Profilbild von Pippilotta

Pippilotta

Lesejury Profi
offline

Pippilotta ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Pippilotta über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2017

Schmackhafter Auftakt einer Liebesromanreihe

Taste of Love - Geheimzutat Liebe
0

Der Klappentext:

Eine Prise davon macht jedes Essen besser - Geheimzutat Liebe

Andrew Knight ist neuer Stern am Bostoner Gastrohimmel - doch mittlerweile total ausgebrannt. Beim spontanen Kurzurlaub ...

Der Klappentext:

Eine Prise davon macht jedes Essen besser - Geheimzutat Liebe

Andrew Knight ist neuer Stern am Bostoner Gastrohimmel - doch mittlerweile total ausgebrannt. Beim spontanen Kurzurlaub in Maine trifft er auf Brooke Day, die den lokalen kulinarischen Geheimtipp leitet und nicht ahnt, wer sich da bei ihr einquartiert. Gemeinsam machen sie aus dem bisher erfolglosen Geheimtipp eine In-Location, und Andrew hat zum ersten Mal seit Jahren wieder Spaß beim Kochen. Doch kann Brooke ihm verzeihen, dass er ihr nicht die Wahrheit gesagt hat?

Der erste Band der bezaubernden Liebesroman-Reihe "Taste of Love" von Bestseller-Autorin Poppy J. Anderson.

Wenn man den Klappentext gelesen hat, weiß man eigentlich schon wie das Buch ausgeht und was dabei in Etwa an Hindernissen auftauchen wird. Dennoch ist das Buch sehr lesenswert, wenn man auf schöne Liebesgeschichten ohne große Überraschungen und ohne Spannung steht.
Andrew hat entgegen der Familientradition sein Jurastudium geschmissen und eine Kochlehre gemacht. Nun führt er ein gut gehendes Restaurant in Boston, ohne Anerkennung seiner Familie, jedoch unter dem Management seiner Tante, die ihn gegen seinen Willen ins Fernsehen bringen will. Und so steht er kurz vor dem Burnout und nimmt sich spontan eine Auszeit. Dabei baut er einen Unfall und sitzt wegen seines kaputten Autos fest in einem kleinen Ort, beherbergt durch Brooke, seiner Unfallgegnerin, die aufgrund einer Erkrankung ihrer Mutter das Restaurant der Eltern führt, das kurz vor dem Ruin steht. Und so entspinnt sich langsam eine Liebesgeschichte zwischen den beiden mit Ups und Downs.
Die Charaktere sind sehr sympathisch und liebenswert geschrieben und es knistert und prickelt ganz gewaltig zwischen den beiden. Man kann so richtig mit ihnen mitfühlen.
Die Perspektive wechselt zwischen den beiden, so dass der Leser auch mit beiden mit"leiden" kann.
Mich hat die Geschichte richtig gefesselt, ich konnte das Buch fast nicht weglegen und habe es in 2 Tagen fertig gelesen. Ich habe es auch gleich einer Freundin weiterempfohlen.
Als Fazit würde ich sagen eine einfache, packende Liebesgeschichte ohne Überraschungen. Ideale Lektüre für entspannte Tage an Strand oder Pool. Ich bin gespannt auf die weiteren Bände der Reihe!

Veröffentlicht am 02.09.2017

Durch die Höhen und Tiefen der Psychoanalyse

Die rote Couch
0

Der Klappentext verrät folgendes:

Ernest Lash, ein junger Psychoanalytiker aus San Francisco, glaubt an die Wirksamkeit seines Tuns, ist aber andererseits davon überzeugt, daß die klassischen Therapien ...

Der Klappentext verrät folgendes:

Ernest Lash, ein junger Psychoanalytiker aus San Francisco, glaubt an die Wirksamkeit seines Tuns, ist aber andererseits davon überzeugt, daß die klassischen Therapien dringend einer Erneuerung bedürfen. Eines Tages beauftragt ihn die Ethikkommission seines Fachbereichs mit der Untersuchung eines prekären Falls: Er soll die Arbeitsweise eines älteren, sehr berühmten Kollegen namens Seymour Trotter überprüfen, der angeklagt ist, ein Verhältnis mit einer vierzig Jahre jüngeren Patientin gehabt zu haben. Trotter beharrt darauf, daß Sex das einzige Mittel gewesen sei, um die junge Frau vor ihrem selbstzerstörerischen Verhalten zu retten. Zunächst ist Ernest entrüstet. Doch je mehr er sich mit der Sache beschäftigt, desto mehr fasziniert ihn die Idee, jedem Patienten bzw. jeder Patientin eine fallspezifische Behandlung zuteil werden zu lassen.

