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Veröffentlicht am 27.09.2018

Spannender Flachlandkrimi durch die Höhen und Tiefen der menschlichen Seele

Bluthaus
2

Bluthaus- der 2. Fall für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, das ungleiche Ermittlerduo. Beide haben nach dem dramatischen Finale des letzten Falles eine Auszeit gebraucht. Frida hat sich auf den elterlichen ...

Bluthaus- der 2. Fall für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, das ungleiche Ermittlerduo. Beide haben nach dem dramatischen Finale des letzten Falles eine Auszeit gebraucht. Frida hat sich auf den elterlichen Apfelhof zurückgezogen, als plötzlich ihre Freundin Jo auftaucht und sie um Hilfe bittet. Jedoch bleibt offen bei was und ehe Frida nochmal mit ihrer Freundin sprechen kann, ist diese verschwunden. Und gerät ins Zentrum eines grausamen Mordfalls, mit dem Bjarne nach seiner Rückkehr in die Mordkommission betraut wird. Ist Jo etwa eine Mörderin? Oder wurde sie selbst Opfer eines Verbrechens?

Während im ersten Band Fridas Vergangenheit im Fokus stand, kommt diesmal ihrer Freundin Jo eine zentrale Rolle zu. Erneut wird der Leser im Wechsel konfrontiert mit einem "Cold case" und dem aktuellen Fall, die sich allmählich zu einem gemeinsamen Strang zusammenfügen. Dabei gelingt es Romy Fölck einmal mehr eine grandiose Atmosphäre für die Verbrechen zu schaffen und lebendige, überzeugende Charaktere mit Ecken und Kanten zu kreieren. Wir lernen unsere Ermittler besser kennen und dürfen wieder rege auch an ihrem Privatleben teilhaben, wobei im aktuellen Roman vor allem das von Bjarne sehr dominant ist.
Anders als im ersten Band war ich diesmal sofort in der Geschichte drin und war absolut gefesselt. Die private Geschichte von Bjarne hätte für meinen Geschmack an manchen Stellen etwas weniger detailliert sein können, da es auch etwas den Dampf aus der Geschichte nahm, aber im großen und Ganzen war durchgehend eine Spannung da, die Höhepunkte vor allem in thrillerartigen Szenen im Bluthaus findet. Obwohl ich die Handlung etwas vorhersehbarer als in Teil 1 fand, fanden sich viele überraschende Wendungen und die vollständige Auflösung des Falles ist mir nicht gelungen. Zum Schluss läuft auf alles auf einen rasanten finalen Showdown zu, der mich ebenfalls überzeugt hat.

Alles in allem finde ich Bluthaus eine sehr gelungene Fortsetzung der Krimireihe um Frida und Bjarne und kann das Buch vollstens weiterempfehlen. Ich kann es kaum erwarten, dass der nächste Band erscheint!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Spannung
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 26.02.2018

Gelungener Auftakt einer Krimireihe mit viel Spannung und Atmosphäre

Totenweg
2

"Totenweg" ist der Auftakt zu einer Krimireihe um die beiden Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Frida ist noch im Studium zur Kriminalpolizistin, Bjarne geht langsam auf das Pensionsalter zu. ...

"Totenweg" ist der Auftakt zu einer Krimireihe um die beiden Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Frida ist noch im Studium zur Kriminalpolizistin, Bjarne geht langsam auf das Pensionsalter zu. Erstmals miteinander zu tun hatten sie, als Fridas Schulfreundin Marit mit 14 Jahren ermordet wurde- ein Fall der nie aufgeklärt wurde, auch weil Frida verschwiegen hat, was sie weiß.
Nun kehrt Frida gezwungenermaßen in ihr Elternhaus zurück, da ihr Vater brutal hinterrücks zusammengeschlagen wird und sie sich um den Hof der Eltern kümmern muss, solange ihr Vater im Krankenhaus liegt. Bjarne wird mit der Ermittlung zu dem Anschlag betraut und die beiden treffen wieder aufeinander. Schnell stellt sich die Frage, ob ein Zusammenhang zum Mord von damals besteht. Kann der Mord an Marit doch noch geklärt werden? Wird Frida ihr Schweigen brechen?

