Vielschichtigkeit. Jedes Mal führt sie in ihren Büchern Themen auf, die in der Jugendliteratur wenig Gehör finden, obwohl sie in unserer Gesellschaft wichtiger denn je sind. Absolute Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 08.12.2021

Mythen, Helden, Phantasiewesen... alles wahr?!

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
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Typisch Kerstin Gier - ein absolutes Meisterwerk für jede Altersgruppe! Könnte ich 100 Sterne vergeben, würde ich es bei diesem Buch tun!

Das Cover
Jeder der dieses Buch auch nur im Vorbeigehen sieht, ...

Typisch Kerstin Gier - ein absolutes Meisterwerk für jede Altersgruppe! Könnte ich 100 Sterne vergeben, würde ich es bei diesem Buch tun!

Das Cover
Jeder der dieses Buch auch nur im Vorbeigehen sieht, wird eines gleich klar sein: Dieses Cover ist ein Kunstwerk! Absolut fantastisch, farbenfroh und geheimnisvoll! Gibt man erst den Umschlag weg, wird man gleich doppelt überrascht, denn dahinter verbirgt sich tatsächlich ein zweites und komplett anderes Coverdesign! Hier wurde mit Liebe zum Detail gearbeitet und das ist jedem Betrachter sofort klar. Ich liebe Kerstin Giers Covergestaltung seit der Edelstein-Trilogie, aber ich kann mir sogar vorstellen, dass diese neue „Vergiss-mein-nicht“-Trilogie den Favoritenstatus im Coverdesign für sich einnehmen wird.

Der Schreibstil
Wenn es Wörter gibt, die diesen unglaublichen Schreibstil von ihr auch nur annähernd beschreiben könnten, würde ich genau diese verwenden. Ansprechend, mitreißend, gefühlvoll und authentisch beschreiben das nicht einmal annähernd. Egal welches Buch Kerstin Gier liefert, sie gibt immer 100%. Ihre treuen Leser – wie ich eine bin – sind jedes Mal aufs Neue erstaunt, welches Meisterwerk sie Jahr für Jahr veröffentlicht. Ich für meinen Teil dachte schon, dass sie ihre vorigen Werke gar nicht mehr toppen kann, aber weit verfehlt. Natürlich kann sie das. Immerhin ist sie Kerstin Gier.

Die Charaktere
Quinn und Matilda konnten mein Herz im Sturm erobern. Quinn ist vor seinem Unfall der typisch beliebte Highschool-Typ. Er ist sportlich, cool, clever und hat immer einen frechen Spruch auf den Lippen. Er fühlt sich unaufhaltsam und so, als ob er die Welt in seinen Händen hätte. Seine Eltern sind liebevoll und lassen ihn doch seine Freiheiten, weil sie ihm vertrauen. Nach dem Unfall hat er vieles, dass er noch verarbeiten muss, aber er bleibt sich selbst treu und gibt nicht auf.

Matilda dagegen wird von ihrer Familie stark eingeschränkt und leidet auch darunter. Ihr Lichtblick sind ihre Cousine und Tante, bei denen sie so sein kann, wie sie eben ist. Lebensfroh, heiter, frech und fürsorglich.

Die Nebencharaktere sind detailliert, interessant und facettenreich ausgearbeitet. Ich habe bereits selbst einige Lieblingsnebenprotagonisten, aber aufgrund dessen, dass ich nicht spoilern mag, werde ich nicht näher auf die Nebencharaktere eingehen.

Die Handlung
Schritt für Schritt lernt man die Charaktere kennen. Rasant entwickelt sich dabei die Handlung. Zu Beginn steht gleich der Unfall von Quinn, der packend, rätselhaft und spannend verläuft. Dazwischen kehrt ein wenig Ruhe ein, aber nicht für lange, denn man findet mehr und mehr mit Quinn und Matilda heraus. Doch trotzdem bleiben mehr Fragen offen und man grübelt mit den beiden um die Wette, was die neuen Geschehnisse wohl zu bedeuten haben und wie Quinn hier reinpasst.