Der Autor Irvin David Yalom ist amerikanischer Psychoanalytiker, Psychotherapeut, Psychiater und Schriftsteller, ist emeritierter Professor für Psychiatrie an der Universität Stanford und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Bücher und Romane (Quelle Wikipedia).

Meine Bewertung:

Ich hatte mit großem Vergnügen "Und Nietzsche weinte" gelesen und war deshalb ganz gespannt auf "Die rote Couch". Zunächst wird im Rückblick die "Affäre" Seymour Trotter dargestellt und Ernest Lashs Umgang damit erzählt, die mich recht gefangen genommen hat. Dann kam aber ein für mich etwas schwer nachvollziehbarer Bruch. Im Folgenden werden mehrere Handlungsstränge erzählt und miteinander verwoben. Vorrangig geht es um Ernest Lash, seinen Patientien Justin und dessen Frau sowie Ernests Supervisor Marshal Streider sowie um die Ethik in der Therapie. Justin ist seit 5 Jahren in Therapie bei Ernest und möchte sich aus seiner verfahrenen Ehe befreien, hat es aber bisher nie geschafft. Und plötzlich rafft er sich zuliebe seiner Geliebten doch dazu auf. Ernest zweifelt, warum es ihm nicht gelungen ist, ihn dazu zu bringen, sondern seiner jungen Geliebten. Er arbeitet daran mit seinem Supervisor, sie kommen aber nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Und Ernest erarbeitet für sich eine neue Methode in der Therapie, nämlich absolute Ehrlichkeit und gegenseitige Beziehung, sprich, er öffnet sich den Patienten auch. Er möchte diese Methode an seinem nächsten Patienten ausprobieren. Und die ist just Justins Ehefrau Carol(yn), die sich an ihm rächen will, weil sie ihm die Schuld daran gibt, dass Justin sie verlassen hat. Sie will ihn dazu bringen mit ihr zu schlafen und damit gegen seinen Kodex zu verstoßen und ihn so zu ruinieren. Das ist so der Haupthandlungsstrang, daneben spielen eine Kollegin von Carol und deren Mann eine Rolle im Therapiereigen und es gibt eine erneute ethische Entscheidung, die die Akademie der Psychoanalyse treffen muss, bei der sich Marshal Streider wiederum sehr engagiert. Gegen Ende des Buches bekommt auch der noch eine große Rolle, über die ich hier jedoch nicht zu viel verraten möchte, sonst ist es langweilig zu lesen.

Die verschiedenen Kapitel (die oft zu lang für meinen Geschmack sind) werden aus der Perspektive der jeweiligen Hauptperson erzählt, so dass man sehr mitgehen und -denken kann. Die Charaktere sind hervorragend herausgearbeitet, Yalom beweist sich hier als -wohl durch seine therapeutische Erfahrung geschult- sehr genauer Beobachter. Er verknüpft geschickt fachlich-inhaltliches der Psychoanalyse mit Fiktion.

Den Beginn um Seymour Trotter habe ich mit Faszination gelesen. Und auch die Darstellung von Justins Therapie und Carols Racheplan. Im weiteren Verlauf hat das Buch dann etwas Längen und ich war zwischendurch versucht, es sogar wegzulegen. Es kann sich dabei aber auch um eine heftige Gegenübertragung meinserseits bezüglich Marshal Streiider halten, der streckenweise sehr überheblich, arrogant und selbstgerecht rüberkommt und dadurch phasenweise unerträglich unsympathisch wirkt. Gegen Ende nimmt die Handlung wieder deutlich an Fahrt auf und es wird wieder spannender, auch wenn die Auflösung der über hunderte von Seiten dargestellten Problematiken dann für meinen Geschmack etwas rasch geht...

Insgesamt kann ich das Buch empfehlen, vor allem wenn man sich für das Thema Psychoanalyse interessiert, als Lektüre für den Sommerurlaub fand ich es jedoch nicht ideal. Und wie gesagt, mittendrin war ich versucht, es wegzulegen. Im Nachhinein bin ich froh, es fertig gelesen zu haben.