Ich durfte den Kriminalroman im Rahmen einer Leserunde probelesen und ich muss sagen, das war eine ganz besondere Erfahrung! Der Einstieg ins Buch ist eher sachte, die Personen und ihr Umfeld werden sehr ausführlich geschildert, wodurch sie sehr lebensnah und real wirken und eine tolle Atmosphäre geschaffen wird. Immer wieder werden auch- gut als solche gekennzeichnete- Rückblenden auf die Ereignisse rund um Marits Ermordung eingestreut. Fast wurde ich dabei aber etwas ungeduldig, wann "denn nun endlich was passiert". Doch dann nimmt die Geschichte Fahrt auf und es wird richtig spannend, phasenweise kaum auszuhalten! Im letzten Teil nimmt die Spannung wieder etwas ab, macht jeder Menge Action Platz, flammt aber immer wieder auf. Insgesamt aber ein sehr packendes Buch, ich konnte es kaum weglegen!

Das Setting der Elbmarsch ist gut gewählt und die Personen passen gut in ihr Umfeld. Die Autorin Romy Fölck versteht es mit ihrer Sprache sowohl Haupt- als auch Nebencharaktere sehr lebendig zu gestalten, so dass man den Eindruck hat, sie persönlich zu kennen, und man sehr mit ihnen mitfiebern kann, auch wenn sie einem nicht persönlich sympathisch sind und sie so ihre Ecken und Kanten haben- wie eben im wahren Leben auch. Durch geschickte Andeutungen und bewusst gesetzte "falsche Fährten" sowie wohldosierte Gruselmomente gelingt es Romy Fölck auf bewundernswerte Art Spannung zu erzeugen, die mich persönlich phasenweise richtig in Angst versetzte.

Frida ist am Anfang eher eigenbrötlerisch und arbeitet fast gegen Bjarne, "ermittelt" dann eher erst mal auf eigene Faust. Im Lauf des Buches macht sie jedoch eine positive persönliche Entwicklung durch und kooperiert zunehmend mit Bjarne, wenn auch die Art der Zusammenarbeit der beiden noch ausbaufähig ist, ich bin diesbezüglich gespannt, wie sich das in den Folgebänden entwickelt!

Insgesamt kann ich nur jedem, der einen guten Krimi zu schätzen weiß, wärmstens empfehlen, "Totenweg" zu lesen und ich selbst warte mit großer Spannung und Ungeduld auf die nachfolgenden Bände. Meine Erwartungen zu dem Buch wurden nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen!

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Spannung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 26.11.2018

Ein Buch wie ein Überraschungsei, aber zu Spiel, Spaß und Spannung kommen hier noch Pferde, Liebe und ganz viel Psycho

Zwei wie du und ich
1

Annie ist eine von Ängsten und Spleens geprägte junge Frau, die irgendwie feststeckt. Da bietet sich ihr die Möglichkeit, in einem tollen Unternehmen anzufangen und auch ihr neuer Chef erweist sich als ...

Annie ist eine von Ängsten und Spleens geprägte junge Frau, die irgendwie feststeckt. Da bietet sich ihr die Möglichkeit, in einem tollen Unternehmen anzufangen und auch ihr neuer Chef erweist sich als absoluter Traummann. Annie verliebt sich in ihn und schafft es allmählich ihre Ängste abzulegen.
Kate hingegen macht erfolgreich Karriere, bis ein Burnout sie aus der Bahn wirft. Sie wirft alles hin und verkriecht sich vor den Schatten ihrer Vergangenheit auf dem Hof des Vielseitigkeitsreiters Mark, um dort als unbezahlte Praktikantin anzufangen- ohne jede Erfahrung. Und auch wenn es das letzte ist, was sie grad brauchen kann, verliebt sie sich in ihren neuen Chef.
Doch dann drohen die traumatischen Erlebnisse der Vergangenheit das Glück der jungen Frauen zu zerstören. Werden sie es schaffen, die Schatten abzuschütteln und ihr Glück zu finden?
Die Geschichten der beiden Frauen werden im Wechsel jeweils aus der Ich-Perspektive erzählt, so dass man an ihrem Innenleben jeweils gut Anteil nehmen kann und gut mit ihnen fühlenen kann. Auch wenn vor allem Annie mit ihren schrägen Angewohnheiten einen manchmal echt aufregen kann. Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, gut als solche gekennzeichnet. Beide Geschichten haben ihre Höhen und Tiefen. Anfangs hab ich etwas gebraucht, mit den beiden Protagonistinnen warm zu werden, vor allem bei Kate habe ich persönlich mich schwer getan. Aber die Autorin hat es gut verstanden, mit ihrem packenden Schreibstil und gekonnt gesetzten Spannungselementen den Leser in ihren Bann zu ziehen und schließlich konnte ich das Buch kaum noch weglegen. Die Charaktere sind lebendig und liebenswert skurril, auch die Nebenfiguren auf ihre besondere Art einzigartig und überwiegend gut herausgearbeitet.
Hatte ich einen banalen Liebesroman erwartet, war ich schließlich schief gewickelt. Die Story nimmt immer wieder überraschende Wendungen und wird schließlich richtig spannend, das Ende fand ich sehr raffiniert! Meine Erwartungen an das Buch wurden eindeutig übertroffen!
Wer gerne eine schöne Liebesgeschichte, deren Verlauf nicht von vornherein klar auf der Hand liegt, liest, ist hier richtig. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 01.11.2020

Das Leben ist nicht perfekt- und das ist gut so!