Die Handlung ist vielversprechend und natürlich kann man nicht anders, als sich auf den zweiten Teil zu freuen, um noch mehr über diese magische Welt zu erfahren und um die Geheimnisse rund um Quinn und Matilda aufdecken zu können.

Das Fazit
Falls meine Begeisterung für dieses Buch noch nicht genügend durchgedrungen ist, kann ich an dieser Stelle nur sagen: Definitiv ein weiteres Lese-Highlight, dass für mich das Jahresende abrundet und mir den Dezember versüßt hat. Ich sitze wie auf heißen Kohlen und warte sehnsüchtig auf den zweiten Teil!

Für Fantasy-Lover, Kerstin-Gier-Fans und all diejenigen, die qualitativ hochwertige Stories, facettenreiche Charaktere und ein stimmungsvolles Ambiente schätzen: Lest dieses Buch! Ihr werdet es nicht bereuen.

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Veröffentlicht am 13.04.2021

Gefühlsmäßiger Bombeneinschlag - absolut empfehlenswert

Fritz und Emma
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Das Cover
Das stimmungsvolle und träumerische Cover ist einfach perfekt für dieses Buch. Es fängt das Ambiente und die Gefühle zwischen Fritz und Emma perfekt ein. Es ist ein richtiger Blickfang, der im ...

Das Cover
Das stimmungsvolle und träumerische Cover ist einfach perfekt für dieses Buch. Es fängt das Ambiente und die Gefühle zwischen Fritz und Emma perfekt ein. Es ist ein richtiger Blickfang, der im Bücherregal heraussticht.

Der Schreibstil
Da es mein erstes Buch von Barbara Leciejewski war, wurde ich richtig überrascht wie unglaublich gut es war. Der Schreibstil ist ausdrucksstark, gefühlvoll und packend. Ich konnte es gar nicht mehr aus meiner Hand legen, da man gemeinsam mit Marie die Hintergrundgeschichte und den Trennungsgrund von Fritz und Emma herausfinden möchte.

Die Charaktere
Die Handlung wird aus den Blickwinkeln von Fritz, Emma, Marie und Ludwig erzählt. Emma und Fritz sind ein Pärchen mit denen man in die Vergangenheit reist, aber auch teilweise die Gegenwart kennenlernt.
Marie und Ludwig sind das zugezogene Pfarrerehepaar und ihre Geschichte wird im Jahr 2019 erzählt.
Fritz und Emma sind ein unglaubliches Team und jeder für sich hat einen interessanten und einzigartigen Charakter. Die Liebe zwischen den beiden ist außergewöhnlich stark und gefühlvoll. Umso gespannter ist man als Leser zu erfahren, wieso es zu diesem argen Zerwürfnis der beiden gekommen ist. Denn seit über 50 Jahren sehen sich die beiden nicht einmal mehr in die Augen, geschweige denn, dass sie nur eine gewisse Zeit in ein und denselben Raum verbringen.
Marie und Ludwig sind Eheleute, die aufgrund von Ludwigs Beruf in das kleine Dorf gezogen sind. Marie war mir sofort sympathisch, denn sie ist ein ehrlicher und offener Mensch, der stark unter der Veränderung von Stadt auf Land leidet. Sie ist ein Mensch, der gerne anpackt und selbst etwas zu tun hat. Marie braucht eine Bestimmung. Jedoch wird sie nicht wirklich im Dorf gebraucht und sie zerbricht immer mehr daran.
Ebenfalls lernt man die verschiedensten Dorfbewohner kennen und lieben. Ich selbst habe mich in Oberkirchbach sofort wohlgefühlt und konnte mir das malerische Ambiente nur zu gut vorstellen.

Die Handlung
Die Handlung, welche über eine lange Zeitspanne hinweg erzählt wird, ist dramatisch, gefühlvoll, aufwühlend und spannend. Ich konnte gar nicht genug davon kriegen. Sowohl Fritz und Emmas Geschichte, wie auch Marie und Ludwigs Geschichte haben mich begeistert. Meine Gefühle wurden richtig durchgerüttelt und während des Lesens fragte ich mich selbst, was eigentlich wirklich wichtig im Leben ist und wie man zu seinen Fehlern stehen soll.
Ich war richtig verblüfft, wie nahe mir dieses Buch gegangen ist. Im Laufe der Zeit passieren natürlich auch viele Schicksalsschläge, die erschüttern. Nie hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte langatmig oder langweilig wird, im Gegenteil. Sie wurde immer spannender und gefühlvoller.