Veröffentlicht am 15.08.2017

Eine wirkliche Herausforderung- aber teilweise durchaus lecker

Zuckerfrei
0

"Zuckerfrei- Die 40 Tage-Challenge" von Hannah Frey ist ein Kochbuch der besonderen Art. Hannah Frey ist Gesundheitswissenschaftlerin und Ernährungsexpertin (laut Impressum) und lädt hier in diesem Buch ...

"Zuckerfrei- Die 40 Tage-Challenge" von Hannah Frey ist ein Kochbuch der besonderen Art. Hannah Frey ist Gesundheitswissenschaftlerin und Ernährungsexpertin (laut Impressum) und lädt hier in diesem Buch zu einer Challenge ein, die es in sich hat. 40 Tage komplett auf Zucker zu verzichten. Hört sich erst mal unmöglich an, dann durchaus machbar und schließlich stellt man fest, gar nicht so einfach.

Das Buch ist gegliedert in 2 Teile. Auf den ersten ca. 40 Seiten werden die Hintergründe und Abläufe erklärt, es gibt Tipps und Erläuterungen. Im zweiten Teil finden sich 72 Rezepte sortiert nach Healthy Breakfast, Detox meals und Drinks, Sweets und Snacks. Die Rezepte sind mit Fotos von Maria Brinkop illustriert. Und die Fotos machen echt Appetit!

Ich war auf der Suche nach neuen Rezeptideen, um etwas an meiner Ernährung zu ändern und wurde dabei auf das Buch aufmerksam. Ich hatte vorher schon von dem Projekt "Zuckerfrei- die 40-Tage-Challenge" gehört, aber gedacht, das ist nie etwas für mich. Aber die Rezepte wirkten "machbar" und die Bilder waren sehr verlockend! Also habe ich mich zum Kauf entschieden.

Im vorderen Umschlag des Buches befindet sich ein Selbsttest, ob man zuckersüchtig ist. Das Prinzip ist, durch den Verzicht auf Zucker für 40 Tage den Geschmack zu "nullen" und diese "Sucht" zu überwinden. Dabei gibt es 2 Phasen, denen jeweils Rezepte und Nahrungsmittel zugeordnet sind, den Ernährungsplan stellt man sich jedoch selbst daraus zusammen. In Phase 1 (30 Tage) wird Zucker komplett verbannt genauso wie stärkehaltiges Gemüse und Vollkorngetreide, letztere dürfen in Phase 2 (10 Tage) wieder gegessen werden.

Der "theoretische" Teil zu Beginn des Buches ist erfrischend kurz, so dass man nicht ewig zur Vorbereitung braucht, aber dennoch rasch viele Informationen bekommt, die auf ansprechende Art präsentiert werden. Es finden sich Tipps gegen Heißhungerattacken, Infos, wo versteckte Zucker drin sind und unter welchen "Decknamen" diese Produkten zugesetzt werden. Es gibt ein "Zuckertagebuch", wo man vorab analysieren kann, wieviel (versteckten) Zucker man so isst, und Zuckerfrei-Wochenpläne mit Einkaufs- und ToDo-Liste, alles steht auch im Internet zum freien Download zur Verfügung, echt praktisch, wenn ich auch mit der Formatierung des Ausdrucks etwas Schwierigkeiten hatte.

Ich bin jetzt in der 3. Woche der Challenge und kann sagen, dass es durchaus viel Aufwand ist und für Menschen wie mich, die viel arbeiten, wenig kochen und obendrein sehr heikel sind, durchaus schwierig, das Programm durchzuhalten und immer vorzukochen. Aber wie heißt es so schön auf der Buchrückseite "if it doesn't challenge you- it won't change you!". Und da ist wohl schon etwas dran.