Je größer der Dachschaden, desto besser die Aussicht
0

Nach einer gescheiterten Beziehung flüchtet Nell aus den USA zurück in ihre Heimat England. Doch während ihre Freundinnen alle verheiratet sind, Kinder haben, in tollen Häusern wohnen und es geschafft ...

Nach einer gescheiterten Beziehung flüchtet Nell aus den USA zurück in ihre Heimat England. Doch während ihre Freundinnen alle verheiratet sind, Kinder haben, in tollen Häusern wohnen und es geschafft haben steht Nell allein auf der falschen Seite der 40, ohne Mann, zur Untermiete in einem Zimmer bei dem schrägen Edward wohnend, ohne Job. So hatte sie sich das nicht vorgestellt, das Leben. Über einen Job, den ihr ein ehemaliger Kollege vermittelt hat, lernt sie die Witwe Cricket kennen, die ihr beibringt, es ist nie zu spät...
Alexandra Potters Figuren wirken glaubhaft und wie aus de richtigen Leben, selbst mit ihren skurrilen Macken. Man kann als Leser gut mit Nell mitfühlen, ihre Probleme sind nachvollziehbar und in manchen Dingen spricht sie wohl vielen aus der Seele. Der Schreibstil ist angenehm mit modernen Elementen, die Geschichte insgesamt packend, wenn auch an manchen Stellen mit ein paar Längen. Insgesamt ist die Geschichte ein bisschen vorhersehbar, was ihr aber nicht schadet. Eine angenehme Lektüre mit optimistischer Botschaft: Das Leben ist nicht perfekt, aber das ist gut so! Von meiner Seite gibt es eine klare Weiterempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2020

Mimi und Anton in stürmischen Zeiten

Die Fotografin - Die Stunde der Sehnsucht
0

"Die Stunde der Sehnsucht" ist der vierte und wohl vorletzte Teil der Geschichte um die Fotografin Mimi Reventlow und ihrem Wegbegleiter Anton. Die beiden haben gerade eine Druckerei in Münsingen übernommen ...

"Die Stunde der Sehnsucht" ist der vierte und wohl vorletzte Teil der Geschichte um die Fotografin Mimi Reventlow und ihrem Wegbegleiter Anton. Die beiden haben gerade eine Druckerei in Münsingen übernommen und bringen den Laden auf Vordermann, als der 1. Weltkrieg ausbricht. Während die Männer nach und nach an die Front eingezogen werden, müssen die Frauen in Münsingen die Geschäfte am Laufen halten und die Arbeiten übernehmen. Auch die Wege von Anton und Mimi trennen sich vorläufig, jeder von ihnen kämpft an einer anderen Front...
Petra Durst-Bennings historischer Roman geht in die Verlängerung. Wieder dürfen wir mit Mimi, Anton und ihren Freunden mitfiebern. Die Autorin schafft es, lebendige Figuren für uns zu schaffen, an deren Schicksal man als Leser gerne teilhat. Mehr als im Vorgängerband entsteht Spannung, was vielleicht auch an den Kriegsgeschehnissen liegt. Ich konnte das Buch kaum weglegen, so gebannt war ich, ob Mimi und Anton sowie die restlichen Dorfbewohner den Krieg wohlbehalten überstehen. Manche Kriegsszenarien sind schwer auszuhalten und machen einem einmal mehr bewusst, wie dankbar wir für den Frieden sein dürfen, in dem wir leben. Auch macht das Buch nachdenklich bezüglich Konsum und Überfluss und hat mich einmal mehr daran erinnert dass ich Lebensmittel mehr wertschätzen sollte. Mir war auch nicht bewusst, wie schnell die Zivilbevölkerung die Auswirkungen des Krieges durch Entbehrungen und Mangel gespürt hat, also auch historisch was gelernt. Insofern beinhaltet die Lektüre dieses Buches neben Unterhaltung und Spannung auch Lehren hinsichtlich geschichtlichem Wissen und dem täglichen Leben, so dass ich sie in jeglicher Hinsicht als Bereicherung empfunden habe und eine absolute Leseempfehlung geben kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere