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Veröffentlicht am 21.02.2022

Die köstlichste Frucht

Teufelsfrucht
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"Teufelsfrucht" (2011) ist ein kulinarischer Krimi von Tom Hillenbrand und der Auftakt der Reihe um den ermittelnden Koch Xavier Kieffer, der in seinem ersten Fall nach dem Tod eines Gastro-Kritikers in ...

"Teufelsfrucht" (2011) ist ein kulinarischer Krimi von Tom Hillenbrand und der Auftakt der Reihe um den ermittelnden Koch Xavier Kieffer, der in seinem ersten Fall nach dem Tod eines Gastro-Kritikers in seinem Restaurant auf eigene Faust ermittelt.

Zum Inhalt:
Xavier Kieffer, Koch und Restaurantbesitzer in Luxemburg, führt ein eher beschauliches Leben nachdem er der Sternegastronomie den Rücken gekehrt hat. Umso erstaunlicher, dass eines Abends ein Sterne-Tester bei ihm auftaucht – und dann auch noch in seinem Restaurant stirbt. Seltsame Verbindungen zu seinem ehemaligen Ausbilder, dessen Verschwinden und eine Brandserie ziehen Xavier in die Ermittlungen hinein. Dabei entdeckt er einen Lebensmittelskandal und gerät selbst in große Gefahr.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Erklärungen zu Food Scouting, also der Suche nach neuen Lebensmitteln, und den Machenschaften der Lebensmittelindustrie sind gut in die Geschichte eingebaut und verständlich.
Die Handlung sowie die Persönlichkeiten und Hintergründe der verschiedenen Personen sind gut aufgebaut und man kann der Geschichte mühelos folgen. Ein kurzer Prolog und eine gute Heranführung an die Haupthandlung machen den Einstieg mühelos.
Auch die Handlungsorte, vor allem die Stadt Luxemburg, werden sehr lebendig beschrieben und einige regionale Begriffe verwendet. Man fühlt sich direkt in die Geschichte hineinversetzt.
Wichtige Themen rund um Nahrungsmittel wie chemische Inhaltsstoffe, Geschmacksverstärker, Produktionsmethoden und bewusste Täuschung der Verbraucher sogar schon im Bereich von Forschung und Wissenschaft werden gekonnt in einen Regionalkrimi eingebettet. Auch wird eine gewisse Kritik am System der Sternegastronomie geübt.

Mir haben der Fall und der ermittelnde Koch sehr gut gefallen. Die Stärken dieses Krimis liegen in der Ausarbeitung der Charaktere, dem Lokalkolorit, einer Portion Humor und dem Blick hinter die Kulissen von Gastronomie und Lebensmittelindustrie.

Fazit: Ein guter kulinarischer Regional-Krimi mit einem sympathischen Ermittler, der auch noch ein paar Einblicke in die Nahrungsmittelindustrie gibt.

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Veröffentlicht am 18.02.2022

Magische Rezeptur

Die Glücksbäckerei – Das magische Rezeptbuch
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"Die Glücksbäckerei - Das magische Rezeptbuch" (2012) ist ein fantastische Geschichte für Kinder ab 10 Jahren von Kathryn Littlewood und der erste Band der Reihe "Die Glücksbäckerei". Erzählt wird die ...

"Die Glücksbäckerei - Das magische Rezeptbuch" (2012) ist ein fantastische Geschichte für Kinder ab 10 Jahren von Kathryn Littlewood und der erste Band der Reihe "Die Glücksbäckerei". Erzählt wird die Geschichte der 12-jährigen Rosmarin Glyck und einem Familienbackbuch voller Zauberrezepte.

Zum Inhalt:
Seit Rose weiß, dass ihre Eltern Glücksbäcker sind und beim Backen zaubern, möchte sie auch eine Glücksbäckerin werden. Als ihre Eltern wegfahren und ihr die Verantwortung für das magische Familienbackbuch übertragen, scheint die Gelegenheit trotz Verbot günstig. Und dann taucht auch noch die bisher unbekannte Tante Lily auf und das Familienbackbuch ist in Gefahr.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist sehr schön, flüssig und altersgerecht. Die Hauptfigur Rose und ihre Familie sowie die magischen Backkünste werden ausführlich beschrieben, so dass der Einstieg in die Geschichte mühelos gelingt.
Eingebettet in eine schöne und altersgerechte Geschichte voller Zucker, Mehl und Magie, erlebt man auch mit, wie Rose sich mit den typischen Gefühlen und Problemen einer Jugendlichen auseinandersetzen muss und mit ihrer Position innerhalb der Familie hadert.