Die Gerichte, die ich bislang ausprobiert habe, sind insgesamt auch für weniger Kocherfahrene gut nachzukochen, auch wenn mir nicht alles so gelingt, wie es auf den Fotos aussieht. Der zeitliche Aufwand für die Rezepte ist überschaubar. Allerdings sind viele der Zutaten nur in sehr gut sortierten Supermärkten und Bioläden erhältlich und somit ist das Projekt nicht unbedingt günstig. Enttäuscht haben mich Rezepte wie "Overnight-Chia-Pudding", "Hirse-Porridge mit Nüssen" und "Kokos-Laddu", sehr begeistert hingegen war ich von Gerichten wie "Ayurvedisches Kitchari", "Quinoa-Flammkuchen", "Caprese-Quinoa-Auflauf" und "gefüllte Paprika mit Chilimandeln". Aber das ist ja auch Geschmacksache. Ein bisschen hadere ich mit den Brotaufstrichen, die Phase 1 zugeordnet sind (können auch als Pesto zu Pasta verwendet werden), sowohl Brot als auch Pasta sind jedoch in Phase 1 nicht erlaubt. Was mich auch stört, ist, dass bei manchen Rezepten (die in der Regel für 2 Portionen sind) eine Portion gut satt macht, bei anderen bleibt man hungrig, wenn man nicht die gesamte Menge isst oder mehr. Aber auch das ist natürlich individuell unterschiedlich.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Kauf des Buches und bin wild entschlossen, die Challenge zu Ende zu bringen. Es gibt Tage, an denen es mir leicht fällt, an anderen Tagen hingegen sehne ich mich sehr nach Eis und Schokolade. Aber es tut mir gut, ich fühle mich vitaler und auch etwas Gewicht konnte ich schon abnehmen. Dennoch weiß ich jetzt schon, dass ich dauerhaft diese Ernährungsweise nicht durchalten kann- und auch nicht will. Ich denke, wohl bedacht ist diese Challenge eine gute Sache und ich kann das Buch weiterempfehlen. In diesem Sinne: gutes Gelingen!

Veröffentlicht am 21.07.2017

Interessante Einblicke in das Leben eines Kellys

Streetkid
0

"Street Kid- Fluch und Segen ein Kelly zu sein" ist eine Biographie der besonderen Art über Jimmy Kelly von der Kelly Family. Eine Autobiographie, unterstützt von der Coautorin Patricia Leßnerkraus.

Von ...

"Street Kid- Fluch und Segen ein Kelly zu sein" ist eine Biographie der besonderen Art über Jimmy Kelly von der Kelly Family. Eine Autobiographie, unterstützt von der Coautorin Patricia Leßnerkraus.

Von der Buchrückseite:

In den Neunzigerjahren füllen Jimmy Kelly und seine Geschwister die größten Hallen und Stadien in Deutschland, verkaufen mehrere Millionen CDs und verdienen ein Vermögen. Doch der Erfolg hat seinen Preis: Der "Family" muss sich jeder unterordnen. Erst nach dem Tod des Vaters, der innerhalb der Familie die Fäden fest in der Hand hielt, schafft Jimmy Kelly den Ausstieg aus der Familienband – und steht vor dem Nichts, denn das Erbe ist weg. In seiner Not besinnt er sich auf seine Wurzeln und zieht wieder als Straßenmusiker durchs Land. In Streetkid erzählt er erstmals, wie er aus seiner größten persönlichen Krise zu seiner wahren Berufung und zu sich selbst findet. Ehrlich, menschlich, sehr persönlich!

Ich sah in der Buchhandlung zufälligerweise, eigentlich auf der Suche nach einem Kochbuch, Jimmy Kelly etwas schräg vom Cover des Buches grinsen und war sofort neugierig, der Untertitel zog mich endgültig in den Bann des Buches. Da ich in den 90er-Jahren großer Kelly-Fan war, entschied ich mich das Buch zu kaufen, auch wenn es mir nicht beim Kochen helfen würde. Und ich habe es insgesamt gerne gelesen und kann es weiter empfehlen. Eine Warnung muss ich jedoch vorwegschicken: wer sich die Heile-Welt-Illusion der Kellys der 90er Jahre bewahren will, sollte das Buch nicht lesen.

Zwar betont Jimmy immer wieder, dass dies kein Buch über die Geschichte der Kelly Family sein soll, doch zu Beginn der Biographie ist er diesbezüglich eher inkonsequent und man erfährt doch einiges auch über die Kelly Family. Im Verlauf bleibt er aber mehr bei sich.
Insgesamt berichtet er in dem Buch von einer persönlichen Krise, ist pleite und macht sich auf mit dem, was er gelernt hat, nämlich Straßenmusik, Geld zu verdienen. Er stellt seinen harten Kampf dar und wie er langsam immer besser zurecht kommt und dabei auch viel über sich und seine Mitmenschen lernt. Man erlebt als Leser eine Art persönliche Metamorphose mit, wie also aus dem ehemaligen "Mitglied" der Kelly Family, das dazu erzogen ist , in der Herde der Familie zu leben, ein Individuum wird, das für sich selbst und seine eigene Familie sorgen kann und somit seine Krise überwindet. Dies geschieht durch die Darstellung verschiedener Episoden, die Jimmy als Straßenmusiker erlebt. Hier trifft auch das Versprechen: Ehrlich, menschlich und sehr persönlich! des Bucheinbandes absolut zu, weshalb sich die Geschichten auch sehr gut lesen und interessant sind, man kann oft sehr mitfühlen. Allerdings bleiben die Geschichten für mich oft zu kurz angerissen rüber und es wirkt dadurch manchmal etwas sprunghaft. Hingegen wird gegen Ende die nennen wir es finale Katharsis etwas breitgetreten ohne für mich ganz nachvollziehbar zu sein.