Das Fazit
Mir hat dieses Buch viel besser gefallen, als ich gedacht hätte. Es war wirklich gefühlvoll, berührend und packend. Die Atmosphäre von Oberkirchbach ist unglaublich und die Dorfbewohner sind zwar alles seltsame Käuze aber extrem liebenswert. Ich habe jeden in mein Herz geschlossen und nach Beendigung dieses Buchs wird die Ortsgemeinschaft mir fehlen.
Fritz und Emma, wie auch Marie und Ludwig konnten mich zusätzlich begeistern und überzeugen. Dieses Buch ist eine ganz klare Kaufempfehlung!

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Veröffentlicht am 06.04.2021

Wie Liebe tatsächlich sein soll…

The Story of a Love Song
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Authentisch, gefühlsstark, mitreißend und herzerwärmend. Ein Buch, dass den Lesern zeigt wie gesunde Liebe auf Augenhöhe aussehen soll.

Das Cover
Als Mitte des letzten Jahres dieses Buch zum ersten Mal ...

Authentisch, gefühlsstark, mitreißend und herzerwärmend. Ein Buch, dass den Lesern zeigt wie gesunde Liebe auf Augenhöhe aussehen soll.

Das Cover
Als Mitte des letzten Jahres dieses Buch zum ersten Mal vom LYX Verlag vorgestellt wurde, war ich sofort begeistert vom Cover. Es vermittelt ein Gefühl der Dynamik und Gefühlsstärke. Die Tattoos auf der Hand des Covermodels sind unglaublich attraktiv. Die Lichtsprenkel wurden wundervoll eingesetzt und machen das Cover noch viel ansehnlicher als es ohnehin schon ist.

Der Schreibstil
Ich liebe Vi Keelands und Penelopes Wards Schreibstil. Die Gefühle und die Gedanken der Protagonisten werden einfühlsam und einprägsam erzählt. Man fühlt sich die ganze Zeit über wie ein stiller Zuschauer, der die Liebesgeschichte zwischen Luca und Griffin heimlich beobachtet. Der Schreibstil ist authentisch und lebensnahe. Gleichzeitig schlug mein Herz jedes Mal wie wild, als es richtig romantisch wurde. Als Leser wird man einfach so unheimlich gut in die Geschichte involviert, was mir sehr gefällt. Eine Leser-Protagonisten-Barriere gibt es in diesem Buch nicht. Dadurch versteht man die Charaktere viel besser und kann sich richtig gut in ihre Beweggründe hineinversetzen.

Die Charaktere
Die Geschichte wird aus dem Blickwinkel von Luca und Griffin erzählt. Abwechselnd lernt man diese dann auch besser und unabhängig voneinander kennen.
Luca leidet sehr unter ihren Angststörungen, die sich aufgrund eines schrecklichen Ereignisses gebildet haben. Das Autoren-Duo behandelt das Thema „Angststörungen“ einfühlsam und respektvoll. Ich selbst leide nicht unter Angststörungen, aber durch dieses Buch konnte ich zum ersten Mal verstehen, wie schwer diese Last auf das alltägliche Leben eines Menschen wiegen kann. Die scheinbar alltäglichsten Dinge sind für Luca schwer zu bewältigen und trotzdem arbeitet sie hart an der Überwindung dieser.
Luca wird aber nicht von ihrer Angststörung geprägt. Sie ist frech, humorvoll und liebenswürdig. Sie ist ein nachdenklicher Mensch, der andere mit Respekt behandelt. Sie urteilt nicht vorschnell, sondern wiegt ihre Optionen gewissenhaft ab. Ich habe sie im Laufe der Handlung wirklich lieb gewonnen.
Griffin ist trotz seines enormen Erfolgts total am Boden geblieben. Durch seinen rasanten Anstieg an Popularität hat er die Schattenseiten der Menschen kennengelernt und dadurch sein Herz vor weiteren Enttäuschungen verschlossen. Als Luca und Griffin wieder in Kontakt treten, taut er total auf. Griffin zeigt seine feinfühlige und emotionale Seite. Er versucht alles um Luca glücklich zu machen. Griffin hat mich durch seine Art oft zum Schmunzeln und Dahinschmelzen gebracht.
Die Chemie zwischen Luca und Griffin ist außergewöhnlich. Sie stehen immer auf Augenhöhe zueinander und niemals würde einer den anderen untermauern. Diese authentische Liebe, die kein bisschen toxisch ist, hat mir bei weitem am besten gefallen. Genauso wie die beiden miteinander umgehen, sollte es im alltäglichen Liebesleben auch sein.
Der Doc ist ein Nebencharakter und der Psychiater von Luca. Er ist ein schräger Vogel, der durch seine eigenbrötlerische und liebevolle Art einen besonderen Platz in meinem Leserherzen ergattern konnte.