Die Geschichte von Rose und der Glücksbäckerei ist wirklich schön zu lesen. Eine gelungene Mischung aus Zucker und Magie!
Nur die teilweise klischeehafte Darstellung der Geschlechterrollen hat mir nicht so gut gefallen.

Fazit: Zucker und Magie – was braucht man mehr?! Eine süße Geschichte für Kinder.

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Veröffentlicht am 18.02.2022

Es gibt nicht nur einen Weg

Glücksklee
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"Glücksklee" (2010) ist ein Roman von Holly Greene, der die Geschichte von vier Freundinnen in einem kleinen irischen Dorf erzählt.

Zum Inhalt:
Nina kehrt nach dem Scheitern ihrer Beziehung in das kleine ...

"Glücksklee" (2010) ist ein Roman von Holly Greene, der die Geschichte von vier Freundinnen in einem kleinen irischen Dorf erzählt.

Zum Inhalt:
Nina kehrt nach dem Scheitern ihrer Beziehung in das kleine irische Dorf Lakeview zurück, in dem sie aufgewachsen ist. Dort trifft sie alte Bekannte wie Trish, die sie aus der Schulzeit kennt,
und die Lakeview nie verlassen hat und Ruth, die in Hollywood Karriere als Schauspielerin gemacht hat, aber nun vor der Klatschpresse zurück in ihre Heimat flüchtet. Nicht nur mit Trish und Ruth entsteht eine Freundschaft, sondern auch mit ihrer neuen Bekannten Jess, die oft aus Dublin zu Besuch in Lakeview ist. Gemeinsam stellen sich die Freundinnen unterschiedlichen Problemen in der Liebe, Beziehung und Familie und jede findet einen für sich passenden Weg.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Das Geschehen wird aus der Erzähler-Perspektive beschrieben jeweils aus Sicht der gerade im Mittelpunkt stehenden Protagonistin, was kapitelweise wechselt. So bekommt man einen guten Einblick in das Leben und die Gefühle der Protagonistinnen und kann die Geschichte gut miterleben.
Die Geschichte zeigt durch die unterschiedlichen Erfahrungen und Entscheidungen der Freundinnen, dass es nicht nur einen Weg gibt, um mit Liebe, Beziehung und Familie umzugehen, und jeder für sich selbst den passenden finden muss.

Der Klappentext stimmt nicht wirklich mit dem Inhalt überein. Die erwähnte Eva heißt eigentlich Ruth und das Baby wurde in der Vergangenheit gefunden und hat mit den Freundinnen auf ganz andere Weise zu tun. Hier sollte man wirklich sorgfältiger sein.

Mir hat die Geschichte um die vier Freundinnen gut gefallen, weil sie zeigt, dass anders nicht unbedingt schlecht ist und jeder einen eigenen Weg zum Glück finden muss.

Fazit: Ein schöner leichter Roman, der einfühlsam von Freundschaft, Liebe und Glück erzählt.

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Veröffentlicht am 16.02.2022

Wer kontrolliert die Kontrolleure?

Born
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"Born" (2021) ist ein Sciencefiction-Thriller, oder auch dystopischer Near-Future-Thriller, von Kris Brynn. Die Taxifahrerin Nalani muss ihren Bruder retten, der durch eine Verschwörung auf den Farmen ...

"Born" (2021) ist ein Sciencefiction-Thriller, oder auch dystopischer Near-Future-Thriller, von Kris Brynn. Die Taxifahrerin Nalani muss ihren Bruder retten, der durch eine Verschwörung auf den Farmen in Gefahr gerät.