Die Sprache ist sehr einfach, was Jimmy jedoch im Nachwort gezielt auch erklärt, er wollte authentisch bleiben und seine Sprache beibehalten, hat die Coautorin gebeten, dies so zu belassen.

Mein Fazit: Ich fand die Geschichte sehr berührend und interessant, auch wenn es zwischendurch ein paar Längen gab und kann es insgesamt weiterempfehlen, wenn man sich nicht daran stört, dass ein paar Illusionen der heilen Kelly-Welt zerplatzen. Und seit der Lektüre gebe ich Straßenmusikern viel häufiger Geld, wenn sie gut spielen.

Veröffentlicht am 17.07.2017

Amüsant, aber nicht lebensverändernd

Am Arsch vorbei geht auch ein Weg
0

" Am Arsch vorbei geht auch ein Weg
Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst" verspricht der Titel dieses Ratgebers von Alexandra Reinwarth.

Der Klappentext erläutert das so:

Es ...

" Am Arsch vorbei geht auch ein Weg
Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst" verspricht der Titel dieses Ratgebers von Alexandra Reinwarth.

Der Klappentext erläutert das so:

Es gibt Momente im Leben, in denen einem klar wird, dass man etwas ändern muss. Der Moment, als Alexandra Reinwarth ihre nervige Freundin Kathrin mit einem herzlichen „Fick Dich“ zum Teufel schickte, war so einer. Das Leben war schöner ohne sie – und wie viel schöner könnte es erst sein, wenn man generell damit aufhörte, Dinge zu tun, die man nicht will, mit Leuten die man nicht mag, um zu bekommen, was man nicht braucht!
Wer noch der Meinung ist, das Leben könnte etwas mehr Freiheit, Muße, Eigenbestimmung und Schokolade vertragen und dafür weniger Kathrins, WhatsApp-Gruppen und Weihnachtsfeiern, der ist hier goldrichtig.

Lassen Sie sich von Alexandra Reinwarth inspirieren, wie man sich Leute, Dinge und Umstände am Arsch vorbei gehen lässt, aber trotzdem nicht zum Arschloch mutiert. Und lernen Sie von ihr, wie kleine Entscheidungen einen großen Effekt auf die Lebensqualität haben können.

Ganz einfach.


Mich hat der ja doch sehr reißerische Titel samt dem aufmerksamkeitsheischenden Titelbild, einem den Mittelfinger zeigenden Buddha, angesprochen und die Beschreibung des Buches ließ mich auf ein paar Erkenntnisse hoffen, da mir die Thematik gut zu mir zu passen schien.

In Ansätzen hat sich das dann auch bewahrheitet, man möchte der Autorin sagen, "ja, Recht hast du". Allerdings war für mich vieles nicht nachlebbar, weil es sehr auf das persönliche Umfeld der Autorin abgestimmt war. Die Ankündigung "Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst" erfüllt sich aber nicht, ist doch etwas hochtrabend. Für einen Ratgeber ist es mir ein bisschen zu sehr Schilderung der eigenen Situation und Lebensgeschichte und hat keinen wirklichen Verallgemeinerungswert, wissenschaftlichen Wert sehe ich eher keinen (aber das ist möglicherweise auch nicht der Anspruch des Buches).
Davon abgesehen, dass sich meine Erwartungen diesbezüglich also nicht erfüllt haben, ist das Buch jedoch sehr amüsant geschrieben, die bewusst teilweise etwas derbe Ausdrucksweise mag Geschmacksache sein, aber Alexandra Reinwarth schreibt mit viel Witz und Humor und es macht auf alle Fälle Spaß, das Buch zu lesen, ich habe mehrfach laut gelacht, so dass auch die Freundin auf der Sonnenliege neben mir Lust bekam das Buch zu lesen.

Insofern würde ich als Fazit sehen: wer einen Ratgeber sucht, sollte sich nicht zu viel erwarten, wem es einfach um witzige Unterhaltung geht, der hat hier genau das Richtige!