Die Handlung
Ich liebe Rockstar-Geschichten, die niveauvoll und lebensnahe sind und dieses Buch hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Das Rockstarleben von Griffin steht jedoch nicht im Mittelpunkt. Das hat mich nicht gestört, denn man bekommt trotzdem genug mit, sodass man sich als Leser ein Bild von den guten und schlechten Seiten eines Starlebens machen kann.
Wie bereits erwähnt wird im Laufe der Handlung das Thema der Angststörung aufgegriffen. Der Roman ist sehr tiefgründig und mitreißend. Ebenfalls im Vordergrund stehen auch die Gefühle und Ängste der Protagonisten. Beide entwickeln sich charakterlich enorm weiter und diese Veränderungen sind wirklich packend.

Das Fazit
Für mich persönlich ist dieses Buch ein absoluter Lieblingsliebesroman geworden. Die Liebe zwischen den beiden ist nicht nur unglaublich lebensnah, sondern gesund und respektvoll. Ich habe schon sehr lange keinen Liebesroman mehr gelesen, wo beide überhaupt nicht toxisch sind und das dann so gedreht wird als ob das die wahre Liebe wäre. Hier bekommt man eine gefühlvolle Liebesgeschichte, die einem lange nicht mehr aus dem Kopf gegen wird. Ich kann dieses Buch wirklich wärmstens empfehlen. Ich kann garantieren, dass in diesem Buch nichts so ist, wie es auf dem ersten Blick scheint und man total mitgerissen wird!

Das beste Zitat
Er nahm meine Hand in seine. „Es hat schon verrücktere Dinge gegeben. Zum einen habe ich in den vergangenen Wochen eine Beziehung mit verdammten Papier und Wörtern geführt. Sie waren mein einziges Fenster in deine Seele. Und weißt du, was? So glücklich wie in diesen Wochen bin ich schon seit sehr langer Zeit nicht mehr gewesen, selbst wenn ich nur die Briefe und sonst nichts von dir hatte.“ Buch Seite 161

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Veröffentlicht am 05.02.2021

Hautnah, mitreißend und dramatisch

Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
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Das Cover
Ich finde das Cover außergewöhnlich. Die Blumen und die Vögel in Orange mit dem satten dunkelblauen Hintergrund sind nicht nur wunderschön, sondern sie veranlassen mich jedes Mal dazu das Cover ...

Das Cover
Ich finde das Cover außergewöhnlich. Die Blumen und die Vögel in Orange mit dem satten dunkelblauen Hintergrund sind nicht nur wunderschön, sondern sie veranlassen mich jedes Mal dazu das Cover genauer anzusehen. Es erinnert sehr stark an ein Gemälde und passt daher perfekt zum Buch. Genauso malerisch, wie das Coverbild, ist meiner Meinung nach auch der Titel des Buchs.

