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Veröffentlicht am 15.09.2016

150 Jahre Texas

Der erste Sohn
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Die Geschichte einer Familie in Texas, über 150 Jahre erzählt. Eli McCulloughs gibt ein kurzes Vorwort über Texas, so wie er es über sein langes Leben erlebt hat. 1836 geboren wurde er von Comanchen entführt, ...

Die Geschichte einer Familie in Texas, über 150 Jahre erzählt. Eli McCulloughs gibt ein kurzes Vorwort über Texas, so wie er es über sein langes Leben erlebt hat. 1836 geboren wurde er von Comanchen entführt, lebte eine Zeit bei ihnen und erlebte ihren Untergang mit. Er baute das Vermögen, den Besitz der Familie auf. Erzählt wird die Geschichte aus seiner, dann von seinem Sohn Peter und der Urenkelin Jeanne, immer abwechselnd und aus verschiedenen Sichten.
Ein großes, sehr interessantes Thema, das vom Autor gut dargestellt wird. Die Geschichte von Eli und seinen Nachfahren zeigt, dass die Geschichte Texas mit sehr viel Gewalt, Mord und Raub verbunden ist, ohne dies wäre das Land so nicht entstanden, besiedelt werden. Und jedes Volk hat so gehandelt, auch schon vor Ankunft der Weißen. Elis Sohn kommt damit nicht so klar, habe ich den Eindruck und die Ur-enkelin Jeannie hat ein einsames Leben durch den Kampf ums Geld.
Eli besticht durch Härte und besteht. Ansonsten wirkt niemand so, als ob da irgendein Mythos bedient wird. Im Gegenteil, am Ende kam mir das ganze Streben nach Besitz, Reichtum und Macht sehr unnütz vor. Glücklich wurde dadurch niemand in der Familie. Beim Lesen machte sich bei mir, ganz unbewusst, eine leicht depressive Stimmung breit. Ich würde sagen, da hat Philipp Meyer was tolles geschaffen. Die Menschen darzustellen und beim Leser so eine Reaktion durchs Lesen hervorzurufen, dabei über Texas, die Familie McCullough und vielen anderen Menschen in dem Land zu berichten, was sich auch noch so gut lesen lässt. Ein tolles Buch.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Auf der Suche

Am Ende bleiben die Zedern
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Eine Geschichte des Libanon, und die Geschichte von Samir, dessen Eltern aus dem Libanon nach Deutschland kamen. Samir wird in Deutschland geboren, wächst auf mit den Geschichten seines Vaters. Doch der ...

Eine Geschichte des Libanon, und die Geschichte von Samir, dessen Eltern aus dem Libanon nach Deutschland kamen. Samir wird in Deutschland geboren, wächst auf mit den Geschichten seines Vaters. Doch der Vater verändert sich plötzlich und ist dann ohne ein Wort verschwunden.
Samir kann und will es nicht wahr haben, nicht begreifen. Er ist besessen von seinem Vater.
Es wird Samirs Geschichte erzählt, seine Suche nach dem Vater, von Freundschaft. Es wird in Rückblenden zu Samirs Kindheit erzählt, eingebettet in die Geschichte des Libanons, wo Nachbarn unterschiedlicher Religionen plötzlich zu Feinden werden.
Es ist eine unheimliche umfassende, tief gehende Geschichte, in der sich auch nach und nach die Vergangenheit von Samirs Vater offenbart. Dieser ist genauso zerrissen wie das Land. Und ich kann ihn noch nicht mal verurteilen, dass er seine Familie in Deutschland verlassen hat.
Hier kann man durchaus sagen, dass zwei Geschichten aufeinander treffen. In einer sehr schönen Sprache wird dem Leser der Libanon näher gebracht, die Vergangenheit und die Zukunft, in der das Land hoffentlich nicht mehr so zerrissen sein wird. Und Samirs Geschichte, der durch den Verlust seines Vaters wirkt wie auf einer Warteposition. Findet er durch das Land seiner Eltern zu sich selbst und kann die Vergangenheit hinter sich lassen?
Ich kann diesen Roman irgendwie schlecht in Worte fassen, hier passiert so viel, ist so ansprechend geschrieben, und hinterlässt mich als Leser mit einer Fülle von Eindrücken. Nicht nur Samir und sein Vater und dessen Geschichten, sondern auch der Libanon halten einen in ihrem Bann.
Und hoffentlich bleiben die Zedern tatsächlich immer dort wo sie sind, als eine Art Wächter des Landes.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Retterin

Krieger des Lichts - Ungezähmte Versuchung
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Gestaltenwandler, die eine neue Anführerin suchen. Ohne diese, die sich mit der Kraft der Erde ver-bindet, können sie nicht mehr wie bisher agieren. Lyon entdeckt Kara, die leider von ihrer Bestim-mung ...