Zum Inhalt:
In der nahen Zukunft hat sich das Leben in Deutschland durch die Zerstörungen der Sandkriege stark verändert. Die Menschen drängen sich in Mega-Cities und Nahrung wird in riesigen Farmen außerhalb produziert. Die Produktion und Zuteilung wird staatlich festgelegt und kontrolliert und die Farmen von einem religiösen Orden geleitet. Doch auf den Farmen scheint nicht alles nach Plan zu laufen. Als der Bruder der Protagonistin Nalani dadurch in Gefahr gerät, muss sie ihn retten.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist flüssig, locker und modern geschrieben und angenehm zu lesen. Die Personen und Situationen werden detailliert und eindrücklich beschrieben. Die Handlung ist in mehrere Erzählstränge aufgeteilt, die sich nach und nach zusammenfügen. Erst nach und nach erhält man einen Überblick über die Welt und das Geschehen. Der Schreibstil und die Beschreibungen machen den Einstieg trotzdem leicht.
Die beschriebene Ressourcenknappheit und Planwirtschaft sowie die Machtausübung, Kontrolle und Manipulation der Menschen und das Risiko der Ausnutzung und Korruption, die damit einhergehen, basieren auf heute schon erkennbaren Entwicklungen. Die Notwendigkeit des Abwägens zwischen Freiheit und Notwendigkeit wird durch die Geschichte sehr gut dargestellt.

Die Autorin hat ein faszinierendes und erschreckendes Szenario für die nahe Zukunft entworfen, das mich beeindruckt und nachdenklich gemacht hat. Darf die Freiheit für das „große Ganze“ geopfert werden? Und wie kontrolliert man die Kontrolleure?

Fazit: Ein spannender Sciencefiction-Thriller über die Gefahren, die Ressourcenknappheit und Umweltzerstörung in naher Zukunft mit sich bringen können, und eine Anregung zum Nachdenken über das Ausmaß und die Risiken von staatlicher Kontrolle.

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Veröffentlicht am 09.12.2021

Gefährliches Summen

Goldenes Gift
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"Goldenes Gift" (2021) ist ein kulinarischer Krimi von Tom Hillenbrand, in dem der Koch Xavier Kieffer in einen Mordfall an einem Imker verwickelt wird und auf eigene Faust ermittelt.

Zum Inhalt:
Xavier ...

"Goldenes Gift" (2021) ist ein kulinarischer Krimi von Tom Hillenbrand, in dem der Koch Xavier Kieffer in einen Mordfall an einem Imker verwickelt wird und auf eigene Faust ermittelt.

Zum Inhalt:
Xavier Kieffer, Koch und Restaurantbesitzer in Luxemburg, lässt von einem Stadtimker Honig für sein Restaurant produzieren. Als dieser tot aufgefunden wird und seine Bienenstöcke verschwinden, beginnt Xavier selbst zu ermitteln und gerät dabei mitten in einen Skandal um gefälschten Honig und gefährdete Bienen.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Erklärungen zu Lebensmittelfälschung bei Honig, Gefährdung von Bienen und Gentechnik sind gut in die Geschichte eingebaut und verständlich.
Es gibt zwei Handlungsstränge, die je einem der beiden Protagonisten folgen, sich aber im Laufe der Geschichte immer wieder treffen, ergänzen und zum Schluss zur Aufklärung zusammenfügen. Durch dieses Ineinandergreifen kann man der Geschichte mühelos folgen. Die Persönlichkeiten und Hintergründe der verschiedenen Personen sind gut aufgebaut.
Auch die Handlungsorte, vor allem die Stadt Luxemburg, werden sehr lebendig beschrieben und einige regionale Begriffe verwendet. Man fühlt sich direkt in die Geschichte hineinversetzt.
Wichtige Themen wie Lebensmittelfälschung, Umweltprobleme und kriminelle Strukturen sogar im Bereich von Forschung und Wissenschaft werden gekonnt in einen Regionalkrimi eingebettet.

Mir haben der Fall und der ermittelnde Koch sehr gut gefallen. Die Stärken dieses Krimis liegen in der Ausarbeitung der Charaktere, dem Lokalkolorit, einer Portion Humor und in der locker-leichten Vermittlung von Wissen. Der Mordfall an sich ist eher nebensächlich.

Fazit: Ein guter kulinarischer Regional-Krimi, der auch noch einiges an Wissen über Honig, Bienen und damit verbundene Probleme vermittelt.

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