Der Schreibstil
Vom Schreibstil war ich ehrlich gesagt sehr überrascht. Ich hätte nie gedacht, dass Alena Schröder so bildlich und mitreißend schreibt. Ich war nach nur 20 Seiten im Buch gefangen und ich wollte unbedingt mehr über die vier Frauen erfahren. Was mir bei weitem am besten gefallen hat, war, dass die Handlung durch den Schreibstil so authentisch und lebensecht rüber gekommen ist. Ich bin mir vorgekommen, wie als ob ich einer Freundin zuhören würde, die von ihrer tragischen Familiengeschichte und den Frauen, die diese geprägt hat, erzählt. Auch emotional konnte mich die Autorin wirklich treffen.

Die Charaktere
Wie bereits aus dem Klappentext lesbar geht es um vier Frauen, die aus verschiedenen Generationen ein und derselben Familie abstammen.
Die Geschichte wird aus den Blickwinkeln von Hannah, Evelyn, Senta und Trude erzählt. Jeder dieser Frauen hat mit ihrem Leben und den Erwartungen der in ihren Lebensjahren momentan aktuellen Gesellschaft zu kämpfen. Am meisten mochte ich Senta und Hannah, da ich mich mit diesen beiden am ehesten identifizieren konnte.
Die vier Frauen sind überaus faszinierende Charaktere, die Stück für Stück immer mehr von sich preisgeben. Ihre Leben haben mich auch wirklich sehr lange nicht los gelassen und gleichzeitig musste ich selbst über mein Leben und meine Entscheidungen nachdenken.

Die Handlung
Ich möchte hier nicht zu viel sagen, da jeder das Buch für sich selbst erleben sollte.
Die Gegenwart wird von Hannah erzählt, die durch Zufall erfährt, dass sie mit Juden verwandt ist und ihr Kunstwerke gehören, die jedoch von Nazis gestohlen wurden und daher schwer auffindbar sind. Im Zuge ihrer Recherche stößt sie auf Senta, die Mutter ihrer Oma Evelyn. Als sie Evelyn auf die Familiengeschichte ansprechen möchte, blockt diese total ab, was den Leser neugierig macht zu erfahren wieso.
Jede der vier Frauen erlebt unterschiedliche Hürden im Leben, die sie versuchen auf ihre Art und Weise so gut es geht zu überwinden. Durch Senta lernt man die Auswirkungen des 2. Weltkriegs auf die jüdische Bevölkerungsschicht besser kennen. Dieser Teil war für mich am schmerzhaftesten, da das Leid, die Angst und die plötzliche Diskriminierung so wahrheitsgetreu beschrieben worden ist.
Mit Hannah lernt man die Lebensfragen des 21. Jahrhunderts kennen, die sich wohl jede/r von uns immer wieder stellt. Die Handlung ist wirklich facettenreich und spannend.

Das Fazit
Ich hätte nicht gedacht, dass mich jemals eine Familiengeschichte so mitreißen würde, wie diese. Ich habe mitgelitten, mitgefiebert und musste unwillkürlich über mein eigenes Leben nachdenken. Die Geschichte ist unglaublich realitätstreu, schmerzhaft und gefühlvoll. Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen!

Das beste Zitat
„Was sollte sie denen heute sagen, außer: Schau mich an, ich war genau wie du, keinen Plan von gar nichts, keine Idee von meiner Zukunft oder was mir Spaß machen könnte oder wo meine Stärken liegen. Keine Idee von mir selbst, außer dass ich gern lese, also studiert man halt Germanistik und dann noch Soziologie und Ethnologie im Nebenfach, weil man die Patschuli-getränkte Luft so mag und mal einen Salsakurs gemacht hat und glaubt, das habe irgendetwas miteinander zu tun. Und klar, das tut nicht weh, das machen viele, und du hoffst, dass irgendwann die große Idee kommt, was du mit deinem Leben eigentlich anfangen möchtest. Aber meistens kommt die eben nicht und dann studiert man, so lange es geht, und mogelt sich so durch und fängt dann an zu promovieren und plötzlich ist man nicht mehr neunzehn, sondern siebenundzwanzig und hat immer noch keine Idee.“ Buch Seite 48

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