Gestaltenwandler, die eine neue Anführerin suchen. Ohne diese, die sich mit der Kraft der Erde ver-bindet, können sie nicht mehr wie bisher agieren. Lyon entdeckt Kara, die leider von ihrer Bestim-mung überhaupt nichts weiß. Doch da sie sich von Lyon trotz aller Vorbehalte sehr stark angezogen fühlt, geht sie mit ihm und lässt sich auf diese unglaubliche Geschichte ein. Dazu erwartet sie eine unbestimmte Gefahr.
Durch einige Schwierigkeiten müssen sie, aber auch nicht ohne intensiven körperlichen Kontakt.
Die Geschichte von Kara und Lyon ist gut aufgebaut und lässt sich flüssig lesen. Bei solchen Ro-manen habe ich eine bestimmte Erwartung, die hier voll und ganz bedient wurde.
Gutaussehende Protagonisten, Gefahr, Romantik und Erotik, wo gerade die Konstellation von etwas Mystik und unrealistischen Gegebenheiten dem Ganzen den richtigen Rahmen geben. Gut und schnell zu lesende Unterhaltung, die ich nicht immer brauche, aber zwischendurch gerne gelesen wird.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Frauenschicksale

Tausend strahlende Sonnen
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Afghanistan 1974, für die gerade 15-jähirge Mariam ändert sich ihr bisheriges Leben ganz massiv, als sie nach dem Tod ihrer Mutter nicht bei ihrem Vater bleiben darf. Sie wird mit einem wesentlich älteren ...

Afghanistan 1974, für die gerade 15-jähirge Mariam ändert sich ihr bisheriges Leben ganz massiv, als sie nach dem Tod ihrer Mutter nicht bei ihrem Vater bleiben darf. Sie wird mit einem wesentlich älteren Mann aus Kabul verheiratet. Ihr Leben entwickelt sich nicht sehr gut, sie hat unter ihrer Kinderlosigkeit und Ehemann zu leiden.
Erzählt wird die Geschichte Afghanistans, von der damaligen Regierung, den Sowjets, den Mudschahe-din und Taliban. Den ganzen Horror, den die Bevölkerung erleiden muss und der private Horror, den die Frauen unter vielen Männern zu ertragen haben. Die Kraft der Freundschaft und der Liebe steht dage-gen.
Khaled Hosseini erzählt die Geschichte von Mariam und Laila mit all dem Wahnwitz der in dem Land passierte und passiert mit schnörkellosen, doch eindringlichen Worten.
Bereits am Anfang hat mich Mariams Schicksal tief bewegt und auch unheimlich ärgerlich gemacht. Diese Geschichte ist toll geschrieben, hat ein leider ein weiter aktuelles Thema und machen einem die Probleme in dem Land, der ganzen Gegend, bewusst. Sehr viel mehr mag ich über diesen Roman gar nicht schreiben, sonst erzähle ich zu viel über die Geschichte von Mariam und Laila.


Veröffentlicht am 15.09.2016

zu viel Harmonie ist nicht gut

Die Harmoniefalle
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Der Mensch ist ein harmoniebedürftiges Wesen, und tut viel dafür, dass Harmonie und Ruhe herrscht. Doch zu viel Harmonie behindert, vielleicht auch Langeweile und Stillstand. Dissonanzen können neue Ideen ...

Der Mensch ist ein harmoniebedürftiges Wesen, und tut viel dafür, dass Harmonie und Ruhe herrscht. Doch zu viel Harmonie behindert, vielleicht auch Langeweile und Stillstand. Dissonanzen können neue Ideen fördern, den Menschen voran bringen. Es braucht Mut zu Konflikten.
In verschiedenen Kapiteln beleuchtet der Autor die sogenannten Harmoniefallen, z.B. in der Politik, bei sich selber, in der Vergangenheit u.v.m. Er erklärt die Zusammenhänge des Harmoniebedürfnisses und was es bringt, wenn man gegen den Strom schwimmt.
Dieses Thema hat mich schon sehr interessiert, denn auch ich mag Harmonie und muss oft dagegen ankämpfen und auf meinen Bauch hören, oder auch um meine Wünsche zu erreiche.
Hier wird es dann aber doch sehr allgemein gehalten. Ich habe einzelne Beispiele, persönliche Tipps vermisst. Es wird erklärt und gut dargestellt, doch auf die Dauer konnte es mich nicht packen, da es mich nicht persönlich ansprechen konnte. Ja, es ist ein Sachbuch, doch auch dieses muss für mich we-nigstens etwas über das rein sachliche hinaus gehen. Thema super, regt zum nachdenken an und dass man selber nachdenken soll, auch bevor man einem Vorurteil folgt. Wie Zivilcourage funktioniert und dass Hilfe meist kommt, wenn weniger Helfer vorhanden sind.